Beiträge von Seph

    Wenn ich das lese, könnte ich heulen!!! Wir arbeiten mit Kreidetafeln und OHP. Die Schüler haben gar kein Gerät, die Lehrer nur Ipads.

    Ich bin doch immer wieder erstaunt, wie unterschiedlich die Bedingungen in den Schulen so sind - scheinbar völlig unabhängig vom Bundesland, sondern vlt. eher vom einzelnen Sachkostenträger? Wenn man noch gezwungen ist, mit Kreidetafeln und OHP zu arbeiten und die Schüler keine Geräte haben, sind Tablets für Lehrkräfte nicht gerade der entscheidende Schritt zur Digitalisierung.


    Wir können diese bei flächendeckendem WLAN, digitalen Tafeln in allen Räumen, auf die sich die Tablets problemlos aufschalten lassen und schülereigenen Geräten hingegen gut nutzen. Ich weiß gar nicht mehr, wann ich das letzte Mal einen OHP gesehen habe....ich glaube verstaubt in einer Ecke des Schulkellers.


    Ich drücke dir die Daumen, dass sich das bei euch auch zügig ändert...wenigstens in einigen Räumen.

    Nein, derjenige, der hier sagte, es reicht nicht, kommt z.B. aus Hessen ;)


    Wir reden also schon lange nicht mehr über NRW.


    Habe ich dir doch vorhin vorgerechnet, man nehme deine Bruttozahlen, dann die KK runter und das Kindergeld drauf und schwups, schon hat man das.

    Wenn man hier schon unbedingt das Beispiel "Alleinverdiener, der noch PKV für Ehepartner und Kinder bezahlen muss" bemühen möchte, dann vergesse man bitte nicht, dass dann auch die Steuerklasse I nicht mehr zielführend ist. Selbst ein absoluter Berufseinsteiger hätte vor Abzug der PKV und mit Kindergeld dann in Steuerklasse III bereits über 4000€ Netto (Hessen, A12/I). Wie willst du da nach Abzug der PKV auf folgende Zahlen kommen:

    Na dann wären es ja sogar nur ca. 2700 Euro oder noch weniger Netto.

    Ich meine die PKV ist nicht günstig, aber als Berufseinsteiger zahlt man selbst mit Partner und Kinder nicht weit über 1000€ dafür.


    PS: Das sieht auch in NRW nicht anders aus, nur dass die Erfahrungsstufen dort anders nummeriert sind. Selbst der Berufseinsteiger hat in der hier diskutierten Konstellation A12/4 (Achtung: Einstiegsstufe 4 in NRW, 1 in Hessen) als Alleinverdiener mit 2 Kindern incl. Kindergeld über 4100€ Netto. Auch hier führt der Abzug der PKV nicht annähernd zu Restbeträgen um die 3000€ oder gar 2700€.

    Um den Veranstalter unter Druck zu setzen, scheint mir hier wichtig, dass auch die bereits zurückgekehrte Gruppe die Reisemängel noch einmal deutlich macht (und idealerweise nachweislich vor Ort bereits tat) und eine entsprechende Minderung des Reisepreises vornimmt. Eine stark verschmutzte Unterkunft kann durchaus zu Minderungen im Bereich 30-60% des Reisepreises führen (vgl. u.a. OLG Frankfurt a.M. AZ 16 U 60/00 oder LG Köln AZ 10 S 85/01).

    Nach der Anzeige erfolgt dann die Prüfung...von daher ist es gehupft wie gesprungen, Bescheid kriegt man halt als TB nur bei Unvereinbarkeit - bei Beamten auf jeden Fall (wobei die Genehmigung vorher den Vorteil hat, dass man vor Aufnahme der Tätigkeit genau Bescheid hat).

    Nein, wie ich bereits an einem Beispiel gezeigt habe, besteht durchaus ein Unterschied zwischen einer notwendigen Genehmigung und einer aktiven Untersagung durch den AG, die an höhere Hürden gebunden ist.

    "Der Berufsalltag an Grund-, Haupt- und Realschulen einerseits und Gymnasien und Gesamtschulen andererseits unterscheide sich so stark, dass die unterschiedlichen Besoldungsgruppen sachgerecht und nicht willkürlich seien."


    Na ja, zum Glück ist ja die zweite Instanz zugelassen.

    Nur kurz zur Einordnung: Es ist nicht so, dass in den niedrigen Instanzen juristische Laien ohne Ahnung arbeiten. Insofern muss es schon gewichtige Ansatzpunkte geben, die das VG übersehen haben könnte, damit das OVG zu einem deutlich anderen Urteil käme. Im konkreten Fall ist die Berufung schlicht nach §124 Abs. 2 Satz 3 VwGO aufgrund der grundsätzlichen Bedeutung der Rechtssache zugelassen worden.

    Das Urteil zeigt lediglich das, was hier im Forum schon mehrfach thematisiert und dennoch oft falsch behauptet wird:


    -> Die inzwischen vergleichbare Studiendauer und der erreichte Abschluss berechtigt zwar zum Einstieg in den höheren Dienst, begründet aber gerade keinen Rechtsanspruch darauf.

    -> Der Slogan "gleiches Geld für gleiche Arbeit" geht fehl, da die Arbeit nur ähnlich ist.

    -> Die Besoldung mit A12 ist nicht verfassungswidrig.


    Das andererseits aus personalpolitischen Gründen eine entsprechende Angleichung vorgenommen werden darf und nachvollziehbar wäre, ist dabei nicht ausgeschlossen. Das Gericht hat insofern lediglich die aktuelle Rechtslage noch einmal bestätigt.

    Back to topic:
    Die Frage "Wofür nutzt ihr die Lehrer-Ipads"

    wäre bei Windowsrechnern im Linux-Netz niemals aufgetaucht. Da war immer klar, wozu die nützlich sind.
    Ich finde die Ausgangsfrage befremdlich und als Anzeichen für die Verschwendung von Haushaltsmitteln.

    Ich empfinde die Ausgangsfrage eher als Anzeichen für fehlende Fortbildung einzelner Lehrkräfte. Und die Aussage, mit Windowsrechnern im Linux-Netz sei eine solche nie aufgetaucht, ist auch nur eine Behauptung. Auch diese setzen zumindest halbwegs digital affine Lehrkräfte voraus.

    Das gilt aber für jeden Arbeitnehmer.

    Das mag auf den ersten Blick so scheinen und trifft im Ergebnis bei vielen Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes zu, ist aber nicht korrekt. Das Nebentätigkeitsrecht für Beschäftigte des Öffentlichen Dienstes ist seit der Einführung des TVöD von den beamtenrechtlichen Vorschriften abgekoppelt. Die Aufnahme einer solchen ist für Beschäftigte - anders als bei Beamten - nicht genehmigungspflichtig, sondern nur anzeigepflichtig (vgl. §3 TVöD und auch §3TV-L). Zwar haben die Arbeitgeber auch hier die Möglichkeit der Untersagung oder zumindest der Auferlegung von Auflagen, diese gehen aber nicht so weit wie im Beamtenrecht.


    Deutlich wird dies z.B. beim Umfang der Nebentätigkeit. So ist bei Beamten die Genehmigung dann zu versagen, wenn die zeitliche Beanspruchung durch diese in der Woche mehr als 20% der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit überschreitet (vgl. §99 BBG). Eine solche starre Regelung ist für die Untersagung einer Nebentätigkeit bei Beschäftigten hingegen nicht zu halten.

    Ja deswegen schwärmt ihr halt von Apple. Denn Apple geht davon aus, dass seine Benutzer keine Ahnung haben. Daher hält Apple seine Systeme so weit geschlossen, dass halt nix passieren kann/sollte. Man braucht halt viel Vertrauen in die Firma. Dieses Vertrauen hat diese in meine Augen eben nicht verdient. Ich möchte halt nicht bevormundet und eingeschlossen werden. Aber heute möchte sich halt niemand mehr mit der Funktionsweise seiner Geräte beschäftigen. Das ist lästig, denn eine bunte App (die natürlich vom Apple freigegeben werden muss) und hübsches Logo sind wichtiger.

    Es geht hier doch gar nicht um schwärmen, sondern darum, warum gerade Schulträger gerne auf diese Geräte zurückgreifen. Und das hat eben nicht nur - wie von dir behauptet - mit irgendwelchen Marketingstrategien zu tun. Das was du etwas abfällig mit "Benutzer, die keine Ahnung haben" meinst, heißt umformuliert, dass man Geräte hat, in die man seine Mitarbeiter nicht erst lange einarbeiten muss und die von allen ohne größere Hürden benutzt werden können. Das spart - genau wie der geringere Wartungsaufwand durch die IT-Abteilung - am Ende erheblich Personalkosten ein.


    Ich kann auch nicht erkennen, inwiefern eine "Bevormundung oder eingeschlossen worden" im dienstlichen Kontext relevant sein soll. Die Grenzen der Nutzungsmöglichkeiten, die der Dienstherr hier setzt, sind ohnehin enger als die vom Hersteller gesetzten. Wie gesagt: im privaten Kontext sieht das dann anders aus.

    Ich nahm aber an, dass es reichen würde, dass man "so ungefähr weiß, dass irgendwo was steht". Bei dir klingt es so als ob ich es auswendig können müsste.

    Eine gewisse Sicherheit im Schulrecht wird ohnehin von allen Lehrkräften erwartet, von Lehrkräften in Leitungspositionen natürlich erst Recht. Zwischen "so ungefähr wissen, dass irgendwo was steht" und "ich habe alle relevanten schulrechtlichen Regelungen auswendig gelernt" gibt es dann doch noch eine gute Spannweite. Für das Auswahlgespräch sollte man zu typischen Problemstellungen im Zusammenhang mit der zu besetztenden Position gut vertraut sein.

    Es gibt keinen Grund, außer Marketing, dass es Apple-Produkte immer noch gibt und besonders viele in das geschlossene System gesaugt werden. Die Schulen machen da ja fröhlich mit. Ich bewege mich immer mehr in die Richtung FOSS bzw. open source. Da ist Apple halt genau das gegen Modell.

    Für den Privatgebrauch sehe ich das ähnlich, im betrieblichen Bereich darf man hingegen nicht nur auf den Anschaffungspreis schauen. Die Betriebskosten bei Apple dürften über den effektiv nutzbaren Zeitraum hinweg insgesamt niedriger sein, da einerseits im Vergleich z.B. zu Microsoft - wie plattyplus schon beschreibt - Upgrades kostenfrei sind, noch fast entscheidender aber die Konfiguration und Betreuung der Geräte deutlich weniger Zeit und damit Arbeitskosten beansprucht. Gerade in größeren Unternehmen schlägt dort schnell zu Buche, dass eine Vervielfachung der Geräte aufgrund der einfachen Synchronisierung zu einem nur wenig signifikanten Mehraufwand für die IT-Abteilung führt. Interessant für Unternehmen kann auch der vergleichsweise hohe Restwert bei Erneuerung der IT sein, der die hohen Anschaffungspreise etwas kompensiert.

    Kurze Vorbemerkung: Ich hatte im Februar mal gefragt, ob eine Reihe zu aktuellen schulrechtlichen Fragestellungen gewünscht ist, die von mehreren Forenmitgliedern begrüßt wurde. Da es sich hier nicht um spezielles Dienstrecht handelt, weiß ich gerade nicht, wo ich diese sinnvoll unterbringen kann, daher stelle ich sie erst einmal hier ein.

    Wir hatten hier vor kurzer Zeit eine recht rege Diskussion um mögliche Täuschungsversuche in Klausuren und welche Anforderungen an die Beweisbarkeit zu stellen sind. Die Diskussion drehte sich u.a. um Argumente der Form „in dubio pro reo“, „Ich habe es aber nicht in der Situation gesehen“ und den sogenannten Beweis des ersten Anscheins. Da wir alle wahrscheinlich früher oder später in vergleichbare Situationen kommen werden, möchte ich anhand eines aktuellen Urteil eines Verwaltungsgerichts noch einmal auf die Besonderheiten in der Beweisführung eingehen.

    (1) In dubio pro reo

    Dieser Grundsatz im Strafprozess ist zwar im deutschen Recht nicht explizit normiert, kann aber aus dem Recht auf einen fairen Prozess (vgl. u.a. Art. 103 GG und Art. 6 EMRK) und stellt ein grundrechtsgleiches Recht dar. Es handelt sich um eine Entscheidungsregel, die im Übrigen manchmal fehlinterpretiert wird. Sie sagt gerade nicht aus, dass von mehreren möglichen Schlussfolgerungen aus der Beweisaufnahme die (für den Angeklagten) günstigste für die Beweiswürdigung zu wählen ist, sondern sie ist erst anzuwenden, wenn nach abgeschlossener Beweisaufnahme noch Zweifel verbleiben. Für uns ist die Entscheidung hier ohnehin irrelevant, da sie sich ausschließlich auf Strafprozesse bezieht.

    (2) Beweiswürdigung und Beweis des ersten Anscheins

    Ein Beweis ist dann erbracht, wenn der Richter von der Richtigkeit persönlich voll überzeugt ist und diesen nicht nur für überwiegend wahrscheinlich hält. Dafür kann es auch ausreichen, dass sich aufgrund eines sehr typischen Geschehensablaufs, welcher Voraussetzung für die Anwendbarkeit dieses Beweises ist, beim Beobachter aufgrund eines genügend starken Erfahrungssatzes, die Vorstellung von diesem bestimmten Geschehensablaufs aufdrängt. Damit ist der Begründungsauwand zum „normalen“ Beweis geringer und nicht jedes Detail des Ablaufs nachzuweisen.

    (3) Widerlegung des Beweises des ersten Anscheins

    Der Beweis des ersten Anscheins kann durch Vortrag oder Beweis von Tatsachen erschüttert werden, die die Möglichkeit eines anderen atypischen Geschehensablaufs im Einzelfall begründen. Bitte auf die Wortwahl achten, um folgende Extreme zu vermeiden: Der atypische Geschehensablauf darf nicht nur möglich erscheinen, sondern muss nachvollziehbar begründet – nicht jedoch bewiesen – werden.

    (4) Beispiele in Kurzfassung

    Ich kann empfehlen die Urteilsbegründung folgenden Urteils zu lesen, da hier noch einmal auf die Verwertbarkeit des Beweis des ersten Anscheins trotz Versuch der Erschütterung und fehlender anderer Beweismittel eingegangen wird.

    a) Aktuelles Urteil vom 07.04.2022 (VG Koblenz, AZ 4 K 736/21.KO) Verursachung einer Gewässerverschmutzung: Parkt ein LKW-Fahrer seinen LKW über das Wochenende auf abschüssigen Gelände vor dem Haus und wird einige Stunden nach Wegfahren eine Verunreinigung der Fläche durch ausgetretenen Diesel festgestellt, so ist davon auszugehen, dass diese durch den LKW verursacht wurde. Die reine Benennung der Möglichkeit des zwischenzeitlichen Parkens anderer Fahrzeuge auf dieser Fläche reicht nicht aus, um diesen Anscheinsbeweis zu erschüttern.

    b) Auffahrunfall im Straßenverkehr : Es kann vom Erfahrungssatz ausgegangen werden, dass unabhängig vom genauen Ablauf des Geschehens der Auffahrende durch ein schuldhaftes Verhalten den Unfall verursacht hat. Ob dies nun durch überhöhte Geschwindigkeit, durch Unaufmerksamkeit oder durch zu geringen Abstand erfolgte, muss im Detail nicht nachgewiesen werden. Die Behauptung, der Vorausfahrende habe unerwartet gebremst, reicht für sich nicht aus, um diesen Anscheinsbeweis zu erschüttern.

    c) Missbrauch EC-Karte: Wenn bei Verlust der EC-Karte bis zur Sperrung problemlose Abhebungen erfolgen, so wird der Bank regelmäßig ein Beweis des ersten Anscheins für nicht sorgfältige Bewahrung der PIN durch den Kunden zugestanden, sofern das eingesetzte System nachweislich hinreichend sicher ist. Die reine Behauptung, die PIN sei nicht mit der Karte zusammen aufbewahrt worden, reicht hier nicht aus, um diesen Anscheinsbeweis zu erschüttern.

    oder eben:

    d) Übereinstimmung der Lösungen: Wenn bei einer Prüfung die Prüfungsleistung eine wörtliche Übereinstimmung mit dem Erwartungshorizont (oder der Prüfungsleistung eines anderen Prüflings) aufweist, so ist vom typischen Ablauf einer erfolgten Täuschung auszugehen. Die reine Behauptung, man habe halt zusammen gelernt, reicht hier nicht aus, um diesen Anscheinsbeweis zu erschüttern.

    Danke für die detaillierte Beschreibung CDL . Ich hatte bisher tatsächlich nur die Kurzfassung der entsprechenden Reduktion der Besoldung angesehen und nicht beachtet, dass Ermäßigungsstunden u.ä. dann anders berücksichtigt werden.

    Und wenn sich jemand für ein Tablet entschieden hat? Wie macht die dann ihre Unterrichtsvorbereitung?

    Nur weil du dir nicht vorstellen vermagst, wie man dies machen kann, heißt es nicht, dass es nicht geht. Das fängt schon damit an, dass diese These hier:

    Zur Unterrichtsvorbereitung braucht man 'ne anständige Tastatur und einen großen Monitor.

    eigentlich heißen müsste: "Zur Unterrichtsvorbereitung brauche ich persönlich 'ne anständige Tastatur und einen großen Monitor."



    Ich persönlich benötige im laufenden Alltag vor allem ein möglichst mobiles Gerät, welches sich problemlos mit unseren interaktiven Tafeln vernetzt und auf welchem ich sowohl mit Tastatur als auch mit Stift schreiben kann. Diesen Zweck hat lange Zeit ein Convertible erfüllt, mit Tablet geht das aber auch ganz gut. Für die seltenen Male, in denen ich einen Desktop-PC für Dienstzwecke benötige, stehen genügend Geräte im Lehrerzimmer, PC-Raum oder auch Notebooks im Sekretariat bereit...oder ich setze mich einfach in mein Büro ;) Insofern braucht es gar nicht ein Konzept "ein Gerät für alles", da ja gerade die verschiedenen Geräteklassen bereitstehen. Wir sind dann eher beim Konzept "Jede Lehrkraft ein persönlich zugeordnetes Dienstgerät + weitere Geräteklassen vorhalten". Und in diesem Konzept ist es durchaus sinnvoll, die Lehrkräfte mit sehr mobilen Geräten auszustatten und die anderen allgemein vorzuhalten als andersherum.

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