Beiträge von k_19

    TVL Vertrag §30 Absatz 1-5.


    Wieso soll man als Arbeitnehmer befristete Verträge nicht kündigen dürfen?

    §30 Abs. 5


    (5) 1Eine ordentliche Kündigung nach Ablauf der Probezeit ist nur zulässig, wenn die Vertragsdauer mindestens zwölf Monate beträgt.


    Die Kündigung ist dann nur möglich, wenn die Probezeit noch nicht abgelaufen ist. IdR werden solche Fälle mittels Aufhebungsvertrag gelöst.

    IdR wirst du nach Annahme des Einstellungangebots von der SL kontaktiert, um alles weitere zu klären. So kenne ich es zumindest. Aus den Unterlagen sollte auch hervorgehen, wie die Stelle vergütet wird. Das sollte dir aber schon bei der Bewerbung klar sein müssen?


    Die amtsärztliche Untersuchung ist maßgeblich, wenn es um die Verbeamtung geht - vorausgesetzt du hast die Altersgrenze nicht überschritten. Von diesem wirst du idR eine Rückmeldung erhalten. Er gibt sein Gutachten an die einstellende Behörde weiter, die (fast immer) seiner Empfehlung folgt.


    Dann erfolgt die Vereidigung als Beamter mit Übergabe der Urkunde oder - wenn du tarifbeschäftigt bist - das Unterschreiben des (unbefristeten) Arbeitsvertrags.

    Die zwei Wochen sind genau vierzehn Tage. Wenn du also möglichst schnell aus dem Vertrag willst, sind es 14 Tage nach Erhalt der Kündigung. Diese bedarf der Schriftform (handschriftlich unterschrieben - sonst ist sie nicht gültig).


    An wen diese zu richten ist, würde ich die SL fragen oder bei der zuständigen Bezirksregierung anrufen. Ich würde aber wahrscheinlich der Einfachheit halber zum Monatsende kündigen - dann bleibt noch genügend Zeit für den Postweg (falls nötig) und auch mehr Zeit für die SL, sich darauf einzustellen.

    Du hattest so viele Erwartungen an den Beruf und an "Schule", was unweigerlich dazu führen muss, dass du enttäuscht wirst.


    Zudem sind längst nicht alle "geborene Lehrer" - man lernt vieles mit der Zeit, über Jahre. Einige sind schon direkt zu Beginn sehr sicher in dem, was sie tun, während andere mehr Zeit brauchen. Sich daran zu gewöhnen, dass man von Schülern nunmal als "Teil des Systems" angesehen wird, gehört natürlich auch dazu. Ich denke, dass hier z. B. das Leiten von Jugendgruppen sehr hilfreiche Erfahrungen bieten kann.


    Es erscheint mir ein deutsches Phänomen, dass der Beruf eine "Berufung" sein soll oder man besonderes "Talent" haben muss. In Deutschland ist MINT "Talent", während in anderen Ländern der Fleiß im Vordergrund steht (und zugegebenermaßen häufig auch viel Druck) mit den entsprechenden Ergebnissen. Wenn wir uns selbst die Frage stellen "Was kann ich besser machen?" anstatt von vornherein zu sagen "Das kann ich doch eh nicht"... das würde unserer Gesellschaft ganz gut tun, glaube ich. Das soll natürlich nicht heißen, dass man partout etwas anstreben soll, worin man sich selbst nicht sieht. Jedoch erscheint es mir genauso fragwürdig, über eine Tätigkeit zu urteilen, die man gar nicht kennt. Praktika, Praxissemester, Betreuung im Ganztag... all das ist nicht das "Lehrerdasein". Es ist ein Einblick in das System, vermittelt einem aber eben noch nicht, wie es ist, plötzlich als Lehrer zu arbeiten.


    Jede Schule ist anders. Jedes Lehrerkollegium ist anders. Es gibt Schulen, an denen ein Kollege äußerst unzufrieden wäre, während jemand anderes sich dort vllt. sogar wohlfühlen würde. Du kannst durch einen Einblick in eine Schule nicht wirklich über die Tätigkeit urteilen, weil der Beruf je nach Schulform, Kollegen, Schülerschaft etc. ein ganz anderer sein kann.


    Zum Thema: Schüler müssen funktionieren.

    Das müssen wir doch alle. Das klingt immer so negativ, aber wenn man nicht funktioniert... dann sitzt man halt den ganzen Tag rum und ist mit allem heillos überfordert. Ich finde den Gedanken, dass Kinder und Jugendliche sich in ein System einfügen müssen nicht so negativ, wie es häufig klingt und dargestellt wird. Man muss seine eigene Bedürfnisse ein Stück weit zurückstellen und auch auf andere Rücksicht nehmen. Genau das wollen wir doch für unsere Gesellschaft.


    Zudem bieten deutsche Schulen viele Freiheiten und sind insg. sehr nachsichtig. Das ist in anderen Ländern und Gesellschaften ganz anders. Ein Schüler muss schon großen Mist bauen, um ernsthaft Ärger zu bekommen. Ein wenig mehr Einschränkungen würde vielen Schulen eher guttun.

    Am Ende fließen die Beurteilungen der Ausbildungslehrer in das Schulleitergutachten mit ein. So gesehen kann man das pauschal nicht beurteilen. Inwiefern diese Gutachten am Ende in das Schulleitergutachten mit einfließen entscheidet die SL.


    Die SL wird aber idR (verständlicherweise) die Einschätzungen von Kollegen, die sie schätzt, entsprechend berücksichtigen.


    Man soll ja so oder so eine Vielzahl an Ausbildungslehrern haben. Wenn der Ausbildungsunterricht anderswo gut verläuft, wird sich das sicherlich auch rumsprechen. Jeder hat seine eigene Art und man fühlt sich nicht bei jedem gleich gut aufgehoben. Das ist normal und lässt sich nicht verhindern. Wirklich problematisch wird es erst bei kleinen Schulen, bei denen du weniger Auswahl hast.


    Letztendlich versuche das, was du als konstruktiv ansiehst, zu nutzen und setze einen Haken dran.

    Ist ja auch interessant, dass von Storch höchst persönlich Anzeige erstattet. Das kann nicht die Mutter oder die Jugendliche selbst, wenn sie sich zu Unrecht befragt fühlt, sondern da müssen alle Hebel in Bewegung gesetzt werden.

    Der Vorfall passt für die AfD in ihr Narrativ, dass sie ihrer Ansicht nach zu Unrecht verunglimpft wird. Sie können damit von den völkisch-nationalen Strömungen in ihrer Partei ablenken.


    Ich glaube, dass wir bei Schülern viel erreichen können, wenn wir aktiv über diese Themen und über die gezielte Einflussnahme in den sozialen Medien sprechen. Die Polizei hätte z. B. für eine Infoveranstaltung in die Schule kommen können.

    Das muss explizit nicht auf nikoo zutreffen. Aber die allgemein immer wieder zu lesende Sorge, dass man Lehramtsanwärter*innen keine Kritik oder Verbesserungsvorschläge zumuten könne, weil diese sonst daran zerbrächen, leuchtet mir nicht ein. Übrigens gerade in einem Beruf, der darin mündet, permanent andere zu bewerten.

    Kritik ist natürlich wichtig und sinnvoll. Dafür ist das Ref ja da. Es gibt aber nunmal Anzeichen, dass hier überzogene Kritik vorliegt.


    Ein Schüler spricht den Namen falsch aus und der Referendar ist schuld? Ich gehe an dieser Stelle nunmal davon aus, dass es sich so zugetragen hat. Allein diese Aussage legt nahe, dass man hier das Haar in der Suppe sucht.


    Du deutest meinen Beitrag offensichtlich falsch.

    Eine Gefährderansprache durch die Polizei für das, was dort im Artikel geschildert wurde? Das hätte man ja wohl anders angehen müssen.


    Die Aussagen sind durch die Meinungsfreiheit gedeckt und wurden nicht in der Schule geäußert. Sie scheinen, der Schilderung nach, auch keine Straftaten zu sein.


    Ein normales Gespräch mit den Klassenlehrern, Einbindung von Sozialpädagogen, Aufgreifen der Thematik im Unterricht wäre um einiges sinnvoller gewesen. Was bleibt denn jetzt bitte so bei der Schülerin hängen?


    Stattdessen wird das Mädchen von Schulleitung und Polizei "zum Gespräch gebeten".

    Mir scheint, du unterstellst mir anhand einer Beschreibung dessen, was ich- genau wie andere- selbst um Ref erlebt habe, wie ich persönlich Feedback geben würde. Falls dem so wäre, muss ich das als unzutreffend zurückweisen.

    Es ist nicht als persönliche Kritik gedacht. Jedoch finde ich die Begründung, wieso man sich im Ref auf das konzentriert, was alles falsch läuft, als problematisch.


    Die Äußerung, dass es um "maximale Entwicklungssprünge" geht, erscheint mir eine Rechtfertigung zu sein, um Referendare mit Kritik zu überhäufen... das ist nur selten wirklich im Sinne des Referendars und einfach überholt.


    Ich möchte eben nicht, dass durch die ständige Wiederholung solcher Konzepte/Ideen am Ende alle glauben, dass es auch wirklich stimmt. Es ist nie eine gute Idee jemanden im Detail zu schildern, was er alles falsch macht. Egal, wie "freundlich" es verpackt wird.


    Dazu kommt es durch zu detaillierte Kritik häufig auch zu unangebrachter, persönlicher Kritik.

    Es wurde kritisiert, dass die Plakate nicht optimal waren. Zwei Gruppen hatten eine zu kleine Schrift auf ihren Plakaten verwendet. Außerdem wurde angemerkt, dass die Besprechungssituation im Unterricht besser gestaltet werden könnte. Ich hätte einen Stuhlkreis organisieren sollen, um die Präsentationsphase zu verbessern.

    Und hättest du einen Stuhlkreis organisiert, wäre eben dieser kritisiert worden. Wenn es keine fixen, objektiven Kriterien gibt, was von einem erwartet wird und nach denen man bewertet wird, ist genau diese Form von Rückmeldung das Ergebnis. Die Fixierung auf Methoden ist ebenfalls eine spannende Eigenart des Refs.


    Lass dich nicht unterkriegen. Schwierig ist es, die berechtigte Kritik von der unberechtigten zu trennen. Ein weiterer Grund, wieso das Ref in seiner jetzigen Form reformiert gehört. Die überzogene Kritik - insbedondere die Kritik von Details - verunsichert die Leute. Das Gegenteil, was man eigtl. von Lehrern will. Sie sollen sich selbst reflektieren, zugleich aber mit zunehmender Erfahrung an Selbstsicherheit gewinnen. Letzteres wird häufig vollkommen außer Acht gelassen.

    Die Kritikpunkte nehmen immer viel mehr Raum ein, während das, was positiv war nur ganz kurz abgefrühstückt wird, weil man die kurze Zeit des Refs für maximale Entwicklungssprünge nutzen möchte. Deshalb werden auch immer so viele Details angesprochen, die noch nicht perfekt waren. Danach ist jeder erst einmal platt, weil einen das sprichwörtlich überfährt.

    Diese Vorgehensweise ist und bleibt eine Katastrophe. Ich werde auch niemals auf diese Art und Weise Feedback geben - egal, in welcher Rolle ich mich befinde.


    Wir müssen die katastrophale Feedbackkultur im Referendariat und das häufige, bedenkliche Ausnutzen des hierarchischen Gefälles nicht schönreden. Es gibt klare Vorgaben, wie Feedback erfolgen sollte. Dass die Beteiligten im Referendariat sich diesem versuchen zu entziehen, indem abstruse Theorien zu Entwicklungssprüngen formuliert werden, spricht nicht für das Ausbildungssystem von Lehrern.

    Wieso hat die Freigabe von Cannabis in den Niederlanden nicht funktioniert?

    Dort gilt die liberale Drogenpolitik genau so als gescheitert, wie bei uns das Verbot.

    Dort wird Cannabis auch nur toleriert und ist nicht legal. Die Coffeeshops müssen mit großen Mengen an Cannabis beliefert werden ... was weiterhin verboten ist. Die Niederlande sind ein schlechtes Beispiel für eine Cannabis-"Legalisierung".


    Die deutsche Lösung ist ebenfalls keine gute. Personen können mit 25g Cannabis herumlaufen und drei Pflanzen anbauen. Aber was ist, wenn diese sehr große Mengen an Cannabis abwirft? Wohin soll das Zeug? Gibt es hierfür eine andere Höchstgrenze, wenn "geerntet" wird und das Ganze nicht mehr "Teil der Pflanze" ist?


    Die Weitergabe von Cannabis ist verboten. Der Überschuss kann also nicht legal verschenkt/weitergegeben werden. Als ob es hier nicht wieder zu zahlreichen Straftaten kommt... Als ob jemand mit einer "großen Ernte" nicht das Zeug an seine cannabis-affinen Kumpels weitergibt?!


    Wenn jemand einer anderen Person einen Joint reicht... Straftat. Wenn die Polizei Herrn Müller anhält und nachfragt, woher er seine 20g Gras hat und er auf Herrn Meier verweist... der hat ja so viel angebaut gehabt. Handel und Erwerb. Straftat. Hält er den Mund, folgt gar keine Konsequenz und die Polizei lässt von ihm ab.


    Das Gesetz basiert darauf, dass die Polizei nicht so genau hinschaut. Deshalb ist es aus meiner Sicht ein schlechtes Gesetz. Muss die Polizei, wenn sie jdn. anhält und mit Cannabis erwischt, dieses stets wiegen, auch wenn direkt ersichtlich ist, dass es u25g ist? Wenn sie es abwiegen und es ist weniger... müssen sie dazu einen Bericht schreiben?


    Wenn sie einen Autofahrer anhalten und dieser hat Gras bei sich ... reicht das für eine Blutabnahme?


    Die Cannabis Social Clubs, die kommen sollen, finde ich ebenfalls absurd. Da soll ohne Profit Gras angebaut und verkauft werden. Welche Preise sind in Ordnung? Wie viel darf auf dem "Cannabiskonto" des Clubs rumliegen? Ab wann kann ihnen eine Absicht zum Profit unterstellt werden? Kriegen diese überhaupt ein Konto von den Banken oder bunkern die am Ende massig Bargeld und werden ausgeraubt? Wobei es hier eh zu zahlreichen Einbrüchen kommen wird. Wegen der Drogen und weil sich die Anhäufung von Bargeld eh nicht verhindern lässt. Ich glaube nicht, dass die meisten Clubmitglieder ihr Cannabis mit der VISA-Karte bezahlen.


    Wie speichern sie die Daten? Was ist, wenn jemand mit einem bestimmten Beruf Teil des "Social Clubs" ist? Darf ein Richter in einem Cannabis Social Club agieren?


    Und dann die Situation mit den Schulen... Es wird spannend werden, wie die Polizei hier handeln wird, wenn in der Nähe der Schule gekifft wird.


    Das einzig Gute: Personen, die mind. 21 Jahre alt sind, und an Minderjährige Drogen inkl. Cannabis verkaufen, erhalten nun 2 Jahre Mindeststrafe und nicht ein Jahr Mindeststrafe. Wobei es auch hier wieder gewöhnungsbedürftig ist, dass am Ende ein 21-Jähriger, der einem 17-Jährigen 5g Gras verkauft, härter bestraft wird, als wenn er jdn. besoffen totgefahren hätte.

    Zitat

    Sarah sendete die Audiodatei, damit ihre Mutter mit Emilys Mutter Kontakt aufnehmen und um Rat bitten konnte. Emilys Mutter rief auf dem Handy der Tochter zurück, Sarah nahm ab. Emily sei zu diesem Zeitpunkt nicht in der Lage gewesen, zu sprechen, sagt das Mädchen. Weitere Schüler hätten sich im Zimmer befunden, darunter ein Junge, dessen Großvater ebenfalls Diabetiker ist.

    Auf Bitte von Emilys Mutter sollte der Mitschüler Emilys Blutzuckerwert messen. Als er damit begonnen habe, sei die Klassenlehrerin im Zimmer erschienen, habe das Handy konfisziert, das Gespräch unterbrochen und sämtliche Schüler aus dem Zimmer geschickt. So erzählen es die Jugendlichen. Kurz darauf alarmierte die Lehrerin den Rettungsdienst. Emily erlitt im Anschluss einen ersten Herzinfarkt. [...]


    Die Freundinnen schickten das Foto ihren Eltern, um über die Notlage Emilys zu informieren und Beistand zu bekommen, sagt Voßmeyer. Mit dem Rauswurf der Schulkameraden aus dem Herbergszimmer habe die Lehrerin auch die Hilfeleistung des Jungen, der Emilys Blutzuckerwert messen wollte, unterbunden. "Das war ein vergeblicher Rettungsversuch, ich sehe einen Zusammenhang zu dem erlittenen Herzinfarkt."


    https://www.spiegel.de/panoram…assenfahrt-a-1301746.html

    Das große Problem an diesem Fall ist, dass viele zentrale Informationen in zahlreichen Online-Artikeln gar nicht erwähnt werden. Es hätte niemals soweit kommen dürfen und ja - die Lehrerinnen haben hier eine klare Mitschuld.

    Ja eben, das war aber, so weit ich es gelesen habe, nicht Teil des Urteils. Die Lehrerinnen kannten das Kind nicht mal, da dort mehrere Schulstufen mitfuhren. Begleitungen anzuordnen liegt aber in der Verantwortung der Schulleitung.

    Die Lehrerinnen haben zugegeben, dass keine schriftl. Abfrage erfolgte. Da es hier ums Strafrecht geht, hat sich das Gericht eben auf den Umstand konzentriert, der zweifelsfrei nachweisbar war. Das heißt nicht, dass das andere Verhalten der Lehrerinnen keine Relevanz hat.


    Zitat

    Natürlich sollte man kein krankes Kind in der Herberge zurücklassen, das bestreitet hier auch niemand. Es wurde aber verurteilt, dass keine Vorabfrage vorlag. Ich habe bislang in den VwV unseres Bundeslandes keine solche Pflicht finden können. Und auch wenn viele das bisher immer gemacht haben, vermute ich sehr stark, dass das nicht jeder macht, bzw. nicht von allen Teilnehmenden auswendig auf dem Schirm hat, ob er eine Nussallergie hat o.ä. Problematisch wird es doch erst, wenn was passiert.

    Wenn die Eltern Krankheiten nicht angeben - aus welchen Gründen auch immer - hast du als Lehrkraft trotzdem deine Pflicht erfüllt.


    Viele Pflichten, die wir haben, sind nicht explizit niedergeschrieben, sondern ergeben sich aus abstrakten Konzepten.


    Zitat

    Ich hoffe natürlich, dass ich immer vernünftig handele, aber ich würde es nicht beschwören. Und mir macht es ehrlich gesagt schon Angst, dass man am Ende eben doch persönlich verantwortlich gemacht wird für Entscheidungen, die man getroffen hat, die man ja immer aus Überlegungen heraus trifft. Die Lehrerinnen waren nicht betrunken oder so was, sie werden gedacht haben, dass es reicht, wenn sich ein Kind nicht gut fühlt, dass es mit einer Freundin im Zimmer bleibt und man nach dem Ausflug noch mal nachsieht. Und das wurde eben auch nicht von den Richtern beurteilt, sondern die formale Vorabfrage und die hätte, wenn Pflicht, an der Schule schon als Formular vorliegen können.

    So ganz bin ich noch nicht durch mit dem Verständnis des Urteils.

    Laut Zeugin wurde den Lehrern gesagt, dass Emily "immer wieder wegsackt". DIe Lehrer haben laut Zeugenaussage erwidert, dass die Schüler auf sie aufpassen sollen.

    Eine der angeklagten Lehrerinnen musste mit einem Jungen zum Arzt und hat laut Zeugenaussage den anderen Schülern gesagt, dass sie mit keinem mehr ins Krankenhaus fahren wird.

    Ich meinte eigentlich nicht "richtig" oder "falsch", ich habe mich nur im ersten Moment gefragt, ob es der Familie nun in irgendein einer Weise besser geht, mit Geld kann man ja leider nichts aufwiegen. Aber wahrscheinlich geht es darum auch nicht.

    Gerechtigkeit ist das Einzige, was man im Nachhinein noch "erreichen" kann. Ich glaube auch, dass es darum geht, ein klares Signal zu senden.


    Die wenigen Lehrer, die bis jetzt immer noch nicht schriftlich nach Vorerkrankungen/Medikamenteneinnahme gefragt haben, werden das nach einem solchen Urteil nun hoffentlich tun. Ich kann mir auch vorstellen, dass das Thema an so einigen Schulen noch einmal angesprochen wird.

    Bei mir wurde bisher jeder einzelne Cent erstattet und Pauschalen nach Landesreisekostengesetz ausgezahlt. Die Rechtsprechung ist klar. Wer klagt, der gewinnt. Das Problem für mich ist eher, dass ich lange auf das Geld warten muss.


    Ich sehe das Problem nicht nur darin, dass Vorerkrankungen nicht vorher schriftlich abgefragt wurden, sondern insbesondere auch in dem Verhalten der Lehrerinnen vor Ort. Man muss immer sicherstellen auf einer Klassenfahrt, dass man jeden Jugendlichen jeden Tag sieht. Selbst, wenn andere Jugendliche gesagt hätten, dass es ihr gut ginge, hätte man nachschauen müssen.


    Es geht nicht darum, dass für jedes Problem und jede gesundheitliche Krise am Ende der Lehrer verantwortlich gemacht wird, sondern darum, dass Lehrer die mitfahrenden Kinder/Jugendlichen "im Blick" haben - soweit dies eben möglich ist.

    Ich halte das Urteil für richtig. Wenn man sich ein wenig in den Fall einliest und auch einzelne Zeugenaussagen von Mitschülerinnen betrachtet, muss man zu dem Schluss kommen, dass die Lehrerinnen hier eine Teilschuld an dem Vorfall haben.


    Ich finde so einige Kommentare auf verschiedenen Portalen einfach nur erschreckend - u.a. auch von Lehrern. Die Eltern wurden nicht angeklagt. Es gab keine Hinweise auf strafbares Verhalten der Eltern. Hinzu kommt, dass mögliches Fehlverhalten der Eltern keine Rechtfertigung für Fehlverhalten der Lehrerinenn wäre.


    Der Vater hat bis zum Schluss gekämpft und ich finde das auch richtig so. Fehler in einem solchen Ausmaß können sich Lehrer nicht erlauben. Wenn nun einige Lehrer schlussfolgern, dass sie "so nie mehr auf Klassenfahrt fahren werden" - sei's drum. Dann ist das vllt. auch besser so.

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