Impfdurchbrüche nehmen zu (die kleine Zahl bezieht sich soviel ich weiß, auf den Zeitraum Februar bis Juni, also vor Delta). Ich las für Juli 5 %.
Aber die Erkrankung verläuft i.a. weniger schwer und darum geht es ja.
Impfdurchbrüche nehmen zu (die kleine Zahl bezieht sich soviel ich weiß, auf den Zeitraum Februar bis Juni, also vor Delta). Ich las für Juli 5 %.
Aber die Erkrankung verläuft i.a. weniger schwer und darum geht es ja.
Du weißt aber schon, daß solche Aufträge aufgrund des Volumens zuerst europaweit ausgeschrieben werden müssen und bei den Ausschreibungen Fristen einzuhalten sind? Also vor Oktober 2022 wird das nichts.
Wollte unsere Regierung das beschleunigen, hätte sie den Notstand ausrufen und die Notstandsgesetze anwenden müssen. Dann sind solche Ausschreibungen nämlich entbehrlich. Aber das wollten sie ja nicht, es könnte ja zu politischen Verwicklungen führen.
Genau das ist auch bei uns das Problem. Baden-Württemberg hat letzte Woche erst die genauen Regeln erlassen, unsere Stadt überlegt gerade für 20 % der Räume bis Klasse 6 (aber keine Kitas etc.) Geräte anzuschaffen (für Räume, die schlecht gelüftet werden können) . Irgendwann in den nächsten Wochen soll dann die Ausschreibung heraus. Und dann gibt es sicher keine Geräte mehr zeitnah. Ich erwarte also für diesen Winter auch nichts mehr.
Ich und viele meiner Kollegen sind froh, dass die Maske erst ab hundert getragen werden muss. Du hast ja trotzdem die Möglichkeit eine Maske zu tragen.
Ohne Maske ist die Klasse schnell in Quarantäne also Fernunterricht.
Ich möchte eigentlich alle normal in der Schule unterrichten. Ein Teil der Klassen im Fernunterricht, ein Teil in der Schule finde ich besonders anstrengend. (Maske ist übrigens besonders wirksam, wenn sie der Infizierte trägt. Das sind oft die, die auch sonst keine Maske tragen. )
Ich will mich eigentlich an dieser Diskussion überhaupt nicht beteiligen, möchte nur folgendes anmerken: Bolzbold ist hier der Historiker. So wie wir Naturwissenschaftler oftmals nervös werden, wenn es um haarsträubend falsche Aussagen rund um Corona geht, möge man doch bitte auch die Expertise der Geisteswissenschaftler respektieren. Ich möchte behaupten, dass ich als Laie historisch überdurchschnittlich interessiert bin und in einigen Teilbereichen auch recht gut belesen bin. Deutschland war vor Hitler in Teilen schon sehr fortschrittlich und das eben nicht von "aussen aufgedrückt" sondern "von innen geboren". Vorsicht an dieser Stelle also mit Vergleichen. Geschichte wird nur allzu oft nicht richtig verstanden und es ist frustrierend, wie wenig wir aus ihr lernen.
Geschichte? Gemeinschaftskunde? - Ja, habe ich nicht studiert, obwohl es meine Lieblingsfächer an der Schule waren (aber schon damals war klar, dass keine Lehrer mit diesen Fächern benötigt werden und so habe ich Mathe statt Geschichte gewählt, ich habe aber Abitur in Geschichte geschrieben). Und ich weiß, dass ich hier in Kürze nicht wiedergeben kann, was mich seit vielen Jahren beschäftigt, worüber ich sehr viel nachgedacht und gelesen habe (auch deshalb tausche ich mich mit anderen gerne aus, auch deshalb habe ich heute morgen hier geschrieben).
Trotzdem: ich beschäftige mich seit über 40 Jahren mit diesen Themen. Angefangen hat es mit einem Kinderbuch über Afghanistan, dann kam der Einmarsch 1978, ich habe alles verschlungen (von Memoiren eines russischen Offiziers um 1980 ca. 15 Jahre später veröffentlicht, über den Beginn der Taliban bis allgemeinen Berichten über das Land). Dieses Land hat mich immer fasziniert und traurig gestimmt. Auch über den Iran (wurde hier ein paar Male genannt) habe ich sehr vieles sehr verschiedenes gelesen (von Memoiren einer Tochter Mossadeghs (hätte es damals die Chance auf (dauerhafte) Demokratie gegeben oder hätte er sich als starker Mann für viele Jahre aufgespielt), die beiden Schahs usw. Ich habe viel darüber nachgedacht, habe mich immer weiter informiert (ich habe sicher mehr Zeit damit verbracht als mit chemischen oder gar mathematischen Themen).
Und ja, ich kenne die "demokratischen" Vorbewegungen in Deutschland. Ich bin in der Stadt von Friedrich Hecker aufgewachsen, ich habe mich bereits als Jugendliche mit ihm und seinen Ideen auseinandergesetzt, es gibt hier ein Hecker-Gymnasium. In Frankfurt wollte ich zuerst die Paulskirche besuchen und blieb viele Stunden drinnen (meine Begleitung verschwand entnervt, aber wenn ich schon mal da bin). Mir fallen August Bebel und Waldeck ein. Bolzhold schreibt ab 1870. Ich kann einiges über das kleine Baden berichten, es hatte seit 1818 eine Verfassung, war konstitutionelle Monarchie, lt. Wikipedia durften immerhin 17 % der Bevölkerung wählen. Aber das ist weder Demokratie noch hatte das Volk demokratisches Denken. Auch in anderen Völkern gab es solche Vordenker.
DpB schrieb oben, dass vielleicht dazu ein gewisser Wohlstand dazu gehört, ich ergänze auch Bildung. Zu viele trauerten während der Weimarer Zeit dem Kaiserreich nach und folgten später bereitwillig Hitler, es waren nicht nur einzelne. Dass es wirtschaftlich aufwärts geht, war wichtiger als Demokratie.
Auf der Seite Einstellungen zur Demokratie | bpb
lese ich, ich zitiere:
Geprägt durch Erinnerungen an das Kaiserreich und die Weimarer Republik stand die Bevölkerung in den 1950er-Jahren der Demokratie skeptisch gegenüber. Dies hat sich seither grundlegend geändert. Seit langem wertet die große Mehrheit die Demokratie als die beste Staatsform. Unterschiede gibt es bei der Wertschätzung der Demokratie als Staatsform zwischen West- und Ostdeutschland.
Gründe der anfänglichen Demokratieskepsis
Wer von der Instabilität der Weimarer Republik und ihrem Zerfall nach nur 14 Jahren traumatisiert worden war, blickte auf den zweiten Anlauf zur Demokratie in Deutschland voller Skepsis. Und wer im Deutschen Kaiserreich den besseren Staat gesehen hatte, dem schien die Demokratie eine schlechte Wahl zu sein. So dachte noch in den 1950er-Jahren ein nennenswerter Teil der Bevölkerung. Allerdings nahm die Zustimmung zur Demokratie in dem Maße zu, in dem Erinnerung an das Kaiserreich und die Weimarer Republik allmählich verblasste und in dem sich die Bundesrepublik als ein politisch stabiles Gemeinwesen erwies, das obendrein eine beträchtliche Wohlstandssteigerung zustande brachte. Noch aber werteten einflussreiche Beobachter diese Art der Demokratieakzeptanz als zerbrechlich.
(Zitatende)
Das deckt sich mit allem, was ich sowohl aus der Weimarer Zeit, als auch aus den 50er/60 er Jahren gelesen habe, das deckt sich, was ich von Älteren noch in den 70er/80er Jahren (z. B. über Hitler oder auch 1968) gehört habe. Ich habe Dahrendorf gelesen. Was wäre gewesen, hätten die Amerikaner unser Land nach 1945 nur halbherzig betreut, hätten sich zunehmend verabschiedet, weil die Deutschen in ihren Augen kein Verständnis für Demokratie haben (in Afghanistan waren es theoretisch 20 Jahre, aber schon lange war klar, dass das Land aufgeben war). Und ich habe Verwandtschaft in den neuen Bundesländern, bei Besuchen in den 90er Jahren hörte ich dieselben nicht demokratischen Ideen wie Jahre zuvor. Auch bei ihnen ging es vor allem um Wohlstand. Ich habe mich damals gefragt, ich frage mich heute, wie sicher ist unsere Demokratie, wenn unser Reichtum ins Schwanken gerät? Wenn terroristische Banden (Parteien etc.) uns drohen? Werden dann wirklich genug Menschen aufstehen, um die Demokratie zu verteidigen? Ich bin ziemlich in Sorge, dank Klimakrise ist es ja nicht ausgeschlossen.
Das sind ein paar der Gedanken sehr kurz notiert (über alles könnte ich stundenlang reden, wünschte ich intensiven Austausch), es beschäftigt mich seit langem sehr.
Mal im Ernst: Ich bin nicht Karl-Dieters Meinung und finde auch, wir bräuchten bessere Maßnahmen. Aber leider fallen wir auch keine tollen, gut umsetzbaren Maßnahmen ein (außer vielleicht Luftfilter, aber auch das ist ein Tropfen auf den heißen Stein). Daher schließe ich mich ernsthaft interessiert der Frage an:
Was wünscht ihr euch denn alle für Maßnahmen?
Jetzt mindestens Fensterventilatoren (richtig eingebaut, damit sechsmal pro Stunde die Luft ausgetauscht wird und nicht nur am Fenster) oder Lüftungsfilteranlangen, die dasselbe können.
Im Winter: im Prinzip dasselbe (ich möchte nicht mehr so frieren, deshalb wäre letzteres schön). Verhindern übrigens auch andere Infektionen.
Und ja, fast alle Länder sind dieser Meinung. Schweden hat bereits letztes Jahr die Sommerferien genutzt, um sie in Schule einzubauen (Artikel in Zeit), jetzt kam ein ähnlicher Bericht über einige amerikanische Bundesstaaten. Aber in Deutschland hat man gegen die Studien der Fachleute beschlossen, dass man das so nicht sagen könne und lüften auch ausreichen muss (erinnert mich wieder an die Diskussion früherer Jahre über anthropogenen Treibhauseffekt, Experten werden nicht ernst genommen, dafür andere zu Experten gemacht (siehe Treffen Ende September 2020 zu diesem Thema).)
Was sind denn für dich konkret vernünftige Maßnahmen?
Infektion wird weitgehend verhindert (außer man hustet den anderen direkt an), wenn sechsmal pro Stunde die Raumluft ausgetauscht wird (mehrere Studien). Das kann aber durch bloßes Lüften nicht erreicht werden außer es windet sehr stark.
Bei etwa gleichen Temperaturen (also jetzt) findet fast kein Luftaustausch statt, bei kalten Temperaturen müsste man alle 10 Minuten mind. 3 Minuten lüften (sechsmal die Stunde). Weil dies zu oft ist, haben die KuMis gegen den Rat des einzig geladenen Lüftungsexperten vor knapp einem Jahr beschlossen, alle 20 Minuten plus Pause 3- 5 Minuten reichen. Lüftungsfilter kosten pro Raum zwischen 500 und 4000 Euro (je Modell) und sind natürlich für die Politik viel zu teuer. 100 Euro pro Kind ist für sie zu viel. (Auch in meiner Stadt wird Lüften gepriesen, wir können die Fenster öffnen, aber sobald es regnet oder schneit, ist bis 1/3 des Raumes nass (Wetterseite, es ging wirklich nicht) und im letzten Winter hat es auch die Heizung nicht mehr geschafft. Pro Lüften (3 Minuten alle 20 Minuten (Vorgabe von oben) wurden es durchschnittlich 3 Grad kälter, in den nächsten 20 Minuten schaffte die Heizung ca. 2,5 Grad (pro Stunde wurde also die Raumtemperatur um gut ein Grad gesenkt, mittags hatten wir also bei richtigem Lüften nur noch 15 Grad, kein Wunder, dass die meisten bei uns darauf verzichteten).
Ich war froh, als im Dezember die Schulen geschossen wurden, weil ich so fror (trotz dickster Pullis, Pulswärmer). Unsere Schüler hatten sich teilweise in Decken gehüllt, trugen Skipullis, Mütze und Handschuhe, bei jedem Lüften gab es Diskussionen (mein Kommentar: Beschwert euch bei der Politik).
Politische Teilhabe seit 1870? Für die Masse oder nur für eine Elite, einzelne (sozialistische u.a.) Kämpfer? Bismarck ist sehr geschickt vorgegangen, Hindenburg (dort verwurzelt) hat Hitler mitermöglicht und eine Demokratie hat kaum jemand verteidigt (wer auch).
Wirtschaftswunder ist auch in Diktaturen möglich (China beruhigt so seine Massen). Man muss es geschickt angehen (klappt nicht, wenn einer zu lange an der Macht bleibt, was wäre gewesen, wenn Honecker rechtzeitig Platz gemacht hätte?)
Ich muss weg, diskutiere später gerne weiter.
Also in den Schulen in denen ich bisher war ( ja es waren bisher nur Praktika und die Praxisphase der Hochschulausbildung), war es so, dass der Schulleiter/in fachfremden Unterricht oftmals verlangt hat. Dabei spielte es keine Rolle, ob man die Bereitschaft für das Fach hätte oder nicht.
Fairerweise muss erwähnt werden, dass es relativ kleine Schulen waren mit einer dünnen Personaldecke
Eben, es wird verlangt, Bereitschaft interessiert niemanden.
Aber jeder, der es mal machen musste, weiß wie viel mehr Vorbereitungszeit man benötigt, um Schmalspur unterrichten zu können (ich denke an meinen Physik-Angangsunterricht in Klasse 6 Gesamtschule, obwohl die Didaktik dank Versuche vermutlich ähnlich zu Chemie sein sollte, die fehlt dir komplett), in Mathematik habe ich erlebt, wie viele fachliche Fehler mein Chemie-/Biokollege in Klasse 5 gemacht hat (das wusste auch die SL und hat mich vorgewarnt, als ich die Klasse in 6 übernommen habe).
Ein junger Kollege ohne jahrelanger Berufserfahrung benötigt sowieso viel mehr Zeit für die Unterrichtsvorbereitung. Entweder ist er ein Naturtalent (dann hat er auch ein sehr gutes Staatsexamen) oder er wird überfordert (will eine gute Schule auch nicht) oder er merkt noch nicht einmal, was seinem Unterricht im Vergleich zu anderen fehlt. qamqam hat recht.
Die STIKO empfiehlt jetzt doch die Impfung für Jugendliche.
War zu erwarten, der Grund der knappen Impfstoffmenge ist in Deutschland nicht mehr vorhanden und Daten sollte es genug geben. (Israel impft inzwischen ab 6 Jahren.)
Ich hatte vor 2 Monaten bereits mit Mitte August gerechnet.
Israel ist sehr jung (viel mehr Kinder als in Deutschland, die erst jetzt geimpft werden, Israel impft ja seit kurzem ab 6 Jahren). Dazu kommen natürlich Ultraorthodoxe und dem Staat misstrauenden Araber.
(Es geht halt nicht ohne Kinder, 10 % der Menschen mit Autoimmunerkrankten bilden keine messbare Anzahl an Antikörper (Schutz?), bei Älteren ist das Immunsystem auch mit Impfung nicht so stark (deshalb impfen andere Länder vor allem Kinder gegen Grippe, um die Alten zu schützen, in Deutschland nicht vorstellbar).
Von daher überrascht mich Israel nicht.
Das geht dann nur leider damit einher, dass man hinnehmen muss, dass ungläubige vor Kameras geköpft werden, Mädchen der Schulunterricht verwehrt wird, Frauen als rechtloses Eigentum des Mannes betrachtet werden.
Die Taliban sind nicht "die Islamische Welt", sondern eine Terrororganisation übelster Prägung, deren Menschenverachtung das Nazi-Regime nur deshalb nicht in den Schatten stellt, weil sie nicht die Mittel dazu haben, die Menschen über ihr unmittelbares Umfeld hinaus zu terrorisieren.
Trotzdem hast du nicht unrecht, ein Gesellschaft kann sich nur von innen heraus ändern. Aber der Prozess wird schwer zu ertragen sein.
Ich stimme Moebius weitgehend zu, möchte aber ergänzen, dass ich froh bin, dass uns vor 76 Jahren die Demokratie von außen aufgedrückt wurde. Und auch in Deutschland hat es sehr lange gedauert (mindestens 1968? (Westen), ? (Osten)), bis die Demokratie von vielen "verstanden" wurde (und wie viele würden sie damals/heute gegen Terrorbanden verteidigen?). Was wäre passiert, wenn sich Amis und Co. vorzeitig verabschiedet hätten (die Taliban konnte ja in einigen Regionen überleben)?
Eine Gesellschaft kann sich nur von innen heraus ändern? Wie kann man sich etwas wünschen (dahin ändern), wenn man es nicht kennt? Auch viele Menschen in der ehemaligen DDR wollten anfangs "nur" reisen und die D-Mark. Sollen alle anderen deshalb leiden? (Ich habe oft überlegt, wie es heute dort ohne Wiedervereinigung aussehen würde? Wie in Polen? Demokratie für alle (auch für Minderheiten wie z. B. Homosexuelle oder Farbige)? Wie würde es im Westen aussehen, wenn zwar der 2. Weltkrieg beendet worden wäre, aber gegen Nazis nur halbherzig vorgegangen worden wäre? Deutsches Wesen? Afghanisches Wesen?
(Allerdings ist es der Westen in Afghanistan sehr schlecht/halbherzig angegangen. Es wurden sehr viele Fehler gemacht, sehr viele Menschen enttäuscht. Jetzt müssen wir uns auf sehr viele Flüchtlinge und auch Terroranschläge einstellen. Da ich Deutsche bin, ziehe ich noch einmal die Nazis heran, sie blieben auch nicht in Deutschland, sondern haben die Welt mit ihrem Terror "beglückt". Auch die Taliban wird nach ihren Möglichkeiten die Welt "beglücken".)
Gewaltsamer Demokratieexport funktioniert halt nicht. Das war aber schon lange vorher bekannt. Außerdem sollten wir (der Westen) mal aufhören unsere Vorstellung von Demokratie und Zivilisation als maß aller Dinge zu sehen und es anderen aufdrücken zu wollen.
Diese Sissyphusarbeit sollte in den entsprechenden Staaten und von den Menschen dort geleistet werden.
Hat vor 76 Jahren in Deutschland funktioniert, dauert aber lange (länger als 20 Jahre).
Und ich glaube nicht, dass sich die Deutschen in der Mehrheit gegen Hitler und evtl. Nachfolger erhoben hätten, ein paar ja, zahlten es mit ihrem Leben, ein paar mehr gehorchten aus Angst, vielen ist es egal (und wissen auch zu wenig) und viele sind auch überzeugt (vor allem, wenn sie als Kinder in der Nazizeit (und davor im Kaiserreich) aufgewachsen sind, die Demokratie in der Weimarer Zeit (auch zu kurz, es müssen mindestens eine, besser 2 Generationen heranwachsen) war auch keine Werbung. Wir werden in der Kindheit geprägt.
Ich habe in meiner Kindheit (bin ja etwas älter als die meisten hier) noch oft gehört, Hitler war gut, der Krieg wurde von außen aufgedrückt, wenn wir nicht verloren hätten, es waren Menschen, die vor 1930 geboren wurden.
Guter Einwand, den ich ehrlich gesagt noch nicht konkret bedacht habe. Laut meinem unbefristeten Vertrag gelten die Bestimmungen des TV-L, woraus sich vorgeschriebene Zeiträume bis zum Quartalsende ergeben. Wenn ich das richtig verstehe, müsste ich dann bereits mit sechs Wochen Vorlauf zum 30.06.22 kündigen, also auch noch während dem Schuljahr. Der 31.07.22 wäre natürlich auch finanziell interessanter. Möglich wäre wohl auch ein Auflösungsvertrag. Hier lasse ich mich wohl besser mal rechtlich von der GEW beraten, damit es dann nicht an irgendwelchen Formalitäten hängt.
Bei Lehrern galt damals 31. Juli (ebenfalls TV-L), ich hatte damals auch erst gedacht, es sei Quartalsende, aber das stimmte für Lehrer nicht.
Ich bin gespannt und schau mal was sich für mich ergibt. In den kommenden beiden Jahren liegen ausnahmsweise sogar unsere Sommerferien nahe beieinander, also ideale Voraussetzungen um ohne lange Arbeitslosigkeit zu wechseln. Endlich zurück in ein vergleichsweise funktionierendes Schulsystem.
Wie sieht dein Vertrag aus? Meiner dauerte grundsätzlich bis 31. Juli, egal wann die Sommerferien beginnen. (Ist eigentlich bei allen unbefristeten Angestelltenverträgen der Fall, soweit ich sie kenne - gab bei uns mal Probleme, als die Sommerferien erst am 2. August begannen, wir mussten gleich mehrere Kollegen (Pension, Angestellte, die gekündigt hatten, um woanders zu beginnen) die letzten 2 Tage ersetzten. )
Naja, ganz so ist es nicht. Aber ja, wenn nur 55 oder 60% geimpft sind, entsteht keine Herdenimmunität, das ist wohl logisch. Hoffnungslos macht mich die Sicht, dass Milliarden Menschen geimpft sind und trotzdem alles genauso wie im letzten Herbst zu werden droht...
Herdenimmunität geht nie wenn über 80 % inkl. Säuglinge benötigt wird und nach 6 Monaten die Immunität bereits nachlässt (gilt auch für Genesene, deshalb werden sie auch mind. einmal geimpft. (Bei der Urvariante hat man mit knapp 70 % gerechnet. ))
Ja, Milliarden sind geimpft und noch mehr nicht. Und auch in Deutschland fehlen noch so viele, dass wenn man jetzt (fast) alles aufhebt, sich mehr infizieren können als unsere Krankenhäuser verkraften können.
Da ist der Hinweis von state u.a. schon richtig: die Hospitalisations-Zahlen entwickeln sich niedriger. Maßgabe war bisher immer: wir müssen ein volllaufen der Intensivstationen verhindern. Das scheint uns aktuell auch mit der vorhandenen Impfquote zu gelingen.
Inzidenzzahl 1000 bedeutet, dass 1 % innerhalb einer Woche infiziert ist. Da sind noch mehr ungeimpft und schon länger genesen. Ich hoffe genau wie du, möchte nicht noch einmal 3 Wochen auf eine Krebs-OP warten müssen (möchte natürlich gar keine OP mehr). Überzeugt bin ich nicht. (Aktuell wird bei 1000 ein Überlaufen der Krankenhäuser für möglich gehalten. )
Mich momentan noch nicht. Die Impfungen verhindern die meisten schweren Verläufe. Dadurch sind höhere Infektionszahlen möglich, bis die Intensivstationen volllaufen. Letztlich sind einfach noch zu wenig Menschen geimpft und wenn viele ungeimpfte junge Menschen erkranken, sind eben auch gewissen Anteile davon auf ITS. Und die Kinder U12 machen mir etwas Sorgen, da die Daten eben noch nicht so ganz genau sind. Letztlich fände ich eben auch 3 Schüler aus der Schule im KH, davon eins beatmet, schlimm.
Da bin ich genau derselben Meinung.
Letztendlich ging es bei Einhaltung der Maßnahmen auch um Zeitgewinn. Zeitgewinnen, um erst einen Impfstoff zu entwickeln und dann um wirksame Medikamente. Dann ist dieser Spuk beendet (bevor der nächste beginnt, der hoffentlich noch eine Weile auf sich warten lässt).
Gibt es eigentlich irgendein Land mit positiven Nachrichten bzgl. Corona? Mit der Entwicklung in Israel schwindet meine Hoffnung gerade.
Israel ist doch positiv. Geimpfte erkranken immer noch weniger schwer (in Israel gibt es auch viele ungeimpfte), wenn Ältere das 3. Mal geimpft werden, haben sie im Durchschnitt weniger Nebenwirkungen, bilden aber noch mehr Antikörper aus.
(Es war doch immer klar, dass gerade bei Älteren nach 6 Monaten nachgeimpft werden muss (bei Moderna evtl. nicht), in Israel sind es jetzt mehr als 6 Monate. An Herdenimmunität haben nur Streeck und Schweden geglaubt.) Warum schwinden deine Hoffnungen? Wichtig sind irgendwann wirksame Medikamente. Aber das ist schwieriger (gilt ja auch für andere Virenerkrankungen. )
Wer steht lt. Focus hinter der Anti-Grünen-Werbung?
vor 20 Jahren war es bei mir so (angestellt in NRW, Wechsel nach BW im Listenverfahren, andere gab es noch nicht)
Wenn die Zusage für Baden-Württemberg zu spät kommt, um ordentlich kündigen zu können (damals Vertrag unter 5 Jahren 6 Wochen zum 31. Juli, darüber 8 Monate), wird die Zusage für das nächste Jahr gegeben (man kann also im darauf folgenden Schuljahr sicher wechseln und rechtzeitig kündigen). Es wurde aber, als ich das Problem ansprach, alles unternommen, damit ich noch rechtzeitig kündigen konnte (Vorstellungsgespräch innerhalb von 24 Stunden, sofortige Zusage im Anschluss). Ich hatte das Glück, nach einem Jahr NRW einen neuen Vertrag mit höheren Stundenzahl erhalten zu haben, der zu diesem Zeitpunkt knapp 5 Jahre alt war (Mitte Juni reichte also).
Ich würde mich auch gleich im "ländlichen Verfahren" bewerben. Da sind die Chancen mit am größten, weil viele nicht aufs Land wollen und hoffen, später etwas "besseres" zu bekommen. Deshalb dürfen örtlich benachteiligte Schulen zuerst, du kannst konkret die Schule(n) aussuchen. Bei Liste (3. Runde) wird man verteilt.
Das sieht zumindest die stiko so. Aufgrund dessen haben sie keine Impfempfehlung für diese Gruppe herausgegeben.
Nein, sieht sie nicht und hat es auch nie gesagt.
Sie sagte immer, bei einer Impfung muss persönlich für jeden einzelnen der Vorteil extrem überwiegen, nicht nur etwas und schon gar nicht gleich sein, weil aktiver Eingriff. Und weil sie noch nicht genug Daten hätte, könnte sie das nicht sagen, ob es so ist. Zugelassen ist es längst.
Ich bin auch deswegen so gegen Covid-19 und für Impfung, weil die andere Seite (z. B. du) so wenig weiß und definitiv falsches behauptet (und deswegen nicht ernst zu nehmen ist).
Wer kennt die Langzeitschäden von Covid-19 bei Kindern? Selbst wenn "nur" die Blutbahnen geschädigt werden und vorzeitig altern, wie sieht es für diese Kinder in 30 Jahren aus? Dazu kommt, das Covid-19 fast alle Organe schädigen kann. Wenn das Organ schon vorgeschädigt war, ist es nachher evtl. so geschädigt, dass es ausfällt. Bei vorher gesunden Kindern ist sie nachher, wenn Covid-19 dieses Organ erreicht hat, evtl. nur geschädigt und fällt evtl. in 10 oder 20 Jahren erst aus. (Deshalb ist Impfung für alle so wichtig, Impfung verhindert keine Infektion, ist ja keine Plastikhülle, in den ersten Tagen sind sogar gleich viele Viren wie bei ungeimpften nachweisbar. Aber nach wenigen Tagen werden Sars-CoV2-Viren vom geimpften Immunsystem bekämpft, beim ungeimpften dauert es ca. 1 Woche länger bis das Immunsystem effektiv kämpfen kann, folglicherweise haben die Viren mehr Zeit im Körper sich auszubreiten (und sie wurden bereits vom Gehirn bis Hoden nachgewiesen, Fachleute befürchten als jeweilige Folge daher Demenz bis Unfruchtbarkeit (siehe Mumps, da hat es auch lange gedauert bis man es als mögliche Folge erkannte und weswegen heute Kinder geimpft werden)).
Baden-Württemberg
Ich erkläre es meinen Schülern am Anfang so. Ein Schüler schreibt nacheinander die Noten 1, 2, 3 und 4, ein anderer 4, 3, 2 und 1. Sie werden vermutlich nicht dieselbe Zeugnisnote erhalten. Die Schüler sind derselben Meinung. (Es gibt natürlich weitere Noten. Bsp. ist vereinfacht. )
Im Seminar habe ich gelernt. Bei Noten x,3 - x,7 entscheiden auf jeden Fall Sie. Sie müssen entsprechend begründen können (notfalls auch vor Gericht). D.h. je weiter man abweicht, umso besser muss die Begründung sein.
Ich habe in diesem Jahr die Zeit des Fernunterrichts hier berücksichtigt und habe in einem besonderen Fall erstmals bei x,8 die bessere Note am Schluss gegeben.
Hartz 4.
Die etwas stärkeren kommen oft in integrativen Einrichtungen unter und arbeiten z.B. als Küchenhilfe.
Wenige machen eine Ausbildung im z.B. handwerklichen Bereich.
Meistens kriegt man aber nicht mit, ob sie bis zum Ende durchhalten.
Wir hatten an der BS durchaus eine Handvoll Fälle von Jugendlichen, die in der Theorie einfach echt schlechte Leistungen erbracht haben, im Betrieb aber sehr gut eingesetzt werden konnten. Ich habe meine Azubis nicht bis zum Abschluss begleitet, aber was ich bei den KuK so mitbekommen habe, wird da man Ende einfach "gepfuscht", damit es halt langt zum EFZ. Ich fand den Umgang mit den Jugendlichen dort jedenfalls sehr wertschätzend und gutmütig, vor allem noch für so eine riesige BS (Einzugsgebiet geht bis Vaduz, mehr als 3000 SuS).
Ich habe ja 6 Jahre an einer Gesamtschule unterrichtet und hatte auch extrem schwache Schüler. Ein Schüler meiner Klasse hat bereits in Klasse 5 sechsmal die Note 6, der Rest war 5. Die Eltern waren unbekümmert, Hauptsache er ist ein anständiger Junge (sitzen bleiben gab es nicht). Einer Schülerin in Klasse 6 versuchte ich erfolglos 3 x 4 beizubringen, das Wissen hielt keine 5 Minuten. Die älteren Geschwister (alles Rußlandeutsche mit sehr vielen Kindern) waren alle arbeitslos oder Hilfsarbeiter. Von der Schule angebotene Förderung wurde abgelehnt.
Es war damals extrem schwierig, etwa die Hälfte der Schüler nach der Schule erfolgreich zu vermitteln. Die meisten besuchten eben weiter Schule. Praktika wurden mehrfach von der Schule angeboten bzw. vermittelt. Mancher hat es dann geschafft.
(Bevor es falsch verstanden wird, unsere Schule hatte teilweise über 80 % Rußlandeutsche, es gab genauso sehr gute Schüler (in einer Familie mit 13 Kinder hatten alle durchgehend 1, studierten teilweise später, der Vater war leitender Ingenieur. Nur Einzelkinder gab es nicht.)
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