Ich weiß schon gerne, was Sache ist. Wenn mein Arzt vermutet, dass ich ein Leberkarzinom haben könnte, dann muss er das auch so sagen. Man bekommt ja in der Regel auch nicht einfach eine Überweisung mit irgendetwas drauf in die Hand gedrückt, sondern spricht erst, mehr ider weniger ausführlich, mit seinem Arzt. Die Überweisung ist dann nur ein Zettel, den man am Ende bekommt. Da sollte dann auch die ernsthafteste Möglichkeit draufstehen, damit die weiteren Instanzen die Angelegenheit auch hinreichend Ernst nehmen.
Das mag sein. Aber nur auf Vermutung hin, kann man doch einem Patienten so etwas nicht sagen.
Bei meiner ältesten Tochter diagnostizierte ein einziger Frauenarzt, der mich zuvor noch nie gesehen hatte einen Wasserkopf in der Schwangerschaft. Dreißigste Woche, er riet zur Abtreibung. Zum Glück hat mein Mann, ein sehr rationaler Physiker, mir was von Messfehler erklärt und ließ sich nicht verunsichern. Meine Tochter kam quietschfidel zur errechneten Zeit auf die Welt und niemand erwähnte auch nur einmal ihren Kopfumfang. Frage nicht, wie es mir mit dieser falschen Diagnose ging und wie ich den Rest der Schwangerschaft erlebt habe. Genügend Menschen lassen sich durch so eine Diagnose verunsichern, was fatale Folgen haben kann. Von daher möchte ich solche vagen Diagnosen nur noch hören, wenn sie belegt werden können. Alles andere ist Folter.