Beiträge von Seph

    Naja, es ist jetzt kein Tool für eine mega detaillierte Diagnostik. Dabei geht es eher darum

    1. einen generellen Eindruck der Klasse für die Themen zu bekommen
    2. die Schüler vielleicht etwas aufzumuntern und mal etwas Abwechslung zum üblichen Frontalunterricht und Einzelübungen zu bekommen
    3. für den Schüler selbst relativ schnell eine Diagnose zu bekommen, welche Themen nicht so gut funktionieren

    Nein, es geht eher darum

    4. durch einen augenscheinlich kostenfreien Check viele Schülerinnen und Schüler auf die Website deiner deutlich kostenpflichtigen Nachhilfe-Plattform zu lenken

    5. diesen im Check trotz überwiegend richtiger Antwort zu vermitteln, dass gezielte Nachhilfe - natürlich auf der Plattform - sehr sinnvoll wäre und man das hier gleich mal unkompliziert buchen kann.

    6. dabei gleich einmal die Kontaktdaten der Schüler abzugreifen, indem man großzügig anbietet, per Mail mögliche Übungspläne zuzusenden.

    Das wäre für mich trotzdem kein Grund, mein Foto freizugeben. Außerdem ist eine Freigabe ja auch keine Garantie, von Späßen, geschmackvoll oder nicht, verschont zu bleiben.

    Und dass die Karten von einer Firma verkauft werden, das hatte ich oben noch gar nicht mitbekommen. Da wäre ich 100% dagegen.

    Ja, es gibt inzwischen darauf spezialisierte Firmen, die den Jahrgängen weismachen, dass bei x Karten ein Reingewinn von y € für die Stufe übrig bliebe....wenn diese auch genug Abnehmer finden ;)

    Viele Dinge kann ich auch präventiv verändern, und zwar umso besser, je besser ich personell in der Klasse besetzt bin... Deshalb schrieb ich ja, dass ich mir statt der Schulbegleitung nicht keine, sondern eine inklusive Klassenassistenz wünsche, sodass der Einsatz eben flexibel erfolgen kann und die Ressourcen auch offiziell besser genutzt werden können. Wenn dann ein "I-Kind" die mal einen ganzen Tag neben sich benötigt, ist das so, aber das ist in den allermeisten Fällen eben nicht jeden Tag so...

    Das mag dann wirklich schulformspezifisch anders aussehen. Bei uns wären dann definitiv deutlich mehr Klassenassistenzen als nun Schulbegleitungen notwendig, sofern jede Klasse eine solche haben soll. Da ist die Poollösung mit Blick auf die Kinder mit entsprechendem Bedarf schon etwas effizienter bzgl. des notwendigen Personaleinsatzes.

    Ich schreib's auch nochmal: Unsere Schüler laufen einfach weg (3 habe ich erlebt in den letzten 2 Jahren, alle drei Buch an der Schule), der andere boxt die LK in den Bauch (bevor die SB endlich bewilligt wurde), der die urinierte ins Waschbecken um Klassenzimmer und aß Steine....

    Und das ist nur das, was ich mitbekommen habe.

    Das sind schon extreme Fälle, aber die gibt es natürlich auch. Das gibt es aber auch in "zahmer". Wir haben z.B. Kids, die schlicht an den Rollstuhl gefesselt sind und eine Schulbegleitung für ganz lebenspraktische Tätigkeiten (Raumwechsel, Unterstützung bei Toilettengängen, Holen von Arbeitsmaterial usw.) benötigen, um an Bildung adäquat teilhaben zu können.

    Ich fürchte, du unterschätzt dabei ebenfalls die notwendigen Tätigkeiten von Schulbegleitungen gerade außerhalb des Unterrichts, aber innerhalb von Schule, die es Kindern mit derartigem Unterstützungsbedarf erst möglicht macht, überhaupt einen regulären Schulbesuch zu absolvieren. Das ist mit etwas mehr Aufmerksamkeit der Lehrkräfte im Unterrichtssetting nicht erledigt.


    Und ja, ein Ziel kann darin bestehen, den Grad der Unterstützung schrittweise zurückzufahren. Nur wird damit nicht die Schulbegleitung insgesamt völlig obsolet.

    Ich hatte in all den Jahren eine einzige wirklich brauchbare Schulbegleitung, deren Anwesenheit einen merklichen Unterschied für ihr Kind und die Gesamtgruppe gemacht hat - eine sehr patente fünffache Mutter, die ihren AuDHSler konsequent und ohne viel Diskussion bei Fehlverhalten sofort rigoros eingenordet und erzogen hat. Der komplette Rest, naja. Ich bin daher bei Firelilly, dass diese sehr teure Maßnahme im Hinblick auf ihren Nutzen durchaus auch kritisch betrachtet werden darf.

    Die Aufgabe der Schulbegleitungen liegt nicht darin, Kinder "einzunorden" und Fehlverhalten zu sanktionieren, sondern den betreffenden Kindern dabei zu helfen, den schulischen Alltag trotz ihrer Beeinträchtigungen möglichst gut zu bestreiten. Das funktioniert im besseren Fall derart unauffällig, dass die Lehrkräfte kaum mitbekommen, was dort genau passiert. Dem Kind selbst hilft es dennoch.

    Man kann aber auch nach der 6. Klasse ans Gymnasium wechseln, oder?
    Heißt das also, dass Gymnasien zum Beispiel eine Klasse ab Klasse 5 haben und ab Klasse 7 kommen zwei weitere Züge dazu?

    Ja, genauso scheint es zu sein. Die Züge ab Klasse 5 sind an spezielle Schulprofile gebunden und wohl auf 1-2 Züge pro Schule limitiert.

    Und wer entscheidet, was "gebraucht" wird?

    Der Bewilligung einer Schulbegleitung geht eine entsprechende Bedarfsermittlung voraus, die den individuellen Unterstützungsbedarf des Kindes festhält.

    Und dann sollen Kinder mehrmals in der Woche die Begleitung wechseln?

    Nein, es bleibt für die Kinder bei sehr wenigen Bezugspersonen ohne ständigen Personalwechsel. Unsere Schulbegleitungen sind noch immer weitgehend fest an bestimmte Kids gebunden, aber eben nicht zwingend an nur eines. Ansonsten treffen sie sich frühs vor Unterrichtsbeginn immer zu einer kurzen DB, um gemeinsam den anstehenden Tag durchzusprechen und ggf. notwendige Änderungen abzustimmen.

    Oder um den "Pool" möglichst "effizient" zu nutzen, werden die Kinder mit Bedarf zusammen in eine Klasse gesteckt? ("Ach komm, Paula, Theater ist doch viel besser als Werken und Technik, du weißt ja, Romeo hat es nicht so mit der Motorik und ihr teilt euch eine Begleitung. Ja, ist nicht so passend mit deinem Autismus, aber eyh .. das oder gar keine Schule.")

    Es kann in der Praxis durchaus vorkommen, dass in einzelnen Klassen mehrere Kinder mit Unterstützungsbedarf sind. Aber nicht im Sinne einer erzwungenen Umwahl von Profilen, sondern eher als Bündelung zueinander passender Profile.

    vastehst

    Zur Pool-Lösung kann ich vlt. auch noch etwas beitragen, da unsere Schulbegleitungen in einem solchen organisiert sind. Aus deren Sicht besteht schon einmal ein wesentlicher Vorteil: die eigenen Arbeitsstunden sind nicht unmittelbar an den Bedarf eines konkreten Kindes gekoppelt und somit sind auch leichter Arbeitszeitmodelle nach eigenen Vorstellungen möglich. Eine unsere langjährigen Begleitungen könnte sonst nicht wie gewünscht in Vollzeit arbeiten, da der bewilligte Bedarf mancher Kids nur x Stunden hergeben. Andersherum sind auch Teilzeitlösungen leichter nach eigenen Vorstellungen möglich.


    Und das Pool-Modell ermöglicht auch, die Ressourcen spezifischer einzusetzen und gerade die oben beschriebenen Deutungen "Die machen ja eh nix, totale Verschwendung" zu vermeiden. Ein Kind, was z.B. Unterstützung bei der Orga seines Lernmaterials und bei der Konzentration auf Inhalte braucht, braucht nicht unbedingt eine Unterstützung in Kunst oder Sport. In der Zeit kann die Begleitung gut bei einem anderen Kind dabei sein.

    Kann den Beitrag von Mimi nur unterschreiben. Viel mehr als Rumsitzen machen die meisten Schulbegleitungen nicht.

    Ich weiß die Scbulbegleitungen verdienen (zurecht) nicht sonderlich viel, aber dennoch finde ich es krass, wie viel Geld da für einzelne Kinder rausgepulvert wird. Das zahlen die Eltern glaube ich nicht selber, sondern das sind alles Steuerkosten oder? Wenn man mal die Kosten pro Kind ausrechnet die da getragen werden müssen von der Allgemeinheit und dann das Herumsitzen der Schulbegleitungen beobachtet....

    Man überlege sich mal, ich als Lehrerin habe natürlich ein höheres Gehalt wegen höher qualifizierter Tätigkeit. Aber das alles rausgerechnet unterrichte ich eben auch alleine ~30 Schüler/innen pro Klasse und da ist der Kostenfaktor pro Kind halt krass anders, als eine Schulbegleitung, die dann auch nur für einen einzelnen (!!!!) Schüler zuständig ist. Das im Hinterkopf verrechnet mit dem, was Schulbegleitungen im Durchschnitt so "bringen" finde ich das heftig muss ich sagen.

    Mag diese Wahrnehmung daran liegen, dass du Schulbegleitungen bislang v.a. im Unterricht wahrgenommen hast? Dort haben sie - abhängig von Entwicklung und Alter der Kinder auch nicht ständig unmittelbar einzugreifen....das kann letztlich sogar ziemlich kontraproduktiv sein. Es gehört auch nicht zur Aufgabe der Schulbegleitungen, in irgendeiner Form mit zu unterrichten, in diesen einzugreifen o.ä. Oft geht es eher um praktische Hilfen (z.B. Orga des Arbeitsmaterials v.a. zu Beginn und Ende des Unterrichts), lebenspraktische Verrichtungen (z.B. Toilettengänge) oder schlicht um soziale und emotionale Unterstützung und als Anker für die Kids. Im eigentlichen Lernsetting spielt am ehesten noch die Hilfe bei der Fokussierung auf Aufgaben eine Rolle, das eigentliche Unterrichten geschieht aber durch die Lehrkräfte.


    Ich habe mit unseren Schulbegleitungen überwiegend gute Erfahrungen. Diese sind oftmals eine wichtige Unterstützung für "ihre Kinder" und verrichten viele Dinge diskret im Hintergrund, sodass ich mich gut auf meinen Unterricht konzentrieren kann und dennoch eine Unterstützung habe, die zwar nicht unmittelbar sichtbar wird, mir aber letztlich auch Sicherheit im Handling bestimmter Situationen bietet.

    Hallo zusammen,

    ich spiele mit dem Gedanken, im Ruhestand als Schulbegleitung zu arbeiten. Meine Sorge ist, dass ich das Ganze zu blauäugig angehe. Welche Anforderungen stellt ihr an eure Schulbegleiterinnen und Schulbegleiterinnen? Welche Erwartungen habt ihr? Welche guten oder auch schlechten Erfahrungen habt ihr gemacht? Wie steht ihr zum sogenannten "Pool-Modell"?

    Es geht doch gar nicht um Erwartungen der Lehrkräfte an Schulbegleitungen, sondern um die spezifischen Bedürfnisse des konkret zu betreuenden Kindes.

    Ein Vorteil bei Angestellten ist auch der einfachere Jobwechsel und eine einfachere Versetzung.

    Das hört man oft, ist aber tatsächlich nicht so. Für eine Versetzung muss noch immer derselbe Arbeitgeber mitspielen, der noch immer Interesse an der Versorgung von Mangelgebieten hat. Und ein Jobwechsel in ganz andere Berufsfelder ist für Lehrkräfte mit ihrer sehr spezifischen Ausbildung eher schwer. Letztlich ist und bleibt es so, dass wir von nur sehr wenigen Arbeitgebern, bei Ortsgebundenheit von de facto einem einzigen, abhängig sind. Das bringt Lehrkräfte - auch als Angestellte - nicht gerade in die beste Verhandlungsposition.

    Die Ukraine hat schon längst verloren und unnötigerweise ein zerstörtes Land mit vielen Toten hinterlassen.

    Den Angegriffenen die Verantwortung für Zerstörungen eines vom Agressor Russland geführten Angriffskriegs zuzuschieben, ist unter aller Sau! Ja, die Zerstörungen und Toten hätten wirklich nicht sein müssen. Das liegt aber nicht daran, dass sich das Opfer wehrt, sondern daran, dass es überhaupt in eine solche Rolle geschoben wird.

    Die Kosten für die PKV für die Kinder sind gerade in den ersten Jahren lächerlich gering. Die Beihilfe übernimmt 80%.

    Und um es ganz klar zu sagen - wobei das vermutlich eher eine Kritik am GKV-System ist: Wenn meine Frau nicht privat versichert gewesen wäre, hätten wir einige Untersuchungen während der Schwangerschaft selbst bezahlen müssen. Bei den Komplikationen, die sich da jeweils ergaben, hätten wir heute wahrscheinlich keine drei gesunden Kinder.

    Worauf ich tatsächlich gerne verzichten würde ist die ständige Sorge darum, teure Zusatzbehandlungen mit einem Steigerungssatz x zu erhalten, die einerseits dafür sorgen, dass die PKV immer teurer wird und die andererseits teils nicht von der Beihilfe oder/und der PKV abgedeckt sind. Als GKV-Versicherter passiert so etwas nicht. Da zückt man sein Kärtchen für übliche Behandlungen und Zusatzbehandlungen müssen explizit vorab vereinbart sein, um eine Zahlungspflicht auszulösen.

    Das funktioniert, solange man geistig recht fit ist, gut aufpasst und mitdenkt und mit Ärzten zu tun hat, die das nicht schamlos ausnutzen. Was im hohen Alter ist, mag ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen.

    Für mich ist das Altersvorsorgedepot dennoch keine Option. Mein Plan A ist immer noch, mit Pensionseintritt in ein Land auszuwandern, das keine oder deutlich weniger Kapitalertragssteuern erhebt und mir nicht einen signifikanten Teil meines Geldes stiehlt. Das funktioniert mit Altersvorsorgedepot explizit nicht - sollte man ggf. auf dem Schirm haben.

    Ob die Ersparnis aufgrund geringerer Kapitalertragssteuern den möglichen Entfall der Beihilfe (bzw. die Begrenzung auf deutsche Sätze) und damit die Notwendigkeit einer (erst im Alter abzuschließenden und dann mit teils hohen Aufschlägen/Ausschlüssen) Krankenvollversicherung im Ausland wieder aufwiegt?

    Diese Sau wird ja regelmäßig durchs Dorf gejagt. Gleichzeitig wissen die Länder ziemlich genau, warum sie trotz dieses Bashings lieber am Beamtentum festhalten. Schön wäre natürlich, wenn darüber mal ehrlicher gesprochen würde, als nur auf die angeblichen Privilegien zu schauen.

    Dass es in Anbetracht der notwendigen Reformen in den Sozialversicherungen auch mal einen Blick auf den Status Quo bei Beamten gibt, ist hingegen nachvollziehbar. Es gäbe nur auch einige Ansätze zum Nachsteuern, die auch ohne Abschaffung von Beamten auskommen. Ich finde es z.B. wirklich schwer zu transportieren, dass die Pension ausschließlich vom letzten Statusamt (mit 2 Jahren Mindesttätigkeit) abhängt und nicht vom "Karriereweg" durch die Ämter. Anders ausgedrückt: wer noch kurz vor der Pension befördert wird, erhält dieselbe Pension wie jemand, der statusgleich das ganze schon 30 Jahre lang macht....warum? Krass finde ich auch die extrem unterschiedlichen Familienzuschläge in den einzelnen Bundesländern. Hier wäre eine Angleichung wohl auch angezeigt.

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