Beiträge von Tukan

    Bei LEO findest du alle Stellen. Aktuell ist kein üblicher Ausschreibungszeitraum, deshalb sind dort nur Stellen, wo ein besonderer Bedarf ist, z.B. an Ersatzschulen oder schulen, an denen Ausschreibungen leer laufen. Es kann sich lohnen, mal unverbindlich Kontakt zu solchen Schulen aufzunehmen. Ich habe dir mal einen Link eingefügt:

    LEO Stellen Bio und Chemie

    Ok, dann sieht es an Gymnasien schlecht aus, was die Einstellungschancen angeht. An den Berufskollegs und in der Sek I ist die Lage meist besser, allerdings ist Bio wohl (neben Geschichte) das am häufigsten studierte Fach im Lehramt. Und alle mit vollständiger Lehramtsausbildung werden natürlich bei Einstellungen bevorzugt. Chemie ist schon etwas gefragter, wenn das abgeleitet werden kann. Weiteres findest du in den Einstellungsprognsen des Landes.

    Wenn du örtlich flexibel bist (Ruhrgebiet? Sauerland? Eifel? Niederrhein?) und du dir vielleicht auch Ersatzschulen vorstellen kannst, solltest du aber auf jeden Fall eine Stelle finden.

    So schlimme Zustände herrschen bei uns nicht, auch wenn immer wieder Nässe durch die Fenster kommt und wir viele bauliche Mängel haben. Aber: Es wird regelmäßig geputzt und unsere Schränke sind teils bei Bedarf abschließbar...

    Was man als Lehrkraft hier anschafft, wird auch meistens von den SuS wertgeschätzt. Viele haben zuhause eben auch keine Bücher oder Spiele und es ist - eigentlich traurigerweise - etwas Besonderes. Ich mache das aber auch transparent, dass ich diese Dinge teilweise von privatem Geld anschaffe und die Bücher/Spiele etc. nur dann allen Kindern lange Freude machen können, wenn jeder pfleglich damit umgeht. Dass dann Sachen trotzdem bei intensivem Gebrauch schnell nicht mehr wie neu aussehen, ist natürlich völlig okay (deshalb kaufe ich ohnehin i.d.R. nur stark reduzierte Mängelexemplare und Flohmarkt-/Kleinanzeigenfunde).

    Für welche Fächer und welche Region interessierst du dich denn?

    Als Fächer dann Biologie und evtl. Chemie? Ansonsten wüsste ich nicht, was sich aus einem Biostudium ableiten lassen soll. Vielleicht gibt es an den Berufskollegs sowas wie Biotechnik?

    Biologie ist allerdings kein Mangelfach und es dürfte äußerst schwierig sein, Stellen zu finden, die für den Seiteneinstieg geöffnet sind. An welche Fächer hättest du denn gedacht und inwiefern sollen sie sich aus deinem Studium ableiten lassen?

    Grundsätzlich ist es möglich, erst die PE und dann nach der gesammelten Berufserfahrung im Lehrerberuf den OBAS Seiteneinstieg zu machen.

    0 Euro, wie jeder Unterricht. Ich verstehe die Frage nicht. Ich dachte wir werden für unsere Arbeit bezahlt, statt eigenes Geld zu investieren.

    Das ist in der Grundschule leider oft nicht so. Bei der Ausstattung vieler Schulen kommt man als Lehrkraft, besonders als Klassenlehrkraft nicht drum herum, sich selbst um viele Dinge zu kümmern. Wir machen das, weil uns guter Unterricht wichtig ist. Und je nach Klasse/Elternschaft wird das durchaus auch wertgeschätzt. Aber: Grundsätzlich ist dieser Zustand ein Unding... Ich wäre ja auch gern bereit, mich um die Klassenzimmerausstattung zu kümmern, wenn jeder Klassenlehrer ein vernünftiges Budget bekäme dafür. Aber dass wir so viel selbst bezahlen müssen, von Freiarbeitskarteien über Lernbüros bis zu digitalem/gedruckten Unterrichtsmaterial, ist traurig. Wir sind ja schon froh, wenn es zumindest ausreichend bunte Kreide, Laminierfolien, Kopierpapier und das Zusatzmaterial zu den D/M-Lehrwerken in der Schule gibt. Wir hatten auch lange nur 3 Sets Dienes-Material für 200 Schüler.

    Jetzt erst mit dem Startchancenprogramm wird es tendenziell deutlich besser, was die Materialfülle an Zusatzmaterial und Anschauungsmaterial angeht. Allerdings gibt es da oft auch eigenartige Vorgaben oder Wünsche von den Schulämtern, sodass nicht immer das angeschafft werden kann, was benötigt wird.

    Bei den Schulsozialarbeiter/innen und SEP Kräften ist es schon immer so, dass deren Kompetenzen sehr unterschiedlich sind. Viele Aufgaben, die sie in der Praxis übernehmen, z.B. die diversen Fördergruppen, wurden im Studium nur angeschnitten, soweit ich die Studienverlaufspläne für Sozialpädagogik kenne. Daher sind sie (gerade zu Berufsbeginn) oft auf unsere fachdidaktische Expertise und viele Fortbildungsangebote angewiesen, gleichzeitig ist deren Kenntnis über Vorläuferfähigkeiten und deren Routine in Zusammenarbeit mit Kitas usw. oft Gold wert... Und die Förderstunden für Kleingruppen sind auch sehr hilfreich bei Klassengrößen um die 30 Kinder. Ich möchte meine sehr erfahrene SEP insgesamt nicht missen! Es muss aber wie auch bei der Zusammenarbeit mit KuK im Jahrgangsteam menschlich einfach irgendwie passen.

    Ich wäre auf jeden Fall für Zebra. ABC der Tiere ist zu stumpf und zu schwierig gleichzeitig... Einfach nicht mehr zeitgemäß.

    Bei uns an der Schule haben wir aktuell Flex und Flora, nutzen aber nicht alle Hefte des 4 Hefte-Konzepts. Außer in Klasse 1.

    Ich möchte ergänzen, dass die Durchführung von Fächern wie Englisch oder Deutsch in der Schule nicht mehr oder weniger anspruchsvoll ist. Jedes Fach bringt seine eigenen methodischen und didaktischen Fallstricke mit sich und man sollte deutlich hinter dem Fach stehen, um guten Unterricht zu erteilen.

    Was das Studium angeht und es rein um die Durchfallerquoten und Durchschnittsnoten geht, hast du sicherlich recht.

    Biologie und Geschichte sind die einzigen Fächer, die noch schlechtere Einstellungschancen haben und noch überlaufener sind als deine beiden Fächer. Ich behaupte, dass du, wenn du bereit bist, auch an der Gesamtschule oder dem Berufskolleg nach dem Ref zu unterrichten gut irgendwo in NRW unterkommen kannst, denn auch wenn sehr viele Englisch und Deutsch haben, werden diese Fächer doch sicher immer unterrichtet und somit Leute mit diesen Fächern gesucht. Natürlich können sich Mathe/Physik-Absolventen die Stellen praktisch frei aussuchen, aber irgendeine Stelle, die dir zusagt, wirst du auch mit zwei im hohen Umfang erteilten Hauptfächern finden.

    Ja, weil du nur aufgrund einiger Störer, der ganzen Klasse diese Aufgabe gibst anstatt etwas Schönes zu machen.

    Ich würde dir empfehlen, am Classroom Management zu arbeiten, sodass du Störer besser identifizieren kannst.

    Ich finde, auch nach 12 Uhr darf der Anspruch sein, dass eine normale Lautstärke im Unterricht eingehalten wird. Dann muss man ggf. kleinschrittiger arbeiten, mehr Pausen einbauen etc.

    Zu deiner letzten Frage: Ja, auch das ist eine Kollektivstrafe und kann auf Dauer die Beziehung zur Klasse sehr schädigen. Sinnvoller finde ich ein Unterbringen von "Wiederholungstätern" bei KollegInnen in einer (niedrigeren) Klasse mit schriftllichen Aufgaben, die am Ende abzugeben sind. Das kennen fast alle Kinder aus der Grundschule und ist nur für diejenigen unangenehm, die wirklich Verursacher sind. Und so haben die anderen in der Zeit das Anrecht auf einen praktischen und aktivierenden Musikunterricht erfüllt.

    Und: Je konsequenter du am Anfang in einer Klasse bist, desto weniger häufig musst du im Laufe des Schuljahres erneut von den Sanktionen für einzelne Störer Gebrauch machen.

    Kann mir mal jemand erklären, was an diesem Beitrag nicht zu verstehen ist?^^

    Ja, den Lehrplan kann ich ja als Lehrkraft dann auch mit einigen SuS erfüllen. Je nach Schulstandort ist es aber völlig utopisch, dass die SuS flächendeckend alle im Lehrplan geforderten Kompetenzen erwerben. Wenn SuS aus dem Kindergarten kommen, ohne jemals eine Schere oder einen Buntstift in der Hand gehabt zu haben, noch nie einen Morgenkreis gemacht haben, nur wenig Deutsch sprechen, dann stehen erstmal diese Dinge im Mittelpunkt, weil sie Voraussetzung sind, um überhaupt irgendwann die im Lehrplan beschriebenen Kompetenzbereiche erreichen zu können. Gerade deshalb kamen ja u.a. von Kathie und mir der Vorschlag entsprechende Differenzierungsmaßnahmen umzusetzen, sodass einige SuS mit den entsprechenden Voraussetzungen "nach Standards des Lehrplans" arbeiten oder sogar darüber hinaus und andere eben erst Zeit erhalten, die notwendigen Basiskompetenzen zu erwerben.

    Ich bin etwas überrascht über die Einstellung, dass alle Kinder zielgleich unterrichtet werden müssen, nur weil es keinen räumlich separat stattfindenden Förderunterricht gibt. Das hängt sicherlich aber auch mit der unterschiedlichen Ausbildung je nach Uni und Seminarstandort zusammen.

    Ich finde, Kathie hat hier schon viele gute Impulse gegeben, um differenziert zu arbeiten. Ich möchte noch erwähnen, dass schwächere Kinder sich in gemeinsamen Phasen häufig herausziehen, wenn sie die Möglichkeit finden. Sinnvoll wäre daher, wenn alle an einem vergleichbaren Thema arbeiten, dass du einzelne Kinder nach der Einstiegsphase im Kinositz lässt und dann die Kinder, die es schon "schneller" verstanden haben, selbständig am Platz dazu weiterarbeiten, während du mit den schwächeren intensiv zusammen haptisch dazu im Sitzkreis arbeitest, Aufgaben nochmal gemeinsam an der Tafel schreibst und mit Material legst etc.

    Danke für den Hinweis!

    Aber ist es wirklich als Kollektivstrafe zu werten, wenn man einer lauten Klasse einige Zeilen zum aktuellen Thema diktiert - vor allem wenn man diesen Hefteintrag vielleicht sowieso hätte machen lassen, aber zu einem späteren Zeitpunkt?

    Ich gebe ja keine Strafaufgaben für zuhause auf, die dann auch die "Unschuldigen" machen müssen...

    Die Frage ist, was alles unter diesen Begriff fällt.

    Ist es zb auch eine Kollektivstrafe zb mit einer lauten Klasse nicht in den Musikraum zu gehen? Das ist ja im Prinzip auch eine "Strafe" für alle, auch diejenigen, die sich an die Regeln halten.

    Ja, weil du nur aufgrund einiger Störer, der ganzen Klasse diese Aufgabe gibst anstatt etwas Schönes zu machen.

    Ich würde dir empfehlen, am Classroom Management zu arbeiten, sodass du Störer besser identifizieren kannst.

    Ich finde, auch nach 12 Uhr darf der Anspruch sein, dass eine normale Lautstärke im Unterricht eingehalten wird. Dann muss man ggf. kleinschrittiger arbeiten, mehr Pausen einbauen etc.

    Zu deiner letzten Frage: Ja, auch das ist eine Kollektivstrafe und kann auf Dauer die Beziehung zur Klasse sehr schädigen. Sinnvoller finde ich ein Unterbringen von "Wiederholungstätern" bei KollegInnen in einer (niedrigeren) Klasse mit schriftllichen Aufgaben, die am Ende abzugeben sind. Das kennen fast alle Kinder aus der Grundschule und ist nur für diejenigen unangenehm, die wirklich Verursacher sind. Und so haben die anderen in der Zeit das Anrecht auf einen praktischen und aktivierenden Musikunterricht erfüllt.

    Und: Je konsequenter du am Anfang in einer Klasse bist, desto weniger häufig musst du im Laufe des Schuljahres erneut von den Sanktionen für einzelne Störer Gebrauch machen.

    https://www.schulsport-nrw.de/sicherheits-un…ssetzungen.html


    In NRW ist es nicht erlaubt. Früher war das so, dass die meisten Kollegen an der Grundschule dann den Übungsleiter C gemacht haben und dann ging das. Das ist aber nur noch Altregelung.

    Neue Kolleginnen müssen ausgebildet sein (regulär oder als Zertifikatskurs) oder in der Ausbildung (mit Zertikurs) sein. Oder das vor Inkrafttreten des Erlasses bereits gemacht haben.

    Richtig, genau das meinte ich.

    H.Huber ja, wenn das keine jungen KuK sind, ist das erlaubt. Trotzdem natürlich u.U. ziemlich gefährlich...

    Spannend ist, dass die älteren Kolleg/-innen sogar auch ohne ÜL-C Schein Sport unterrichten dürfen.

    Hier nochmal zum Nachlesen aus dem Link:

    Zitat

    Bei Vorliegen der entsprechenden fachlichen Voraussetzungen / Kompetenzen dürfen das Fach Sport unterrichten:

    • Lehrerinnen und Lehrer mit der Fakultas Sport (Lehrbefähigung),
    • Lehrerinnen und Lehrer mit einer entsprechenden Qualifikationserweiterung (Lehrerlaubnis für fachfremd Sport unterrichtende Lehrerinnen und Lehrer),
    • Lehrerinnen und Lehrer, die aktuell an einer solchen Qualifizierungsmaßnahme teilnehmen oder an entsprechend qualifizierenden Fort- / Weiterbildungsmaßnahmen der Bezirksregierungen oder weiterer in den Fortbildungskatalogen der Bezirksregierungen genannten und damit anerkannten Träger teilnehmen.

    Unabhängig davon können alle Lehrerinnen und Lehrer, die bisher Sport unterrichtet haben und sich bewährt haben, dies auch weiterhin tun.

    In Religion wird nicht mehr so genau geschaut. Bei Mangel ist viel möglich... Trotzdem würde ich mir als Fachfremder keinen wirklich guten Reliunterricht zutrauen und bin froh, dass es mich bislang nicht erwischt hat. Sport ist eine versicherungstechnische Sache. Wenn ich da im Sportunterricht einen Fehler mache, hat der meist gravierende Folgen als in Kunst oder Religion.

    An den TE: Bitte unbedingt alle Register beim Nachqualifizieren ziehen - und auf den Rat der studierten Kolleginnen hören. Ich habe schon so viel Murks von Gymnasiallehrern in der Grundschule mitbekommen... Grundsätzlich sind wir aber froh über neue KollegInnen! Man muss halt nur offen sein. Ich empfehle Hospitationen sowie die Buchreihe "Didaktik für die Grundschule" von Cornelsen und die Reihe "Oldenbourg Praxis" (nur noch gebraucht erhältlich). Damit kann man einigermaßen das Grundlagenwissen erlernen und dann auch fundiert entscheiden, ob man Grundschule wirklich will und kann.

    Ich schätze, dass NDS nur deine Sek I Lehrbefähigung anerkennt, auch wenn du an einer Berliner Gesamtschule dein Ref vielleicht auch in der Sek II machst.

    Hundertprozentig sicher kann dir das niemand hier sagen: Du hast aber nichts zu verlieren, angesichts des Mangels wird dir auf jeden Fall eines der Lehrämter anerkannt. Wobei ich Sek I für wahrscheinlicher halte, dort sind die Einstellungschancen auch besser.

    Es geht nicht um den Stoff der 12. Klasse, sondern um das Studium.

    Da ist, ohne Wertung, ein riesiger Unterschied im fachlichen Anspruch erkennbar.

    Das kann man so ganz pauschal nicht sagen.

    Ein Beispiel: In vielen Bundesländern ist es Pflicht, Mathe und Deutsch im Grundschullehramt zu studieren und dazu mindestens ein weiteres Fach. Da es nur wenige gibt, die beide Fächer gleich gut beherrschen, ist das anspruchsvoller, als Bundesländer mit Wahlmöglichkeit und nur zwei Fächern. Außerdem muss man zwischen Bundesländern mit 1. Stex und M.Ed. unterscheiden.

    Ein weiteres Beispiel: In meinem Studium musste ich in Deutsch u.a. literaturwissenschaftliche Seminare belegen. Die Gymnasiallehrämtler mussten (zwei?) literaturwissenschaftliche Seminare mehr belegen. Ob ich jetzt "nur" zwei Hausarbeiten zu Fontane und Goethe schreibe oder zusätzlich zwei zu Schiller und Brentano, macht keinen Unterschied im Anspruch. ;)

    Ein anderes Beispiel: Die Durchfallerquote in Mathematik war im Grundschullehramt kaum geringer als im Lehramt für Gymnasien. Objektiv waren aber in einigen Veranstaltungen bei den Veranstaltungen für G sowie für HR definitiv weniger komplexe Beweise gefordert als im Fachbachelor oder Lehramt GY. Dafür wird beim Gymnasiallehramt aber niemand "gezwungen", das Fach überhaupt zu wählen, wenn es ihm schwerfällt.

    Ein letztes Beispiel: In NRW höre ich seit den Sondermaßnahmen immer wieder von Studierenden an den Unis, die auf Gymnasiallehramt mit Deutsch + x wechseln, obwohl sie nachher an der Grundschule unterrichten wollen, weil sie das Studium als einfacher wahrnehmen, eben weil man nur zwei Fächer und kein Mathe studieren muss. Ich möchte aber nicht wissen, wie nachher deren Grundschulunterricht aussieht, vor allem in Mathe :autsch:

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