Beiträge von Kris24

    Wahlversprechen können dann komplett umgesetzt werden, wenn eine Partei über 50 % der Stimmen erhält. Das war in (West-)Deutschland nie der Fall. Es müssen Kompromisse geschlossen werden (und ich habe bereits in der Schule gelernt, dass Kompromiss bedeutet, dass alle unzufrieden sind). Wir haben (zum Glück) keine Diktatur einer starken Partei. Das ist vielen Menschen nicht klar (und im Osten ist der Anteil vielleicht noch größer), weil sie nicht differenzieren und meinen, alle Parteien seien gleich. Nein, dass sind sie nicht, es gibt große Unterschiede, aber dazu muss man sich informieren. Meckern ist leichter, warum werden meine (!) Wünsche nicht umgesetzt?

    Ich bin manchmal geschockt, wie wenig Menschen über die Punkte der Parteien Bescheid wissen, manchen sind nur FakeNews bekannt.

    Also hast du immer noch keine Stelle? Bielefeld gibt's doch gar nicht. 😉

    Das ist an beruflichen Schulen tatsächlich angenehmer. Mit meinem Abschluss 1,8 und 2,3 hatte ich gar kein Problem eine Planstelle zu bekommen.

    Als ich nach Bielefeld zog, gab es es noch. Die Info ging erst später durchs Netz. ;)

    Ich bin tatsächlich jetzt 27 Jahre durchgehend Lehrer (war neulich selbst überrascht, als ich nachgerechnet habe). Vor 20 Jahren klappte es dann auch in BW.

    Einschulung heute mittag, da weiß ich noch kein Ergebnis. Positive Schnelltests gab es gestern nur einen, von Quarantäne weiß ich nichts (meine Schüler waren alle anwesend). Dabei ist bei uns der Ausländeranteil (alle südlichen europäischen Länder von Portugal bis Bulgarien) sehr hoch. Ich muss bei 3 von 4 Namen nachfragen, wie spricht man das aus.

    Bei uns ist das Wetter noch sehr schön, Einschulung fand also draußen statt (3 G galt trotzdem und wurde auch kontrolliert), Fenster sind noch durchgehend offen. Ich schiebe den Rückgang gerade darauf. (Im letzten Jahr gab es auch im September einen vorübergehenden Rückgang, den einige (auch hier) zur Aussage veranlasste, seht, es gibt keine 2. Welle. (Auch bei uns ist der Impfanteil weit unter Bundes- und Landesschnitt. Ich hoffe, er steigert sich jetzt nach den Sommerferien noch etwas.)

    Wer kritisch-neugierige Rückfragen zum Sinn und Zweck des Unterrichtsstoffs stellt, ist also nicht gymnasial-tauglich?

    Wenn es kritisch-neugierig wäre - denen antworte ich ausführlich (s.o.). Und ich weiß viele Beispiele (z. B. mathematische Bewerbungsstest großer Firmen, da wird mehr als nur Prozentrechnung gefragt).

    Aber wir alle ärgern uns über die, die fragen, weil sie nicht lernen wollen, weil sie sich nicht anstrengen wollen, weil es nur um Arbeitsvermeidung geht. Es geht bei viel zu vielen nur um die Note (ein Lehrer, der nichts verlangt, aber gute Noten verteilt, ist angesehen, der Nachfolgende hat Probleme). Diese Gruppe ist oft laut (Elternabend), die anderen schweigen. Das hat sich tatsächlich in den letzten Jahrzehnten geändert (komme selbst jetzt auf fast 3 Jahrzehnte Unterricht).

    Bei uns geht es erst Morgen los. Aber bis auf positive Schnelltests von Schüler, die dann tägliches testen voraussetzen, sehe ich keine Probleme (und morgen sind die Mitschüler zumindest noch nicht in der Schule angesteckt. Die Zettel für tägliche Tests für ungeimpfte Kollegen wurden auch bereits gemailt (ob die morgen bereits eingesammelt werden, zuvor war ja auch bereits zweimal die Woche verlangt, weiß ich nicht - betrifft mich nicht. Vermutlich reicht noch ohne Zeugen? ).

    Ich antworte immer, ich habe mein Studium finanziert mit Mitstudenten, die doch überraschend nach dem Abitur noch Mathe benötigten (BWL, Psychologie, Sport usw.).

    Und dann je nach Altersstufe

    Es gibt diverse Studien z. B. https://nachrichten.idw-online.de/2021/06/29/meh…k-als-erwartet/ (und da werden weitaus anspruchsvollere Themen genannt als quadratische Gleichungen)

    oder

    Mathe übt abstraktes und analytisches Denken. Ich treibe auch Sport, obwohl ich ein Auto besitze. Ich möchte auch mein Gehirn trainieren (braucht man evtl. später noch einmal und grinse dabei, die Schüler lachen mit). In anderen Fächern (wozu benötigt man Geschichte oder französische Grammatik, ich kann mich auch mit Händen und Füßen verständigen) wird anders "gedacht" (ich nenne Beispiele). Mathematik ist einzigartig, kann nicht ersetzt werden.

    Aber natürlich gibt es Menschen, die nicht selber denken (können/ wollen). Es gibt Studien (ich finde sie gerade nicht), dass in Mathe interessierte Schüler später im Beruf eher sich weiter bilden, eher höhere Gehälter verdienen.

    Es kommt auf die Stimmung an, manchmal antworte ich nur, um versetzt zu werden oder um das Abitur zu schaffen.

    Was letztlich ja auch vollkommen in Ordnung ist (+- x). Für die Umrechnung Deputatsstunde in Arbeitsstunde sollte es ja überall Regelungen geben. Im Normalfall ist es 1/(Unterrichtsstunden pro Woche) * (Arbeitsstunden eines Beamten in der Verwaltung pro Woche). 1 Deputatsstunde sind so meist 90-100 Minuten.

    Für mich ist es in Ordnung, ich profitiere ja auch für meinen Unterrich, aber es sind bei uns 120 Minuten statt 90 - 100 (und solange benötige ich normalerweise nicht für Unterricht plus Vorbereitung plus Korrekturanteil. (Aber nachdem ich lange erst nichts und dann eine Stunde erhalten habe ...) Es gibt zu wenige Entlastungsstunden.

    Und leider reichen auch 144 Zeitstunden nie (anfangs (3. Schule) waren es bei mir mal 500 Stunden im Jahr (vernachlässigte Sammlung, Umstellung von R/S auf H/P-Sätzen).

    Ich wurde dreimal (an drei verschiedenen Schulen, also an jeder nach Ref.) Sammlungsleiter in Chemie gegen meinen Willen (lange Zeit ohne Entlastungsstunden). Das 1. Mal war es direkt nach Ref. in NRW und ich habe (erfolglos) abgelehnt, genauso wie das 1. Mal in BW (beide Male lange Gespräche mit der SL), beim 3. Mal habe ich gleich die Entlastungsstunden angefordert und auch erhalten (ich muss dafür aber 2 Zeitstunden pro Woche pro Entlastungsstunde leisten). Ich bestand jedes Mal darauf, dann auch die Fachleitung zu übernehmen, das ist der angenehmere Teil (man kann (letzendlich) entscheiden, was angeschafft wird, man erfährt Infos z. B. über Fortbildungen als erster). Und ja, es hat sicher bei A14 geholfen, die Sammlung ist perfekt (auch von außen bestätigt) geführt.

    Ablehnen in BW ist nicht möglich (ich erhielt es jedes Mal, weil ich zuletzt an die Schule kam, weil es sonst niemand wollte (Sammlung ist viel Arbeit), weil der vorige Sammlungsleiter die Schule verlassen hat bzw. das 1. Mal war die Schule neugegründet und es gab als ich kam das 1. Mal Chemie).

    Unsere Referendare sind im 2. Jahr alle stellvertretende Klassenlehrer (Co-Klassenlehrer), um es zu lernen (und wenn dann der KL langfristig ausfällt, helfen halt die anderen Fachlehrer).

    Allerdings ist es ab Kl. 9 wenig problematisch, weil bei uns alles digital abläuft. Jeder Fachlehrer trägt Fehlzeiten ins digitale Klassenbuch ein, das rechnet minutengenau ab. Die Liste kann der Klassenlehrer direkt an die die Eltern senden. Auch unsere Noten trägt jeder Fachlehrer digital ins ASV-neo ein (wir dürfen aktuell noch entscheiden, ob Einzelnoten oder nur am Ende des Halbjahres die Gesamtnote), der Klassenlehrer schreibt notfalls eine Mail an den säumigen Fachlehrer. Damit ist es auch getan (gut, er muss am Ende noch das Zeugnis unterschreiben). Arbeit ist nur die Durchführung des Wandertages oder wenn es zu Problemen kommt (dann ist man natürlich der Ansprechpartner von allen Seiten - meine letzte Klasse hatte leider gleich 6 Schüler bei denen dies zutraf, dazu Fernunterricht, mein Co-Klassenlehrer (Referendar) war mir wirklich eine Hilfe, ich hatte auch schon völlig unproblematische Klassen und keine extra Arbeit).

    Anders sieht es bis Klasse 8 aus. Da gibt es bei uns Klassenlehrerstunden, die vorbereitet und durchgeführt werden müssen. Da fällt viel mehr Elternarbeit an, da sind die Kinder viel mehr auf Lehrer fixiert. Wenn dann der Klassenlehrer ausfällt, ist der Co-Klassenlehrer echt gefordert.

    uns wurde gesagt, weil es völlig freiwillig ist und nicht angewiesen wie z. B. eine Aufsicht, sei es steuerfrei

    (unsere SL war anfangs auch noch anderer Meinung und meinte, man müsse es versteuern, aber sie sagte später deutlich, dass nicht versteuert werden muss und sie ist eigentlich immer bestens informiert, ich selbst habe noch keine Steuererklärung gemacht, bisher habe ich die 4 Jahre immer voll ausgeschöpft, wo sonst erhält man 6 % Zinsen, das hat sich leider auch erledigt, ich kann aber noch keine persönliche Erfahrung berichten).

    Bitte Ari89 melde dich wieder, wenn du etwas genaueres weißst und wen hast du im KM gefragt? Hast du einen Ansprechpartner? (gerne auch per PN).

    Hat nicht MrsPace auch unterrichtet? Vielleicht weiß sie mehr?

    Wenn du Mathe bei schwächeren Schülern frontal unterrichtest, bleibt wenig hängen (außer kochrezepthaftes Vorgehen) und das ist für den Lehrer (und auch für die Schüler) viel frustrierender. Säuregehalt von Cola wird leider nicht mehr bestimmt (ich fand Olivenöl (Alter bzw. Lagerung) oder Wein (Herkunftsland) interessanter). Auch Bodenproben war ein mögliches Thema im alten Bildungsplan. Erkundige dich über den neuen.

    Projekte kommen aber gerade bei schwächeren Schülern gut an, es ist mal etwas anderes. Mathe müssen sich lernen, NwT wird gewählt (bei uns gibt es vier Auswahlmöglichkeiten).

    Aber ich kenne dich nicht. Wenn du lieber von vorne dozierst, ist Mathe vielleicht einfacher, aber ob es dich auf Dauer glücklich macht (ich liebe auch in Mathe Projekte, sie steigern konstruktives Denken und Motivation, leider bleibt meistens zu wenig Zeit).

    Das ist vielleicht aus das Problem von NwT im neuen Bildungsplan. Jetzt wird viel mehr vorgeschrieben, die Zeit ist knapper, aber meine Kollegen unterrichten gerne.

    Vielen Dank CDL fuer die Nachricht. Das waere klasse :)

    @Kris24: falls du in deinen wohlverdienten Ferien hier mitliest, haette ich tatsaechlich ein paar Fragen an dich :)

    (Lehrer, welche Mathe und NWT unterrichten sind rar)

    Ich habe jetzt tatsächlich den PC vier Wochen privat ausgelassen und nur zweimal kurz über Handy in das Forum hinein gesehen, deine Frage aber nicht gelesen. Ich antworte daher erst jetzt.

    ich habe über 20 Jahre lang NwT zuerst in NRW und seit 2001 in BW unterrichtet, ich bin auf eigenen Wunsch seit einem Jahr heraus, weil es mir zu ingenieurlastig wurde (dank neuem Bildungsplan), irgendetwas zu programmieren ist nichts, was ich gerne tue. An deiner Stelle würde ich es sofort unterrichten, ist viel spannender als Mathe, man hat auch einen besseren Zugang zu den Schülern.

    Mathe nach Buch zu unterrichten ist für einen fachfremden Lehrer sicher angenehmer (deshalb verstehe ich, dass du es in der Vergangenheit so sahst), aber nach vielen Jahren rege ich, regen sich meine Kollegen über die Schulbücher auf, fühlen uns manchmal bevormundet, würden lieber anders vorgehen (und tun es manchmal auch). Auch Eltern reagieren bei Mathe viel schneller, kontrollieren mit Buch, in NwT hatte ich immer viele Freiheiten, die ich gerne genutzt habe (ich liebe Lebensmittelchemie und auch Stoffkreisläufe habe ich gerne unterrichtet) und Eltern waren begeistert von den Projekten (Kollegen auch, wir hatten immer öffentliche Präsentationen).

    Wir haben über Oberstufenkurse nachgedacht, aber da wir keinen studierten Lehrer mit diesem Fach hatten und nur 2 Kollegen, die bereit waren, sich darin weiterzubilden, war es unserer Schulleitung zu heiß. NwT wird bei uns bei 4 Wahlmöglichkeiten am häufigsten gewählt (ca. 50 % der Schüler), ein NwT-Lehrer würde aktuell begeistert empfangen (es war auch bei beiden Schulwechseln mein Vorteil). Wie es in Zukunft aussieht, weiß ich nicht, wir hatten aber noch nie Praktikanten oder Referendare mit diesem Studienfach (scheint also noch nicht häufig zu sein, Mathe ist immer mindestens einmal dabei).

    Kurze Rückfrage, da ich das nicht verfolge: Habt ihr Pooltests in der Sek 1? Das wäre immerhin schon mal ein Gang in die richtige Richtung

    nein, noch nicht einmal an der Grundschule (in meiner Stadt). Bei uns entscheidet der Schulträger und der erhöhält es später vom Land erstattet (deshalb wird bei uns jeder Test dokumentiert).

    Ist das ein NRW-Problem?

    Ich habe es in Baden-Württemberg nämlich umgekehrt erlebt. Auf dem ländlichen Gymnasium war das Niveau weitaus höher, der Migrantenanteil viel niedriger. In der Stadt besuchen viel mehr Schüler ein Gymnasium, es gibt von vornherein einen höheren Migrantenanteil, der inzwischen auch das Gymnasium besucht (ich erwähne es, weil leider sehr viele große Probleme mit der deutschen Sprache haben), beides senkt das Niveau.

    Gesamtschulen spielen bei uns allerdings keine Rolle, Gemeinschaftsschulen fangen jetzt erst an, hochzuwachsen (konkret, ich kenne erst eine (städtische) mit Oberstufe, ein paar bemühen sich darum, noch sind sie keine Konkurrenz). Bei uns steigen immer noch die Zahlen am Gymnasium, obwohl wir immer noch G8 haben. Probleme haben eher Gemeinschaftsschulen, wenn sie mangels geeigneter Schüler doch keine Oberstufe einrichten können. Auch haben Gymnasien bei uns immer noch den besseren Ruf.

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