Beiträge von Kris24

    Das ist der Verordnung des KM über die Notenbildung bei euch so nicht zu entnehmen. Auch dort steht ziemlich deutlich drin:

    Und auch aus folgendem Absatz, lässt sich die Zulässigkeit von Zwischennoten nicht folgern. Dieser verhindert lediglich, dass durch irgendwelche obskuren Berechnungen von Noten dann Zwischennoten bei Zeugnissen entstehen:

    Halbjahreszeugnisse gibt es in Baden-Württemberg kaum (am Gymnasium von Klasse 5 - 10 gar nicht).

    Direkt vor deinem Link steht

    "§ 4 Halbjahresinformation

    (1) Für das erste Schulhalbjahr erhalten die Schüler, soweit nichts Abweichendes bestimmt ist, eine schriftliche Information über ihre Leistungen in den einzelnen Unterrichtsfächern, wobei ganze Noten, ganze Noten mit Notentendenz (Plus oder Minus) und halbe Noten zulässig sind."

    Ich erhielt bereits vor 50 Jahren halbe Noten, am Seminar lernte ich, dass Viertelnoten sinnvoll seien und ich selbst gab bei Facharbeiten auch bereits Zehntelnoten (normalerweise reichen mir Viertelnoten, 20 Punkte Note 1, 19 Punkte Note 1,25 usw.)

    Ich kenne niemanden in Baden-Württemberg, der nur ganze Noten gibt (beim Einzug erzählte mir eine Nachbarin, dass es vor über 20 Jahren mal ein Kollege gegeben hat. Das fand sie immer noch unmöglich.)

    Kurz, ich kann nur jedem in Baden-Württemberg empfehlen, mindestens halbe Noten zu geben, um unnötige Probleme mit Eltern zu vermeiden. Nur im Zeugnis gibt es ganze Noten. (Und in der Notenkonferenz wird von der SL bei schlechten Noten nach der Tendenz gefragt.)

    Nachdem du wieder mjisw wieder mal den Text geändert hast, was soll ich kommentieren?

    Was sagt dieser Text, 25 100 Tote werden geschätzt, weil in diesem Jahr überdurchschnittlich viele starben, nachgewiesen wurden knapp 2000. Bis März 2021 starben 71 000 mehr, nachgewiesen wurde Covid-19 nur bei 47 000 (und Grippe fiel in dem Winter fast aus, es gab auch weniger Tote durch Autounfälle). Aber in Schwurblerkreisen gelten die 25 000 alle als Grippetote, die 71 000 Covid-19 nicht.

    Ich sage, entweder immer Schätzungen auf Übersterblichkeit oder immer nur nachgewiesene. Zweierlei Beziehungen, weil es gerade passt, ist nicht seriös. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pres…D21_563_12.html

    Ich zitiere

    "Die außergewöhnlich starke Grippewelle 2017/18 hat nach Schätzungen rund 25.100 Menschen in Deutschland das Leben gekostet. Das sei die höchste Zahl an To­des­fällen in den vergangenen 30 Jahren, wie der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, heute mit Blick auf eine eigene aktuelle Auswertungen erklärte. Es gebe auch saisonale Wellen mit wenigen Hundert Todesfällen."

    Und lese "Schätzung" und es geht nur um Grippe nicht um Covid-19. Der Artikel stammt vom 30. September 2019.

    Ja, Grippe ist auch schlimm, ich las in einem anderen Ärzteblatt, dass 20 Jahre nach der Spanischen Grippe Infizierte mehr als doppelt so häufig an Demenz erkrankten. Aber Covid hat noch mehr Tote verursacht, Herzinfarkt, Schlaganfall, aber auch Diabetes Typ I sind noch ein Jahr nach Infektion deutlich erhöht und was in 20 Jahren ist? Auch Demenz und auch Krebs werden nicht ausgeschlossen. Viele glauben ja, dass nach einer Infektion egal ob Grippe oder Covid-19 alles herum sei.

    Niemand spricht hier davon, dass Grippe harmlos ist, ich lasse mich auch gegen Grippe impfen, die geschätzten 25 000 Toten (aufgrund Übersterblichkeit), könnte teilweise also auch andere Gründe haben, waren Folge eines in dem Jahr wenig wirksamen Impfstoffes. Ich verstehe dich nicht, auch Grippeimpfstoffe versagen wie dieser Winter zeigte, Covid-19-Impfstoffe haben bisher die Todesfälle deutlich gesenkt. Es kann aber genau wie bei der Grippe eine Variante auftauchen, wo das nicht der Fall ist. Also nie impfen? (Ich sage dagegen, immer impfen, wenn die Kosten-Nutzen-Abwägung stimmt. Und ich überlege bei anderen Impfstoffen auch. Nur an Covid-19 sind aktuell so viele erkrankt, dass ich die Impfung einer Infektion vorziehe.)

    Aber noch einmal, was willst du sagen?

    Ich bin zwar etwas spät dran und das Thema "durch" (aktuell ist bei uns extrem viel los in der Schule), aber ich kenne tägliches (mündliches) Abfragen auch noch aus baden-württembergischen Unterricht. Ich selbst kam genau das eine Mal in Bio (Klasse 5) dran, als ich die Hausaufgaben vergessen habe. Dabei bin ich sogar noch vor der Stunde hin und habe es der Lehrerin gebeichtet. Ich erhielt die Antwort, Pech gehabt, du bist heute dran. Zum Glück war der Maikäfer Thema, weiß ich noch nach 44 Jahren, und ich hatte einen Film über Maikäfer im Fernsehen gesehen. Es reichte für eine 1,5. Aber ich fand es trotzdem unfair und die sonst beliebte Lehrerin war bei mir (bis zum Abitur) durch.

    Im Referendariat in den 90er (ebenfalls Baden-Württemberg) wurde deutlich gesagt, dass mündliche Abfragen nur zeigen, wie stressresistent jemand sei. Wir sollten das lassen. Und ich lasse es. Es kommt bei mir niemand gegen seinen Willen an die Tafel, ich erinnere höchstens allgemein, dass jeder mindestens einmal pro Stunde etwas sagen soll (und dann melden sich auch die letzten). Im äußersten Notfall (das letzte Mal vor über 5 Jahren gibt es bei mir einen "unangekündigten" schriftlichen Test für alle ("unangekündigt", weil ich vorher sage, wenn ihr weiterhin es nicht lernt, schreiben wir irgendwann in den nächsten beiden Wochen einen unangekündigten Tests. Meistens reicht das. Und auch diese Drohung kommt in all meinen Klassen insgesamt höchstens einmal pro Schuljahr vor.)

    Ja, ein paar asiatische Länder sind Spitzenreiter im Schulwesen, aber auch bei den Suizidfällen der Teenager. In abgeschwächter Form gibt es dies auch hier. Ich unterrichte gerne in Baden-Württemberg, habe mich vor vielen Jahren z. B. gegen eine Schule in München entschieden, weil im Vorstellungsgespräch in jedem 2. Satz Kontrolle vorkam (jeder sollte jeden jederzeit kontrollieren, ist nicht mein Ding).

    Tom123

    2017/18 starben 25.000 Personen an der Grippe. Die Grippeimpfung ist schon seit vielen Jahrzehnten erprobt und hat nicht nur eine Notzulassung.

    Was das mit der Ansteckung angeht: Ich habe mittlerweile schon viele (teilweise auch widersprüchliche) Studien gelesen. Alleine schon der Fakt, dass man von Seiten der WHO bzw. der Regierung bzw. seiten der Pharmaunternehmen nie wirklich große, verlässliche Studien zu diesem eigentlich essentiell wichtigen Punkt durchgeführt hat, hinterlässt bei mir einen faden Beigeschmack.

    Des Weiteren kann man auch ohne klare Symptome, alleine über die Keime an der Nasenschleimhaut andere infizieren.

    Der Virologe Klaus Stöhr hat schon mehrfach darauf hingewiesen, dass es deshalb generell völlig illusorisch sei, dass eine Impfung davor schützen könne, andere zu infizieren bzw. das Virus weiter zu verbreiten. Ihm vertraue ich deutlich mehr als irgendwelchen zusammengeschusterten Artikeln auf Tagesschau.de.

    25 000 Tote vermutet man wegen Übersterblichkeit, nachgewiesen sind keine 2000. Es lag auch daran, dass in diesem Winter der Grippeimpfstoff nicht passte (falsche Varianten). Sorge hatte man bereits im letzten Winter wie auch in diesem, dass aufgrund fehlender Grippewellen dies wieder passieren könnte. Grippe und Covid-19 gleichzeitig verkraftet unser System nicht (und auch für den Einzelnen multiplizieren sich die Probleme (nicht nur addieren)).

    Bei Corona vermutet man aufgrund Übersterblichkeit zwar nicht das 13fache des nachgewiesenen (da wurde schon mehr getestet), aber doch das dreifache (also viel mehr Tote als 25 000). Aber das wird in bestimmten Kreisen, die die 25 000 betonen, verneint. Auch das tödlich Herzinfarkt noch ein Jahr nach einer Corona-Infektion viel häufiger vorkommt, rechnet man nicht zu den offiziellen Covid-19 ‐Toten (aber zur Übersterblichkeit).

    Stöhr lag ein paar Male deutlich daneben. Ich vertraue daher lieber der Masse der Experten als einer Einzelmeinung.

    Okay, dann noch nicht mal das. Eine Vollzulassung hat sie m.W. bis heute nicht (außer in den USA mittlerweile?) Ansonsten, zeig es mir gerne. Die Notzulassung gab es aber in den USA.

    Ah ja, "Beschleunigtes Verfahren". Kommt für mich auf das Gleiche raus.

    https://www.swr.de/wissen/corona-…assung-100.html

    Hier von "Schwurblerkreisen" anzufangen, ist schon wieder eine absolute Unverschämtheit...

    Übrigens neue Medikamente erhalten normalerweise nur eine bedingte Zulassung (ist besser als eine Notzulassung, weil sie in eine Standardzulassung übergehen kann), weil sie sich erst über Jahre bewähren müssen. Vieles, was früher zugelassen wurde, hätte heute Probleme (z. B. Aspirin). Bedingt bedeutet, dass jedes Jahr überprüft wird (und nicht nur einmalig).

    Deine Meinungen werden tatsächlich nur von Uninformierten oder bewusst von Schwurblern vorgetragen. Alleine die 25 000 Grippetoten sprechen für sich. Ich finde persönlich mehr den Zusammenhang zwischen deinen Aussagen und deiner "politischen Einstellung" interessant (bestätigt wieder mal das Vorurteil).

    Die Überbevölkerung ist nun wirklich kein spezifisches Problem hierzulande, sondern dort, wo bereits jetzt Nahrung usw. knapp sind. Die deutsche Bevölkerung hingegen wird bei der derzeitigen Fertilitätsrate mittelfristig deutlich schrumpfen. Die Freude über Nachwuchs hierzulande sollte nun wirklich kein schlechtes Gewissen auslösen!

    Es ist vor allem ein Problem der Energie bzw. Klimakrise. Und da zählt ein Europäer ein Vielfaches (und die Hälfte eines Australiers) von einigen anderen auf dem Planet.

    Aber ich freue mich trotzdem über Kinder (und auch über alpha seine).

    War es,

    Ende 70/ Anfang 80 wurden Lehrkräfte schon vor dem Ref als Vertretungslehrkräfte eingestellt, das Ref wurde gekürzt,

    danach gab es dann etwa in den 90ern (?) Einstellungsstopp und die ausgebildeten Lehrkräfte fanden keine Stelle.

    Es gab Vertretungsstellen und man musste mühsam Woche für Woche zusammensammeln. Hatte man 3 Jahre zusammen, musste einem eine feste Stelle angeboten werden - aber die Behörde konnte einem 1 Woche vorher kündigen, so ging man wieder leer aus.

    Es gab auch Jahre in denen die Lehrkräfte verpflichtend auf eine gekürzte Stelle gesetzt eingestellt wurden, das weiß ich aus mehreren BL.

    Stimmt, ich wurde zweimal zwangsweise mit 2/3 Stelle eingestellt (1. Jahr in NRW bzw. Baden-Württemberg). Beim 2. Mal habe ich alles versucht, keine Chance, nur das Versprechen, im 2. Jahr aufstocken zu können, was ich umgehend tat.

    (Ich verdiente im 1. Jahr NRW 100 DM weniger als zuvor im Referendariat.)

    Zu Deputatsstunden, ich las (müsste aber noch einmal genau nachsehen), dass 1921 Gymnasiallehrer nur 21 Stunden halten mussten (reguläre Arbeitszeit über 50 Stunden). Ich fing auf jeden Fall mit 23 an, heute selbes Bundesland regulär 25. Viele meiner damaligen Kollegen blieben bei 23 und verzichten auf viel Geld. Ich kürztw die Zeit bei Projekten, verzichte aber auch auf Spaß (auch für mich).

    Ab 55 Jahren gab es die erste Altersermäßigungsstunde, ab 58 zwei. Heute gibt es eine ab 60. Es gab ca. 3 Jahre nach der Umstellung einen Bericht, dass nach der Umstellung viel mehr Kollegen sich vorzeitig pensionieren lassen. Folge, weniger Lehrer, aber das Land spart.

    Ich muss weiter unterrichten, deshalb nur kurz. Kaum ein Lehrer in Baden-Württemberg weiß noch, wie unsere 8 flexiblen Ferientage entstanden sind und warum nur noch 4 statt 6 Klassenarbeiten in Hauptfächer geschrieben werden müssen. Es gab viele Sparmaßnahmen und billige Ersatzleistungen.

    Letzte Antwort zu dir in diesem Bereich.

    Mir ist absolut egal, ob jemand Deutscher ist oder nicht. Es kommt auf ihn selbst an. Und so wie ich dich hier erlebe, komme ich vermutlich mit fast allen Ausländern (mal von den nationalistischen, die es auch bei den Ausländern gibt) besser aus als mit dir.

    Völkerwanderungen gab es schon immer und das ist gut. Meine Mutter erzählte mir noch von Geschichten von Inzucht (und ihren Folgen) in kleinen Dörfer (selbst erlebt in den 50er Jahren) . Manche hatten so Angst vor Fremden, dass jahrhundertelang nur im Dorf geheiratet wurde.

    Der "eine oder andere" ging wieder?!? 11-12 Mio. sind wieder gegangen!

    Dann war der Rest hier vor Ort. (Achtung Ironie)

    Noch einmal die Berechnungen haben sich verändert. Man wechselte den Arbeitgeber und sollte dann zurück, tat man nicht. Offiziell gezählt wurde nichts. Es gibt keine verlässlichen Zahlen, wollte niemand wissen. Ich lebte in einer schönen kleinen Stadt weitab von Industrie und großen Betrieben und selbst dort war gut ein Drittel in meiner Klasse Ausländerkinder. Mindestens 5 sprachen anfangs kein deutsch.

    Deshalb habe ich mich vor Jahren auf wahnsinnig darüber gefreut, dass ich früh morgens am Kölner Hauptbahnhof als einziger Mensch mit sichtbarem Migrationshintergrund von der Bahnpolizei kontrolliert wurde. Bei so einem schmalen Grat muss man eben Verständnis haben, schließlich ist das rationale Polizeiarbeit...

    ... und da müssen persönliche Befindlichkeiten eben hintenanstehen...

    Ich las vor kurzem von einer farbigen amerikanischen Journalistin in Berlin, die nach einem Jahr froh war, wieder in die USA zu dürfen. Sie wurde in diesen 12 Monaten 11x gründlich von der Polizei kontrolliert. Sie blieb immer freundlich, dachte anfangs sogar, dass dies hier üblich sei, empfiehlt aber ihren farbigen Kollegen inzwischen nicht nach Deutschland zu gehen.

    Eine Schwarze gut gekleidet, dass machte anscheinend verdächtig. (Ich bin in meinem ganzen Leben zweimal anlasslos kontrolliert worden, beide Male während des Studiums und nachts. 11x in einem Jahr ist sicher nicht normal.)

    Du weißt, dass Russlanddeutsche früher nicht zu den Migranten gezählt wurde (sie erhielten sofort den deutschen Pass) und die Berechnungen der übrigen sich dauernd änderten. Es kamen vor 1973 14 Millionen Gastarbeiter, klar ging der eine oder andere wieder. Deine Zahlen sind nicht nachvollziehbar für mich.

    zurück zum Thema

    Ich liebe die Vielfalt, die Aufgaben die alpha angesprochen hat, die verschiedenen Altersgruppen. Nirgends sonst kann ich abwechselnd 9 - 20jährige unterrichten.

    Auch meine Fächer würde ich wieder studieren, sie bieten mir Abwechslung. Alles andere fände ich auf Dauer langweilig.

    Bei deutschsprachigen Flüchtlingen besteht keine Sprachbarriere. Dies war sogar bei den Russlanddeutschen in hoher Zahl nicht der Fall. Und diese ist das größte Hindernis für Integration im schulischen System. Besonders deutsche Kriegsflüchtlinge mit Migranten aus anderen Ländern gleichzustellen, halte ich für absurd.

    Was die Anzahl der Gastarbeiterkinder angeht, so suche ich gerade nach Statistiken. Wenn du eine hast, gerne her damit :)

    Oh ein Ostpreuße oder Schlesier sprach völlig anders als ein Alemanne. Und auch die Sitten waren völlig anders. Heute sprechen ja fast alle Hochdeutsch höchstens eingefärbt durch ihren Dialekt. Ich musste auf jeden Fall schon zwischen Hamburgern und Bernern dolmetschen. Sie verstanden sich nicht.

    Aber unsere Migranten lernen schnell deutsch. Wir haben am Gymnasium Klassen mit nur 4 Muttersprachlern deutsch. Das ist nicht das Problem.

    Zu Statistik, es gab vor kurzem einen Bericht dazu im öffentlich - rechtlichen. Da wurde mir erst klar, warum es plötzlich so viele nicht deutsch sprechende Kinder gab. Als Kind war es mir egal.

    (Grund für den Bericht war ein Vergleich der Ölkrise und Wirtschaftsfolgen damals mit heute. Alles wiederholt sich, zum Haareraufen. Warum werden wir nicht schlauer? )

    Und genau das ist das Problem, das wir heute noch viel großflächiger haben; und das mit Schülern, deren kultureller Hintergrund dem unseren noch viel ferner ist, als damals bei den Russland-Deutschen.

    Ich habe an meiner Schule als Schüler in den 90ern fast nur positive Erfahrungen mit der Integration von Migranten gemacht (ich war an einer Schule auf dem Land - in Frankfurt sah dies sicher vielfach damals schon anders aus, aber es war zumindest in der Gesamtheit noch einigermaßen beherrschbar). Wir hatten Russland-Deutsche, wir hatten Türken, aber alles nur in geringer Anzahl. Diese konnten wunderbar integriert werden, lernten schnell die Sprache und wurden schnell zu Freunden.

    Je höher aber die Anzahl dieser Personen, desto schlechter können sie integriert werden. Wie soll in Klassen mit 60%+ Migrantenanteil noch Integration funktionieren? Noch dazu, wenn nicht mal ausreichend wirklich ausgebildete Lehrkräfte zur Verfügung stehen.

    Ich unterrichtete dort Ende des letzten Jahrtausend (also auch in den 90er Jahren ). Die meisten Russlanddeutsche kamen erst nach der Wende, waren also nicht keine 5 Jahre hier, es gab damals sogar ein Zuzugsverbot für diese Personengruppe in dieser Region.

    Ich wurde 1974 eingeschult, in meiner Klasse gab es sehr viele Gastarbeiterkinder (1973 wurde ihr Nachzug begrenzt), was dazu führte, dass alle schnell noch ihre Kinder nach Deutschland holten (ich erinnere mich an 2 Schwestern aus Italien, die mit ca. 10 Jahren, nicht deutsch sprechend in der 1. Klasse landeten). Meine Mutter hatte Mitleid und ermutigte mich, einige regelmäßig einzuladen, obwohl bei uns das Geld sehr knapp war.

    Nein, das Problem besteht schon ewig, nach dem Krieg waren es die Flüchtlinge (meine Mutter hat es auch dem evangelischen Ostpreußen in den katholischen Schwarzwald verschlagen und das war für die einheimischen damals fremder als heute Russen oder Türken). Sie wurden massiv abgelehnt und blieben viele Jahre unter sich (nicht integriert). Meine Mutter erzählte mir vor ein paar Jahren lachend, wie sie von den einheimischen endlich akzeptiert wurde (es hat ca. 20 Jahre und viele Spenden für den Kirchenbasar (meine Mutter backt hervorragend, kocht sehr gute Marmelade und strickte viel). In ihrem Lachen klang aber auch etwas Bitterkeit durch. Wir sprachen lange darüber. Auch mir wurde noch erzählt, dass ich evangelische Landeskirche einer Sekte angehöre.

    Ich widerspreche deutlich deiner 1. Aussage. Es ist nicht großflächiger. Nur werden die Probleme heute offen angesprochen und nicht unter den Tisch gekehrt. Ein Gastarbeiterkind aus den 70er Jahren erhielt keine Förderung, keine Beachtung. Sie blieben unter sich, für uns unsichtbar.

    Du berichtest hier auch ausschlißlich vom Gymnasium, oder?. Ich war nur in der Oberstufe an einem Gymnasium, und die Personen aus meinem Familien- und Bekanntenkreis waren auch vielfach nicht auf dem Gymnasium - sondern auf der Volksschule. Wenn Gymnasiallehrer meckern, ist das halt oft meckern auf hohem Niveau, schätze ich.

    Nein.

    Ich habe anfangs einige Jahre an einer integrierten Gesamtschule in einer Großstadt in NRW unterrichtet. Wir hatten massiv körperliche Gewalt und Disziplinprobleme unter neu angenommenen Russlanddeutsche (ca. 80 % der Schüler). Deren Eltern hatten kein Verständnis für uns Lehrer, "ein Junge muss zuschlagen können" oder direkt zu uns "dann schlagen Sie zu, ich bin damit einverstanden." Die Kinder nahmen uns teilweise nicht ernst, weil wir nicht zuschlugen. Beispiele oben sind aus allen Schulformen.

    Jetzt unterrichte ich an einem Gymnasium in einem Brennpunktbereich, davor war ich einige Jahre an einem Gymnasium auf dem Land. Gewalt hat unterschiedliches Aussehen, aber es gibt sie überall.

    Am Gymnasium gibt es sicherlich weniger körperliche Gewalt, dafür mehr (intensiveres) Mobbing. Aber es ging um einen Vergleich früher-heute und ich bin mir sicher, dass heute weniger Gewalt herrscht, weil wir es nicht mehr als normal akzeptieren. Auch Verwahrlosung war früher extremer. Ich habe sie in der Grundschule bei Mitschülern erlebt, Kinder waren tagelang alleine (und kaum einen hat es gestört).

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