Beiträge von Websheriff

    Rose Ausländer, Max Bense, Peter L. Berger, Ernst Bloch, Heinrich Böll, Bert Brecht, Martin Buber, Albert Camus, Auguste Comte, Karlheinz Deschner, Friedrich Engels, Sigmund Freud, Johann Wolfgang von Goethe, Heinrich Heine, Werner Heisenberg, Ernst Jandl, Karl Jaspers, Ignace Lepp, Milan Machovec, Karl Marx, Friedrich Nietzsche, Blaise Pascal, David Riesman, Jean-Paul Sartre, Arno Schmidt, Dorothee Sölle, Carl Friedrich von Weizsäcker, Ludwig Wittgenstein, Wieland Zademach - und die nur im Einführungskurs KR in 11.1 und dann noch religiöses Schrifttum aller Provenience sowie Theolog*innen der unterschiedlichsten Religionen und Konfessionen.

    Aber weiter führe ich jetzt DAS nicht. Ich hoffe auf Verständnis.

    Die Lektüre philosophischer Texte nimmt im Ethikunterricht einen großen Raum ein, vor allem in der Oberstufe. Wir müssen unter anderem Aristoteles, Bentham, Mill, Kant, Schopenhauer, Nietzsche, Arendt, Sartre, Camus, Habermas, Rawls und Singer lesen. Diese Autoren spielen im Religionsunterricht meiner KuK keine (große) Rolle. Es gibt thematische Überschneidungen, wenn es um konkrete gesellschaftliche Themen geht. Das habe ich hier im Forum auch schon einmal angemerkt. Die Herangehensweise unterscheidet sich jedoch deutlich. Auch die Texte, die gelesen werden, sind andere. Der Kurs meiner Kollegin beschäftigt sich gerade mit dem Thema "das Leben und Leiden Jesu". Meine Schüler lesen derweil Kant (natürlich mit Bezug zur Lebenswelt der SuS, das ist ja klar).

    Diese Zusammenstellung ist allerdings unfair:
    "Meiner ist 18 Meter lang."

    Die Goldene Regel verlangt, sich in die Perspektive des jeweils von meiner beabsichtigten Handlung Betroffenen zu versetzen, um zu prüfen, ob mir meine Handlung auch dann noch als sinnvoll und richtig erscheint, wenn ich selbst davon betroffen wäre.

    Soweit teile ich deine Ausführung, allerdings nur bedingt Schlussfolgerungen wie:


    Maßstab für die Moralität der Handlungsabsicht sind also meine individuellen Wünsche und Interessen, von denen ich aus subjektiver Sicht annehme, dass sie allgemein geteilt werden.

    Diesbezüglich würde ich eher von "Intersubjektivität" sprechen.


    Konkretes Beispiel: Nach der Goldenen Regel ist es zulässig, die privaten WhatsApp Nachrichten meines Partners zu lesen, solange ich umgekehrt damit einverstanden bin, dass mein Partner auch meine Nachrichten lesen darf. Dass ich damit die Wünsche und Interessen meines Partners verletze, spielt in der Goldenen Regel keine Rolle, da das Prinzip der Goldenen Regel immer erst von den Wünschen des Handelnden ausgeht.

    Somit ist für mich dann auch dieses konkrete Beispiel unpassend, da ich damit die Würde des Partners verletzte und damit auch sein Leben einschränke.


    Abgesehen davon: Jesus ist kein Klimakleber, weil die Erzählfigur die Problematik noch nicht auf dem Schirm hat.

    Trotzdem: Danke für die obige Ausführung:!:

    Leute nach 4 Jahren Studium "ihren Glauben verlieren", was immer da verloren geht

    Verloren geht der naive, unreflektierte, unaufgeklärte, unkritische, wissenschaftsferne, unvernünftige Glaube. Und da ein solcher durch Erziehung von klein auf verinnerlicht ist, tut Veränderung weh und ist Offenheit aufwändig.


    Weitgehend praktizierte Alternativen sind z.B. die ähnlich blinde Absage - euphemistisch formuliert - "Agnostizismus" oder sowas wie die Haltung "boko ḥarām".

    Der "Kategorische Imperativ" ist das für Immanuel Kant grundlegende Prinzip moralischen Handelns:

    „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“


    Kant hatte damit das Rad nicht neu erfunden, sondern philosophisch nur neu formuliert, was man durchaus schon kannte:

    „Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu.“


    Kant kannte aber als belesener Mensch auch seine christliche Bibel sehr gut, in der Jesus diese "Goldene Regel" in seiner Bergpredigt so formuliert:

    „Wie immer ihr wollt, dass die Leute mit euch umgehen, so geht auch mit ihnen um! Denn darin besteht das Gesetz und die Pro­pheten.“


    Während Kant zwar viel schreibt, letztlich jedoch unverbindlich bleibt, was den konkreten Inhalt seiner Maxime angeht, ist die Botschaft Jesu da radikal: Liebe! - und fordert damit ein totales JA zum Leben.

    Was das nun bedeutet, das hab ich schon an anderen Stellen in diesen Foren verdeutlicht, und wer lesen will, der lese.

    Und damit wünsche ich euch einen besinnlichen Sonntag. :gruss:



    Die einfachen Antworten, die die Vertreter der Kirche geben, kann man irgendwann schwer akzeptieren. Ich frage mich, ob diejenigen, die Theologie sehr intensiv studiert haben, überhaupt wirklich alles glauben.

    Evangelische und Katholische Theologie sind kirchlich getragene Studiengänge; insofern sehe ich da keinen Widerrspruch zwischen Theologie und Kirche.


    Dass es aber immer noch vernunftresistente Theologieabsolventen gibt, ist offensichtlich.


    Meine persönliche Erfahrung deckt sich wahrscheinlich weitgehend mit der oben zitierten. Aber da muss man halt durch, wenn man erwachsen werden will.

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