Auch bei uns hat es immer geklappt. 2015 hat meine Kleinstadt freiwillig sogar mehr aufgenommen. Es wurden zusätzliche Willkommensklassen eingerichtet (wir haben immer welche für neu hinzugezogene Kinder von EU-Arbeitskräften) und weil es genug Kinder und Jugendliche waren, eben nicht nur stundenweise sondern komplette Klassen. Am benachbarten (größeren) Gymnasium waren es alleine 6 Klassen, weitere Klassen hätten zu uns kommen sollen, waren dann aber nicht nötig, Kinder lernen schnell Deutsch (nach einem Jahr waren sie bei uns am Gymnasium in nornalen Klassen und gehören teilweise zu den Besten, vor Corona bekam ich es nur dann mit dass sie nicht hier gebürtig waren, wenn sie nicht in die Schweiz durften).
Auch an zwei Realschulen, Werkrealschulen und mehreren Grundschulen gab es einige Klassen. Meine Stadt war stolz, dass innerhalb kürzester Zeit alle U18 untergebracht waren. Inzwischen sind (fast) alle im Berufsleben angekommen, soweit sie alt genug sind. Die lokale Zeitung hat regelmäßig berichtet, der dafür gegründete Verein (über 400 Mitglieder mit Kontakten in die Wirtschaft) war extrem erfolgreich. Der Malerbetrieb ist in afghanischer Hand, die Bäckerei hat mehrere Somalier in der Backstube, wir haben syrische Busfahrer, alle mit kompletter Lehre/Ausbildung, zahlen Steuern, aber wenn man nicht nachfragt, erfährt man es nicht. Die Leute sind angekommen, die Meister waren froh über Ausbildungswillige, die Wohnungsnot existiert immer noch.
Meine Nachbarn flüchteten in den 90er vor dem Krieg in Kroatien. Die Eltern arbeiten im Verkauf bzw. im Lager, die Kinder studieren.
Es gibt Klassenteiler, Deputatsstunden usw. Es gibt genug arbeitslose Lehrkräfte, ich weiß auch von einem pensionierten Kollegen, der sich sehr engagiert hat. Wenn genug kommen, werden neue Klassen eingerichtet. Mich stößt gerade ab, was ich hier lese. Vielleicht sind bei euch zu wenige Flüchtlinge/Ausländer?
Ich wäre auf jeden Fall froh, wenn ich aufgenommen würde, wenn ich fliehen müsste. Diskussionen über Geld stoßen mich daher gerade ab. Es gibt genug Geld für alles mögliche.