Im Zusammenhang damit, dass Sitzenbleiben angeblich nichts bringt, wird oft behauptet, dass es sinnvoller wäre, stattdessen mehr individuell zu fördern.
https://www.spektrum.de/frage/ist-sitz…t%20h%C3%A4tten.
Ein wissenschaftlicher Beleg wird für diese Behauptung nicht angeführt. Auch die dort getätigte Aussage, in den Riesenschulen der USA würde mehr gefördert, halte ich für überprüfungsbedürftig.
Ein großer Teil deutscher Schüler (auch Realschüler) erhält regelmäßigen Nachhilfeunterricht. Dafür wird bundesweit seitens der Eltern (aber auch diverser Förderinstitutionen, auch unsere DaZ-Schüler erhalten sämtlich Nachhilfeunterricht) viel Geld ausgegeben. Nach einer Bertelsmann-Studie:
Eltern in Deutschland geben jährlich 879 Millionen Euro für private Nachhilfestunden aus. Pro Monat investieren sie für ihre Kinder durchschnittlich 87 Euro in außerunterrichtliche Fördermaßnahmen.
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Mit dem Wechsel von Grund- zu weiterführenden Schulen steigt der Nachhilfebedarf: Erhalten in der Grundschule knapp 5 Prozent der Kinder Nachhilfe, sind es in den weiterführenden Schulen der Sekundarstufe I insgesamt rund 18 Prozent. Am häufigsten verbreitet ist die Lernunterstützung an Gymnasien: Fast jeder fünfte Gymnasiast (18,7 Prozent) nutzt Nachhilfe.
Warum sollte noch mehr individuelle Förderung hier noch einen Erfolg bringen? Warum sollte eine staatliche Förderung durch die Schule fachlich erfolgreicher sein, als die Nachhilfeinstitute, deren Geschäftsmodell das seit Jahrzehnten ist? Warum sollte der Schüler sich dieser Mühsal noch unterziehen, wenn die Sanktion des Abschulens und Sitzenbleibens entfällt?