Beiträge von Tukan

    Ich hatte vielleicht an eine Zertifikatsprüfung für später gedacht ( in Kunst oder Informatik) für eine Sek 1 Befähigung. Nachdem ich mein Ref in Sport und Erdkunde an Gy-/Ge gemacht habe…

    Weil ich nicht ein vollwertiges weiteres L3 Fach machen möchte sondern wenn nur L2 oder eben später berufsbegleitend

    Das geht in NRW nicht, ein Erweiterungsfach für HR/L2 zu studieren, dafür müsstest du dann HR-Lehramt studiert haben.

    Ein Zertifikatskurs hat nichts mit einem Erweiterungsfach zu tun, sondern ist eine Nachqualifizierung in einem Mangelfach deiner Schule, an der du dann i.d.R. fest eingestellt bist. Dementsprechend erhältst du auch keine Lehrbefähigung, sondern eine Lehrerlaubnis. Gelegentlich ist die Bereitschaft zu einem Zertifikatskurs Einstellungsvoraussetzung.

    Grundsätzlich sind die Chancen am besten im Ruhrgebiet, im Sauerland und der Region Aachen. Mit Sport/Erdkunde hast du tatsächlich keine wahnsinnig gesuchte Kombination. In der Sek I ist das Problem, dass du zwei Fächer mit wenig Stunden hast...

    Du kannst aktuell natürlich OBAS für Sek I machen und damit dann die Lehrbefähigung HRSGe erwerben, allerdings kannst du dann nicht mehr ans Gymnasium oder Berufskolleg (was aber wegen Erdkunde ohnehin schwierig sein wird).

    Gute Chancen hast du trotzdem, wenn du dir auch eine Anstellung an einer Haupt- oder Realschule vorstellen kannst (das geht auch mit GyGE Lehramtsreferendariat nachrangig, da es kaum Absolventen für HRSGe im Moment gibt). Auch Privatschulen haben oft Mangel und sind auch flexibel, was den Abschluss und das genaue Lehramt angeht. Theoretisch müsste sogar OBAS für die Grundchule möglich sein. Da würdest du dann im Ref 24 Monate in Deutsch oder Mathe und in einem deiner studierten Fächer (vermutlich Sport, das ist in der Grundschule Mangelfach!) ausgebildet.

    Welche der Optionen wären für dich denn denkbar?

    Ich stimme zu, dass ein vollwertiges Lehramtsstudium immer die beste Option hinsichtlich der Qualifizierung ist. Aber: Hier wurde explizit nach den aktuellen Quereinstiegsregelungen gefragt. Und ja: Mit einem Journalismus-Bachelor wird man oft (vielleicht nicht überall) für einen Master Literaturwissenschaft zugelassen, ggf. mit der Auflage, 15 CP nachzuholen. Einen solchen Master kann man auch an der Fernuni studieren, weil danach gefragt wurde. Eine Zulassung für einen pädagogischen Master zu erhalten, dürfte schwieriger werden. (Außerdem würde damit dann kein Quereinstieg im gewünschten Grundschullehramt, sondern stattdessen in Sonderpädagogik in NRW möglich sein.)

    Am besten ein Master in Deutsch (Sprachwissenschaft/Literaturwissenschaft o.Ä.). Dafür müsste sie mit ihrem Bachelorabschluss die Voraussetzungen erfüllen. Das kann auch an der Fernuni stattfinden. Wie schon oben geschrieben wurde, erfolgt bei OBAS Grundschule die Ausbildung in Mathe oder Deutsch und einem weiteren Fach der Grundschule.

    Das Problem ist eher, dass sie nach dem Masterabschluss noch zwei jahre Berufserfahrung haben muss für OBAS, d.h. wenn sie den erst jetzt anfängt, kann sie danach nur die PE erstmal machen. Zwei Jahre nach dem Masterabschluss kann sie dann mit OBAS beginnen, wenn sie vorher zwei Jahre als Lehrerin mit PE gearbeitet oder außerhalb der Schule gearbeitet hat.

    Zitat

    Angesprochen in dieser Maßnahme sind Personen mit Berufserfahrung, die über einen nicht-lehramtsbezogenen Masterabschluss einer Fachhochschule oder einen Hochschulabschluss einer Universität mit einer Regelstudienzeit von mindestens sieben Semestern verfügen. Der Abschluss muss Studienleistungen beinhalten, die einen Bezug zu mindestens einem Unterrichtsfach der Grundschule haben.

    An Grundschulen soll im Rahmen einer berufsbegleitenden Ausbildung nach OBAS eine Ausbildung in zwei Unterrichtsfächern der Grundschule erfolgen, wobei die Ausbildung obligatorisch in mindestens einem der Fächer Deutsch oder Mathematik stattfinden muss.

    Ich möchte noch ergänzen, dass gerade im fachfremden Unterricht mMn das Singen oft zu kurz kommt. Da finde ich es wichtig, ein Liedrepertoire mit den Kindern zu erarbeiten (in 1/2 vor allem Kinder- und Volkslieder / Kinderliedermacher wie Rolf Zuckowski, Volker Rosin...) und in Klasse 3 und 4 auch mal modernere Songs in kindgerechter Tonlage.

    Empfehlen kann das Musikbuch Tipolino von Helbling. Das ist aktuell das beste, wie ich finde. Allerdings arbeite ich kaum mit dem Buch und es lohnt sich auch nur bedingt, Klassensätze von Musikbüchern anzuschaffen (gerade in 1/2). Stattdessen nutze ich ganz viel Material aus diesen vier Fachzeitschriften, die ich wirklich empfehlen kann:

    - PaMina

    - Grundschule Musik

    - Popmusik in der Grundschule

    - Musik im Grundschulunterricht

    Zitat

    Insbesondere in den Fachwissenschaften wird das deutlich. In NRW wird jedes der drei Unterrichtsfächer mit einem Umfang von 54 Leistungspunkten studiert. In Hessen werden zwei der drei Fächer im Umfang von 24 CP, das dritte Fachbim Umfang von 50 CP studiert.

    Das wusste ich noch nicht, das war damals nach der alten PO nicht so. Ich habe alle Fächer gleich viel studiert mit insgesamt 120 CP.

    Worum es mir ging, war einfach zu betonen, dass es nicht nur auf die Länge des Studiums ankommt, sondern mehr auf die Inhalte. Wenn ich in SH 10 Semester nur Spezialwissen in Englisch und Sachunterricht beispielsweise lerne, bin ich rein schulpraktisch betrachtet, schlechter ausgebildet als mit 6/7/8/9 Semestern, die zu einem bestimmten Anteil Mathematik und Deutsch beinhalten. Unabhängig davon, ob man jetzt das Examenssemester als Studium zählt wie ich oder nicht wie du.

    On topic: Für die Beförderungsämter muss mMn dann auch eine Anpassung erfolgen, das Minimum sollte sein:

    A13 Stelle wird zu A 13 Z

    Konrektor von A13Z auf A14

    Rektor von A14 auf A14 Z

    Das alles kann ja jeder nachlesen, u.a. unter dem Link, der oben gepostet wurde. Das Studium beinhaltet eben auch die Staatsprüfung und die Examensarbeit und dauert damit nicht sechs Semester. Es ging nur darum, das klarzustellen. Schlechter für die Schule ausgebildet als jemand, der 10 Semester BA/MA gemacht hat, ist man aber mit dem Staatsexamen nicht.

    In Hessen dauert das Studium für Grundschullehramt auch heute noch nur sechs Semester.

    In Hessen umfasst das Studium 210 ECTS. Davon entfallen dreißig auf die umfassende Staatsprüfung, die zeitlich im siebten und achten Semester stattfindet. Offiziell sind es also 7 Semester Regelstudienzeit und zeitlich eigentlich 8 Semester aufgrund des Prüfungszeitraums. Das Studium ist somit nur etwas kürzer als im Bundesdurchschnitt, dasselbe gilt auch für die anderen Lehrämter (außer Berufskollegs, die aber dafür keine 1. Staatsprüfung absolvieren müssen). Ich sehe nicht, weshalb ich mit einem Grundschullehramtsstudium in Hessen in NRW weniger verdienen sollte. Die Länge des Studiums sagt nur bedingt etwas über Qualität und Anspruch aus...

    Spannend, dass mehrheitlich scheinbar doch eher beides in einer Hand liegt. Nun ist es in SH so, dass man nicht Deutsch und Mathe studieren muss, theoretisch würde sogar Sachunterricht und Musik als Kombi gehen. Gewöhnlich hat man aber zumindest Deutsch oder Mathe. Findet ihr es dann sinnvoller, in einer Klasse das zweite Fach fachfremd zu unterrichten oder wäre dann eine Kombi aus zwei LK besser? Und sollte es einheitlich sein an der Schule, oder ist es ok, wenn in der 1a beide Fächer in einer Hand sind (z.B.weil die KL Vollzeit arbeitet), in der 1b hat die KL nur ein Fach (z.B. weil sie Mathe nicht als Fach hat)? Wenn ich so darüber nachdenke: es gibt ja auch LiVs, die irgendwo Mathe oder Deutsch machen müssen, also so als durchgängiges Prinzip in allen Klassen ginge es ja gar nicht…

    Ich finde, dass Studienmodelle, bei denen nicht beides studiert wird, dringend abgeschafft gehören. Vielleicht umstritten bei den "Nordlichtern" (meine, dieses Modell, was du beschreibst, gibt es nur in SH und NDS), aber meine Meinung: Eine gute Grundschullehrkraft hat in Deutsch und Mathe fundiert ausgebildet zu sein.

    Hier sind Deutsch und Mathe, wenn es sich bei den Klassenleitungen um studierte Grundschullehrkräfte in Vollzeit handelt, in der Regel in einer Hand. Das finde ich auch sehr sinnvoll, weil man flexibler ist, wenn man merkt, dass an einem Tag das eine Thema doch mehr Übungszeit braucht, man Freiarbeit besser organisieren kann und die Beziehung zur Klassenleitung durch mehr Stunden natürlich gestärkt wird. Deshalb wird in NRW auch beides verpflichtend studiert, wie in den meisten Bundesländern.

    Bei LEO findest du alle Stellen. Aktuell ist kein üblicher Ausschreibungszeitraum, deshalb sind dort nur Stellen, wo ein besonderer Bedarf ist, z.B. an Ersatzschulen oder schulen, an denen Ausschreibungen leer laufen. Es kann sich lohnen, mal unverbindlich Kontakt zu solchen Schulen aufzunehmen. Ich habe dir mal einen Link eingefügt:

    LEO Stellen Bio und Chemie

    Ok, dann sieht es an Gymnasien schlecht aus, was die Einstellungschancen angeht. An den Berufskollegs und in der Sek I ist die Lage meist besser, allerdings ist Bio wohl (neben Geschichte) das am häufigsten studierte Fach im Lehramt. Und alle mit vollständiger Lehramtsausbildung werden natürlich bei Einstellungen bevorzugt. Chemie ist schon etwas gefragter, wenn das abgeleitet werden kann. Weiteres findest du in den Einstellungsprognsen des Landes.

    Wenn du örtlich flexibel bist (Ruhrgebiet? Sauerland? Eifel? Niederrhein?) und du dir vielleicht auch Ersatzschulen vorstellen kannst, solltest du aber auf jeden Fall eine Stelle finden.

    So schlimme Zustände herrschen bei uns nicht, auch wenn immer wieder Nässe durch die Fenster kommt und wir viele bauliche Mängel haben. Aber: Es wird regelmäßig geputzt und unsere Schränke sind teils bei Bedarf abschließbar...

    Was man als Lehrkraft hier anschafft, wird auch meistens von den SuS wertgeschätzt. Viele haben zuhause eben auch keine Bücher oder Spiele und es ist - eigentlich traurigerweise - etwas Besonderes. Ich mache das aber auch transparent, dass ich diese Dinge teilweise von privatem Geld anschaffe und die Bücher/Spiele etc. nur dann allen Kindern lange Freude machen können, wenn jeder pfleglich damit umgeht. Dass dann Sachen trotzdem bei intensivem Gebrauch schnell nicht mehr wie neu aussehen, ist natürlich völlig okay (deshalb kaufe ich ohnehin i.d.R. nur stark reduzierte Mängelexemplare und Flohmarkt-/Kleinanzeigenfunde).

    Für welche Fächer und welche Region interessierst du dich denn?

    Als Fächer dann Biologie und evtl. Chemie? Ansonsten wüsste ich nicht, was sich aus einem Biostudium ableiten lassen soll. Vielleicht gibt es an den Berufskollegs sowas wie Biotechnik?

    Biologie ist allerdings kein Mangelfach und es dürfte äußerst schwierig sein, Stellen zu finden, die für den Seiteneinstieg geöffnet sind. An welche Fächer hättest du denn gedacht und inwiefern sollen sie sich aus deinem Studium ableiten lassen?

    Grundsätzlich ist es möglich, erst die PE und dann nach der gesammelten Berufserfahrung im Lehrerberuf den OBAS Seiteneinstieg zu machen.

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