Beiträge von Kris24

    Ich habe neulich diesen Artikel gelesen:

    https://www.fr.de/politik/corona…k-90195947.html

    Ich meine, der wurde hier auch schonmal gepostet. Was sagt ihr denn dazu?

    Ich hatte diesen Artikel im Faktenthread verlinkt und erst dass gesehen, dass er bereits verlinkt war (und dann meinen wieder gelöscht). Mich bestärkt es zu warten und nicht zu versuchen, in die 2. Gruppe zu kommen, meine Schwester vertraut ihrem Arbeitgeber und lässt sich diese Woche impfen (sie ist Krankenschwester). In der 3. Gruppe gibt es nicht mehr so viele ältere und Stand letzter Woche, soll nicht mehr nach Alter vertreilt werden.

    Das hat Frau Ciesek mal erklärt, was der Hintergrund ist. Es gibt wohl erste Untersuchungen bei denen man gezielt Personen geimpft hat, die schon mal infiziert waren, auch asymptomatisch-seropositive Personen. Deren Immunantwort auf die Impfung fällt signifikant stärker aus, was dann spätestens bei der 2. Impfung auch zu stärkeren Nebenwirkungen führt. Das heisst also nicht, dass die Impfung schlecht ist, die Immunantwort ist im Gegenteil "zu gut".

    Vielleicht ist das der Hintergrund für die gehäuft aufgetretenen Nebenwirkungen in Schweden, Frankreich und letzte Woche in Minden.

    https://www.rnd.de/gesundheit/cor…44CCNLQOGQ.html

    (Ich hoffe bei meiner Schwester geht es gut, sie wird diese Woche am Arbeitsplatz mit AstraZeneca geimpft. )

    Bedeutet das nicht im Umkehrschluss, mindestens 80 % entwickeln kein "PostCovid/LongCovid"? Sind das nicht "die Meisten"?

    Das Problem sehe ich schon darin, dass ständig neue Parameter und Zahlen genannt werden, die vor Lockerungen zuerst erreicht werden müssen. Gesamtzahl der Infizierten, Auslastung der Intensivbetten, Verdopplungszeit, R-Wert, 7-Tage-Inzidenz (50, 35, ... ?) usw. Für das alles mag es medizinische Gründe geben, aber kommunikativ ist der Kurs der Regierung imho fatal, denn er vermittelt den Eindruck, es ginge nur darum, Lockdowns und Einschränkungen immer weiter verlängern zu können. Dann doch bitte lieber Ehrlichkeit von Anfang an.

    Durchschnittliche weiterführende Schule vielleicht, aber sicher nicht durchschnittliche Grundschule oder Förderschule.

    20 % ist sehr viel. Wenn 20 % von großen Zahlen (ohne Lockdown) ins Krankenhaus müssen, ist es zu voll auch für Blinddarmentzündung, Unfall, Krebs oder Herzinfarkt. Oder willst du, dass alle Covid-19-Patienten nicht mehr im Krankenhaus behandelt werden, um für die anderen Platz zu haben?

    Und lt. einer Studie veröffentlicht im Dezember (ich habe sie hier mehrfach verlinkt) hatten alle, selbst symptomlose Covid-19-Kinder Mikrothrombosen und einige sogar Nierenschäden. Ich weiß von zwei Profi-Eishockeyspieler eines Vereins, die nach einem unproblematischen Covid-19-Verlauf Herzrhythmusstörungen hatten. Sie selbst hatten es gar nicht bemerkt, aber Profisportler werden medizinisch anders überwacht als Otto Normalverbraucher. Eine geschädigte Niere arbeitet noch viele Jahre bis sie evtl. aufgibt. Aktuell weiß niemand, was noch kommt. Wie viele Herzinfarkte oder Schlaganfälle von 50, 60jährigen sind vielleicht Folge von Covid-19? Bei 20jährigen fragt man nach, bei älteren nicht.

    Bei 50 sollte gebremst werden, d. h. nicht, dass bei 50 gelockert werden darf. Vergleiche es mit einem Auto, dass ohne Maßnahmen immer beschleunigt . Annahme, man darf nicht schneller als 50 fahren, dann kann ich mit Tempo 30 auf (einige) Maßnahmen verzichten. Wenn ich aber von 70 abbremse (Lockdown), dann darf ich bei 50 nicht gleich lockern, sonst bin ich sofort wieder über 50. Das war von vorne herein klar, aber zu viele haben es verkürzt, weil sie es nicht verstanden haben. Es kommt darauf an, ob ich der 50 von unten oder oben nähere (und man hätte schon bei 35 stärker bremsen müssen, also im Oktober, dass weiß man heute auch).

    Fallen Angel: OK, stimmt, ist ein guter Einwand.

    Nymphicus: Es gibt Leute, denen Pendeln zu schaffen macht, ja, aber ich würde mal behaupten (subjektive Meinung!), dass Home Office belastender als Präsenzarbeit ist, weil die Trennung von Privatem und Beruflichem hier deutlich schwerer ist. Sollen die Suizide und Herzinfakte etwa deswegen zurückgehen, weil die Fahrtwege entfallen, oder wie? Nicht jeder kann zuhause seinen Kram superselbstständig organisieren und hat keine Ablenkungen durch Partner, Kinder, Nachbarn, Tiere.

    (Die Zeit fragt seit Jahren täglich mithilfe von Klicks wie es ihren Lesern geht und stellte im Mai überraschend fest, dass es ihren Lesern noch nie so gut ging.)


    Allgemein

    Meinst du wirklich, dass es den Menschen mit Pandemie (das Virus ist da) und steigenden Zahlen und ohne Lockdown besser geht?

    (Das glauben höchstens Querdenker und Menschen, die nicht weit denken (können). Pandemie belastet, aber die meisten, weil sie Sorgen haben, sich oder ihre Lieben zu infizieren. Auch junge Menschen wollen keine Herzrhythmusstörungen, Mikroentzündungen (Thrombosen), Nierenschäden oder Diabetes.) Ohne Lockdown wären die Sorgen noch größer. Kopf in den Sand stecken und laut rufen, alles ist gut, funktioniert nicht auf Dauer.

    Ergänzung

    Mein Beitrag hat sich mit den vorhergehenden überschnitten.

    Na ja, was heißt "nicht möglich"? Ich glaube nicht, dass es momentan viele Haus- oder andere Ärzt*innen gibt, die zeitliche Kapazitäten frei hätten, um in den Schulen und Kitas herumzufahren und dort die Lehrkräfte bzw. Erzieher*innen zu testen. Die einzige Möglichkeit sehe ich in der von Roswitha111 geschilderten Idee, Pflegekräfte oder Bundeswehrangehörige zu schulen, die dann die Tests durchführen könnten.

    Und - ganz ehrlich - wenn Lehrkräfte sich gerne testen lassen möchten, werden sie ja wohl das eine Stündchen (oder sogar noch weniger) pro Woche nachmittags übrig haben, um einen Test bei ihrem Hausarzt/ihrer Hausärztin durchführen zu lassen. Ich persönlich hatte noch nie - auch zu Corona-Zeiten - Probleme, bei meiner Hausarztpraxis einen Termin zu bekommen und auch meine KuK, die sich im Frühherbst haben testen lassen, hatten keinen Probleme Termine dafür zu bekommen. Das einzig Blöde war m. E. damals, dass nicht alle Ärzt*innen "mitgemacht" hatten. Dadurch gab es bspw. an meinem Schulort keine einzige Praxis, die diese freiwilligen Coronatests durchgeführt hat.

    Ach, eine Frage noch: Warum haben denn deine Kolleg*innen vor den Herbstferien, als sie die Möglichkeit hatten, die Tests nicht in Anspruch genommen? Weil es zu "aufwändig" ist? Worin liegt denn deines Erachtens dieser große Aufwand?

    Ich habe keinen Hausarzt und habe selbst bei mehrfacher Nachfrage bei verschiedenen Ärzten im letzten Jahr keinen Termin bekommen.

    Bei uns darf man auch in eine Apotheke, aber wenn ich die Schlange aus den Apotheken heraus sehe, vergeht mir die Lust, mich hinten anzustellen (ich werde es vermutlich nur tun, wenn ich einen Anlass habe).

    Die Personendichte wurde, wenn ich das richtig sehe, nicht direkt beachtet - dürfte sich aber etwa aus den entsprechenden Räumlichkeiten ergeben (jeder Bus dürfte eine ähnliche Personendichte aufweisen etc.). Die Emmisionsrate (also wie viel zB. gesprochen wird) wurde bereits berücksichtigt, ebenso die Belüftung. Um die Zahlen im Paper dazu zu überprüfen fehlt mir Zeit und Expertise, aber wir können ja einfach mal abwarten, was sich im Reviewprozess ergibt...ist bislang ja nur ein Preprint.

    Zugegeben, die Personenzahlen waren nur geschätzt, aber das hiesige Theater hätte bei 30%-Belegung immer noch 250 Plätze und laut Wikipedia hat ein einstöckiger Reisebus (=Fernbus) 30-59 Plätze. Aber die genauen Zahlen sind eigtl. egal...in ein Theater passt ein Vielfaches an Personen und entsprechend verhält es sich mit der Wahrscheinlichkeit ob eine infizierte Person unter ihnen ist. Ob das nun Faktor 3 oder 15 ist spielt für meine Anmerkung nur eine untergeordnete Rolle.

    Letztes Jahr gab es in einem amerikanischen Krankenhaus eine Studie, wie weit noch infizierende Aerosole. Es waren unter 8 Meter.

    Deshalb ist es für mich egal, wenn jemand 30 Meter von mir infiziert ist, außer ich sitze irgendwie dumm im Luftsstrom (und dann ist es vermutlich zu verdünnt). Kurz, ich halte diese Zahlen der Studie für glaubwürdig (für mich wichtig war aber Vergleich Einkauf und Schule, ich habe nie verstanden, warum Verkäufer so gefährdet sein sollen. Sie haben zwar viele Kontakte, aber nur sehr kurzfristig (viel kürzer als die berühmten 15 Minuten des RKI), das ändert sich vielleicht jetzt durch die Mutationen? Wenn wirklich 2 Minuten reichen sollten, dann werden auch kleine Unachtsamkeiten bestraft, dann reicht die Plexiglasscheibe an der Kasse vielleicht nicht mehr.

    Wir werden es sehen. Letztendlich kann nur jeder für sich aufpassen.

    Genau. In dem Paper wird davon ausgegangen, dass in jeder Situation genau eine infizierte Person dabei ist. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich in einem 30% gefüllten Theater (mehrere hundert Personen) eine infizierte Person aufhält deutlich größer als in einem zu 50% gefüllten Fernbus (etwa 20 Personen). Daher sollte man aus dem Paper nicht pauschal ableiten, dass die Wahrscheinlichkeit sich bei einer Fahrt im Fernbus zu infizieren 3-mal so groß ist wie ein Theaterbesuch. Darauf bezog sich mein letzter Satz.

    Vielleicht verwechsele ich etwas? Ging nicht auch die Raumgröße mit ein (10 m2 pro Person)? Mal davon abgesehen, ist die Bushöhe viel geringer als die Raumhöhe im Theater. Unser sehr großes Theater umfasst 400 Plätze (30 % sind knapp über 100, erlaubt vor dem Lockdown waren für diese Saison 98, über 1000 Plätze hat kaum ein geschlossenes Theater, von daher sind es nicht mehrere 100 (und vermutlich bessere Lüftung).

    Problematisch ist auch, ob der Infizierte spricht. Im Theater schweigt der Zuschauer (beim Schauspieler ist es problematisch), im Reisebus kaum. Deshalb ist Schule/ Unterricht auch gefährlicher, vor allem wenn der Lehrer infiziert ist.

    Ich bin sicher, dass unser Theater mit 30 % Auslastung sicherer (hohe Raumhöhe, gute Lüftung) ist als ein Reisebus mit 30 Personen (unsere Reisebusse umfassen immer über 50 Plätze (bis 66 oder gar 72). 40 Plätze ist ein sehr kleiner Bus und gibt es bei uns kaum.

    Und es schützt sie nicht vor der Grippe:

    Grippewelle 2019 Japan

    In Deutschland anscheinend schon, erst gestern sagte Wiehler, dass wir erst ca. 100 schwere Fälle in diesem Jahr hatten statt mehreren tausend.

    Meine SL stellte fest, dass trotz Quaratäne noch nie so wenige Lehrer wie Schüler vor Weihnachten gefehlt hätten und auch mir ging es noch nie so gut. Einmal leicht Halsschmerzen vor Weihnachten, kein Norovirus, den ziehe ich irgendwie an, kein grippaler Infekt (sonst mindestens zweimal im Winter). Bei uns äußern sich viele, dass sie die Maske für Notfälle aufheben wollen. (Vor drei Jahren bin ich in an einem Montag in eine Klasse, von der die Hälfte der Schüler bereits erkrankt fehlten und fast alle Kollegen, die am Donnerstag oder Freitag unterrichteten. Am Dienstag waren noch 4 Schüler anwesend, am Donnerstag hatte ich auch hohes Fieber. Das war Erkrankung mit Ansage und genau in solchen Fällen würde ich in Zukunft zur Maske greifen. Maske ist für mich ein Mittel zum Schutz.)

    Ich spreche doch von den Abiturienten. Auch unter denen gibt es welche, die Nebenjobs ausüben (Mit normalem ob meinst du 40h-Woche, oder? Dürfte bei den wenigsten Abiturienten der Fall sein ;) .), unter Depressionen leiden, in problematischen Lebensverhältnissen leben, schlecht technisch ausgestattet sind. Diese Abiturienten sind bestimmt nicht dafür, weiter zuhause zu bleiben, sodass sich ihre Symptome verschlimmern.

    Wir wissen, dass es im Lockdown viele negative Veränderungen im häuslischen Umfeld gab. Es wäre naiv anzunehmen, dass diese vor Abiturienten Halt machen.

    Du meinst, wenn sich die Zahlen dank Lockerung erhöhen, geht es den Menschen besser? Dann dauert der Lockdown für andere länger. Und ich habe mir sagen lassen, dass Quaratäne viel mehr belastet. Man darf die Wohnung nicht mehr verlassen, noch nicht einmal zum Briefkasten, wenn man kein eigenes Haus besitzt. 14 Tage mit Sorgen eingesperrt, gerade von diesen Menschen habe ich gehört, nie mehr. Distanzunterricht ist viel besser, da darf ich wenigstens an die frische Luft.

    Doch, an einer Stelle schreiben sie:

    Eine Person im Supermarkt mit Maske hat ein Risiko mit dem Wert 1. Das bedeutet, dass sich in dieser Situation maximal eine weitere Person anstecken wird. Im Vergleich dazu hat das Mehrpersonenbüro mit einer 50 % reduzierten Belegung, aber ohne das Tragen einer Maske am Arbeitsplatz, einen Wert von 8. Das bedeutet, dass das Risiko in dieser Situation 8-mal höher ist als im Supermarkt.

    Ich frage mich, wie sie darauf überhaupt kommen? Wüsste ich das, könnte ich ja konkret an die zu erwartenden R- Werte kommen.

    Ich habe 1 nicht als absolute Zahl verstanden, sondern als Vergleich (man setzt eine bekannte Situation 1 und vergleicht andere damit. Ich gehe nicht davon aus, dass sich jedes Mal durchschnittlich einer ansteckt.

    Diese Vergleiche kenne ich aus anderen Situationen. Vielleicht habe ich deshalb nicht darüber nachgedacht. Ich hatte die Studie vor ca. 2 Tagen überflogen.

    Das stimmt, danke für den Hinweis. Also ist der R(s) nur der Faktor im Vergleich zu der Ansteckungswahrscheinlichkeit in einem Supermarkt. Das heißt, es werden sich in meinem Beispiel nicht 3 Schüler erwartungsgemäß anstecken, sondern dreimal soviele Leute, wie bei einer vergleichbaren Situation im Supermarkt. In dem Paper wird auf Fußnote [15] verwiesen, da mir nicht ganz klar ist, was Sie denn als R-Wert für die Situation im Supermarkt vermuten, weißt Du da was zu?

    Ich habe von keinem R-Wert gelesen. Es geht nur um relative Vergleiche.

    Nymphicus ich habe mal einen Blick in das Paper von Kriegel und Hartmann (http://dx.doi.org/10.14279/depositonce-11387) geworfen, auf das du dich in Beitrag #18142 zu beiziehen scheinst. Fand ich eigtl. eine ganz nette Idee.

    Aber genau diese Aussagen

    lassen sich eben nicht aus dem Paper ableiten. Kriegel und Hartmann machen keine Aussagen zu absoluten R-Werten, die gezeigten Werte sind in Relation zueinander zu sehen. Das von dir gepostete Diagramm lässt sich also eher so lesen, dass ein Besuch im Restaurant mit 50%-Belegung etwa 2,3-mal so ansteckend ist wie ein Supermarktbesuch mit Maske (aber nicht, dass sich 2,3 Personen angesteckt haben!). Oder dass die Ansteckungswahrscheinlichkeit durch das Tragen von Masken in der Oberschule bei 50%-Belegung etwa halbiert wird. Jeweils unter der Annahme der üblichen Aufenthaltszeit und davon ausgehend, dass sich tatsächlich eine infizierte Person im selben Raum befindet, gerade letzteres ist aber für die Deutung der Situation nicht zu unterschätzen.

    Verstehe ich nicht. Wenn keine infizierte Person im Raum ist, wird natürlich niemand infiziert. Wenn man das vorher nur wüsste.

    Und natürlich geht es nicht um absolute Werte, ich habe die Studie dazu gelesen. Es geht darum, dass Schule selbst mit verschiedenen Maßnahmen (50%, Maske) bzgl. Aerosole gefährlicher ist als ein Einkauf im Supermarkt.

    Ergänzung

    Es gibt bei Zeit wieder eine Simulation, dieses mal mit der englischen Mutation. Da wurde von 3 infizierten in einer Klasse gesprochen (je nach Maßnahmen). Vielleicht ist da etwas durcheinander geraten? Bei den vielen Artikeln geht es mir manchmal auch so. Man liest diverses, macht sich seine Gedanken und möchte seine Erkenntnisse weiter geben.

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