Beiträge von k_19

    Die Bildungswissenschaften waren bei mir eine Katastrophe. Ich habe das Wichtigste im Referendariat gelernt oder mir selbst angelesen. Bei mir war alles vollkommen praxisfern. Da hätte ich mir Kurse gewünscht, die von unterrichtenden Lehrern geleitet werden. Vielleicht hat sich das aber mittlerweile geändert oder es lag an meiner Uni.

    Okay, ohne Sek2 ist die Korrekturbelastung geringer. Zu Beginn habe ich lieber in der Oberstufe unterrichtet, mittlerweile bin ich froh, wenn ich dort nur ein oder zwei Kurse habe wg. der Korrekturen. In der Sek1 geht vieles zügiger und auch unkomplizierter. Bei schwierigen Schülern kann das aber auch manchmal nervig werden, wenn man in einem Jahrgang nur einen Kurs hat. Unterricht als Klassenlehrer finde ich meist ganz angenehm und bin auch froh, wenn ich dort viele Stunden habe.

    Du kannst doch auch "GymGe" studieren und an einer Gesamtschule arbeiten. Es gibt in NRW auch Stellen als Studienrat an Sekundarschulen (in beiden Fällen also A13 mit Zulage).

    NRW ist da insg. deutlich flexibler im Vergleich zu anderen Bundesländern. Hier kann jeder alles... Gymnasiallehrer können an die Grundschulen, an die Hauptschule oder auch an die Förderschule. Hier ist einfach absolut alles möglich. Ob das nun immer gut ist, ist eine andere Frage. In einigen Bundesländern wird's aber auch übertrieben mit irgendwelchen jahrelangen Zusatzkursen, um an einer anderen Schulform unterrichten zu dürfen.

    Du kannst auch während des Studiums ggf. noch auf die Sek1 (HRG) wechseln. Selbst das ginge.

    Die Fächerkombi macht's nicht ganz einfach. Es gibt aber auch ausgeschriebene Stellen mit der Verpflichtung, einen Zertifikatskurs zu belegen (zum Beispiel Informatik). Evtl. ist auch noch ein Drittfach im Studium eine Option. In NRW geht man grdsl. nur mit zwei Fächern in das Referendariat, hat dann aber ebenfalls die Fakultas für das Drittfach, das man studiert hat.

    Es gibt auch Stellen mit "DaZ"-Verpflichtung in den ersten Jahren. Hier kann man Kurse ablegen und unterrichtet Deutsch als Zweitsprache, bsw. für die Hälfte der Zeit.

    Ich sehe jetzt nicht wirklich den Vorteil des Sek1-Studiums, um ehrlich zu sein - insbesondere, weil in NRW die Studiengänge mittlerweile auch alle gleich lang sind. In einigen Fächern an den Unis wechseln Studenten von GymGe auf HRG, weil sie im GymGe-Zweig kurz vorm Scheitern sind (in Mathe/NaWi am ehesten). Ich weiß nicht, ob nun in Geschichte/Politik die Anforderungen so große Unterschiede aufweisen.

    Wenn du in Pension bist, erhältst du 70% anstatt 50% Beihilfe. Du musst ab dann also nur noch 30% selber zahlen.

    Ggf. entstehen zusätzl. Kosten, wenn die Kinder in die PKV müssen. Jedoch ist die Beihilfe recht hoch mit 80%. Es gibt aber eben nicht das Konzept der Familienversicherung. Jedes Mitglied kostet.

    In Bayern gibt es keine pauschale Beihilfe. Du musst den vollen Betrag der GKV zahlen. Im Referendariat wäre das noch eine Option, als Beamter auf Probe und später auf Lebenszeit allerdings nicht wirklich... Das geht dann ganz schön ins Geld. Im Referendariat zahlst du idR. einen vergünstigten Beitrag für die PKV.

    "uneingeschränkt weiter empfehlen": Das hängt vom Versicherer und den Vertragsbedingungen ab. Das kann man pauschal gar nicht beantworten. Die gesetzl. Krankenkasse wird aber mit der Zeit auch nicht billiger und hat massive Finanzierungsprobleme. Das Einreichen von Rechnungen geht durch die Apps schnell und einfach und wirkliche Probleme mit der PKV hatte ich bisher noch nicht. Wenn man vergleichsweise gesund ist, gibt's aber auch weniger Streitpunkte. Chronisch Kranke werden je nach Versicherer von mehr Problemen berichten. Teure Zahnarztbehandlungen führen auch häufiger mal zu Meinungsverschiedenheiten mit dem Versicherer.

    Die Beihilfe kann z.T. sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Bei (sehr) hohen Rechnungen zahlen diese aber auf Antrag einen Vorschuss. Das ist aber lokal sehr unterschiedlich. Hier in NRW beispielsweise ist die Beihilfe regional "aufgeteilt". Bei den einen dauert's 2 Wochen, bei den anderen 2 Monate, obwohl beide Beamte des Landes NRW sind.

    Wenn du im Ref bist, kommst du während der Zeit nicht wieder in die GKV. Wirst du im Anschluss des Refs erst angestellt, landest du wieder in der GKV. Wenn du direkt Beamter auf Probe wirst, bleibst du in der PKV. Arbeitslosigkeit nach dem Ref führt nicht zur Mitgliedschaft in der GKV, selbst bei Bürgergeldbezug (außer bei ALG1, aber man zahlt als Referendar nicht in die Arbeitslosenversicherung ein und hat keinen Anspruch auf ALG1).

    Für dich noch als Abschluss. Meine Antworten in kursiv.

    Nein, dafür kannst du nicht.

    Meine Argumentation war wie folgt: Dogmatische Positionen, und die hier präsentierte Alternativlosigkeit, führen nunmal auch zu Nachfragen. Meine Position war, dass diese Nachfragen gerechtfertigt sind und dies mit gesellschaftlichen Entwicklungen verdeutlicht habe.

    Ich habe nicht behauptet, dass du extrem bist, sondern stattdessen ausgesagt, dass Nachfragen berechtigt sind und ich Verweise zu einer örtlichen Moschee hierauf nunmal nicht die passende Antwort zu sein scheint, da es sich um eine individuelle Frage handelt.

    Es ist eher eine Verständnisfrage, insbesondere, weil eben viele Muslime am Freitag in westl. Ländern arbeiten gehen.


    Dann wird plötzlich hier so getan, als ob ich Rechtsextremismus verharmlose oder den Vorwurf erhebe, dass hier irgendjemand Islamist ist.

    Man muss auch schon lesen und mich nicht am Ende noch falsch zitieren.


    Wenn Leute dir Extremismus vorgeworfen haben, richte dich doch bitte an die. Aber wie hier Diskussionen direkt entgleiten und alles auf eine persönliche Ebene gebracht wird, weil man selbst davon überzeugt ist, in allem Recht zu haben und andere Positionen nicht zuzulassen, ist schon fraglich - und man sieht's nicht das erste Mal hier im Forum.


    Da klinke ich mich an der Stelle nun auch aus. Dafür ist mir meine Zeit zu schade.

    Dann fielen hier Unterstellungen, TE stünde nicht auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung und dass er doch bitte offenlegen solle, wie er zu A, B, C, D steht und sorry, aber das waren ganz eindeutig Vorurteile, die sich aus dem islamistischen Extremismus ableiten lassen (Trennung zwischen Gläubigen und Ungläubigen, Wertunterschiede zwischen Frauen und Männern, ...). Ich möchte den islamistischen Extremismus nicht kleinreden. Ich wäre der erste, der in Saudi-Arabien enthauptet würde, im Iran am Baukran endet und vom IS vom Dach geworfen wird, weil ich schwul bin. Ich bin vom größten Teil meiner Familie verstoßen worden. Das schmerzt schon sehr. Und trotzdem bin ich auch immer wieder antimuslimischen Angriffen auseinandergesetzt: ich gendere nicht, weil ich natürlich Frauen verachte, ich gebe den muslimischen Schülern zu gute Noten, weil ich die anderen verachte, zum Kollegiumsausflug lädt man mich nicht ein, weil da Alkohol konsumiert wird (hallo, schon mal von Rakı gehört?).

    Und ja, wenn mir sowas auffällt, dann benenne ich es als das, was es ist. Rassismus. Und ich bestimmt nicht bekannt dafür, die Messlatte dafür sehr niedrig gelegt zu haben, jedenfalls nicht in diesem Forum.

    Bitte die Behauptungen an die passenden Personen richten. Ich habe diesen Vorwurf eben nicht erhoben, werde aber damit von dir zitiert.

    Ich finde es unpassend, immer wieder einen Aspekt so herauszuheben und so zu tun, als ob das rechtfertigen würde, jetzt alle Muslime genau unter die Lupe nehmen zu müssen, da das ja alle Extreme sind. Es gibt nun mal mehr Rechtsextremistische Straftaten in Deutschland als islamistische Extreme.

    Das ist deine persönliche Auslegung meiner Worte. Das habe ich nie gesagt. Dogmatische Sichtweisen führen aber nunmal vermehrt zu Nachfragen. Darauf habe ich mich bezogen. Der sofortige Verweis auf andere extreme Bewegungen ist eine Ablenkung und das stört mich.

    Ich denke nicht, dass du verfassungsfeindlich bist.

    Zu der Auslegung: Du bist hier ja eine naheliegende Quelle. Mir geht es nicht darum, "die eine Auslegung" von dir zu erfahren, sondern eher zu verstehen.

    Ich will dich auch gar nicht angreifen. Du fühlst dich offensichtlich angegriffen. Mein Ziel ist es nicht, dass die Diskussion hier entgleitet.

    Ich distanziere mich absolut von jeglichen Vorfahren, die in der Vergangenheit in der NS-Zeit Verwerfliches getan haben.

    Ich finde es so wichtig, dass Muslime auch offen problematisches Verhalten ansprechen, dass religiös begründet wird! Wieso denn auch nicht? Gerade das kann auch zu einer Art Korrektur führen. Du kannst dort auch im positiven Sinne dazu beitragen.

    Zum eigentlichen Thema:
    Wenn es ein absolutes No-Go ist und gar keine Komprommisbereitschaft besteht, ist der Lehrerberuf wohl der falsche. Das soll nicht heißen, dass die Sichtweise an sich "extrem" ist, aber zumindest nicht kompatibel mit unserer Vorstellung des Lehrerberufs und den damit einhergehenden Verpflichtungen.

    Wir müssen beides bekämpfen. Jedoch empfinde ich deine Aussagen als verharmlosend, wenn man sich die islamistischen Terroranschläge in Deutschland vor Augen führt.

    Du magst ja gerne von einem "viel größeren Problem" sprechen. Wenn ich die Anzahl der Getöteten in den letzten Jahren durch islamistische Terroranschläge betrachte und auch die Besetzungen von Universitäten in Berlin und das wilde Rumgesprühe von Hamas-Dreiecken an Hauswänden finde ich deine Aussage in der Art und Weise zumindest unpassend, weil du die Diskussion damit direkt in eine andere Richtung lenkst...

    Es haben sich mitterweile selbst einige muslimischen Länder (Saudi-Arabien, VAE, ...) angepasst. Bei denen ist nicht mehr Freitags frei, sondern ebenfalls Sonntags, obwohl der Sonntag für die Muslimen ja eigentlich ein ganz normaler Arbeitstag ist (bzw. jetzt nur noch "war").

    Genau das verwirrt mich in dieser Diskussion: der fehlende Pragmatismus. Ich kann verstehen, dass man an seinen Abläufen festhalten möchte, soweit dies möglich ist. Aber dies als absolutes Ausschlusskriterium zu sehen, finde ich widersprüchlich und ich habe hier einfach Zweifel, dass diese Auslegung so gängig und weitverbreitet ist, wie es hier z. T. dargestellt wird.

    Ich sehe an vielen Stellen deutlich mehr Pragmatismus (siehe: Fasten im Ramadan) und wundere mich über diesen, ja, ich nenne es mal Absolutismus, in diesem Thread.

    Gerade die fehlende Bereitschaft, sich auf Alternativen einzulassen und jegliche Fragen zu beantworten mit "fragt bei eurer örtlichen Moschee nach" zeigt, dass es bzgl. des Gebets keine Kompromissbereitschaft gibt.

    OP sieht es für sich als zwingend an und dass darauf einige Nachfragen kommen zu den persönlichen Ansichten finde ich doch mehr als berechtigt. Das heißt natürlich nicht, dass OP in irgendeiner Art und Weise extrem ist. Aber man kann sich dann nunmal auch nicht darüber echauffieren, dass es zu Nachfragen kommt, wenn es für viele andere Muslime eben doch möglich ist.

    Es ist eine Tatsache, dass wir in Deutschland stellenweise Probleme mit Extremismus haben und dass man in einem Lehrerforum zumindest mal nachfragt, wenn jmd. trotz möglicher, legitimer Alternativen der Meinung ist, dass Moslems am Freitag während der Gebetszeit nie arbeiten dürfen, finde ich nachvollziehbar. Das scheint mir hier einfach verkürzt. Der Lehrerberuf ist ein sehr wichtiger, bedeutsamer Beruf.

    Kinder und Schwangere müssen im Islam während des Ramadans auch nicht fasten. Wir sehen aber immer häufiger, dass solche Ausnahmen in der alltäglichen Praxis keine Beachtung finden. Kinder fasten fast alle mit und wenn ihnen dann schwindelig wird und es ihnen schlecht geht, kann man ihnen ja noch nichtmal ein Glas Wasser reichen. Also bleibt ja nur abholen lassen...

    Wir haben in Berlin gezielte Anfeindungen gegen einen homosexuellen Lehrer gesehen und zuletzt gab es auch Beschwerden aus Hamburg. Dort wurden bsw. Kinder angepöbelt, wenn sie ein Brötchen mit Schinken zur Schule brachten ("Schweinefresser").

    Ich erwarte, dass man zumindest Stellung bezieht und nicht einfach nur "auf die örtliche Moschee verweist". Es geht nicht um örtliche Moscheen; es geht um das Individuum. Es geht nicht darum, ob ein Lehrer muslimischen Glaubens ist. Es geht darum, wie er diesen Glauben und seine Kultur auslebt. Allein das ist doch relevant.

    Mittlerweile sehen wir aber bundesweit ein Umdenken beim Thema Handynutzung. Es geht ja nicht nur um Ablenkung. Es geht auch um Cybermobbing und verbotene Aufnahmen, auch in den Toiletten, die die Schulen kaum unterbinden können.

    Die Abgabe von Handys zu Beginn des Schultages wäre eine von vielen Lösungen. Ja, vllt. hat jmd. ein Zweitgerät. Aber irgendwo muss man ja ansetzen.

    Die Handys stellen ein Sicherheitsrisiko dar und sind nur eine massive Ablenkung vom Unterricht.

    Medienkompetenzen zu vermitteln verändert leider erfahrungsgemäß nicht oder nur kaum das Nutzungsverhalten der Schüler.

    Es reicht völlig, wenn Schulen Computerräume und Leihgeräte (Tablets) haben. Damit kann man doch schon alles Mögliche machen, z.B. Recherche betreiben. Dafür brauchen wir keine Handys.

    Zum Thema Inklusion: Es kommt drauf an, wie sie umgesetzt wird. Ein extra Stuhl im Klassenraum ist keine Inklusion. Ich wende mich nicht grdsl. gegen jede Form der Inklusion. Jedoch müssen die Belange der Gruppe Vorrang haben. Wenn ein Kind den Unterricht zum Erliegen bringt, muss es vorerst anders betreut oder beschult werden, zumindest solange, bis es sein Verhalten so anpasst, dass es sich zumindest weitestgehend sozialveträglich verhält.

    Es ist mal wieder erschreckend zu sehen, dass Vorgesetzte, die sich auf den Schlips getreten fühlen, durch "Beratungsgespräche" fähige Leute unter Druck setzen und diese "Rechenschaft ablegen" müssen, weil sie unliebsame Dinge öffentlich äußern.

    Diese verkrusteten Strukturen und die ausbleibende Fähigkeit mit Problemen offen umzugehen schaden dem Bildungsstandort Deutschland erheblich. Würden die "Mächtigen" ihr Ego zurückfahren und auch Lösungen anderer Bundesländer in Betracht ziehen und umsetzen, wenn sie sich bewährt haben, wären wir schon deutlich weiter.

    Die verpflichtende Vorschule und verpflichtende Testung und Diagnostik wie in Hamburg finde ich hervorragend. Wieso wird so etwas nicht bundesweit umgesetzt? In der Doku schreckte der Ministerpräsident in Rheinland-Pfalz ja vor einem verpflichtenden Vorschuljahr für Kinder mit Förderbedarf zurück. Man habe eine Lösung gefunden, die für RLP die beste sei. Genau davon müssen wir weg.

    Hamburg macht es richtig? Übernehmen! Und das gilt für alle Bundesländer. Wieso kann man nicht mal akzeptieren, dass ein Bundesland - in diesem Fall Hamburg - den richtigen Weg eingeschlagen hat und sich daran orientieren?!

    Wo ein Wille, da ein Weg. Einzelne Besonderheiten können bei der Umsetzung in anderen Bundesländern ja beachtet werden. Aber Freiwilligkeit ist an der Stelle nicht der richtige Weg. Ein gewisses Maß an Zwang ist nötig, auch um die Kinder manchmal vor den Fehlern ihrer Eltern zu schützen.

    Wir haben so große Probleme im Bereich Bildung. Es sind harte Einschnitte und Reformen nötig. Pflicht statt Freiwilligkeit und ausreichend Geld für die frühkindliche Bildung ist der Weg, den wir einschlagen müssen. Handyverbote, die auch durchgesetzt werden, sind alternativlos an Schulen der Sekundarstufe I. Die Gruppe muss Vorrang vor dem Individuum haben und das Ermöglichen von Unterricht Vorrang haben vor der Beschulung von "Systemsprengern" in Regelklassen.

    Die Politik ist viel zu ängstlich. Sie traut sich einfach nicht.

Werbung