Beiträge von Kris24

    Tom123

    2017/18 starben 25.000 Personen an der Grippe. Die Grippeimpfung ist schon seit vielen Jahrzehnten erprobt und hat nicht nur eine Notzulassung.

    Was das mit der Ansteckung angeht: Ich habe mittlerweile schon viele (teilweise auch widersprüchliche) Studien gelesen. Alleine schon der Fakt, dass man von Seiten der WHO bzw. der Regierung bzw. seiten der Pharmaunternehmen nie wirklich große, verlässliche Studien zu diesem eigentlich essentiell wichtigen Punkt durchgeführt hat, hinterlässt bei mir einen faden Beigeschmack.

    Des Weiteren kann man auch ohne klare Symptome, alleine über die Keime an der Nasenschleimhaut andere infizieren.

    Der Virologe Klaus Stöhr hat schon mehrfach darauf hingewiesen, dass es deshalb generell völlig illusorisch sei, dass eine Impfung davor schützen könne, andere zu infizieren bzw. das Virus weiter zu verbreiten. Ihm vertraue ich deutlich mehr als irgendwelchen zusammengeschusterten Artikeln auf Tagesschau.de.

    25 000 Tote vermutet man wegen Übersterblichkeit, nachgewiesen sind keine 2000. Es lag auch daran, dass in diesem Winter der Grippeimpfstoff nicht passte (falsche Varianten). Sorge hatte man bereits im letzten Winter wie auch in diesem, dass aufgrund fehlender Grippewellen dies wieder passieren könnte. Grippe und Covid-19 gleichzeitig verkraftet unser System nicht (und auch für den Einzelnen multiplizieren sich die Probleme (nicht nur addieren)).

    Bei Corona vermutet man aufgrund Übersterblichkeit zwar nicht das 13fache des nachgewiesenen (da wurde schon mehr getestet), aber doch das dreifache (also viel mehr Tote als 25 000). Aber das wird in bestimmten Kreisen, die die 25 000 betonen, verneint. Auch das tödlich Herzinfarkt noch ein Jahr nach einer Corona-Infektion viel häufiger vorkommt, rechnet man nicht zu den offiziellen Covid-19 ‐Toten (aber zur Übersterblichkeit).

    Stöhr lag ein paar Male deutlich daneben. Ich vertraue daher lieber der Masse der Experten als einer Einzelmeinung.

    Okay, dann noch nicht mal das. Eine Vollzulassung hat sie m.W. bis heute nicht (außer in den USA mittlerweile?) Ansonsten, zeig es mir gerne. Die Notzulassung gab es aber in den USA.

    Ah ja, "Beschleunigtes Verfahren". Kommt für mich auf das Gleiche raus.

    https://www.swr.de/wissen/corona-…assung-100.html

    Hier von "Schwurblerkreisen" anzufangen, ist schon wieder eine absolute Unverschämtheit...

    Übrigens neue Medikamente erhalten normalerweise nur eine bedingte Zulassung (ist besser als eine Notzulassung, weil sie in eine Standardzulassung übergehen kann), weil sie sich erst über Jahre bewähren müssen. Vieles, was früher zugelassen wurde, hätte heute Probleme (z. B. Aspirin). Bedingt bedeutet, dass jedes Jahr überprüft wird (und nicht nur einmalig).

    Deine Meinungen werden tatsächlich nur von Uninformierten oder bewusst von Schwurblern vorgetragen. Alleine die 25 000 Grippetoten sprechen für sich. Ich finde persönlich mehr den Zusammenhang zwischen deinen Aussagen und deiner "politischen Einstellung" interessant (bestätigt wieder mal das Vorurteil).

    Die Überbevölkerung ist nun wirklich kein spezifisches Problem hierzulande, sondern dort, wo bereits jetzt Nahrung usw. knapp sind. Die deutsche Bevölkerung hingegen wird bei der derzeitigen Fertilitätsrate mittelfristig deutlich schrumpfen. Die Freude über Nachwuchs hierzulande sollte nun wirklich kein schlechtes Gewissen auslösen!

    Es ist vor allem ein Problem der Energie bzw. Klimakrise. Und da zählt ein Europäer ein Vielfaches (und die Hälfte eines Australiers) von einigen anderen auf dem Planet.

    Aber ich freue mich trotzdem über Kinder (und auch über alpha seine).

    War es,

    Ende 70/ Anfang 80 wurden Lehrkräfte schon vor dem Ref als Vertretungslehrkräfte eingestellt, das Ref wurde gekürzt,

    danach gab es dann etwa in den 90ern (?) Einstellungsstopp und die ausgebildeten Lehrkräfte fanden keine Stelle.

    Es gab Vertretungsstellen und man musste mühsam Woche für Woche zusammensammeln. Hatte man 3 Jahre zusammen, musste einem eine feste Stelle angeboten werden - aber die Behörde konnte einem 1 Woche vorher kündigen, so ging man wieder leer aus.

    Es gab auch Jahre in denen die Lehrkräfte verpflichtend auf eine gekürzte Stelle gesetzt eingestellt wurden, das weiß ich aus mehreren BL.

    Stimmt, ich wurde zweimal zwangsweise mit 2/3 Stelle eingestellt (1. Jahr in NRW bzw. Baden-Württemberg). Beim 2. Mal habe ich alles versucht, keine Chance, nur das Versprechen, im 2. Jahr aufstocken zu können, was ich umgehend tat.

    (Ich verdiente im 1. Jahr NRW 100 DM weniger als zuvor im Referendariat.)

    Zu Deputatsstunden, ich las (müsste aber noch einmal genau nachsehen), dass 1921 Gymnasiallehrer nur 21 Stunden halten mussten (reguläre Arbeitszeit über 50 Stunden). Ich fing auf jeden Fall mit 23 an, heute selbes Bundesland regulär 25. Viele meiner damaligen Kollegen blieben bei 23 und verzichten auf viel Geld. Ich kürztw die Zeit bei Projekten, verzichte aber auch auf Spaß (auch für mich).

    Ab 55 Jahren gab es die erste Altersermäßigungsstunde, ab 58 zwei. Heute gibt es eine ab 60. Es gab ca. 3 Jahre nach der Umstellung einen Bericht, dass nach der Umstellung viel mehr Kollegen sich vorzeitig pensionieren lassen. Folge, weniger Lehrer, aber das Land spart.

    Ich muss weiter unterrichten, deshalb nur kurz. Kaum ein Lehrer in Baden-Württemberg weiß noch, wie unsere 8 flexiblen Ferientage entstanden sind und warum nur noch 4 statt 6 Klassenarbeiten in Hauptfächer geschrieben werden müssen. Es gab viele Sparmaßnahmen und billige Ersatzleistungen.

    Letzte Antwort zu dir in diesem Bereich.

    Mir ist absolut egal, ob jemand Deutscher ist oder nicht. Es kommt auf ihn selbst an. Und so wie ich dich hier erlebe, komme ich vermutlich mit fast allen Ausländern (mal von den nationalistischen, die es auch bei den Ausländern gibt) besser aus als mit dir.

    Völkerwanderungen gab es schon immer und das ist gut. Meine Mutter erzählte mir noch von Geschichten von Inzucht (und ihren Folgen) in kleinen Dörfer (selbst erlebt in den 50er Jahren) . Manche hatten so Angst vor Fremden, dass jahrhundertelang nur im Dorf geheiratet wurde.

    Der "eine oder andere" ging wieder?!? 11-12 Mio. sind wieder gegangen!

    Dann war der Rest hier vor Ort. (Achtung Ironie)

    Noch einmal die Berechnungen haben sich verändert. Man wechselte den Arbeitgeber und sollte dann zurück, tat man nicht. Offiziell gezählt wurde nichts. Es gibt keine verlässlichen Zahlen, wollte niemand wissen. Ich lebte in einer schönen kleinen Stadt weitab von Industrie und großen Betrieben und selbst dort war gut ein Drittel in meiner Klasse Ausländerkinder. Mindestens 5 sprachen anfangs kein deutsch.

    Deshalb habe ich mich vor Jahren auf wahnsinnig darüber gefreut, dass ich früh morgens am Kölner Hauptbahnhof als einziger Mensch mit sichtbarem Migrationshintergrund von der Bahnpolizei kontrolliert wurde. Bei so einem schmalen Grat muss man eben Verständnis haben, schließlich ist das rationale Polizeiarbeit...

    ... und da müssen persönliche Befindlichkeiten eben hintenanstehen...

    Ich las vor kurzem von einer farbigen amerikanischen Journalistin in Berlin, die nach einem Jahr froh war, wieder in die USA zu dürfen. Sie wurde in diesen 12 Monaten 11x gründlich von der Polizei kontrolliert. Sie blieb immer freundlich, dachte anfangs sogar, dass dies hier üblich sei, empfiehlt aber ihren farbigen Kollegen inzwischen nicht nach Deutschland zu gehen.

    Eine Schwarze gut gekleidet, dass machte anscheinend verdächtig. (Ich bin in meinem ganzen Leben zweimal anlasslos kontrolliert worden, beide Male während des Studiums und nachts. 11x in einem Jahr ist sicher nicht normal.)

    Du weißt, dass Russlanddeutsche früher nicht zu den Migranten gezählt wurde (sie erhielten sofort den deutschen Pass) und die Berechnungen der übrigen sich dauernd änderten. Es kamen vor 1973 14 Millionen Gastarbeiter, klar ging der eine oder andere wieder. Deine Zahlen sind nicht nachvollziehbar für mich.

    zurück zum Thema

    Ich liebe die Vielfalt, die Aufgaben die alpha angesprochen hat, die verschiedenen Altersgruppen. Nirgends sonst kann ich abwechselnd 9 - 20jährige unterrichten.

    Auch meine Fächer würde ich wieder studieren, sie bieten mir Abwechslung. Alles andere fände ich auf Dauer langweilig.

    Bei deutschsprachigen Flüchtlingen besteht keine Sprachbarriere. Dies war sogar bei den Russlanddeutschen in hoher Zahl nicht der Fall. Und diese ist das größte Hindernis für Integration im schulischen System. Besonders deutsche Kriegsflüchtlinge mit Migranten aus anderen Ländern gleichzustellen, halte ich für absurd.

    Was die Anzahl der Gastarbeiterkinder angeht, so suche ich gerade nach Statistiken. Wenn du eine hast, gerne her damit :)

    Oh ein Ostpreuße oder Schlesier sprach völlig anders als ein Alemanne. Und auch die Sitten waren völlig anders. Heute sprechen ja fast alle Hochdeutsch höchstens eingefärbt durch ihren Dialekt. Ich musste auf jeden Fall schon zwischen Hamburgern und Bernern dolmetschen. Sie verstanden sich nicht.

    Aber unsere Migranten lernen schnell deutsch. Wir haben am Gymnasium Klassen mit nur 4 Muttersprachlern deutsch. Das ist nicht das Problem.

    Zu Statistik, es gab vor kurzem einen Bericht dazu im öffentlich - rechtlichen. Da wurde mir erst klar, warum es plötzlich so viele nicht deutsch sprechende Kinder gab. Als Kind war es mir egal.

    (Grund für den Bericht war ein Vergleich der Ölkrise und Wirtschaftsfolgen damals mit heute. Alles wiederholt sich, zum Haareraufen. Warum werden wir nicht schlauer? )

    Und genau das ist das Problem, das wir heute noch viel großflächiger haben; und das mit Schülern, deren kultureller Hintergrund dem unseren noch viel ferner ist, als damals bei den Russland-Deutschen.

    Ich habe an meiner Schule als Schüler in den 90ern fast nur positive Erfahrungen mit der Integration von Migranten gemacht (ich war an einer Schule auf dem Land - in Frankfurt sah dies sicher vielfach damals schon anders aus, aber es war zumindest in der Gesamtheit noch einigermaßen beherrschbar). Wir hatten Russland-Deutsche, wir hatten Türken, aber alles nur in geringer Anzahl. Diese konnten wunderbar integriert werden, lernten schnell die Sprache und wurden schnell zu Freunden.

    Je höher aber die Anzahl dieser Personen, desto schlechter können sie integriert werden. Wie soll in Klassen mit 60%+ Migrantenanteil noch Integration funktionieren? Noch dazu, wenn nicht mal ausreichend wirklich ausgebildete Lehrkräfte zur Verfügung stehen.

    Ich unterrichtete dort Ende des letzten Jahrtausend (also auch in den 90er Jahren ). Die meisten Russlanddeutsche kamen erst nach der Wende, waren also nicht keine 5 Jahre hier, es gab damals sogar ein Zuzugsverbot für diese Personengruppe in dieser Region.

    Ich wurde 1974 eingeschult, in meiner Klasse gab es sehr viele Gastarbeiterkinder (1973 wurde ihr Nachzug begrenzt), was dazu führte, dass alle schnell noch ihre Kinder nach Deutschland holten (ich erinnere mich an 2 Schwestern aus Italien, die mit ca. 10 Jahren, nicht deutsch sprechend in der 1. Klasse landeten). Meine Mutter hatte Mitleid und ermutigte mich, einige regelmäßig einzuladen, obwohl bei uns das Geld sehr knapp war.

    Nein, das Problem besteht schon ewig, nach dem Krieg waren es die Flüchtlinge (meine Mutter hat es auch dem evangelischen Ostpreußen in den katholischen Schwarzwald verschlagen und das war für die einheimischen damals fremder als heute Russen oder Türken). Sie wurden massiv abgelehnt und blieben viele Jahre unter sich (nicht integriert). Meine Mutter erzählte mir vor ein paar Jahren lachend, wie sie von den einheimischen endlich akzeptiert wurde (es hat ca. 20 Jahre und viele Spenden für den Kirchenbasar (meine Mutter backt hervorragend, kocht sehr gute Marmelade und strickte viel). In ihrem Lachen klang aber auch etwas Bitterkeit durch. Wir sprachen lange darüber. Auch mir wurde noch erzählt, dass ich evangelische Landeskirche einer Sekte angehöre.

    Ich widerspreche deutlich deiner 1. Aussage. Es ist nicht großflächiger. Nur werden die Probleme heute offen angesprochen und nicht unter den Tisch gekehrt. Ein Gastarbeiterkind aus den 70er Jahren erhielt keine Förderung, keine Beachtung. Sie blieben unter sich, für uns unsichtbar.

    Du berichtest hier auch ausschlißlich vom Gymnasium, oder?. Ich war nur in der Oberstufe an einem Gymnasium, und die Personen aus meinem Familien- und Bekanntenkreis waren auch vielfach nicht auf dem Gymnasium - sondern auf der Volksschule. Wenn Gymnasiallehrer meckern, ist das halt oft meckern auf hohem Niveau, schätze ich.

    Nein.

    Ich habe anfangs einige Jahre an einer integrierten Gesamtschule in einer Großstadt in NRW unterrichtet. Wir hatten massiv körperliche Gewalt und Disziplinprobleme unter neu angenommenen Russlanddeutsche (ca. 80 % der Schüler). Deren Eltern hatten kein Verständnis für uns Lehrer, "ein Junge muss zuschlagen können" oder direkt zu uns "dann schlagen Sie zu, ich bin damit einverstanden." Die Kinder nahmen uns teilweise nicht ernst, weil wir nicht zuschlugen. Beispiele oben sind aus allen Schulformen.

    Jetzt unterrichte ich an einem Gymnasium in einem Brennpunktbereich, davor war ich einige Jahre an einem Gymnasium auf dem Land. Gewalt hat unterschiedliches Aussehen, aber es gibt sie überall.

    Am Gymnasium gibt es sicherlich weniger körperliche Gewalt, dafür mehr (intensiveres) Mobbing. Aber es ging um einen Vergleich früher-heute und ich bin mir sicher, dass heute weniger Gewalt herrscht, weil wir es nicht mehr als normal akzeptieren. Auch Verwahrlosung war früher extremer. Ich habe sie in der Grundschule bei Mitschülern erlebt, Kinder waren tagelang alleine (und kaum einen hat es gestört).

    Ich denke, wer wirklich gut und leistungsstark aus der Schule geht, wird einen Beruf mit höheren Augstiegsmöglichkeiten, besserer Bezahlung und mehr Sozialprestige anstreben. Wer wiederum eher mit Ach und Krach durchgekommen ist, den zieht es wohl eher weniger zurück in die Schule und der zweifelt vielleicht auch daran, die nötigen Voraussetzungen dafür zu haben. Bleibt eigentlich nur einen kleiner Teil Absolventen, der realistisch fürs Lehramt angeworben werden kann.

    Also mein Abischnitt war sehr gut, die von meinen Kollegen auch (ich kenne niemanden unter 1,5 bzw. gehörten zu den besten 10 % des Jahrgangs).

    Und fast alle von meinen Schülern, die auf Lehramt studier(t)en (teilweise sind es bereits Kollegen), waren sehr gute Schüler.

    Das ist richtig. Ich denke aber nicht, dass man das so mono-kausal sehen kann. In meinen Augen wird heute auch vielfach die Verantwortung für die Erziehung einfach an die Schule (und sonstige Einrichtungen) übertragen. Viele Eltern sind mMn nicht konsequent genug und bringen ihren Kindern keine vernünftigen Grundwerte und Manieren bei, weil sie glauben, das macht schon jemand anderes.

    Auch Bildung (der Eltern) spielt da wahrscheinlich eine große Rolle. Es ist wahrscheinlich eher Bildungs- als Schulform-abhängig, würde ich behaupten. Eltern, die selbst einen sehr niedrigen Bildungsstand (oder besserer gesagt ein sehr niedriges Bildungsinteresse) haben und fast den ganzen Tag nur auf das Smartphone glotzen, bringen ihren Kindern natürlich in keinem Bereich viel bei. Und m.E. ist die Entwicklung da heute eher negativ im Vergleich zur Vergangenheit. Hinzu kommen dann noch die Opfer einer überforderten Integrationspolitik.

    Früher mussten die Eltern mehr arbeiten. Auch Hausfrau war ein Fulltimejob. Wenn ich daran denke, wie lange meine Mutter für kochen und Wäsche waschen benötigt hat. Mein Vater war unter der Woche weg und wollte am Wochenende seine Ruhe. Wir Kinder wurden nach draußen geschickt.

    Auch früher hatten die Eltern keine Zeit.

    ergänzend

    Ich habe noch ältere Kollegen kennengelernt, die bereits in den 60er Jahren (am Gymnasium) unterrichtet haben und auch die sagten regelmäßig lachend, wenn jemand sich wie du geäußert hat, "sei froh, dass du heute unterrichten darfst."

    Beispiele waren 50 Schüler in einer Klasse, alles quatschte, Schule war unwichtig, jeder bekam einen Arbeitsplatz. Meine Mutter berichtete mir regelmäßig, wie sie in den 50er Lehrer fertig gemacht haben, die aus dem Krieg kommend keine Alternativen zum Schuldienst hatten (da waren wir schon brav).

    Auch Mobbing und Gewalt gab es. Ich habe selbst Ende der 70er Prügeleien in jeder Pause erlebt und es wurde richtig zugeschlagen, kaum ein Lehrer griff ein. Ein Kollege berichtete, als wir damals jungen Lehrer in den 90er Gewalt thematisierten, dass er eine kleine Kollegin vor einem gewalttätigen großen Jugendlichen rettete, der sie über die Treppe stoßen wollte.

    Rückwirkend wird die Vergangenheit von vielen verklärt.

    Na so wie bei der kommenden Impfkampagne: Ein paar Leute erzählen, warum sie Lehrer geworden sind. Dazu gibt es dann ein paar tolle Plakate und Videos, und das ganze für 30 Mio. €; das wird bestimmt funktionieren.

    Und wenn dann endlich mal der Kapitalismus abgeschafft ist, hat die TAZ bestimmt auch ein paar tolle Ideen, wie wir in unserem öko-sozialistischen Wunderland Leute dazu zwingen, äh bringen können, Lehrer zu werden.


    Ich glaube, was Lehramt (also zumindest die Schulformen, wo stark gesucht wird) für so viele unattraktiv macht, ist, dass man die Schülerschaft von heute wahrscheinlich leider nicht mehr annähernd mit der in den 70ern oder 80ern (von noch früher reden wir erst gar nicht) vergleichen kann.

    Ich denke nicht, dass die Schülerschaft früher besser war. Es wurde nur vieles unter den Teppich gekehrt. Oder willst du die Angst der Schüler vor dem Lehrer zurück? Die Prügelstrafe Anfang der 70er Jahre? Ich war in den 70/80er Schüler und möchte auf keinen Fall zurück. Meine Schüler müssen/sollen keine Angst vor mir haben.

    Ich denke, es ist schon der Irrglaube, dass dies jeder kann (das wird z. Z. auch dadurch unterstützt, dass für viele gefühlt jeder genommen wird, hier tauchen ja auch immer wieder welche auf, die sich beklagen, dass sie nicht mit Kusshand genommen werden. Der Staat soll sich glücklich schätzen, wenn er mich kriegt.)

    Früher war zumindest Referendariat Pflicht (und das sollte auch heute noch sein, es kann ja bei bei Vorkenntnissen, nicht bei Bedarf etwas gekürzt werden).

    So entsteht der Glaube bei Abiturienten, ich probiere irgendetwas und wenn dies nicht klappt, kann ich immer noch Lehrer werden. Wozu Ausbildung, ich war ja an der Schule.

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