Beiträge von krabat

    Was tun? Einfach nicht hin gehen? Einfach sagen, "Das mache ich nicht!" Help!

     

    Ich bin auch in einer Schulleitung und kann mir das beschriebene Verhalten nur durch eine akute Überforderung erklären. So nach dem Motto " ES WIRD NUN GENAUSO GEMACHT WIE ICH SAGE UND ICH DULDE KEINE WIDERWORTE MEHR, weil ich beim kleinsten Päckchen das man mir jetzt auch noch aufläd zusammenbreche." Eine andere vernünftige Erklärung habe ich nicht und man muss von einer Führungskraft verlangen, solch einen Aussetzer dann auch nach einer Bedenkzeit zu korrigieren. Sollte es kein Aussetzer gewesen sein, hat diese Schulleitung einen für mich sehr fragwürdigen Umgang mit den Ressourcen des Kollegiums. Da muss man dann selbst entscheiden, inwiefern man Kraft in den Widerstand investiert oder besser das Weite sucht...

    Ich hatte damit bis vor wenigen Wochen überhaupt nicht mehr damit gerechnet, aber nun fahren wir am kommenden Samstag wohl tatsächlich wie geplant für eine Woche nach Südtirol in eine Ferienwohnung. Die Grenze nach Italien öffnet sich heute um Mitternacht und Österreich lässt den Transitverkehr von Deutschland aus durchs Land ziehen. Die Vorfreude ist nicht so unbeschwert wie üblich, doch zum ersten Mal nach 4 Monaten überhaupt den Landkreis zu verlassen hat schon auch seinen Reiz.


    Im Sommer ist eine Reise nach Thailand und Laos geplant und die hatte ich natürlich schon lange komplett abgehakt. Mittlerweile bin ich mit Prognosen aber sehr vorsichtig geworden...

    natürlich fragen die sus dann nach der Sinnhaftigkeit der Abstandsregel in der Schule, wenn sie ja eh zuhause und im auto und im Bus keinen Abstand halten (können?).

    Wir beginnen am Montag wieder mit dem Unterricht. Ca. 10% der Schüler haben angegeben, eine Vorerkrankung zu haben oder mit einer Person aus einer Risikogruppen im Haushalt zu leben. Von diese Schülern kommen ca. 80% freiwillig trotzdem zur Schule, sehen dem Schulbesuch aber mit sehr gemischten Gefühlen entgegen. Sie hoffen auf die Abstandshaltung im Schulgebäude und wir haben ihnen auch zugesichert, jederzeit abbrechen zu dürfen, wenn sie sich unwohl fühlen. Ob andere zusammen im Auto zur Schule gekommen sind, ist denen ziemlich egal. Hauptsache IM Schulhaus und Klassenzimmer wird auf Abstand geachtet. Insofern macht die Abstandsregel meines Erachtens schon Sinn. Soweit die Theorie. Mal schauen, wie die Praxis am Montag ausschaut.

    Pfingstferien war eine Woche Südtirol in einer Ferienwohnung geplant. Werde der Vermieterin demnächst mal vorschlagen, auf nächstes Jahr zu verschieben. Im Sommer ein Monat Laos und Thailand. Ich schätze, dass der Flieger nicht abheben wird und wir das Geld somit zurück bekommen. Beim Ferienhaus auf Koh Chang wird die Anzahlung von 500 Euro wohl weg sein. Da frage ich aber auch mal nach einer Verschiebung um ein Jahr nach.


    Derzeitige Planung: mit Frau und 3 Kindern 2020 Urlaub zu Hause :aufgepasst:

    Nachdem sich das Homeschooling bei einigen Schülern nun doch in die Länge zieht, habe ich jetzt auch mal begonnen, meine viele verteilten bzw. verschickten Arbeitsblätter über "Teams" zu besprechen. Meine Schüler haben alle einen Zugang dazu. Von 20 Schülern waren in der ersten Sitzung 18 anwesend und die Stimmung war sehr gut. Die Schüler haben sich vorbildlich auf das Format eingelassen und es mir als absolutem Neuling im digitalen Unterricht denkbar leicht gemacht. Es hat Spaß gemacht.


    Und so werde ich das jetzt für die beiden Klassen die ich unterrichte regelmäßig machen. Eine spannende Erfahrung für mich, der ich mich ohne diesen Druck durch die Krise niemals gestellt hätte.

    ich habe die Serie zwar nie so richtig verfolgt (dafür verfolgt mich immer noch die "Kuh auf der Autobahn"), aber ich glaube, Tanja Schildknecht war mal eine zeitlang nicht dabei, weil sie .........irgendwo anders war.


    kl. gr. Kuh

    Was ist denn das für eine Andeutung? Wo war denn Tanja?


    Ich war von der ersten Folge an dabei und die Lindenstraße ist entsprechend eine der ganz wenigen Konstanten in meinem Leben gewesen. Wenn ich früher mal im Urlaub war, hat mir mein Vater die Folgen auf VHS aufgenommen, damit ich nichts verpasse :top: Ich könnte noch viel darüber schreiben...


    Für mich jedenfalls richtig traurig, sich von Figuren, die einem nach 35 sehr vertraut geworden sind, plötzlich für immer verabschieden zu müssen. :traenen:

    Aber da steht ja nichts von täglichem Unterricht nach Plan. Da würde ich sehr kreativ mit umgehen! Dann kommen alle Klassen halt nur einen Tag (Unterricht in Prüfungsfächern bei Lehrern die auch in die Schule können) und in der Woche auch nur Schüler 1-14 und nächste Woche 15-28. voila, von 2000 Schülern sind täglich nur 200 da.

    Vermutlich wird es auf so etwas hinauslaufen.

    Also in nrw war es in der letzten schulmail jetzt endlich deutlich, dass alle einjährigen Bildungsgänge Abschlussklassen sind und ab Donnerstag beschult werden sollen. Sind dann halt quasi alle, aber was solls, nach Sinnhaftigkeit fragt man besser nicht. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass andere Bundesländer abschlussklasse anders definieren...

    Bei uns im Berufsschulzentrum wären das dann 2000 Schüler, die als kommende Absolventen beschult werden sollen. Für das berufliche Schulwesen vermutlich ein Durchschnittswert, der aber vielleicht auch einmal aufzeigt, wie groß die Bandbreite der Bedingungen an den unterschiedlichen Schulformen ist, wenn man das z.B. mit einem Gymnasium vergleicht.

    In welchem Bundesland lebst du denn, Krabat?

    Was eine "Abschlussklasse" ist, scheint Auslegungssache zu sein. Ich hatte ja auch gedacht, dass man unter "Abschlussklassen" alle Klassen versteht, die in diesem Schuljahr eine Abschlussprüfung machen (das wären in meiner Abteilung auch ca. 75% der Klassen), aber dem ist - zumindest in Niedersachsen - nicht so.

    Ich unterricht in Baden-Württemberg. Dort ist es für das berufliche Schulwesen noch unklar, welche Klassen als Abschlussklassen zählen. Ich gehe aber davon aus, dass wir am Montag oder Dienstag darüber informiert werden.

    Ich gehöre zur sogenannten "Risikogruppe" und könnte mich zurücklehnen und sagen: "Das können ja die "Jungen" machen."

    Ich habe auch eine Kollegin die über 60 ist und auf jeden Fall nach Öffnung der Schulen wieder unterrichten will. Ansonsten hat sie keine Vorerkrankungen. Das Risiko eines schweren Verlaufs von Covid steigt ab 60 nicht so steil an, dass ich persönlich dieses Vorhaben für unverantwortlich halte. Insofern finde ich es richtig, wenn die Regierungen den KuK diese Entscheidungsfreiheit lassen.

    In der baden-württembergischen Corona-Verordnung vom 17.04.2020 steht unter §1 (1)

    Zitat

    (1) Bis zum Ablauf des 3.Mai 2020 sind 1.der Unterrichtsbetrieb sowie die Durchführung außerunterrichtlicher und anderer schulischer Veranstaltungen an den öffentlichen Schulen, Schulkindergärten, Grundschulförderklassen und den Schulen sowie Schulkindergärten in freier Trägerschaft, [...] untersagt.

    Ich hätte eigentlich gerne eine wichtige schulinterne Fortbildung mit ca. 15 Lehrkräften (unter Einhaltung der Abstandsregeln) vom 5.5. auf den 30.4. vorgezogen, damit am ursprünglich geplanten Tag alle Lehrkräfte für die Prüfungsvorbereitung zur Verfügung stehen. Da bin ich mir nun aber auch unsicher, ob dies möglich ist.


    Ansonsten erhalten wir vermutlich am Montag konkrete Informationen zur Beschulung der Abschlussklassen an beruflichen Schulen vom Kultusministerium. An unserer Schule sind zum Beispiel ca. 70% der Schüler in einer Abschlussklasse und da muss man differenzierter als an einer allgemeinbildenden Schule entscheiden und planen, wie man nach Öffnung der Schulen konkret vorgeht.

    Das Ganze hat sich jetzt vor den Ferien auf‘s Homeoffice reduziertX in welchem wir alle in aller Ruhe arbeiten durften. Im Luxus der Zurückgezogenheit. Und daher habe ich es als Luxus empfunden und im Vergleich zur sonstigen Arbeit direkt in der Schule leichter.

    Ich bin kein Typ der viel jammert, sondern jemand, der mit seinem Beruf und dessen Rahmenbedingungen grundsätzlich zufrieden ist. Aber dass wir alle (!) in Ruhe arbeiten durften, um die Zurückgezogenheit als Luxus zu genießen, ist schon Ausdruck einer Selbstbezogenheit, die mich schlucken lässt! Eine solch überschaubare empathische Leistung, auch einmal an die Kolleginnen und Kollegen zu denken, die zu Hause im Augenblick sehr wenig Ruhe haben, hätte ich von einer Lehrkraft eigentlich erwartet. Das ist schon bemerkenswert unausgegoren und letztlich auch frech gegenüber KuK wie zum Beispiel mir, mit 3 Kindern im Alter von 3,6 und 10 Jahren, die zu Hause betreut werden.

    Ich persönlich finde diese ganze Ungewissheit schwer zu ertragen und würde gerne konkret planen, weil ich gedanklich doch immer bei "was wäre wenn" bin... natürlich sagt mir mein Kopf, dass es derzeit nicht anders möglich ist und wir abwarten müssen, aber ich kann damit schlecht umgehen.

    Das geht mir ganz genauso. Man kann nicht viel vorarbeiten, aber ich stehe trotzdem immer etwas "unter Strom" bei den Gedanken, was bald auf uns zukommt. Ist anders als in früheren Ferien.

    Man kann natürlich auch in der Krisenzeit mit der Grundsatzdiskussion beginnen, dass man auf eigene Kosten keinen PC kauft. Während Leute ohne Beamtensalär gerade auf die Auszahlung eines Notgroschens warten, ihren Job verloren haben oder einer Arbeit im HO nur träumen können.

    Es ist richtig, dass die Situation für die Beamten im Vergleich zu vielen anderen Menschen im Augenblick sehr entspannt ist. Trotzdem bringt es mir nichts, jetzt alle Lehrkräfte zu verpflichten, mit den Schülern unbedingt per Videochat in Kontakt zu treten. Dieser Aufwand würde sich nach meiner Einschätzung überhaupt nicht lohnen. Als Schulleitung muss man immer gut abwägen, wofür man sein "Pulver" verschießt. Und für den Videochat mache ich das sicherlich nicht.


    Was hat die Schule davon, wenn die Kollegin, die in 2 Jahren in den Ruhestand geht sich in sowas mühevoll und ohne wirkliche Motivation einarbeitet? Sich noch entsprechendes Equipment besorgt. Das ist weit weg von der Realität.


    Die Kollegin lasse ich jedenfalls in Ruhe und freue mich, wenn sie ihren Klassen vielleicht per Mail interessante Aufgaben geschickt hat. Oder als Klassenlehrerin mal einen Rundruf bei ihren Schülerinnen und Schülern gemacht hat. Da muss doch nicht jeder Fachlehrer alle Schüler anrufen ob ein Arbeitsblatt angekommen ist. Da ist doch ehrlich gesagt nur albern.


    Noch mehr freue ich mich jedenfalls darüber, wenn sie nach der Krise mit Motivation wieder in ihren Unterricht geht. Es wäre von Seiten der Schulführung ein ganz großer Fehler, sein Kollegium in solch einer Situation zu stressen. Manche sind mit Sorgen in der Familie konfrontiert, andere haben ernsthafte gesundheitliche Risiken. Da ist so etwas wie ein Videochat doch ganz weit unten auf der Liste der Prioritäten.


    Jedes Kollegium wird sich nach der Krise daran erinnern, wie die Schulleitung in dieser Situation agiert hat. Da ist wie so oft im Leben Maß und Mitte geboten. Ich erwarte von jeder Kollegin und von jedem Kollegen, dass er die Schulschließung nicht als Ferienverlängerung interpretiert und in der Lage ist, seinen Stärken und Möglichkeiten gemäß dieser Zeit zu nutzen. Da erwarte ich von einem Single mit viel Zeit und Muse im Homeoffice andere Dinge, als von einem alleinerziehenden Vater mit 3 Kindern die nun zu Hause sind oder einer Kollegin, deren pflegebedürftige Mutter im Haushalt plötzlich ohne die Unterstützung der polnischen Pflegerin dasteht.


    Insofern Fraggles würde ich dir empfehlen, ein bißchen Gas rauszunehmen. Es wird eine Zeit nach der Krise geben. Eine sehr lange Zeit...

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