Beiträge von Zauberwald

    Eine Frage an die GS Lehrer:innen aus Bayern: Habe ich das richtig verstanden, dass Referendar:innen z.T. von ihrem eigenen Geld einen Klassenraum einrichten müssen? Ich finde das mit der Bewertung schon grenzwertig (manchen Schulen sind halt einfach besser ausgestattet, als andere), aber das man dafür auch noch Teppiche oder Sitzsäcke (meine Vorstellung) kaufen soll, finde ich ungeheuerlich. Ich hoffe, ich habe das falsch verstanden.

    Ich kenne es von meiner Tochter. Was heißt müssen? Man muss natürlich nicht, aber viele tun es, damit es besser aussieht.

    Da es bewertet wird, gibt man sich natürlich besonders viel Mühe.

    :troest: So was ist gemein...

    Meine jungen Lehrerfreundinnen zitierten kürzlich ihre Mentorinnen: "Denken Sie an Ihre Lehrersprache, denken Sie an Ihre Lehrergesundheit! Ich hätte mich als Referendarin nie getraut sowas aufzuhängen!...."

    Ich frage mich immer, was damit bezweckt wird, bzw. kann man sich nicht anders artikulieren... ich weiß, dass dir das nicht hilft, vllt. zeigt es dir, dass du nicht allein bist. Vielleicht fragst du die Mentorin einfach mal, ob sie die nächste Stunde konkret mit dir zusammen plant. Schließlich soll sie dich unterstützen und nicht fertig machen.

    Mir wurde nach langer Zeit erst bewusst, dass ich ja bei meiner Lehrprobe ja eigentlich das berühmte "Bienchen - Blütenthema" hatte :rotwerd:: Die Befruchtung der Kirschblüte, KL. 3 Sachunterricht. Dazu noch einen (pornografischen ^^ nee, Späßlein) Film gezeigt...

    Jede Stunde schriftlich dokumentieren müssen wir doch alle und immer (Klassenbuch)?

    Nein Stundenverlauf usw. aufschreiben und in Ordnern, die nach Vorschrift beschriftet waren, sammeln und jederzeit im Klassenzimmer bereit zum Vorzeigen aufbewahren.

    Erschwerend kommt hinzu, dass die ReferendarInnen nach dem ersten Jahr die Schule wechseln müssen und nochmals an einer anderen Schule ganz neu anfangen, um da ihre 14 Stunden und die Lehrproben zu halten.

    Lehrproben sind auch mehr in BY: 1 Einzellehrprobe und eine Doppellehrprobe. Wobei man zu meiner Zeit die Doppellehrprobe in einer anderen Klasse halten MUSSTE. Deshalb war das immer 2./3. Stunde, damit man in der großen Pause die Klassenzimmer wechseln und vorbereiten konnte. Ich habe damals noch einen Super8film einlegen müssen auf so einer Spule ^^. Wenn man Glück hatte, nahmen einem die KollegInnen in der großen Pause die Bewirtung der Prüfer ab.

    Mir wird heute noch ganz anders...

    In BY muss man im Grundschulreferndariat, das immer 2 Jahre dauert, im 1. Jahr schon eigentverantwortlich 8 Stunden unterrichten, völlig allein. Hospitieren bei einem Mentor tut man nur die übrigen 6 Stunden. Im 2. Ref.jahr sind die Referendarinnen schon Klassenlehrerinnen mit allen Aufgaben: Elternabende, Zeugnisse, Elterngespräche, Ausflüge, Klassenraum einrichten, usw. Dieser wird bewertet, was dazu führt, dass von vielen auf eigene Kosten Inventar angeschafft wird.

    Aber das ist nur eine Mutmaßung, keine Ahnung, in welchem Bundesland Amelie ist. In BaWü ist es schon anders. Da müssen auch keine Jahres- und Wochenpläne abgegeben werden und nicht jede Stunde schriftlich dokumentiert werden.

    Das Ref. war für mich eine der extremsten Zeiten im Leben. Wahrscheinlich bist du in BY, da finde ich es nochmals um Welten anspruchsvoller als hier in BW. Mir haben immer die Ferien geholfen, um aufzutanken. Meine Seminargruppe und ich haben immer gezählt, wie lange wir noch durchhalten müssen. Hört sich nicht so prickelnd an, soll dir aber zeigen, dass du nicht alleine bist. Nimm dir bewusst Auszeiten, wenn es irgendwie geht.

    Mit den 12-16jährigen würde ich das auf alle Fälle besprechen. Die sind ja nicht doof und bekommen die unterschiedlichen Standpunkte mit. Wahrscheinlich sind sie auch verunsichert und in dem Alter würde ich da nicht mehr meine Macht als Mutter ausspielen und jemanden zwingen. Viel wichtiger finde ich es, darüber zu reden und Ängste ernst zu nehmen. Mein 19jähriger Sohn ist auch noch unsicher, lebt allerdings ab demnächst in einer 6er WG und hofft, dass endlich die Uni in Präsenz stattfindet, nachdem jetzt schon das 2. Semester völlig digital läuft. Er hat sich jetzt dafür entschieden, hat aber länger überlegt.

    Offtopic und nicht persönlich oder gar böse gemeint, Schnepfilein , aber wenn man mit einem derart lehramtsfernen Studium ohne eine wissenschaftliche Nachqualifikation während / nach einer einjährigen begleitenden Einführung dauerhaft unterrichten darf, dann wirkt das auf mich ein bisschen wie die Maxime: "Lehrer / Grundschule kann doch jeder ..." :_o_(

    Vor allem bräuchte sie für das Grundschulenglisch kein Übersetzerstudium, dafür aber ganz andere Qualifikationen, die überhaupt nicht vorhanden sind. Da wäre eine weiterführende Schule sicher geeigneter als die Grundschule.

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