Beiträge von Kris24

    Dass Schulen aktuell nicht auch nennenswert zur Verbreitung beitragen, müsste man erstmal nachweisen. Interessant wäre, in Städten mit hohen Fallzahlen mal zu Studienzwecken komplette Schulen durchzutesten und die Dunkelziffer zu erheben. Angesichts der Tatsache, dass Kinder und Jugendliche ja angeblich meistens symptomlos bleiben, gibt es meiner Meinung nach aber doch verdammt viele Treffer bei anlassbezogenen Testungen in dieser Altersgruppe - insbesondere wenn man bedenkt, dass viele Kinder ja auch bei Symptomen von den Kinderärzten oft ohne Test ins Bett geschickt werden. Wir hatten zeitlich versetzt mehrere Fälle in den gleichen Jahrgängen. Dass das Zufall sein soll, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, aber getestet wird bei den Mitschülern halt auch nix.

    Für mich ist Schweden das Beispiel. Die Infektionszahlen gingen ca. 1 - 2 Wochen nach Beginn der Sommerferien so extrem herunter (viel zu stark für Herdenimmunität) und jetzt nach Ende verzögert wieder hoch. Das ist bei Covid-19 das Problem. Anfangs sind die Zahlen klein, übersehbar und erst nach 6, 8 Wochen steigen sie plötzlich rasant.

    Allerdings habe ich auch gelesen, dass Schweden sich um Filteranlagen für alle Schulen bemüht. Anscheinend ist ihnen das Problem bewusst.

    Ich wundere mich ja immer, wie viel Panik und Angst durch Lehrkräfte geschürt wird, obwohl jeder weiß, dass Angst nie ein guter Ratgeber ist. Eigentlich denkt man ja, dass das eher Leute ohne wissenschaftliche Grundbildung sind.

    Das Wort Panik höre ich immer nur von Covid-Leugnern und Querdenker, die damit die Diskussion beenden wollen. Wer will schon panisch sein?

    Aber gerade wenn man eine Gefahr kennt, ist man besorgt. Wer nichts weiß, hat keine Angst. Ich habe schon mal von meinem Bruder erzählt, der vierjährig im Urlaub kurz ausgebüxt ist und auf den Schienen spielend auf den Zug gewartet hat (der Zaun hatte ein kleines Loch, meine Eltern haben sein Verschwinden zum Glück sofort bemerkt). Er hatte keine Angst. Und genau das sehe ich jetzt wieder. Wer nichts weiß, immer noch an Erkältung und höchstens an eine Lungenentzündung für alte denkt, ist völlig unbekümmert und leider auch verantwortungslos. Wenn die Zahlen explodieren, werden wir um einen Shutdown oder gar Lockdown nicht herum kommen, dann leidet die Wirtschaft (auch weil vernünftige Menschen bereits vorher sich freiwillig zurück ziehen (siehe Anfang März) ), dann ist das Geschrei gerade der Unwissenden groß.

    Ganz interessant zum Thema Lockdown:

    „IWF: Lockdowns können Wirtschaftserholung beschleunigen

    16:22 Uhr

    Aus Sicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) können schnelle Lockdowns bei einer Pandemie zu einer rascheren wirtschaftlichen Erholung beitragen. "Lockdowns verursachen kurzfristig Kosten, aber sie können zu einer schnelleren wirtschaftlichen Erholung führen, da sie die Infektionsraten verringern und daher den Umfang der freiwilligen sozialen Distanzwahrung", schreiben die IWF-Volkswirte Francesco Grigoli and Damiano Sandri in einem Blog-Beitrag. Freiwillige soziale Distanzwahrung aus Furcht vor einer Ansteckung habe stark zu der Rezession beigetragen. Dies nehme wahrscheinlich nicht ab, sollten Lockdowns trotz hoher Fallzahlen aufgehoben werden.“

    Quelle: https://www.tagesschau.de/newsticker/liv…erstag-147.html

    😊 (aber doppelt schadet nie, dann liest es vielleicht auch Fragend, der falsche Behauptungen aufstellt und mich an Querdenker denken lässt)

    Ja, theoretisch ist das so. Die Realität sieht aber anders aus, denn zur Realität gehört halt das Verhalten der Leute dazu. Es steht Dir doch weiterhin frei, Dich im Lehrerzimmer nicht dazu zu setzen. Meine persönliche Meinung ist einfach, dass es jetzt so ist wie es ist und ich hoffe, dass der Bund auch keine weiteren Massnahmen mehr beschliesst.

    Ich habe tatsächlich in der Schule immer Maske auf und wenn es eng ist, sogar FFP2. Und icg stimme dir zu.

    Und wenn wieder Fernunterricht kommt, dann ist es halt auch so. (Masken könnten es verhindern, aber anscheinend ist Fernunterricht doch das kleinere Übel, verstehe ich zwar nicht, aber Menschen sind verschieden.)

    Doch, weil sie überwiegend in Situationen getragen werden, in denen das Infektionsrisiko sowieso minimal ist. Insofern haben sie bestenfalls einen psychologischen Effekt und schlimmstenfalls nerven sie einfach nur. Was soll den passieren? Den Leuten wieder verbieten Omas 70. Geburtstag zu feiern? Am A***. Ich glaube, wir sind jetzt an einem Punkt, an dem man die Sache einfach hinnehmen muss. Und dazu gehört, dass wieder mehr Leute sterben werden. Die sind im Schnitt aber immer noch älter, als die durchschnittliche Lebenserwartung, daran hat sich in bald 10 Monaten nichts geändert. Die Spitäler sind vorbereitet auf das was kommt.

    Das ist aber nicht Schuld der Masken, sondern das Verhalten der Menschen.

    Ich sehe es bei meinen Kollegen. Oft wird Maske getragen, aber bei Abstand und Fenster offen im Lehrerzimmer, muss man nicht. Und dann werden alle Fenster geschlossen (ist ja kalt) und das Gespräch wird intensiver und man rückt zusammen. Und wenn dann einer infiziert ist, ...

    Es gibt inzwischen so viele "Beobachtungsstudien" (strenge Beweise gibt es nur in der Mathematik ;)), dass (gutsitzende) Masken (mit entsprechenden unterschiedlichen Materialien) auch einen selbst schützen können, ich vergleiche es mit dem Sicherheitsgurt (kenne noch die Diskussion aus meiner Jugend), die meiste Zeit benötige ich ihn nicht, ich kann immer noch verunglücken, trotzdem schnalle ich mich immer an (und er hat mir schon einmal sehr geholfen).

    Heute: wir probieren, mit dem Zirkel einen vollständigen Kreis zu zeichnen, ohne uns zu verletzen. Kind: boah, das klappt nicht, gibt's dafür auch ne App?

    Geogebra ;) (jetzt verstehe ich, warum du danach gefragt hast)

    Also bei uns gab es noch nie Anmeldung. Dieses Jahr fanden die Elternabende einzeln in den beiden größten Räumen statt. Dadurch konnten locker alle Eltern einer Klasse teilnehmen, wenn sie wollten.

    So, umgezogen. Setze jetzt die Sonnenbrille auf, um die Meckerpostings zu überlesen.

    Die Entscheidung des Ministeriums zu Reisen müssen wir zur Kenntnis nehmen.

    Fakt ist aber auch: An Reisen hängen viele Jobs - in Deutschland und in Europa. Hier wird darüber gesprochen, dass Reisen 2021 nachgeholt werden. Unwahrscheinlich.

    Die Pandemie ist 2021 doch mitnichten vorbei - realistisch ist ein Zeitraum um 2030 oder später, da durch die Schutzmaßnahmen die Ausbreitung im Vergleich zur Spanischen Grippe extrem gedehnt wird (was sicher glücklicherweise auch Menschenleben rettet). Daher müssen wir lernen, mit dem Virus zu koexistieren. Dazu gehört auch meiner Meinung nach verantwortungsvolles Reisen. Impfungen sind Science-Fiction, weil es noch nie eine Impfung gegen Coronaviren gab. Ein Impfstoff gegen SARS (2002) wurde 18 Jahre vergeblich gesucht.

    stimmt ;),

    Du hast beim verschieben Fragends Kommentar vergessen(?), der aus meiner Sicht so viel falsches enthielt, dass ich heute Nacht übermüdet die Fakten zusammen suchte und antworten musste. Jetzt bleibt er unwidersprochen hier stehen.

    Ich kenne Menschen, die genau aus diesem Grund den 17. Juni behalten wollten. Ich werde es ihnen erzählen. Aber 1. August liegt eindeutig besser. Obwohl immer in den Sommerferien, nie zusätzlich frei. :/

    ich sehe es im Prinzip genauso wie Wollsocken und merke, dass ich vorher schlampig formuliert habe. Ich dachte an meinen Bio/Chemiekollegen, der in Mathe nicht sicher ist. Früher fragte er mich, bevor es an Henderson-Hasselbalch ging, die Nernstsche Gleichung ließ er weg. Er ist trotzdem ein guter Lehrer, versteht Interesse zu wecken, aber seine Schüler wählten im Abitur nie Elektrochemie (durch Henderson-Hasselbalch müssen sie dann durch, man kann nur ein Thema abwählen, kommt aber nicht jedes Jahr dran). Er schrieb jeden kleinsten Schritt auf, ich versuchte alles zu erklären und musste es im kommenden Jahr wiederholen. Inzwischen unterrichtet er auf eigenen Wunsch nur noch Sek. I, ob es daran liegt, weiß ich nicht.

    Ich selbst unterrichte diese Themen gerne, Mathe half mir beim Verständnis, ich fühle mich sicher (und das merken Schüler) und freue mich, wenn ich bei Schülern genau dieses (plötzliche) tiefere Verständnis dank der Formeln sehe, dehalb leite ich sie immer her. Ich selbst habe aber ein Problem mit räumlichen Sehen (Darstellende Geometrie war schon in der Schule für mich ein Albtraum, ich werde es nie freiwillig unterrichten), wenn die Schüler irgendwelche Naturstoffe anders drehen als gewöhnlich, muss ich schon überlegen. Man kann es aber üben und inzwischen bin ich schnell genug.

    Im Chemiestudium spielt Mathe aber eine extrem wichtige Rolle.

    Ich auch nicht.

    Sehr wahrscheinlich, es gab ihn aber (zumindest gefühlt) und jetzt wird er schmerzlich vermisst. Es gibt wenig, was ich öfter gehört habe von den verschiedensten Menschen, wenn sie von vor und nach der Wende sprechen.

    Noch mal, für uns hat die Wende nichts geändert, für den Osten ist eine Gesellschaft zerbrochen.

    Merkst du selbst, oder?;)

    Zur letzten Bemerkung, ja ich habe nach dem abschicken das Missverständliche gesehen und überlegt, ob ich es ändern soll. Aber dann dachte ich, stimmt vielleicht doch. Ich gehe inzwischen nicht mehr bewusst auf Ostdeutsche wie in den 90er Jahren zu, sondern auf Menschen (ich gehe auch nicht bewusst auf Farbige zu) und wer den Unterschied betonen will, soll es tun, aber ich höre nur noch eine begrenzte Zeit zu.

    Ich schrieb bereits, ich habe das Gefühl, dass manche den Unterschied feiern und nicht sehen, dass wir alle Menschen sind. Ich habe immer noch Freunde, die in der DDR aufgewachsen sind, aber froh sind, dass diese auf Misstrauen (Stasi) aufgebaute Gesellschaft nicht mehr existiert (sonst würden sie vielleicht auch nicht im Westen wohnen). Von vielen (Kollegen, Bekannten) weiß ich nicht, woher sie kommen, manchmal erfährt man es zufällig (ich besuche meine Eltern in ...), manchmal hört man es am Dialekt, manchmal nicht. Ich kenne Kollegen von Fortbildungen aus Leipzig und natürlich spricht man miteinander aber genauso auch mit welchen aus Hamburg. Ich gehe immer noch auf Menschen zu.

    Ich lebe in einer Region mit vielen Arbeitsplätzen und wenig Arbeitslosigkeit. Viele Menschen ziehen hier her und werden heimisch. Ich liebe unser jährliches dreitägiges Stadtfest, dass dieses Jahr leider ausfallen musste, einfach wegen der Vielfalt, alle Kulturen beteiligen sich, es gibt z. B. 8 Bühnen (und dem Essen ;)).


    Zur zweiten Bemerkung. Ja, manchmal trauere ich auch meinem 1. Kollegium nach, aber der Zusammenhalt entstand aufgrund der vorhandenen Schülergewalt. Er war notwendig, um als Lehrer zu überleben. Und die ständig drohende Gewalt und die vielen zeitfressenden Konferenzen will ich definitiv nicht mehr, auch wenn das gemeinsame Essen, der gemeinsam verbracht (Kurz-)Urlaub manchmal fehlt.

    Wir Menschen sind halt so. Ich glaube, vieles wird verklärt, das schlechte vergessen und das gute hoch gejubelt. Und ich bin nicht mehr bereit, mir auf Dauer das anzuhören, ich sage nichts (ist als Westler auch nicht sinnvoll), aber ziehe mich zurück. Auch meine Zeit ist begrenzt und die möchte ich mit schönem füllen.

    Ich wollte auch gerade daran erinnern, dass das ein deutschsprachiges Forum ist.

    Ich verwende hin und wieder gegenüber meinen Schülern die Begriffe "Chemiesprache" oder "deutsch - chemisch" im Spaß.

    Aber ernsthaft, jeder Bereich hat seine Fachsprache (und wir sprachen wirklich über Schulunterricht).

    Kris24

    Danke für die interessante Darstellung.

    Gegen eine Pandemie gibt es im Grunde zwei Strategien: Ausrottung oder Herdenimmunität.

    Die Ausrottung wäre möglich gewesen, wenn wir den harten Lockdown nicht am 16.März, sondern 28. Februar verhängt hätten.

    Somit blieb nur die Strategie Herdenimmunität. Entweder durch Impfung oder durch genügende Ansteckungen. Sofern es keine Impfung gibt - was ja eine riskante Wette der Regierungen war und ist - wäre die natürliche Herdenimmunität die einzige Möglichkeit. Und die wird, wollen wir das Gesundheitssystem nicht kollabieren lassen, erst in den 2030ern erreicht.

    Immunität dauert bei Coronaviren ein, höchstens zwei Jahre. Dann müssen weltweit alle infiziert sein, sonst werden die ersten wieder krank, bevor die letzten es hatten. Die Ausrottung wäre letzten Herbst in China vielleicht möglich gewesen, danach sicher nicht mehr. Es gibt zu viele asymptomatisch Infizierte, die es weiter geben.

    bei mir stand 1 Risikobegegnung mit niedrigem Risiko und wenn man darauf klickt, kam positiv Person zu kurz bzw. zu großer Abstand. Seit heute Mittag wieder keine Risikobegegnung.

Werbung