Schüler gesucht: Telefonstreiche veröffentlicht

  • Mir tut das wirklich alles sehr leid zu hören, Kopierer. Ich kann mir vorstellen, dass sich die betroffenen Lehrkräfte in gewisser Weise gekränkt fühlen, öffentlich ''zur Schau'' gestellt zu werden und dabei hilflos zusehen zu müssen. Ich wünsche euch, dass die Ermittlungen vorangehen und ihr den bzw. die Schüler:in oder die Schüler:innen erwischt!!! Haltet weiterhin die Augen und Ohren offen: Manchmal verplappern sich die betroffenen Schüler:innen...


    Ohne alle bisherigen Beiträge auf dem Schirm zu haben, die nachfolgenden Rat evtl. schon gegeben haben: Versucht auch weiterhin die auf YouTube (oder anderweitigen Plattformen) veröffentlichen Videos an den Betreiber der Seite zu melden und den Verstoß klar und deutlich zu machen. Wenn das kontinuierlich geschieht, besteht die Möglichkeit, dass die Videos vom Betreiber selbst gesperrt oder von der Plattform ganz heruntergenommen werden können.


    Alles Gute weiterhin, ich drücke ganz fest die Daumen! Den betroffenen Kolleg:inn:en empfehle ich, mit der evtl. Belastung nicht alleine zu bleiben. Reden kann da enorm hilfreich und wichtig sein!

    Gruß, Laborhund

    „Nua ned hudln, oiwei mid da Ruah“ (irgndoa Gscheidhaferl as da Provinz)

  • Es stellt sich halt immer die Frage, wie ernst die örtliche Polizei das nimmt... Hier im Thread scheinen die Erwartungen ja hoch zu sein, dass dort gezielt ermittelt wird. Das muss aber nicht der Fall sein.


    Es wird mit zweierlei Maß gemessen: Beleidigungen gegen Politiker führen jetzt z.T. sogar direkt schon zu Hausdurchsuchungen (als Teil der neuen Kampagne gegen Hasskriminalität). Für "Normalos" wie uns gilt dies aber nicht. Da werden die Verfahren i.d.R. eingestellt.


    ... und Google bzw. YouTube macht eh sein eigenes Ding. Die löschen nur sehr zögerlich; insbesondere, wenn es sich nach US-Recht nicht um eine Straftat handelt (Das Aufnehmen von Telefonaten ohne Genehmigung ist dort in den meisten Staaten legal - und nach Bundesrecht auch). Das kann dann als Opfer ziemlich belastend sein. Wäre hingegen ein Lied im Hintergrund, welches urheberrechtsgeschützt ist, wäre das Video im Nu offline.


    Wenn es mir wichtig wäre, dass sich etwas tut, würde ich in einen Rechtsanwalt zur Hilfe ziehen. Das entlastet einen persönlich und vllt. geht es ja dann doch ein klein wenig schneller. Und auch, wenn sich nicht allzu viel tut, hat man dann zumindest das Gefühl, alles probiert zu haben.

  • Es wird mit zweierlei Maß gemessen: Beleidigungen gegen Politiker führen jetzt z.T. sogar direkt schon zu Hausdurchsuchungen (als Teil der neuen Kampagne gegen Hasskriminalität). Für "Normalos" wie uns gilt dies aber nicht. Da werden die Verfahren i.d.R. eingestellt.


    ... und Google bzw. YouTube macht eh sein eigenes Ding. Die löschen nur sehr zögerlich; insbesondere, wenn es sich nach US-Recht nicht um eine Straftat handelt (Das Aufnehmen von Telefonaten ohne Genehmigung ist dort in den meisten Staaten legal - und nach Bundesrecht auch). Das kann dann als Opfer ziemlich belastend sein. Wäre hingegen ein Lied im Hintergrund, welches urheberrechtsgeschützt ist, wäre das Video im Nu offline.

    Gut, dass du diese Seite beleuchtest, k_19! Dem würde ich uneingeschränkt zustimmen, auch wenn es sehr traurig ist, dies tun zu müssen. Ich möchte der Polizei keineswegs unterstellen, dass diese mit zweierlei Maß misst, da sich diese ja auch an das Gesetz und die daraus resultierenden Vorschriften halten müssen. Anhand von verschiedenen Berichten kann bzw. muss man aber dann doch immer wieder feststellen, dass so manche Situationen evtl. unterschiedlich gehandhabt werden, nur weil andere Personen dahinter stehen. Das sollte aber natürlich nicht sein!


    Dass Google und YouTube ihre eigene Suppe kochen, stimmt, da deren Sitz sich nicht in Deutschland befindet und demnach auch nicht die DSGVO in Kraft tritt oder ein nach deutschem Recht erfasster Strafbestand im US-Recht als legale Handlung verstanden wird. Ich hatte meinen Rat, die Videos kontinuierlich an die Betreiber zu melden, nicht zuletzt deswegen geäußert, damit sich die Betroffenen weniger hilflos fühlen und Initiative ergreifen, also auch selbst handeln können. Gerade bei einem solchen Vorfall, bei dem man selbst nur sehr wenig unternehmen kann und sich seitens der Polizei o. ä. nicht ernst genommen fühlt, ist es wichtig, auch selbst etwas beitragen zu können, um evtl. auch selbst etwas Kontrolle über die Situation übernehmen und die Belastung ggf. geringfügig minimieren zu können.


    Wenn es mir wichtig wäre, dass sich etwas tut, würde ich in einen Rechtsanwalt zur Hilfe ziehen. Das entlastet einen persönlich und vllt. geht es ja dann doch ein klein wenig schneller. Und auch, wenn sich nicht allzu viel tut, hat man dann zumindest das Gefühl, alles probiert zu haben.

    Dass man sich rechtlichen Beistand in Form eines Rechtsanwaltes bzw. einer Rechtsanwältin holt, wäre sicher eine gute Möglichkeit, um den Prozess zu beschleunigen und sich auch persönlich professionell beraten lassen zu können.

    Gruß, Laborhund

    „Nua ned hudln, oiwei mid da Ruah“ (irgndoa Gscheidhaferl as da Provinz)

  • Nachdem ich ein oder zwei mal selber damit in Berührung gekommen bin, bin ich vor der Arbeit der Strafverfolgungsbehörden in diesem Land nachhaltig desillusioniert.

    Ich bin zB als Geschädigter in einem Fall beteiligt gewesen, wo jemand mutmaßlich Gelder in sechsstelliger Höhe unterschlagen hat.

    Nachdem das aufgeflogen ist, haben mehrere Parteien Strafanzeige erstattet. Es hat über ein Jahr gedauert, bis die Staatsanwaltschaft überhaupt reagiert hat, und dann bestand die Reaktion aus einem Schreiben, in dem wir gefragt wurden, was wir denn eigentlich wollten, schließlich hätten wir das Geld ja - nach einem teuren Gerichtsprozess - wieder zurück erhalten. Was ich gelernt habe: wer möchte, dass Ermittlungsbehörden tätig werden, muss denen auf die Nerven gehen, also jeden Sachverhalt zur Anzeige bringen, regelmäßig schriftlich Anfragen zum Verfahrensstand stellen, etc.

  • Was ich gelernt habe: wer möchte, dass Ermittlungsbehörden tätig werden, muss denen auf die Nerven gehen, also jeden Sachverhalt zur Anzeige bringen, regelmäßig schriftlich Anfragen zum Verfahrensstand stellen, etc.

    Genau dieses Verhalten sorgt aber mit dafür, dass die Ermittlungsbehörden vollkommen überlastet sind, weil sie sich mit jedem zusätzlichen Schreiben beschäftigen müssen. Das vergrößert letztlich nur den Berg an zu bewältigenden Vorgängen und verzögert Verfahren noch weiter.

  • Korrekt, du musst es auch nicht machen, aber dann lass das mit der Anzeige lieber ganz sein und finde dich mit der Geschichte ab.

    Entweder konsequent oder gar nicht.

  • Nachdem ich ein oder zwei mal selber damit in Berührung gekommen bin, bin ich vor der Arbeit der Strafverfolgungsbehörden in diesem Land nachhaltig desillusioniert.

    Geht mir auch so. Die "Streiche" sind sicherlich sehr unangenehm für die Betroffenen, aber zu meinen, dass wegen solch einer Aktion ernsthaft von Seiten der Polizei/Staatsanwaltschaft ermittelt wird, erscheint mir unrealistisch.

  • Es stellt sich halt immer die Frage, wie ernst die örtliche Polizei das nimmt... Hier im Thread scheinen die Erwartungen ja hoch zu sein, dass dort gezielt ermittelt wird. Das muss aber nicht der Fall sein.


    Es wird mit zweierlei Maß gemessen: Beleidigungen gegen Politiker führen jetzt z.T. sogar direkt schon zu Hausdurchsuchungen (als Teil der neuen Kampagne gegen Hasskriminalität). Für "Normalos" wie uns gilt dies aber nicht. Da werden die Verfahren i.d.R. eingestellt.

    Ob ein Verfahren letztendlich eingestellt wird oder nicht, ist aber nicht Sache der örtlichen Polizei! Die ist ja lediglich für die Aufnahme der Anzeige(n) verantwortlich; ob ein Verfahren eingeleitet wird, entscheidet i Endeffekt die zuständige Staatsanwaltschaft.

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Ob ein Verfahren letztendlich eingestellt wird oder nicht, ist aber nicht Sache der örtlichen Polizei! Die ist ja lediglich für die Aufnahme der Anzeige(n) verantwortlich; ob ein Verfahren eingeleitet wird, entscheidet i Endeffekt die zuständige Staatsanwaltschaft.

    Da hast du natürlich Recht. Wahrscheinlich kommt es dann erst gar nicht so weit.

  • Ich denke auch, dass die Ermittlungsbehörden überlastet sind würde ich auch so sehen. Ich würde aber nicht sagen, dass man mit zweierlei Maß misst. Es gibt sicherlich Ausnahmen aber im Grundsatz habe ich unserer örtliche Polizei immer als sehr hilfsbereit empfunden.

  • Die "Streiche" sind sicherlich sehr unangenehm für die Betroffenen, aber zu meinen, dass wegen solch einer Aktion ernsthaft von Seiten der Polizei/Staatsanwaltschaft ermittelt wird, erscheint mir unrealistisch.

    Naja, aus meiner Sicht sind weniger die Streiche ansich das Problem, sondern viel mehr das Veröffentlichen im Internet.

    Hier würde ich mir als Betroffene schon etwas Hilfe durch die Polizei o.ä. erhoffen - und sei es zumindest dabei, den Quatsch aus dem Netz zu kriegen.

  • Nach dem Hinweis auf die Marcofono App habe ich Mal gezielt auf YouTube Ausschau geha?ten.Das scheint im Moment ziemlich en vogue zu sein. Da finden sich zahlreiche Beispiele, selbst die Polizei gehört zu den Opfern. Ich fürchte da läuft die Anzeige ins Leere.

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • Dass die Polizei bei solchen Anrufen nicht außen vor bleibt, hatte ich schon vermutet.


    Ich würde mich total freuen, wenn du uns über die weiteren Schritte/den weiteren Ablauf auf dem Laufenden halten würdest, Kopierer ! Die Entscheidung bleibt aber selbstverständlich dir überlassen. Ich bin nach wie vor am Daumendrücken, dass sich etwas tun wird!

    Gruß, Laborhund

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  • Es kam jetzt, wie es kommen musste. Wer Anzeige erstattet hat, erhielt in den letzten Tagen ein Schreiben der Staatsanwaltschaft, dass das Verfahren aus Mangel an Beweisen eingestellt wird. Aus unserer Sicht wurde nicht einmal versucht zu ermitteln. Aber Tatort Internet nimmt wohl niemand ernst. YouTube sperrt sich weiterhin gegen die Löschung der Videos. Wir werden jetzt versuchen das Thema in den Klassen offen anzusprechen. Die Hoffnung ist, dass die Videos dann freiwillig entfernt werden.

  • Ich würde das nicht offen thematisieren. Wenn ich betroffen wäre, hätte ich längst einen Beratungstermin mit meinem Leibjustiziar gehabt mit dem Ziel einer Privatklage.

  • Es kam jetzt, wie es kommen musste. Wer Anzeige erstattet hat, erhielt in den letzten Tagen ein Schreiben der Staatsanwaltschaft, dass das Verfahren aus Mangel an Beweisen eingestellt wird. Aus unserer Sicht wurde nicht einmal versucht zu ermitteln. Aber Tatort Internet nimmt wohl niemand ernst. YouTube sperrt sich weiterhin gegen die Löschung der Videos. Wir werden jetzt versuchen das Thema in den Klassen offen anzusprechen. Die Hoffnung ist, dass die Videos dann freiwillig entfernt werden.

    Das überrascht mich nicht, leider. Ich habe auch schon mal Anzeigen wegen Straftaten im Internet gestellt, das hat auch niemanden interessiert. Ermittelt wurde wahrscheinlich ganze 5 Minuten. Da braucht sich die Polizei nicht über fehlendes Vertrauen wundern.

    Bildung ist die Fähigkeit, fast alles anhören zu können, ohne die Ruhe zu verlieren oder das Selbstvertrauen. (Robert Frost)

    Bildung kann einen sehr glücklich und gelassen machen. (Günther Jauch)

    Was nützt es dem Menschen, wenn er Lesen und Schreiben gelernt hat, aber das Denken anderen überlässt? (Ernst R. Hauschka)




  • Meine einzige Anzeige wurde auch nach einem halben Jahr eingestellt. In einer Nacht wurden an alle abgestellten Autos in der Straße (über 50) jeweils 2 Reifen zerstochen.


    Wir (betroffene Nachbarn, Familie und ich) hatten damals alle das Gefühl, dass wir den Täter hätten präsentieren müssen. Ermittelt wurde auch nichts.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Das stand zu befürchten, ist aber auch nicht so ungewöhnlich. Aus welchem Grund wurde eingestellt? Aus dem Bauch heraus vermute ich nach §153 StPO. Auch wenn die unerlaubte Anfertigung von Telefonmitschnitten und deren Veröffentlichung keine Kavaliersdelikte sind, ist die Schuld hier vermutlich vergleichsweise gering. Das gilt insbesondere für - wie hier anzunehmen - jugendliche Ersttäter. Der notwendige Ermittlungsaufwand steht dann schnell in keinem Verhältnis mehr zur Schwere der Schuld und zum erwartbaren Strafmaß, sodass die Kapazitäten der Staatsanwaltschaft besser in die Verfolgung schwerer Vergehen und insbesondere von Verbrechen fließt.


    Die Opfer sind dennoch nicht schutzlos. Das Verfahren ist nach Einstellung zwar (ggf. nur zunächst, sofern die Staatsanwaltschaft und nicht das Gericht eingestellt hat) strafrechtlich erledigt, dennoch lassen sich zivilrechtliche Forderungen wie Schmerzensgeld noch durchsetzen.

  • Die Opfer sind dennoch nicht schutzlos. Das Verfahren ist nach Einstellung zwar (ggf. nur zunächst, sofern die Staatsanwaltschaft und nicht das Gericht eingestellt hat) strafrechtlich erledigt, dennoch lassen sich zivilrechtliche Forderungen wie Schmerzensgeld noch durchsetzen.

    Gegen wen denn, wenn kein Täter bekannt ist?

    Bildung ist die Fähigkeit, fast alles anhören zu können, ohne die Ruhe zu verlieren oder das Selbstvertrauen. (Robert Frost)

    Bildung kann einen sehr glücklich und gelassen machen. (Günther Jauch)

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