Beiträge von Kris24

    Mich stört beim Fokus auf Kompetenzen wie Präsentationen, Filme etc., dass Schüler zwar zunehmend hübsche Verpackungen herstellen können, das inhaltliche Fachwissen aber immer miserabler wird. Mir erschließt sich der Wert nicht.

    Eine sehr schöne PPP mit 0 Verständnis gibt bei mir höchstens die Note 5. Das galt schon in Zeiten von großer Schwester und Vater (GFS hieß bei uns spaßhaft ganze Familie schafft), das gilt heute. Und meine Schüler verstanden und akzeptierten es immer, wenn ich es erklärt habe.

    Wie geschrieben bei uns entscheidet das Kolloquium über die Note nicht die PPP. Reine Hausarbeiten habe ich aus diesem Grund nie für GFS zugelassen (GFS kann alles mögliche sein, zählt soviel wie eine Klassenarbeit).

    Was bringt es, über die Zukunft zu spekulieren? Vor 5 Jahren dachte kaum jemand an KI, jetzt halten Fachleute es für möglich, dass KI-Agenten in naher Zukunft die Herrschaft übernehmen und man den Stecker ziehen muss (aber selbst das könnten KI-Agenten evtl. verhindern). Wer weiß, ob in 2 Jahren noch ein Internet existiert ähnlich wie wir es kennen?

    Ich denke, dass Bildung ermöglichen muss, flexibel auf Anforderungen zu reagieren. Ich vergleiche es für meine SuS oft mit einem Werkzeugkasten, je mehr Werkzeug, Wissen oder Methoden vorhanden sind, umso besser kann man auf ein neues Problem reagieren. Es ist naiv zu glauben, dass einmal erlerntes für das Leben reicht.

    Dann hast du Glück. Viele werden solche Aufgaben vmtl. der KI überlassen. Eine Bekannte meint dazu: Na und ? Wozu gibt es die KI denn sonst? Hat sie Recht?

    Jein.

    KI kann helfen, aber auch halluzinieren. Verstehen muss man es schon selber.

    Bei uns darf daher die PPP kaum benotet werden, entscheidend ist das Kolloquium.

    (Die Diskussion erinnert mich an die Anfänge von Wikipedia in der Schule. Auch da bevorzugten manche das gedruckte Buch, wird schließlich von Lektoren Korrektur gelesen, im Internet kann ja jeder schreiben...)

    Wir hatten vor kurzem bereits eine ähnliche Diskussion, junge KollegInnen sind der Ansicht, heute gäbe es mehr Gewalt, schreiben ja auch Medien aller Art.

    Ich habe Mitte der 90 als Lehrerin begonnen, damals war körperliche Gewalt in der Gesellschaft weitaus akzeptierter, ich erlebte oft, dass Eltern ihre Kinder auch mit Hilfsmitteln (Ledergürtel, Stock) verprügelt haben (und es von sich aus erzählten) und die Kinder Probleme untereinander auch mit Gewalt lösten. Reden war tatsächlich weniger. Wenn man also mit Eltern über gewalttätige Söhne sprach, erntete man Unverständnis. Töchter verletzten sich eher selbst (Erziehung sei dank.)

    Ich erinnere mich an meine Schulzeit, humanistische Gymnasium auf dem Land, es wurde auch vor Augen der Lehrer zugeschlagen, auf eine Weise, die ich heute am Gymnasium in einem Brennpunktbereich nicht erlebe, kein Lehrer, aber auch die wenigsten Mitschüler würden es akzeptieren.

    Ich sprach Mitte der 90er schockiert über die Gewalt an Schulen mit meinen Eltern und älteren Kollegen. Sie erzählten Erlebnisse aus den 50er Jahren, die ich zum Glück nicht erlebt habe (deutlich mehr Gewalt, Folgen des dritten Reiches und 2. Weltkrieges, allerdings war dies kein Gesprächsthema). Auch mein Stiefvater, besuchte die Schule in der Schweiz bis 1945) hat deutlich mehr und größere Gewalt erfahren als nachfolgende Generationen). Über die Lehrer wurde sich lustig gemacht, nur mit Gewalt konnten sie sich durchsetzen.

    Die Gesellschaft hat sich gewandelt und damit auch unsere Einstellung, rassistische Gewalt wurde früher nicht benannt, sexuelle Gewalt ebenso.

    LLMs führen offenbar zu mehr Einsprüche, ich las vor kurzem von einer lokalen Sozialbehörde, die 4x so viele Widersprüche im Vergleich zu früher bearbeiten muss, fast alle mit einer LLM verfasst. Ich selbst hatte vor kurzem meine ersten beiden, bisher hat sich die Häufigkeit bei mir nicht erhöht. Eltern wissen, dass ich Fehler eingestehe, sonst aber konsequent bei meiner Meinung bleibe. Schwierig war immer das erste Jahr an einer Schule.

    Kurz, die friedliche Zeit ist Verklärung, es gab sie nie. Heute sind wir aber weniger bereit, sie zu akzeptieren, es wird schneller Gesprächsthema und damit bekannt.

    Das ist verrückt. Also wenn du Pech hast, dann unterrichtest du regulär 25 Stunden und zusätzlich 5 Stunden in einer Woche? Und das wird dann wie genau vergütet?

    Das hatte ich schon oft, volles Deputat mit 25 Stunden, dazu 15 und mehr MAU Stunden im Monat (so wird hier die Mehrarbeitstunde genannt). Bezahlung seit kurzem mit ca. 40 Euro brutto, davor war es deutlich weniger. (Und da wir (Baden-Württemberg) nur einmal zum Ende des Schuljahres abrechnen dürfen, das gesamte Geld auf einmal im Oktober ausgezahlt wird, schlägt die Steuer zu. Ich habe also ein Großteil des Geldes erst vor kurzem mit der Steuererklärung erhalten, knapp 2 Jahre nach den geleisteten Überstunden, knapp ein Jahr nach Auszahlung, nicht sehr motivierend.)

    Ganz genau. Der Mythos der Resonanzkatastrophe mag historisch noch plausibel gewesen sein und die angeführten Beispiele sind ja nicht ganz ohne Grund bereits viele Jahrzehnte bis knapp 200 Jahre alt. Modernere Konstruktionen sind entweder so ausgeführt, dass die Eigenfrequenzen in anderen Bereichen liegen oder haben schlicht entsprechende Schwingungsdämpfer mit verbaut.


    PS: Dass Konstruktionen beim rythmischen Begehen vieler Personen gleichzeitig stärker belastet sind als ohne, ist unbestritten und steht mit dem o.g. nicht im Widerspruch. Nur wird das inzwischen als mögliches Verhalten (z.B. bei Tribünenkonstruktionen) explizit mit berücksichtigt.

    Manche Brücken sind allerdings älter, manche stark belastet, die Bewegungen und Geräusche in Konstanz waren trotz lauter Musik für jeden bemerkbar.

    Direkte Gefahr bestand beim letzten Mal vermutlich nicht, ausschließen wollten die Fachleute für die Zukunft nicht, dass die alte Brücke beim nächsten Mal keine schweren Schäden erleidet. Beide Brücken wurden für ursprünglich viel weniger Belastung gebaut und sind für Konstanz extrem wichtig.

    Das würde auch dem Grundsatz widersprechen, dass Bildung Ländersache ist. Damit wird ja bewusst in Kauf genommen, dass es Unterschiede zwischend den Ländern gibt und das ist erst einmal nicht schlecht, denn wenn z.B. Schleswig-Holstein etwas ausprobiert und damit bei den Schülern (m/w/d) einen messbaren Kompetenzzuwachs erzielt, kann z.B. Thüringen daraufhin überlegen, ob es sich davon etwas abschauen oder bei dem eigenen Modell bleibt, weil man damit bisher ganz gut gefahren ist. Das berücksichtigt auch regionale Besonderheiten eher als "alle im Gleichschritt Marsch", denn auch demographisch ist z.B. Sachsen-Anhalt ganz anders zusammengesetzt als ein Stadtstaat wie Berlin.

    Es ist schon problematisch, ausgerechnet beim Abitur Unterschiede zu machen. Frag einmal jemanden, der ein NC-Studienfach wählt und es passt auch nicht zur Vereinheitlichung, nach und nach müssen alle Fächer die Hälfte ihrer Abituraufgaben aus einem IQB-Pool wählen, Mathe und Sprachen schon länger, Naturwissenschaften seit 25, die anderen sollen folgen. In Baden-Württemberg gibt es seitdem extremen Korrekturstress, weil die scschriftlichen Prüfungen viel später im Vergleich zu früher erfolgen. (Ich habe noch direkt nach den Weihnachtsferien geschrieben, nachdem wir nicht mehr bei den Sommerferien rotieren, lag der Zeitraum im März. Jetzt bleibt manchmal für die Korrektur keine 5 Tage inkl. Wochenende, überziehen ist nicht möglich, wenn jemand krank wird oder nur heftig Migräne hat, muss sofort ein anderer Kollege ran. An der unabhängigen Drittkorrektur wird festgehalten.)

    Es geht um zentrale Prüfungen, die zum Studium berechtigen. Es besteht sonst die Gefahr, dass zusätzliche zentrale Prüfungen abgelegt werden müssen und das Abitur nicht mehr reicht, ich habe das in den USA erlebt.

    Regionale Unterschiede können in der Unterrichtszeit verwirklicht werden. Und auch da kann und darf nicht jede Schule machen, was sie will.

    Andere Bundesländer müssen übrigens nicht unbedingt das Abitur anerkennen. Bei den Vorschlägen der AfD in Sachsen-Anhalt wurde bereits gewarnt.

    Wir hatten in Baden-Württemberg viele Jahre Präsentationsprüfungen im Abitur, es wurde vor ein paar Jahren abgeschafft und durch eine mündliche Abiturprüfung ersetzt mit der Begründung Vereinheitlichung der Abiturprüfung in Deutschland. Daher amüsiert mich etwas, dass NRW sie jetzt einführt (ähnlich war es mit dem GTR in Mathe, Baden-Württemberg war bei den ersten mit der Einführung und hat ihn vor Jahren wieder abgeschafft). Vereinheitlichung und Vergleichbarkeit scheint jetzt keine Rolle zu spielen.

    Wir hatten allerdings nie Klagen wegen Präsentationsprüfungen, die Vorbereitungszeit für den Lehrer war zumindest für mich und was ich von KollegInnen gehört habe nicht länger im Vergleich zu einer normalen mündlichen Prüfung. Eigentlich mochten die meisten das Format. Auch die Notenfindung ging zügig (ich erinnere mich an eine Diskussion hier im Forum im Frühjahr zu Protokoll und Notenfindung im mündlichen Abitur, bei uns reichen normalerweise 10 Minuten, eigentlich sogar 8, denn im 10-Minutenzeitraum erfährt auch der Schüler noch die Note).

    Die Beiträge bezüglich "an anderen Schulformen hast du andere Probleme" finde ich nicht so valide. Probleme hat man immer, Vor- und Nachteile gibt es auch immer. Mir geht es darum, den Sweetspot zu finden, um ein bestmögliches langfristiges Berufsleben haben zu dürfen - und ich glaube, ein "entspannterer" Job mit weniger Korrekturaufwand in der Freizeit kann da definitiv besser sein, als den Stress, den sich m.E. Lehrkräfte an Oberstufen mit meinen Fächern machen.

    Der Hauptstress für die allermeisten (vermutlich sogar für alle, ich kenne keine Ausnahme) KollegINNen ist das Verhalten der SuS und ihrer Eltern nicht die Korrekturen. Und dies ist mindestens so zeitaufwändig wie die Korrekturen der Oberstufe, ich habe bewusst vor über 25 Jahren von einer Gesamtschule (und fast nur Sek. I) auf ein Gymnasium mit mehrheitlich Sek. II für mich gewechselt und nie bereut.

    Mache ein richtiges Praktikum (nicht nur ein paar Stunden) am gewünschten Schultyp.

    Am Beispiel von Sport: wer jemals 6 Stunden am Stück in einer 3-Felder-Halle stand oder mal wieder mit der Schülerauswahl x zu Turnier y in z gefahren ist, weiß wovon ich spreche.

    Kollege mit Kombination Englisch Sport möchte genau aus diesem Grund nur noch Englisch unterrichten.

    Außerdem wenn an meinen Schulen bisher ein Notarzt notwendig war, war es immer ein Unfall im Sportunterricht. Ich weiß von zwei Kolleginnen, dass das Risiko sie belastet.

    Mathe ist das Hassfach von vielen SuS. Klagende Eltern gibt es bei uns fast nur in Mathe.

    Kurz, jedes Fach, jede Altersstufe, jede Schulart hat seine Belastung. Ich möchte am liebsten nur Oberstufe unterrichten, habe fast immer, auch in diesem Schuljahr 2 LKs. (Und für den TE, in meinem Bundesland wird in jedem Fach, in jeder Altersstufe von allen mindestens eine Arbeit oder Klausur pro Halbjahr geschrieben. Und auch im Chemie-Lk werden viele Seiten geschrieben. Die Bearbeitungszeit im Abitur ist aktuell nur 15 Minuten kürzer als in Deutsch. Ich hatte schon über 36 DIN A 4Seiten. Deutschaufsätze sind nicht länger.)

    Ähm, die jungen Männer, die irgendwas tun, war dein Vorwurf.

    Können wir dahin zurückkommen, worum es ging? Wennan Vorerkrankungen hat und lebenslang auf Medikamente und Facharztbehandlungen angewiesen ist, welche Lösung die bessere und/oder günstigere wäre.

    Wenn du das auch nicht weißt, total okay, musst es aber nicht auf die Dummheit, Arroganz oder sonst was anderer Leute schieben.

    Es gibt aber nicht die Antwort, weil es immer auf den Einzelfall und seine Prioritäten ankommt. Manchen ist der Chefarzt und das Einzelzimmer wichtig, manche mögen sich nicht mit Versicherung und Rechnungen herumschlagen. Ich habe keine Kinder und bis jetzt keine pflegebedürftige Angehörige in meinem Haushalt, Familienhilfe benötige ich nicht. Andere wollen regelmäßig zur Kur ... Die pauschale richtige Antwort gibt es nicht, auch wenn du 100x fragst.,

    Meine Erfahrung und alle gesetzlich versicherte Familienmitglieder und Freunde bestätigen dies, alles notwendige bezahlt auch die gesetzliche Krankenversicherung und wenn nötig, erhält man auch beim Facharzt oder im Schlaflabor sofort einen Termin, andere hier verneinen dies. Ich kenne auch mehrere privat Versicherten, die meinen, dass sie unnötig und vorschnell operiert wurden. Ob das stimmt?

    Man kann nur Vor- und Nachteile auflisten, abwägen muss jeder selbst (und vieles bleibt spekulativ, niemand weiß, was die Zukunft bringt). Aktuell ist für mich die private günstiger, weil ich jetzt im Oktober wieder deutlich über tausend Euro zurück erstattet bekomme. Wäre ich krank, könnte Rechnungen vielleicht noch nicht einmal zeitnah einreichen, müsste große Beträge auslegen und evtl. Zinsen zahlen... Es kann sich schnell ändern.

    Wikipedia zu Bürgerversicherung

    "Der Begriff Bürgerversicherung bezeichnet in Deutschland verschiedene Konzepte eines solidarischen Sozialversicherungssystems mit dem Kennzeichen, dass ausnahmslos alle Bürger und unter Einbeziehung aller Einkunftsarten Beiträge in die gesetzliche Krankenversicherung leisten und gleichermaßen alle Bürger im Versicherungsfall daraus gleiche Leistungen in Anspruch nehmen können. Die Bürgerversicherung bedeutet die Aufhebung des dualen Systems zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung im Leistungsbereich der Grundversorgung. Medizinische Sonderleistungen über die Grundversorgung hinaus sollen in den meisten Konzepten weiterhin durch private Zusatzversicherungen möglich sein."

    Aber das System ist eigentlich tot und ich wünschte, wir würden eins finden, was alle gleich behandelt. Bei der aktuellen Regierung habe ich allerdings wenig Hoffnung.

    Aus dem Grund habe ich immer auf die Bürgerversicherung (SPD, Grüne, auch Linke) gehofft, Grundversorgung für alle, Extras können über Privatversicherung versichert werden. Aber die meisten verwechseln es mit Kopfpauschale (FDP, CXU) und lehnen sie daher ab.

    Du hast aber Meer zugestimmt, die meinte, viele hätten keine Ahnung vom Gesundheitssystem, du redest doch auch nur von deinen Erfahrungen.

    Und vermutlich weiß ich mehr, als die meisten hier. Ein sehr guter Bekannter ist Regionalleiter der AOK, Familie und Freunde sind alle gesetzlich versichert, bei privat versicherten Kollegen staune ich eher über Unwissen, mit pauschaler Beihilfe habe ich mich beschäftigt, nur kam sie für mich zu spät (habe ich auch früher schon einmal geschrieben, hatte schon einige Diskussionen mit 3 der vorher 4 genannten).

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