Beiträge von fossi74

    Der Vorsatz ist bereits erreicht, wenn sich die Lehrkraft bewusst über Vorschriften hinwegsetzt und sich der Pflichtwidrigkeit bewusst ist oder zumindest mit dem Verstoß gegen Pflichten rechnet. Klassiker hierbei sind das bewusste Schwänzen einer Aufsicht oder das Ignorieren entscheidender Sicherheitsregeln bei Experimenten oder im Sportunterricht trotz bekannter Risiken und dem Wissen um Reduzierung dieser. Dies geht über das leichtfertige Handeln bei grober Fahrlässigkeit hinaus und kommt (leider) durchaus vor.

    Das stimmt so nicht:

    • Grobe Fahrlässigkeit = "Klar kann da einiges passieren, wird aber schon nicht." --> Beispiel: Schwänzen einer Aufsicht
    • Bedingter Vorsatz = "Mir doch egal, wenn was passiert." --> Beispiel: Ich schlage einen Mann auf der Straße nieder, um ihn auszurauben; er stirbt.
    • Vorsatz = "Ich weiß, dass da was passiert, und ich will das genau so haben." --> Beispiel: Nicht nötig, oder?

    - Die beiden Arten des Vorsatzes sind nur im Strafrecht relevant. Die von Dir genannten "Klassiker" sind geradezu lehrbuchmäßige Beispiele grober Fahrlässigkeit.

    Es mag schon sein, dass der eine oder andere tatsächlich Kollegen kennt, die für das Ersetzen einer Schließanlage blechen mussten, aber das ist unheimlich schwer nachzuweisen. Im Fall des auf dem Pult liegen- oder an der Tür steckengelassenen Schlüsselbunds ist die grobe Fahrlässigkeit spätestens dann zu verneinen, wenn die Lehrkraft z. B. durch sich streitende Schüler abgelenkt war. Schlüssel gehen verloren. Das gehört zum Wesenskern von Schlüsseln und passiert jeden Tag hunderttausendfach. Dafür braucht es keine Versicherung (die sich im Zweifelsfall schon irgendwie um die Leistung drücken wird). Bei den von Kris24 zitierten Fällen wäre der Hintergrund interessant, zumal es mir äußerst unwahrscheinlich scheint, dass es gleich zwei Kollegen an der gleichen Schule trifft, die dann offensichtlich auch noch beide keine Versicherung haben. Komischer Zufall.

    Für BW hat es Stefan Reip (rps-schule.de) zusammengefasst. Leider kann daraus nicht zitieren werden, es werden folgende Beispiele genannt:

    Lehrer lässt Schlüssel längere Zeit unbeaufsichtigt an der Klassenzimmertür stecken oder auf dem Pult liegen

    Mal davon abgesehen, dass das Dokument von "Oberschulämtern" spricht und damit mindestens 16 Jahre alt ist (so lange gibt es die OSÄ nicht mehr), finde ich die Aussage viel interessanter, dass es von der Versicherung keine Auskunft gab, wie oft sie schon leisten musste. Das spricht Bände - denn wäre eine nennenswerte Zahl von Fällen nicht das beste Werbeargument?

    Es ist sooo schade, dass man keinen Kuchen in Piratenschiffform mehr selber machen darf, um zu zeigen wie toll man backen kann und wie viel Zeit man sich für die Kinder nimmt.

    Erinnert sich noch jemand an den Spruch, der Frau von der Leyen bei "Switch reloaded"(?) immer in den Mund gelegt wurde? "Wie, Sie haben nur vier Kinder? Mögen Sie denn keine Kinder?"

    Ich habe während meiner gesamten Schullaufbahn - als Schüler wie als Lehrer, also seit 1980 - nie wahrgenommen, dass Elternvertreter in irgendeiner Art und Weise politisch (sprich in Elternverbänden o.ä.) organisiert gewesen wären. Ich glaube, was da vor Deinem geistigen Auge steht, gibt es in D schlicht nicht. Das würde auch nicht lohnen: Der Einfluss der Elternvertreter ist dazu schlicht zu gering.

    Das alte Problem: Schule und Lehrkräfte unterstehen dem Schulträger, also meist dem Land - Hausmeisterin und Sekretär unterstehen dem Sachaufwandsträger, also meist der Kommune. Folge: Der SL kann den Haumei mal götzvonberlichingen. Und zwar kreuzweise, wenns sein muss.

    Zu bedenken gebe ich allerdings noch, dass Du an der Mittelschule mit A12 besoldet wirst - und als Angestellter nur mit E11. Das ist schon ein deutlicher Unterschied zu E13 an der Realschule. Dennoch ist die Jobsicherheit natürlich auch ein gewichtiger Faktor.


    Biologikus: Du schreibst von eigenen Kindern. Dadurch könnte sich die Altersgrenze für die Verbeamtung bei Dir verschieben. In B-W bringt jedes eigene Kind zwei Jahre "Verlängerung" (Bayern könnte das wieder anders handhaben; im Grundsatz gilt das aber überall). Wehr- oder Zivildienst wird auf die Altersgrenze ebenfalls draufgerechnet.

    Ich frage mich gerade, ob es nicht reichlich bevormundend ist (gibt bestimmt irgendeinen schicken "-ism" dafür!), wenn "wir" als nichtstotternde Menschen stotternden Menschen Ratschläge zu ihrer Berufswahl geben wollen.

    Ich meine, ob jemand unter Stress zum Stottern neigt oder nicht, sollten doch die Betroffenen selbst am besten wissen.

    der antwortet nicht mehr

    Das hindert uns ja Gottseidank nicht am Diskutieren :aufgepasst:.


    Mich würde es durchaus interessieren, ob es Lehrer gibt - d.h. es gibt sie wohl sicher, bei der Menge an Lehrkräften -, die sich trotz Stottern in den Schuldienst gewagt haben.

    Immerhin gab es mal einen bekannten Showmaster, der nach einem Verschüttungstrauma schlimm gestottert hat, das aber in seiner beruflichen Rolle gut im Griff hatte. Und wir spielen vor der Klasse ja auch eine Rolle.

    Nö das stimmt gar nicht. Ich habe meine Autos schon immer in HUK versichert und bin erst seit 2018 im öD tätig. Alle anderen Versicherungen sind mit ein paar Ausnahmen auch für jeden zugänglich.

    Ingrid:

    Kann sein, dass mittlerweile alles unter "HUK" firmiert. Ursprünglich war sie nur für den ÖD offen, später gab es dann die "HUK-Coburg Allgemeine" für jedermann, aber mit deutlich höheren Beiträgen

    Mittlerweile scheint es tatsächlich anders zu sein. Again what learnt.

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