Beiträge von Moebius

    Kann man alles leicht online finden:

    https://oeffentlicher-dienst.info


    In NRW ist das niedrigste mögliche Netto für eine alleinstehende, kinderlose Lehrkraft an einer Grundschule etwas über 3100 €, bei 2 Kindern, verheiratet sind es 3370 € (A12, Eingangsstufe, Steuerklasse 1). Weniger geht (in Vollzeit) nur, wenn man die entsprechenden Steuerklassen mit dem Partner wählt um netto insgesamt mehr raus zu bekommen, das hat dann aber mit den Lehrerbezügen nichts zu tun sondern man verschiebt einfach Einkommen von sich zum Ehemann.

    Eine höhere Besoldung würde diesen KuK auch nicht schaden. Ich weiß nicht was daran so schlimm ist die gleiche Bezahlung wie KuK vor 30 Jahren zu verlangen. Natürlich ist das für den Dienstherren super, wenn er seinen Bediensteten alle zwei Jahre 2-3% mehr gibt und im gleichen Zeitraum die Inflation 4-5% verschlungen hat. Damit erhöht er immer die Bezüge, aber in Wahrheit spart er mit jedem Jahr immer mehr Finanzmittel ein.

    https://de.statista.com/statis…in-deutschland-seit-1948/


    In den letzten 30 Jahren gab es 2 von 30 Jahren, in denen die Inflation in der von dir genannten Größe lag, im Durchschnitt über diesen Zeitraum lag sie bei 1,5 %. Die durchschnittliche Erhöhung der Löhne in diesem Zeitraum lag bei 2,5% pro Jahr, die durchschnittliche Bezügeerhöhung bei Beamten lag zB in Niedersachsen über die letzten 15 Jahre bei ca. 2,2%, ältere Daten habe ich adhoc nicht.

    Es ist richtig, dass die Beamtenbesoldung langfristig etwas schwächer gestiegen ist, als die durchschnittlichen Gehälter der Gesamtbevölkerung. Die "gleiche Bezahlung wie vor 30 Jahren" zu fordern wäre entspräche dem aktuellen Stand eine Bezügekürzung von etwa 15-20%.

    Ich glaube darüber zu urteilen steht dir nicht zu. Die finanzielle Belastung kann sehr schnell, sehr groß werden.


    Nein ist es bei mir nicht und es wird auch nicht dazu nur weil du es behauptest.

    Ich "urteile" nicht subjektiv, ich äußere mich zu einer objektiven Tatsache, die jeder nachprüfen kann. Ich bin seit Beginn meiner Tätigkeit im Personalrat, ich bin Mitglied im Verband und setze mich wo ich kann für bessere Arbeitsbedingungen ein. Da liegt vieles im Argen, die Besoldung ist aber nicht das Kernproblem. Die ist nicht hoch im Vergleich zu anderen Tätigkeiten mit vergleichbaren Ausbildungsanforderungen aber sicher nicht so niedrig, dass Lehrer Zweitjobs haben müssen, um finanziell über die Runden zu kommen. Es mag individuelle Gründe geben, warum einzelne trotzdem finanziell an der Kante sind, das hat dann aber nichts mit dem Beruf zu tun, sondern mit individuellen Schicksalsschlägen (oder Fehlentscheidungen).

    Wer öffentlich so tut, als müssten Lehrer Zweitjobs annehmen um sich mal einen Urlaub leisten zu können, erreicht damit nur, dass er dem Ansehen unsers Berufsstandes schadet.


    Das Kernproblem unseres Berufes ist eher, dass immer mehr KuK "freiwillig" weniger Stunden arbeiten und damit auf Besoldung verzichten, weil sie sie auf dem Zahnfleisch gehen und sich Sorgen machen, sonst Langfristig an den Bedingungen kaputt zu gehen.

    Evtl. sitzt du aber auch auf A13, dann kann man natürlich gut lachen.


    Und wie gesagt, Kollegen sind Bademeister, machen Saunaaufguss, haben ne kleine Firma nebenbei… alles möglich

    Ich kriege sogar A14, sitze aber nicht drauf, sondern stehe aber überwiegend. Und ich lache gar nicht, ich bin norddeutscher, ich nicke höchstens mal anerkennend.


    Unabhängig von der A12/A13 Diskussion ist es aber Unsinn, dass A12er aus der finanziellen Not heraus Nebenjobs machen müssen. Die Zahlen wurden oben schon genannt. Ich kenne auch einen Kollegen, der im Sommer ein paar Stunden als Bademeister arbeitet. Der kriegt A15 und macht das, weil seit 20 Jahren in der DLRG ist und manche Freibäder hier zu machen müssten, wenn sie noch weniger Aufsichten hätten. Ein anderer mit A15 gibt nebenbei Seminare zur Stadtgeschichte an der VHS, weil das sein Hobby ist.

    Niemand hat unter normalen Umständen als Lehrer einen Nebenjob aus echter finanzieller Notwendigkeit heraus, die Gründe dafür sind entweder privates Interesse oder der Wunsch nach Abwechslung.

    Es gibt zumindest in den nördlichen Bundesländern für Beamte keine Genehmigungspflicht mehr, es gibt nur noch anzeigepflichtige Nebentätigkeiten mit der Möglichkeit einer späteren Untersagung.

    Der zeitliche Umfang ist begrenzt, die Grenze steht aber meines Wissens nicht explizit im Gesetz sondern ergibt sich aus der Tatsache, dass der Beamte seine Arbeitskraft vollumfänglich dem Dienstherrn zur Verfügung stellen muss. Gängige Grenze sind meines Wissens aber 6 Stunden pro Woche (Zeitstunden, nicht Debutatsstunden). Daran ändert auch Teilzeit nichts, soweit ich weis darf der Zweck einer Teilzeitbeschäftigung auch nicht die Aufnahme einer zusätzlichen Nebentätigkeit sein, im Zweifelsfall ist es also sinnvoll das zeitlich etwas zu entkoppeln.


    Selbständige oder freiberufliche Tätigkeiten sind in der Praxis unproblematischer, weil man da nicht nach Stunden bezahlt wird. Wer will dem Kollegen mit der Hühnerzucht oben denn nachweisen, dass er mehr als 6 Stunden pro Woche Eier einsammelt, so lange er seinen sonstigen dienstlichen Verpflichtungen nachkommt?

    Auch Tätigkeiten, die unter "Verwaltung eigenen Vermögens" fallen, sind günstig, da darf einem der Dienstherr nicht reinreden. Man kann sein Vermögen aber zum Beispiel auch dadurch verwalten, dass ich eine Firma für Immobilienprojekte gründe und leite.

    Es gibt Auszeichnungen wie "Lehrer des Jahres", die auch mit einem Geldpreis versehen sind und die auch angenommen werden dürfen. Auch da ist der dienstliche Bezug offensichtlich. Ich persönlich würde davon ausgehen, dass ein Preis nicht unter die zitierte Regelung fällt und angenommen werden darf, im Zweifelsfall bei der Rechtsberatung der Gewerkschaft nachfragen.

    Die Frage ob ich erkennbar "als Lehrer" teilgenommen habe, ist in meinen Augen egal, diskussionswürdig wäre es für mich lediglich, wenn du im Rahmen deiner dienstlichen Tätigkeit teilgenommen hast (also in deiner Arbeitszeit, sprich während des Präsenzunterrichtes, oder wenn du eine Anrechnung dafür bekommen hast).

    Achtung, eine BU/DU sichert dir keine lebenslange Rente/Pension zu, sondern sichert dein Einkommen während der Erwerbstätigkeit ab! D.h. spätestens beim Erreichen des Regelrentenalters ist Schluss mit der Versicherungsleistung. Zumindest habe ich noch keine BU/DU gesehen, die das kombiniert

    Stimmt, damit hast du natürlich recht.

    Das entscheidende ist aber auch die Absicherung der ersten 20 Berufsjahre, danach steigt die Versorgung durch den Dienstherren.

    Es gibt 3 Versicherungen, die von qualifizierten Neutralen (also zB Verbraucherschutzvereinen, etc) als elementare Daseinsvorsorge empfohlen werden und die eigentlich nicht verzichtbar sind: Krankenversicherung, Privathaftpflicht und Dienst-/Berufsunfähigkeit. Alles andere ist Privatvergnügen.

    Ich habe eine kleine DU für 1100 € pro Monat, damit lande ich im Ernstfall mit der Mindestversorgung bei etwa 2/3 meines jetzigem Netto-Einkommens, das reicht mir. Dafür zahle ich nach Tarif ca. 80€, aktuell mit Überschussbeteiligung etwa 50€.


    Wer ernsthaft vorschlägt, das Geld stattdessen in einen ETF zu investieren, hat das Prinzip einer Risikoversicherung nicht verstanden oder kann nicht rechnen.


    Hypothetisches Beispiel: ich werde mit 50 dienstunfähig und lebe bis 80, dann habe ich etwa 15 000 € an Beiträgen bezahlt und bekomme ca. 396 000 € an Versicherungsleistungen ausbezahlt. Die 15 000 in einen EFT einbezahlt würden mich vielleicht über 2-3 Jahre bringen, mehr nicht. Aus Versicherer-Sicht geht die Rechnung aber natürlich nur auf, weil der Fall nur bei sehr wenigen eintritt.


    Wer sich dann darüber ärgert, dass das Geld weg ist, wenn der Fall nicht eintritt, rennt vermutlich auch jeden November mit dem Kopf durch die Scheibe, wenn er bis dahin noch keine Kosten von der Krankenversicherung erstattet bekommen hat - wäre ja auch ärgerlich, wenn man die nicht nutzt.

    Putin könnte auch heute Nacht aufgrund Alter und Krankheit aus den Latschen kippen. Damit wäre - zumindest ein Stück weit - wohl vielen Menschen geholfen (...)

    Es gibt einzelne aktuelle Videos von Putin, nach denen die Spekulation nicht ganz abwegig ist, dass er an fortgeschrittenem Parkinson erkrankt ist. (Deutlicher Tremor in Händen und Füßen und der reflexartige Griff zum Jacket, um diesen zu kontrollieren.)

    Fast alles, was uns in den letzten Monaten als "live" von ihm verkauft wurde, hat sich hinterher als geschnittene Aufzeichnung herausgestellt.


    Wenn er morgen tot umfällt, glaube ich allerdings nicht, dass sich ganz viel ändert. In ein paar Monaten ist der Leidensdruck in seinem Umfeld vielleicht so groß, dass so ein Ereignis genutzt würde, um ein Stück weit aus der Nummer wieder raus zu kommen, aktuell glaube ich da noch nicht dran.

    Nachdem ich ein oder zwei mal selber damit in Berührung gekommen bin, bin ich vor der Arbeit der Strafverfolgungsbehörden in diesem Land nachhaltig desillusioniert.

    Ich bin zB als Geschädigter in einem Fall beteiligt gewesen, wo jemand mutmaßlich Gelder in sechsstelliger Höhe unterschlagen hat.

    Nachdem das aufgeflogen ist, haben mehrere Parteien Strafanzeige erstattet. Es hat über ein Jahr gedauert, bis die Staatsanwaltschaft überhaupt reagiert hat, und dann bestand die Reaktion aus einem Schreiben, in dem wir gefragt wurden, was wir denn eigentlich wollten, schließlich hätten wir das Geld ja - nach einem teuren Gerichtsprozess - wieder zurück erhalten. Was ich gelernt habe: wer möchte, dass Ermittlungsbehörden tätig werden, muss denen auf die Nerven gehen, also jeden Sachverhalt zur Anzeige bringen, regelmäßig schriftlich Anfragen zum Verfahrensstand stellen, etc.

    Was tun?

    Gar nicht erst versuchen, Aufgaben zu bewerten, deren Erstellung außerhalb der eigenen Kontrolle stattgefunden hat.


    Das hat zwei Vorteile: man verschwendet keine Zeit mit Diskussionen mit Eltern oder "wie kann ich jetzt rausfinden, was sie selber gemacht hat"-Überlegungen (Spoiler: kannst du gar nicht) und ganz nebenbei hältst du dich auch noch an die niedersächsische Rechtslage, nach der Hausarbeiten nicht bewertet werden dürfen.

    Ein einziger Fernstrecken-Flug verbracht ungefähr genau so viel Öl wie die Herstellung aller Plastikverpackungen, die die gleiche Person in 10 Jahren verwendet. Und beim Plastikmüll besteht zumindest grundsätzlich die Möglichkeit des Recyclings, verbranntes Kerosin ist für immer weg. Wenn man den wiederverwerteten oder anderes benutzen Anteil berücksichtigt, ist eine einzelne Fernreise etwa genau so schädlich, wie ein gesamtes Leben an Plastikabfällen.


    Das ist keine moralische Bewertung, ich fliege auch Fernstrecke.

    Aber gerade mit "wir verzichten auf Plastik" wird aktuell bei uns unglaublich viel Unsinn betrieben, bei dem es sich bei genauerem Hinsehen um reines Marketing mit einem Modethema handelt.

    Der deutsche Gesamtmarkt an Supermärkten ist ein Trauerspiel, das leider damit zu tun hat, dass bei uns die Bereitschaft, für gute Lebensmittel auch Geld aus zu geben, auf dem Stand eines Entwicklungslandes ist.

    Wer mal in den USA ist, dem sei ein Besuch im "The fresh market" oder auch den sicher bekannten "whole foods" empfohlen, das ist eine ganz andere Welt.

    Putin kann im Augenblick seine eigenen Soldaten nicht mehr mit Nahrung versorgen und es zeigt sich, dass alle angeblichen Modernisierungsprogramme der Armee nur PR waren. Ein vor einigen Jahren präsentierter Superpanzer ist auf den Schachtfeldern nicht aufgetaucht, Hyperschallraketen werden angeblich eingesetzt, die präsentierten Filmaufnahmen davon erweisen sich kurze Zeit später als Fälschungen, etc.

    Trotzdem ist klar, dass Putin den aktuellen Krieg nicht gewinnen darf, das ist die einzige Chance, den nächsten zu verhindern. Gerade weil es sein Land in die Isolation und Ausweglosigkeit führt, denn gerade in solchen Situationen retten sich Diktatoren in Konflikte mit Außen um sich zu halten.

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