Das vergessen die meisten Nichtvermögenden gerne.
Die Inflation nimmt jährlich 2-5% des Vermögens, dann kommt auf den Wertzuwachs 25% (+Kirchensteuer+Soli), auf den Gewinnausschüttung ca. 50% (Doppelbesteuerung vor und nach der Ausschüttung).
Ausnahmen bei der Besteuerung des Wertzuwachses gibt es nur in Ausnahmen, z.B. Gold, Immobilien, Bitcoin....
Aber selbst da wollte einige schon dran.
Gerecht wäre es, den realen Vermögenszuwachs nach Inflation für alle Anlageklassen mit der Einkommenssteuer und Sozialbeiträgen zu belasten. Das wäre wahrscheinlich für die Staatseinnahmen eher schlecht.
Und ungerecht auch. Z.B. Immobilien sind sehr stark gestiegen. Wenn der Wertzuwachs besteuert werden würde, wäre ein Verkauf und Neukauf einer gleichwertigen Immobilie, z.B. wegen eines Umzugs eine finanzielle Katastrophe.
25% hört sich im Vergleich zur Einkommenssteuer nach wenig an, vernichtet aber gerade bei den konservativen, langfristigen Anlagen, die in Deutschland bevorzugt werden, jeglichen Ertrag, sofern es nach Berücksichtigung der Inflation überhaupt noch einen solchen gibt.
Eben weil die Steuer den inflationsbedingten Wertverlust der Anlage nicht berücksichtigt.
Eine faire Kapitalertragssteuer dürfte IMHO gerne Kapitalerträge wie jedes andere Einkommen auch behandeln. Aber eben nur die realen Erträge, nach Abzug aller Kosten, Verluste und Berücksichtigung der Wertminderung durch Inflation während des Anlagezeitraums.
Aus guten Gründen will das keine Partei: Weil es dann praktisch keine Einnahmen aus der Kapitalertragssteuer mehr gäbe.