Und Seph Ich sehe deine drei Punkte oben als logisch und rational und begründet an und ich glaube, dass du als Mitglied der SL nach dieser Maxim handelst. Die Erfahrung lehrt aber leider auch, dass die individuelle Meldung von Überlastung in der Regel nicht zur Entlastung führt. (Das passt auch zu den Erfahrungen aus Wiesbaden, wo ein systemisches / strukturelles Problem, das individuell nicht mehr handhabbar ist, durch die Schulverwaltung wieder zu einem individuellen heruntergebrochen wird.) Und hier sehe ich - leider - nur noch die AZ-Erfassung als Lösung. Wie sehr das ein Schreckgespenst ist, zeigen ja die entsprechenden Reaktionen bspw. in NRW.
Da bin ich bei dir. Eine Arbeitszeiterfassung macht die Belastungssituation gerade erst sichtbar und je breiter diese erfolgt, umso deutlicher wird auch, dass das nicht nur Einzelfälle betrifft. Ich begrüße daher ganz ausdrücklich die Schaffung einer zentralen Vorgabe für Arbeitszeiterfassung.
Mir geht es mit meinen Beiträgen zu dem Thema nur darum, dass wir nicht ohnmächtig warten müssen, bis sich die Dienstherrn irgendwann mal auf den Weg machen. Je mehr Lehrkräfte auch jetzt bereits ihre Arbeitszeiten systematisch erfassen, umso breiter werden strukturelle Probleme auch jetzt bereits sichtbar. Die Nachsteuerung der eigenen Arbeitszeit erfolgt am effektivsten auch über die individuelle Verteilung dieser Zeiten und die Entscheidung, bestimmten Aufgaben höhere oder niedrigere Prioritäten und Zeitumfänge zuzuweisen. Wenn dann trotz dieser Steuerungsmöglichkeiten Aufgaben nicht hinreichend innerhalb der vorgesehenen Arbeitszeit erfüllt werden können, dann muss die Antwort in Zukunft (und bisher) lauten, dies anzuzeigen und um Weisung zu bitten, wie damit umgegangen werden soll. Keine Lösung - auch im Sinne der eigenen Gesunderhaltung - kann es sein, die eigenen Arbeitszeiten auszudehnen und "eigenmächtig" Überstunden zu machen.
Die eigentliche Überlastungsanzeige ist dafür nur das formale Instrument und löst an sich die Situation noch nicht auf. Damit verbunden werden kann aber auch eine Formulierung für einen Vorschlag, was man selbst zur Lösung tun kann (z.B. bis auf weiteres Aufgabe x nicht mehr wahrnehmen können), und bei davon abweichenden Wünschen seitens der SL um Gespräch bitten. Solange dieses nicht erfolgt, wird dann mit gutem Gewissen nach dem eigenen angekündigten Plan A verfahren.