Beiträge von Zauberwald

    Vor Jahren hatte ich mal zwei 4. Klassen parallel in Mathematik (Vertretungsnotstand, ein Halbjahr lang). Natürlich wollte ich alle 4-5 Stunden in beiden Klassen identisch unterrichten, schon allein, um mir die Arbeit zu erleichtern. Es war sehr mühsam, das konsequent durchzuhalten, aus verschiedenen Gründen, die teilweise oben schon genannt wurden. Jetzt bin ich in einer dreizügigen Stufe und wir sprechen uns immer grob ab, bei den Themenbereichen und besonders bei Klassenarbeiten. Genaues gleichschrittiges Arbeiten ist aber einfach unmöglich. Eine Verpflichtung dazu wäre nicht durchzusetzen.

    So mache ich das auch gerne. Bin immer froh, wenn ich Parallelkollegen habe, die das ähnlich sehen. Ich weiß doch oft nicht mal am Tag vorher, was ich aufgebe an Hausaufgaben, weil ich nicht weiß, wie es läuft. Und oft bekommen auch nicht alles alles auf oder was anderes. :gruebel:

    Die Eltern unterstützen die Kinder dabei. Und das sieht wirklich toll aus.

    Ich kaufe immer eine dicke Kladde für die Tagebücher.

    Die Kinder zeigen dann den anderen ganz stolz ihr Erlebnis mit dem Klassentier. Das ist wirklich süß.

    Und regelmäßig finde ich es in der Waschmaschine 👍😅.

    Ich habe festgestellt, dass ein Wochenende zu kurz ist.Daher geht unser Tierchen immer 1 Woche mit. Von Montag mit Montag. Es ist quasi immer unterwegs.

    Ich kenne das von Kolleginnen. Leider können bei uns nicht alle Eltern so gut Deutsch, um das leisten zu können. Manche berichten von den tollsten Erlebnissen, bei anderen sitzen die Familien zu Hause vor dem Fernseher und schreiben nichts hinein. Für die privilegierten Kinder ist es toll, wobei ja sonst immer der Datenschutz so hoch gehalten wird. Hier kann man lesen was alle so machen und Fotos sehen.

    Manche finden es ganz toll, meins ist es nicht. In der 1. Klasse schreiben meist nur die Eltern, und es ist keine Leistung der Kinder. Wie gesagt, die Eltern mit schlechtem Deutsch scheuen auch davor zurück

    Sie wissen genau, dass sie viele Fehler machen und wollen nicht, dass das jeder liest

    Ich hatte mal für Englisch Abigail, genannt Abi. Das war eine ganz kleine Ente, die mit der Post kam aus Versehen und die nur Englisch konnte. Sie kam aus Australien. Die Kinder haben immer gebettelt (obwohl ich das eigentlich gar nicht sooo gerne mache): Holscht du d Abi raus?

    Bei meiner letzten Abordnung wurden Klassentiere regelrecht gefeiert. Ich hatte also auch eine, eine Schildkröte, war ca. 1Drittel so groß wie die Schüler/Innen. Linus hilft gegen Eltern vermissen, Heimweh und alles, was weh tut. Kann ich nur empfehlen. Eigentlich wollte ich ihn mitnehmen zu meiner nächsten Klasse. Aber die Kinder haben so groß geguckt, dass ich wieder an meine andere Schule zurückgehe, dass ich Linus dagelassen habe. Hoffe, er ist weiterhin für sie da und hilft v.a. gegen Kummer aller Art.

    Linus hat auch ein Namensschild, das am 1. Tag umgehängt wurde. Es war noch übrig, als alle Kinder ihren Namen an der Tafel gefunden hatten und wir rätselten, zu wem der Name wohl gehört (so sieht man auch, wer schon etwas anderes als den eigenen Namen lesen kann).

    Er durfte auf einem freien Platz sitzen neben einem Kind.

    Wenn man Kinder hat, relativiert sich alles, egal wo man wohnt. Wir haben zeitweise 3 Studenten auf einmal finanziert. Mit Kindern kann man nicht durchgängig arbeiten, wenn man sie nicht von Anfang an irgendwo abgeben will. Kitas, Musikschulen und anderes kosten viele hundert Euro pro Monat (und nicht jeder kann sich das leisten, was ungerecht ist). Meist arbeitet eine/r mehrere Jahre Teilzeit, was weniger Gehalt/Besoldung bedeutet und weniger Rente/Pension. Dafür finanzieren unsere Kinder die Rente/Pension der Kinderlosen.

    Das soll jetzt kein Kinderlosen-Bashing sein. Jeder hat seine Beweggründe dafür oder dagegen. Ich hätte mich ja auch dagegen entscheiden können. Aber Summa summarum zieht man finanziell gesehen als Eltern eher den Kürzeren. Das sollte nicht sein. Natürlich hebt das Glück mit den Kindern für mich (und andere auch) alles auf.

    Ganz lapidar gesagt: Wenn man sich in der Schulform nicht auskennt, sollte man sich doch über die elementarsten Dinge und wie sie in der Schule gehandhabt werden, kundig machen. Sonst wird es echt peinlich, wenn einen neue Kollegen beim Vorstellungsgespräch oder auch Eltern so etwas fragen wie: Welche Schreibschrift verwendet die Schule oder mit welchen Lehrwerken arbeitet ihr, wie wird Rechtschreibung bewertet, was ist mit Religion....usw.

    Selbst so erlebt als langjährige Lehrerin. Da schüttelt man innerlich nur den Kopf, wenn alles nicht gewusst wird.

    Schwierig wird es auch, wenn ein Kollegium sinnvolle, schulinterne, bewährte Gepflogenheiten und Rituale ändern soll.

    Wie kommt ihr denn auf freie Ortswahl? Die hat man doch gerade nicht. Wie viele KuK versuchen seit 10 Jahren oder so aus München rauszukommen? Oder aus Oberfranken? Ich persönlich würde sofort ans Meer ziehen. Geht aber als verbeamtete Lehrerin nicht, ich kann mich von hier aus nicht auf eine Stelle in Husum bewerben. Ich kann schon, aber es wird nicht berücksichtigt. Eine Bekannte hier im Ort, schwäbische Idylle hatte vor Jahren mit Mann und Bruder ein Doppelhaus in Husum erworben. Ihr Mann, Bruder und die Eltern wohnten bereits mehrere Jahre dort, bis sie endlich versetzt wurde. Sie hatte keine zu berücksichtigen Kinder, vllt. spielt das eine Rolle.

    Einige Kolleginnen nehmen lange Fahrweg auf sich, um nicht hier im Nordschwarzwald wohnen zu müssen. Die haben ihre Familien in Karlsruhe, Ettlingen oder Heidelberg und das machen die seit Jahren.

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