Immer dieses Argument mit dem "schwach erscheinen". Dass Scholz besonnen reagiert finde ich sehr gut und stehe damit nicht alleine da. Und dass man sehr, sehr genau überlegt, welche Waffen man liefert und welche Unterstützung man geben kann, finde ich auch gut.
Säbelrasseln gibt es genug. Es müssen sich nicht alle hochschaukeln, auch nicht rhetorisch.
Mit schwach meine ich ständig laut zu sagen, was man alles nicht tut, dass man selbst auf keinen Fall Atomwaffen etc. einsetzen wird. Wir machen uns durch Reden schwach (gegen Besonnenheit ist nichts einzuwenden, aber es ist wenig besonnen, was aktuell in Gänze geschieht).
Natürlich soll man alles tun, um es zu verhindern, aber Säbelrasseln gehört mit zur Abschreckung. Putin ging genauso wie Hitler davon aus, dass wir viel quatschen, aber wenn es ernst wird, kneifen und deshalb kam es zum Krieg gegen die Ukraine (und bald gegen Moldau, wer verteidigt Moldau, für uns noch weniger interessant). Er ging davon aus, dass der Krieg herum ist, bevor wir entschieden haben, was wir tun. Wir können höchstens noch einen Angriff gegen die baltischen Staaten, Polen, Finnland verhindern, weil Putin nicht sicher ist, ob er dann gegen uns alle kämpft (ich sehe schwarz, wenn der nächste amerikanische Präsident Trump o.ä. heißt).
Hätte man um die Jahreswende Putin glaubhaft deutlich gemacht, dass es bei einem Einmarsch zum kompletten Embargo kommt, hätte man vermutlich den Krieg und das Embargo verhindern können. Aber alles wurde zerredet, nichts war für Putin glaubwürdig, er ging vom üblichen Geschwätz aus. Wie länger man wartet, umso mehr Embargo, Waffen etc. ist notwendig.