Beiträge von Zauberwald

    Bei uns gab es damals bei den Klausuren mehrere Themen zur Auswahl, aber ich fand die Vorbereitung auch schwierig. Wir haben uns damals alte Prüfungsthemen angeschaut und mehr oder weniger auf gut Glück gelernt. In Psychologie habe ich 3 oder 4 Themen angefangen und wieder verworfen. Ich hätte zu mehreren Themen was gewusst, aber nicht sooo speziell. Dadurch habe ich eine Zeitstunde verdaddelt und hatte nur noch 3 Stunden übrig.

    Zu dem Examen heute kann ich nicht viel sagen, außer: Anscheinend hat sich nicht viel geändert seit damals. Du solltest dich breiter aufstellen, wie du schon selbst schriebst.

    Um jetzt mal für den Frosch zu sprechen, empfinde ich es als ungerecht, daß ich für einen zusätzlichen Nebenjob bei uns am Berufskolleg A14 bekomme, während er schon Schulleiter werden muss, um aufs gleiche Geld zu kommen. Ok, Grundschulen sind üblicherweise kleiner als Berufskollegs, aber wenn ich an die Anzahl der Kollegen denke, die unter ihm dienen und an die zugrunde liegende Anzahl an Schülern, würde ich seine Tätigkeit schon mit der eines Abteilungsleiters bei uns vergleichen und dann wären wir bei A15.

    Es kommt ja auf die Schülerzahlen an. Vielleicht ist er bei A15. In meiner GS sind über 200 SuS und da ist die SL meine ich auch bei A14.

    Es ist halt einfach so, dass diese Vergleiche und das Gegenrechnen immer auf (empfundene) Ungerechtigkeiten herauslaufen wird. Ich persönlich empfinde es als ungerecht, dass ich in Bayern mit meiner Regelbeförderung auf A14 ohne konkrete Aufgabe gleich besoldet werde wie in anderen Bundelsändern Schulleiter von (kleinen) Grundschulen.

    Nee, Schulleiter von kleinen (einzügig) Grundschulen erhalten A12 + AZ.....

    Auch das ist, wenn man Alimentation konsequent denkt, richtig. Egal, ob du das Studium von Zuschlag für das erste, zweite oder dritte Kind finanzierst, er wird dafür nicht reichen. Bei den ersten beiden Kindern sowieso nicht und beim dritten Kind bleiben nach Steuern auch keine 1000€ netto über, die ein Studium in den meisten Unistädten mittlerweile pro Monat kosten dürfte.

    In dem Augenblick, in dem die Kinder das Studium abschließen und aus der Unterhaltspflicht entfallen, dürfte der Lebensstandard merklich steigen.

    Bei allen, die neidisch auf Kinderzuschläge sind: Meine 3 Kinder studieren alle, d.h. die älteste ist fertig. Das was ich monatlich verdiene, ging jahrelang komplett fürs Studium der Kinder drauf. In echt haben wir das anders geregelt, aber von der Summe her hatten wir nur noch 1 Gehalt für die Raten des Hauses, Versicherungen, Autos, usw.... und Notfälle der Kinder auch hin und wieder.

    Ich finde das mit den hohen Kinderzulagen auch nicht unbedingt richtig und zwar aus dem einfachen Grund, dass gedacht wird, die Besoldungen seien ja hoch genug und würden selbst große Familien ausreichend versorgen. Aber irgendwann sind die Kinder älter und dann fällt das Geld weg. Richtig viel ist es ja erst ab Kind 3. Man könnte denken: "Super, damit kann ich sein Studium finanzieren." Aber schwupps ist das erste Kind über 25 oder erhält aus irgendwelchen Gründen keine Kinderzulagen mehr, rutscht man auf 2 Kinder und erhält deutlich weniger Geld. Spätestens wenn alle 25 sind, sinkt die Besoldung plötzlich enorm und pensionswirksam sind die Kinderzulagen auch nicht.

    Will eigentlich nur sagen, dass der " Reichtum" im wahrsten Sinne des Wortes vergänglich ist und man schon etwas an der Nase herumgeführt wird. Die Kinderzulagen erhält man nur anteilig zur Arbeitszeit. Wie viele Kolleginnen mit 4 oder 6 Kindern arbeiten in Vollzeit? Und besagter Referendar mit den 6 Kindern kann auch nur in Vollzeit arbeiten, weil seine Frau zu Hause alles macht. ;)

    Meine Kolleginnen mit mehreren Kindern sind mit Männern verheiratet, die keine Beamten sind. Sie arbeiten in Teilzeit und monatlich geht die Hälfte der schönen Kinderzulagen flöten. Da nützt es auch nichts, dass Frau Zauberwald ihnen Dampf macht. Es tut mir leid, das schreiben zu müssen, aber manche wissen gar nicht, wie sich das, was auf dem Besoldungszettel steht, zusammensetzt.:(

    In der Grundschule wird man nicht befördert (außer in Bayern, da sind manche Grundschullehrerinnen Studienrätinnen und A13), außer man geht in die Schulleitung. Und 1 oder 2 Jahre vor der Pension wird das nix mehr.

    Interessant, dass es in den anderen Schulformen vermutlich wieder möglich ist, dass man kurz vor der Pension noch schnell befördert wird.

    OT: Eine Kollegin von mir hat von BY nach BW gewechselt und ihr A13 verloren. Wird ihre Pension dann komplett nach A12 berechnet, auch wenn sie in BY bestimmt 10 Jahre oder länger auf A13 war?

    Ich habe auch eine Kollegin im Bekanntenkreis, die in Zeiten von Corona die Schule verlassen hat und von A14 (Schulleitung) auf A12 "fiel." Normale GS-Lehrerin nun. Sie ist gegangen, weil sie von Coronaleugnern massiv bedroht wurde. Das gibt es auch nur bei Lehrkräften, dass man sich nach unten bewegt. Oder?


    Nirgendwo sonst bemisst sich die Höhe des Ruhestand"gehalts" am letzten "Gehalt".

    Das stimmt ja auch gar nicht. Beamte haben ein Lebensarbeitszeitkonto und natürlich wirkt es sich negativ auf die Pension aus, wenn man z.B. jungen Jahren aufgrund von Kindererziehung in Teilzeit war. Sonst würden ja auch alle im letzten Jahr nochmal schnell auf Vollzeit gehen.

    Mit meiner Teilzeit in jüngeren Jahren komme ich am Ende auf vermutlich gut 50%, da sich alles summiert. Wer sich den 70% nähert, ist richtig gut....

    Ich habe aber auch das Glück in der Chemiesammlung Schreibtisch mit kompletter Ausstattung und Ruhe zu haben und zusätzlich haben wir Lehrer einen Ruheraum mit 5 Liegen, 2 Schlafsofas, Sitzsack usw.

    Das ist aber eine gute Ausstattung. Wir haben für Lehrkräfte einen kleinen Raum, in dem auch Schulbücher stehen, Besprechungen stattfinden, Elterngespräche, kleine Schülergruppen arbeiten. Aber nachmittags ist es da auch recht ruhig. Und es befindet sich auch seit neuestem ein Boxsack im Raum!

    Wir üben sehr viel vorher, wenn ein Aufsatz zu einem bestimmten Thema benotet wird (z.B. Unfallbericht). Die Kinder kennen die Kriterien, die sie jeweils einhalten müssen und anhand derer werden die Übungsaufsätze angefertigt und überprüft. Den Aufsatz, der benotet wird, schreiben die Kinder nach einer längeren Übungsphase und können eigentlich runterleiern, worauf sie achten müssen. Dass die Lehrkraft vorher nochmals korrigiert und Tipps gibt, geschieht bei uns nur in der Phase, in der geübt wird und es noch keine Noten gibt. Sonst finde ich es ungerecht.

    Ich sehe auch nicht, was an einer anderen Schule besser sein soll. Das Hauptproblem ist doch die Betreuung des oft kranken Kindes, bzw. dein daraus resultierendes Fehlen und das nicht konstant das Ref. absolvieren können. Bei unseren Referendarinnen geht es sehr getaktet zu, sehe nicht, dass es woanders anders sein sollte. Hier ist z. B. am Donnerstag eine Lehrprobe und Montag-Mittwoch hat dieselbe Person Vorstellungsgespräche an mehreren Schulen. Nach dem Unterricht. Nach der Lehrprobe am Donnerstag findet sofort die mündliche Prüfung in dem Fach statt. Sie lernt gerade zwischen den Vorstellungsterminen im Auto.

    Jep. Und dazu noch das Instagram-Lehrerzimmer, wo alles immer tutti ist.

    Mich wundert es auch nicht.

    Das habe ich persönlich auch vermutet. Der Perfektionismus, der im Netz gezeigt wird. Meine Tochter ist einer Lehrerin bei "insta" gefolgt. Die ist jetzt meine Kollegin und ich bin sehr ernüchtert, wie sie eigentlich im richtigen Leben ist. Auf den Bildern sieht alles ganz anders und leicht aus.

    Ich habe immer gerne gearbeitet und besitze auch viele wertschätzende Erinnerungen von Schülern und Eltern, aber etwas melancholisch macht mich das schon. Es gibt einfach auch ganz viele andere Dinge als Unterricht, die man wuppen muss und ich glaube, das lernt man nicht in der Uni oder im Seminar. Auch werden die Schüler immer vielfältiger. Irgendwie gibt es immer mehr Autisten usw... Die Jungen tun mir auch irgendwie leid, weil der Alltag einfach anders ist. :(

    Ein bisschen OT, aber ich muss es jemandem erzählen und weiß nicht wo: Ich komme gerade von einer Fobi und da hieß es, es gibt 2 große Gruppen von Lehrkräften mit Burnout:

    Die "alten" Kollegen, die seit Jahrzehnten ihr Bestes geben und nicht mehr können (wundert mich nicht),

    die ganz jungen Kollegen, die genauso am Limit sind.

    Das macht mir Sorgen. Woran liegt das eigentlich? Auch wenn man hier die Beiträge von ReferendarInnen liest, die sich schikaniert fühlen, muss das doch eine Ursache haben.

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