Beiträge von Moebius

    Die Erhöhung der Krankentage wird auf die bessere Erfassung zurückgeführt und die älteren Beschäftigten.

    Die Erklärung ist genau so spekulativ, wie jede andere. Subjektiv sehe ich zumindest in dem Bereich, in dem ich Einblick habe, seit Corona eine deutliche Zunahme von Krankmeldungen, und das ist bei Schülerinnen und Schülern.
    Heute habe ich in jeder Klasse eine Hand voll mit deutlich über 20 Fehltagen pro Jahr ohne besondere Grunderkrankung. Vor Corona waren das Ausnahmen, über die man in Konferenzen ausführlich gesprochen hat, heute ist es selbstverständlich geworden.

    Die genannten Maßnahmen helfen da nicht, ich denke, eher werden die Krankentage noch höher. Wer es bisher darauf angelegt haben sollte, kann sich auch ein Attest erschleichen.

    Richtig, darum auch mein Vorschlag. Jeder kriegt ein Attest, wenn er will. Die Einschränkung der Lohnfortzahlung sehe ich auch nicht als Strafe oder Disziplinierungsinstrument, ich bin schlicht der Auffassung, dass unser Sozialsystem nicht mehr den vollen, gewohnten Lebensstandard absichern kann, sondern primär vor Not schützen sollte. Dass an einer Stelle, an der gesellschaftliche Kosten nun mal entstehen, die Gesellschaft nur noch 80% davon übernimmt und der Betroffene 20%, wenn er es denn kann, halte ich das nicht nur für zumutbar, sondern für vernünftig.

    Und jetzt der unpopuläre Teil:

    Ich wäre persönlich für eine Regelung nach schwedischem Vorbild, also überhaupt keine Pflicht zur Krankschreibung, aber vom ersten Tag an eingeschränkte Lohnfortzahlung von 80%. Auch ich finde es zunehmend problematisch, dass es Menschen gibt, die unser System offenkundig ausnutzen. Und ja, das fände ich dann auch für Beamte in Ordnung, die 2-10 Tage im Jahr, die ein normaler Beschäftigter durch normale Krankheiten ausfällt, kann man finanziell problemlos verkraften und gegen längere Ausfälle muss man sich dann ggf. privat absichern.

    Grob geschätzt 2/3 aller Beschäftigten sind von der Neuregelung nicht betroffen, weil es Regelungen im Tarifvertrag, Dienstvereinbarungen oder gesetzliche Regelungen zur Krankmeldung gibt, in die das neue Gesetz nicht eingreift. Beamte gehören dazu. Betroffen sind primär Angestellte bei keinen und mittelständischen Arbeitgebern ohne Tarifbindung.

    Theoretisch wäre denkbar, dass die Änderung zum Anlass genommen wird, auch die Gesetze für Landesbeamte zu ändern, bisher hat da aber noch kein Bundesland angekündigt.

    Aktuell also kein Grund zur Aufregung.

    Bei den genannten Fächern würde ich Deutsch und Ethik empfehlen, Ethik hat einen steigenden Bedarf und ist bei uns durchaus ein Fach mit guten Einstellungschancen, wenn auch nicht unbedingt ein ganz hartes Mangelfach. Deutsch ist zumindest gut einsetzbar.

    Deutsch / Geschichte ist die klassische Überschusskombination, die man nur nimmt, wenn der Bewerber etwas anders Mitbringt, das man braucht. (DzA-Qualifikation würde ich bei Deutsch aktuell immer empfehlen.)

    Ethik und Geschichte würde ich auch eher nicht kombinieren.

    Diese Idee, im Amokfall irgendwelche speziellen Warnwege nutzen zu wollen, ist ein gefährlicher Irrtum und geht auf die naive Vorstellung zurück, man könne irgendwie 1200 Leute im Gebäude warnen, ohne das der aktive Amokläufer das mitkriegen würde oder man hätte ein Zeitfenster, um irgendetwas zu organisieren. Das ist realitätsferner Quatsch, ein Amokfall liegt vor, wenn jemand im Gebäude anfängt zu schießen oder im optimalen Fall, wenn jemand eine bewaffnete Person das Gebäude betreten sieht (im optimalen Fall hat man also 30 Sekunden, bevor Menschen sterben.)

    In so einem Fall gibt es genau 2 sinnvolle Alternativen: Sofort jeder im Raum möglichst einschließen oder anderweitig verbarrikadieren oder sofort jeder raus aus dem Gebäude und Abstand suchen. Genau das muss allen im Gebäude mitgeteilt werden und zwar mit einer unmissverständlichen Durchsage, weil das der einzige Weg ist, alle zuverlässig und ohne Verzögerung zu erreichen.

    (Das ist nicht meine Meinung, sondern dass, was die Polizei bei uns ganz deutlich so kommuniziert.)

    Wir haben keine Auszubildenden aber viele andere SuS aus allen Regionen der Welt. Im statistischen Mittel sind die Sprachprobleme bei den SuS aus asiatischen Herkunftsländern (Vietnam, China, Japan) weitaus geringer als bei denen aus allen anderen Weltregionen.

    Ich kenne asiatische Schülerinnen, die sich nach 3 Jahren in Deutschland besser in Deutsch ausdrücken konnten, als mindestens 50% unserer in Deutschland geborenen SuS.

    Ausnahmen gibt es auch da, aber ich würde dem grundsätzlich erst mal sehr gelassen entgegensehen.

    Ich vermute auch, dass die Kamera da nicht lange hängen bleibt, selbst bei den Bücherschränken, die nur gelesene Bücher enthalten, habe ich hier schon Berichte darüber gelesen, dass diese immer mal wieder komplett leer geräumt werden.

    Und ganz abgesehen von diesem Fall hier, den man aus der Ferne nicht abschließend beurteilen kann, gibt es selbstverständlich Mobbing und Bossing an Schulen.

    Und es gibt auch Fälle, bei denen Lehrkräfte Schüler schikanieren oder sogar mobben. Eine allgemeine Diskussion unter dem Motto "Dinge, die es alle geben kann", führt aber bei einem konkreten Fall nicht weiter, hier sind sie meiner Meinung nach eher schädlich, weil die TE bereits in einer sehr subjektiven und emotional aufgeheizten Wahrnehmung ihrer Situation gefangen ist und man ihr keinen Gefallen tut, wenn man sie noch mit eigenen Erfahrungen in dieser Wahrnehmung bestärkt, wenn diese mit der Situation der TE überhaupt nichts zu tun haben.

    Da insbesondere du aber häufig betonst, das berechtigte Interessen von chronisch Kranken, Behinderten und Teilzeitkräften nicht von Wünschen anderer zu unterscheiden sind, ...

    So etwas habe ich hier von niemandem so explizit gelesen. Das Kernproblem dabei ist die Definition von "berechtigtem Interesse". Auch ich habe da schon Betroffene erlebt, die das als einen allgemeinen Anspruch auf die bevorzugte Berücksichtigung ihrer Wünsche interpretiert haben, das ist es aber nicht. Die jeweiligen Ansprüche sind in der Rechtsgrundlage klar definiert. Was immer das steht, hat natürlich einen zwingenden Charakter und ist damit höher an zu setzen, als allgemeine Wünsche anderer KuK. Alles andere aber nicht.

    Beispiel: Ein Kollege hat eine Schwerbeschädigung, in einem ärztlichem Gutachten wird klar definiert, welche Nachteilsausgleiche zu berücksichtigen sind, das sind zB räumliche Gegebenheiten oder auch einzuhaltende Pausen. Das ist dann ohne wenn und aber umzusetzen, unerheblich von den möglicherweise negativen Auswirkungen auf die Stundenpläne anderer KuK oder Klassen. Darüber hinaus möchte der Kollege in bestimmten Klassen oder Jahrgängen nicht eingesetzt werden, weil er sie als besonders anstrengend empfindet. Das ist ein reiner Wunsch, auf den sich aus seiner Schwerbeschädigung keinerlei Anspruch ableiten lässt und der keine höhere Priorität hat, als die Wünsche anderer KuK.

    Bist du sicher, dass die angemeldeten Schüler überhaupt einen Hauptschulabschluss hatten? Wer z.B. in Klasse 9 zum zweiten Mal nicht versetzt wird, muss das Gymnasium verlassen und hat überhaupt keinen Abschluss. Diese Schüler beraten wir dahingehend, sich rechtzeitig zur schulfremden Prüfung für den Hauptschulabschluss anzumeldenden darauf vorzubereiten.

    Wer nach der 10. Klasse ohne Versetzung geht, hat den Hauptschulabschluss mit der Versetzung von Klasse 9 in 10 bereits und versucht höchstens die Schulfremdenprüfung zur Erlangung der mittleren Reife.

    Von einem qualifizierten Hauptschulabschluss habe ich in BW noch nicht gehört, das gibt es meines Wissens nur in anderen Bundesländern. Hast du als früherer Prüfer in Schulfremdenprüfungen für BW eine offizielle Quelle vom Kultusministerium, wo der Begriff definiert wird? Vom Gymnasium kommend, fehlt mir der Einblick, welche Prüfungsordnung oder Ähnliches da einschlägig ist.

    Zumindest in Niedersachsen kann man Haupt- oder Realschulabschluss am Gymnasium erhalten, ohne in die 10. bzw. 11. Jahrgangsstufe des Gymnasiums versetzt zu werden (AVO-sek1, §8-10).

    Schwer ist das gar nicht. Es reicht, das Gegenteil der Wünsche in das jeweilige Stundenplanprogramm einzugeben. Viele Hohlstunden statt wenig. Erste Stunde statt zweite. Vormittag statt Nachmittag. Mittwoch frei statt Montag.

    Und jeder Stundenplaner weiß, dass das Ergebnis davon am Ende nur noch mehr Fehlzeiten wären, die vertreten oder kompensiert werden werden müssen.

    Natürlich kann man theoretisch Wege finden, jemandem über den Stundenplan zu schikanieren, genau so wie jede Lehrkraft theoretisch Wege finden kann, einen unleidigen Schüler über die Leistungsbewertung zu schikanieren. Es mag auch Fälle geben, bei denen beides vorkommt, aber in der weit überwiegenden Zahl der Beschwerden in beiden Kategorien ist in Wirklichkeit sachlich unbegründet und die eigentlichen Probleme liegen beim Beschwerdeführer.

    Dass das, was die TE schildert, so inakzeptabel wäre, ist unbestritten, egal, ob man es jetzt Mobbing nennt, oder nicht.

    Dass die Schilderung der TE gleichzeitig mit Vorsicht zu genießen ist, ergibt sich aber auch gleichzeitig aus ihrer völlig überzogenen und aggressiven Reaktion in diesem Thread auf jede Antwort, die ihr nicht gefällt.

    Letztlich landen wir dadurch an einem Punkt, bei dem man ihr nicht wirklich helfen kann, da jede Hilfe auf ihrer vermutlich sehr subjektiven Sachverhaltsbescheibung aufbaut. Die TE ist ja wohl auch bereits in therapeutischer Behandlung, da wäre dann wohl die bessere Anlaufstelle für belastbare Ratschläge.

    Der TE ist hier relativ neu. Er hat eine ganze Reihe von Thread eröffnet, dabei ging es darum, dass:

    • er Tätigkeit als Prüfer im Abitur als Mehrarbeit sieht, die er zusätzlich vergolten haben möchte
    • er nicht versteht, dass in einer Ganztagsschule Randstunden vertreten werden, weil die SuS betreut werden müssen
    • er es als Gängelung empfindet, wenn die Schulleitung auf solche Dinge wie das pünktliche Erscheinen zum Unterricht achtet, die ja eh keinen Sinn habe, weil sich KuK dann einfach krank melden würden, wenn man ihnen zu genau auf die Finger schaut.

    In der Summe ist bei mir auch das Bild von jemandem entstanden, der mindestens mit sehr falschen Vorstellungen in den Lehrerberuf gegangen ist.

    Ich hatte den TE bis zu diesem Thread als Berufsanfänger eingeordnet, der noch eine steile Lernkurve vor sich hat, das scheint aber nicht der Fall zu sein, wenn die SuS des Abiturjahrgangs ihn bereits so gut kennen, dass er in einem halben Dutzend Ranglisten an der Spitze landet.

    Nicht alles, was hier als Listen genannt wurde, kann man in diesem Forum beurteilen, aber bei dem, was ich beurteilen kann, sehe ich keinen Anlass irgendeinen der genannten Punkte als falsche Tatsachenbehauptung oder eheabschneidend einzuordnen, ich komme eher zu dem Ergebnis, dass an den beurteilbaren Punkten wohl etwas dran ist und der TE gut daran täte, seine eigene Dienstauffassung zu überdenken.

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