Beiträge von Kris24

    Ich kenne bei uns niemanden, der Elterngespräche kürzer als 30 min ansetzt. Eher 45 min.

    Eben "bei euch".

    Du hast auch keine 200 Schüler (und bei den allermeisten reicht, alles bestens, weiter so, da reichen 10 Minuten online, viele unserer Eltern wünschen dies auch, spart die Fahrt).

    Bei Problemfällen nehme ich mir auch mehr Zeit, aber nicht am Elternsprechtag.

    Und - findet der Friseur genügend Abiturienten, die für seinen Hungerlohn arbeiten möchten? Falls ja, ist ja alles fein.

    Ja. Er bedient die "oberen Zehntausend", seine Angestellten sollen mit der Kundschaft kommunizieren können (seine Begründung).

    Der Straßenbahnhersteller begründet es mit den digitalen Programmen, die seine Arbeiter benötigen.

    Bei uns ist die Arbeitslosigkeit sehr gering, die Arbeitgeber haben noch die Auswahl.

    Was passiert bei euch, wenn Eltern leer ausgehen und keinen Termin ergattern?

    Sie können an einem anderen Tag einen Termin ausmachen. Wir hatten jahrelang keinen Sprechtag, viele halten ihn immer noch für unnötig. Wenn es Probleme gibt, sollte man sich sowieso zeitnah treffen.

    Es geht also eher um gute Schüler und kaum Probleme. Die Eltern wollen uns nicht belästigen, aber doch mal hören, dass alles in Ordnung ist.

    Dafür gibt es copy stop. Erstaunlicherweise schreiben unsere SuS oft so schlecht, dass man ohnehin weiss, dass das selbst verfasst sein *muss* :D

    Nicht wenn Eltern oder Geschwister beteiligt sind. (Falls es im Netz steht, finde ich es auch (kann schlecht sagen immer, oft wird doch geschickt geändert, es ist nicht eindeutig und was man nicht merkt, weiß man natürlich nicht).)

    Mein Problem waren tatsächlich Eltern, die ihren fast erwachsenen Kindern "halfen". Es geht evtl. um Verbleib am Gymnasium, da "investieren" einige Eltern viel, ähnliche Situation wie beim Schüler von CatelynStark. Es gibt auch Studenten, die gegen Bezahlung"helfen". Da finde ich erst einmal nichts im Netz.

    Natürlich schöpft man Verdacht, wenn die Leistung (und Formulierung) nicht zum Schüler passen. Aber beweisen muss ich es auch (und da hilft ein Kolloquium sehr, Schüler gestehen dann nach einem extrem schlechten Kolloquium doch oft).

    Bei uns nicht.

    In unserem "Elternsprechtags-Reservier-System" können die Lehrer Termine blocken bzw. als Pause reinstellen. Für die Eltern sind die Termine dann einfach nur "belegt".

    Genau so ist es bei uns. Wir müssen abhängig vom Deputat eine bestimmte Anzahl von Terminen anbieten. Wie wir unsere Pausen verteilen, ist uns überlassen (manche haben alle Pausen gesammelt am Anfang oder Ende, andere gleichmäßig verteilt). Ich war letztes Mal nach 10 Minuten ausgebucht (20 Termine bei Vollzeit in 4 Stunden).



    Auch der Chemieunterricht bietet Anlass für Abenteuer. Herstellung von Natronlauge. Natrium reagiert mit Wasser, danach Lackmustest. Standardversuch. Im Chemiesaal gibt es keine Schutzscheibe gegen mögliche Laugenspritzer - also verwendet der Lehrer ein Terrarium, in das die Petrischale platziert wird. Alles gut. Natrium saust mit Flamme auf der Wasseroberfläche herum - eindrucksvoll und gewollt. Plötzlich ein Ohren betäubender Knall. Das Natrium hängt an der Zimmerdecke, die Schüler unter den Tischen. Nach einer Schrecksekunde: "Geil! Herr Autenrieth, machen Sie das nochmal?" Werde mich hüten.
    Was der Lehrer nicht bedacht hatte: Na + H2O gibt NaOH ...so weit so beabsichtigt ... doch hoppla ... da bleibt ein H übrig. Das sammelt sich im Terrarium und ergibt mit der Natriumflamme en passant einen zweiten chemischen Standardversuch: Die Knallgasreaktion ;)

    Man/frau erlebt als Lehrkraft die erstaunlichsten Dinge. Das Wenigste ist vorhersehbar oder wird in jeder Konsequenz zu Ende gedacht ;)

    War euer Terrarium nach oben geschlossen? Ein Kollege hat es im Abzug gemacht, weil er unsere Schutzscheibe für zu klein hielt und diesen dabei zerstört (da war sogar bedingter Vorsatz im Gespräch, er hätte es lt. Polizei wissen müssen). Die Druckwelle war Räume weiter noch spürbar. Ein anderer Kollege öffnet seitdem sogar die Fenster, um das Raumvolumen zu vergrößern. 7 % Wasserstoff reichen, wenn ich es richtig in Erinnerung habe. Aber ich hatte auch einmal eine gefährliche Situation mit Wasserstoff (Daniellscher Hahn). Zum Glück hatte ich eine zusätzliche Sicherung zur Wasserstoffflasche eingebaut.

    Manches kann man nicht vorhersehen (deine Elbafahrt), manches schätzt man falsch ein (Abzug), aber Wissen und Nachdenken über Risiken hilft. Fahrlässig oder bedingter Vorsatz ist juristisch ein Riesenunterschied.

    ich meine es umgekehrt: ich bin in der PKV, WEIL es finanziell absurd gewesen wäre, beide Anteile der GKV zu tragen. (Keine pauschale Beihilfe für Beamten).
    Wenn jetzt die pauschale Beihilfe käme, würde ich - wenn ich dürfte - alles tun, um in die GKV zu wechseln.

    Genau deshalb habe ich auf die Bürgerversicherung gehofft. Wird wohl wieder nichts.

    Es ist vielleicht ein First World Problem, aber mich nervt die Bürokratie der Kombination PKV + Beihilfe sehr. Normalerweise habe ich nur ein paar Rechnungen, die schicke ich dann per App zur Beihilfe. Bei der PKV lohnt sich in der Regel nur die Beitragsrückerstattung für mich.

    Jetzt hatte ich aber doch ein paar Arzttermine, die teurer werden, so dass ich erstmal die alten Rechnungen überhaupt wiederfinden muss, damit ich sie alle zur PKV schicken kann. Ja, man könnte sie sofort sortieren, aber gesetztlich versichert gäbe es das Problem überhaupt nicht.

    Geht mir ebenso. Bei mir wird es noch komplizierter bzgl. PKV. Ich erhalte gut 700 Euro Rückerstattung, kann dann aber weniger beim Finanzamt absetzen. Ich darf aber bis zu dem Beitrag einreichen, ohne die Rückerstattung zu gefährden. Ich versuche also knapp darunter zu bleiben (meistens bin ich deutlich darunter, aber vor 3 Jahren war ich am rechnen).

    Zusätzlich erhalte ich 5 % Rabatt jeden Monat, wenn ich höchstens zweimal jährlich einreiche.

    Bei Beihilfe gibt es bei uns Kostendämpfungpauschale (180 Euro), ich muss also mindestens 360 Euro einreichen, um überhaupt einen Cent zu sehen.

    Solange ich gesund bin, alles machbar. Aber wenn man ernsthaft erkrankt, sich mit Rechnungen herum schlagen muss...

    Vielleicht beruhigt dich das?

    Wir Chemiekollegen müssen ja zu jedem Versuch eine GBU schreiben (und da laut meines Seminarausbilders eine Chemiestunde ohne Versuch keine Chemiestunde ist ...) Bei Einführung gab es auf jeden Fall viele Fragen und Sorgen. Unser RP-Verantwotlicher beruhigte uns mit den Worten, wenn etwas passiert, wird klar unterschieden, ob fahrlässig, grob fahrlässig oder gar bedingt vorsätzlich gehandelt wurde.

    Wenn trotz guter GBU etwas passiert, wirst du nicht haftbar gemacht. Ich gebe mein bestes, fülle die GBU sorgfältig aus (wir haben ein Programm als Hilfe) und das reicht. Am Anfang war es lästig (und ich empfand es als unnötig), inzwischen schätze ich es (meistens ist es schnell ausgefüllt, ein paar Versuche habe ich geändert, weil mir die Gefahr bewusst wurde und dafür bin ich dankbar).

    Ui, scheint doch komplexer zu sein, als ich dachte. Die Neutralität der Schweiz ist in der Bundesverfassung verankert. Das ist das Schweizer Grundgesetz. Wenn der Bundesrat dem zuwiderhandelt, bricht er mit der Bundesverfassung, was er ohne Volksentscheid nicht mal eben so darf. Das Neutralitätsrecht ist in den Haager Konventionen geregelt, ist also Teil des Völkerrechts. Das Neutralitätsrecht verbietet der neutralen Schweiz den Export von Kriegsmaterial an aktive Kriegsparteien, auch via Drittstaaten. Das hat Deutschland bei Vertragsunterzeichnung natürlich gewusst und auch akzeptiert. Wenn die Schweiz den Export jetzt genehmigt, bricht sie auch mit dem Völkerrecht.

    Weder geht es um den unmittelbaren Verteidigungsfall der Schweiz selbst noch um den Verteidigungsfall eines direkten Nachbarn. Dann würde man gemäss Art. 173 c, Bundesverfassung wohl von "ausserordentlichen Umständen" sprechen und der Bundesrat könnte entsprechende Verordnungen erlassen. Es geht um ca. 12000 Schuss Munition, die ganz sicher nicht kriegsentscheidend sind. Ein Bruch mit der Bundesverfassung bzw. dem Völkerrecht ist daher offensichtlich nicht verhältnismässig.

    "Gemütlich auf der Neutralität ausruhen" ist schon eine arg flapsige Bemerkung, die mich zugegeben etwas befremdet.

    Es ist aber angeblich gerade mit dem Völkerrecht vereinbar, wenn der Angegriffene mit Waffen unterstützt wird. Und in diesem Konflikt ist sehr eindeutig, wer wer ist.

    Also Deutschland soll liefern, obwohl die Schweiz es offiziell nicht erlaubt, damit sich die Schweiz gemütlich auf ihrer Neutralität ausruhen kann und Deutschland dann quasi den schwarzen Peter hat?

    und Deutschland dann weltweit als vertragsbrüchig gilt.

    Mal davon abgesehen, es wurde bereits im Sommer von entsprechender internationaler Organisation bestätigt (Name mir gerade entfallen), dass eine Unterstützung des angegriffenen Staates auch neutralen Staaten erlaubt sei (es hebt in diesem Fall nicht die Neutralität auf, nicht aber des Aggressors.

    Nein, ich hatte vor 9 Jahren oder auch vor 5 Jahren Arbeiten, in denen am Ende wahrhaftig eine kritische Selbstreflexion stand.

    Ich abundzu auch früher wie jetzt. Und das sind fast immer gute Arbeiten.

    Mich regt das genauso auf. Aber das Problem besteht bei mir wirklich schon seit Jahren gleichbleibend. Ich habe dies an meiner früheren Schule (1. Jahrzehnt in diesem Jahrtausend) mit Einzelkindern und Helikoptereltern mehr erlebt als jetzt an einem Gymnasium in einem Brennpunktbereich. Ich denke daher, es liegt eher an Erziehung (und vielleicht auch am Deutschunterricht ;)).

    Liebe Leute...

    Ich muss mal kurz was loswerden: Ich lese gerade die x-te Maturarbeit in Folge, die objektiv betrachtet kompletter Mus ist aber mit dem Fazit endet: "Ich finde, das Ziel wurde erreicht und ich habe sehr viel gelernt."

    Ich bewerte und betreue nun seit 9 Jahren Maturarbeiten und mir scheint dieser Hang zur Selbstverklärung wahrhaftig ein neuartiges Phänomen zu sein. Spinne ich, werde ich alt und zynisch oder ist da was dran?

    Nein. Diese Aussage lese ich bereits seit mindestens 20 Jahren (in Facharbeiten). Angeblich, ich frage nach, haben sie es im Deutschunterricht gelernt.

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