In der Chemie weiss man sehr schnell sehr genau, wer mit einem studiert - 80 % des Studiums vor Ort bestehen aus Laborarbeit und die überlebt man nicht als Einzelkämpfer. Ich kann mich auch noch sehr gut an meinen ersten Tag an der Uni erinnern. Wir sassem im Grossen Hörsaal und wurden dem Alphabet nach in die Praktikumsgruppen eingeteilt. Lauter Männer ... war so mein Gedanke. Aber wenigstens sehen sie nett aus. Waren sie dann auch
Ich habe letztens mal einen statistischen Jahresbericht der GDCh angeschaut wonach der Frauenanteil in der Chemie in den letzten Jahren immerhin auf 40 % gestiegen ist. Nur nicht in Heidelberg, da ist die Zeit stehen geblieben, da sind es immer noch 80 % Männer. 
Bei mir waren im 1. Semester 144 Studenten in Chemie (1988), im 3. Semester war im Labor nur für 48 Platz (es waren dann 48 und 3 Lehramtler, die ein mitleidiger Professor in sein Labor aufnahm, der Rest wurde heraus geprüft).
Unter den 144 waren 5 Frauen, den 4 Diplomandinnen wurde von einem Professor unterstellt, sie wollten nur eine gute Partie angeln. Mich als Lehramtler nahm sowieso keiner ernst. Mir fiel es erst auf, als ich einmal zu spät in ein (spezielles) Praktikum erschien und mit Namen begrüßt wurde. Auf meine überraschte Nachfrage erhielt ich die lachende Antwort, Sie sind die einzige Frau (Gruppen waren alphabetisch gebildet worden) .
Auch aus dem Grund habe ich nicht auf Diplom studiert, Frauen hatten es damals noch sehr schwer (eine Professorenstelle blieb eine Weile unbesetzt, weil eine Frau am besten geeignet war, die wollte man nicht).
Ich bin froh, dass sich das inzwischen geändert hat.