Beiträge von Arianndi

    Also hier wurde ja behauptet, iPads/Tabletts würden im Beruf nicht verwendet. Das ist Unsinn. Alle Manager haben Tabletts und erscheinen in Meetings ständig damit: Haben die gezeigte Präsentation drauf, malen rein, was gesagt wurde, oder was sie dazu meinen und woran sie sich erinnern müssen, sehen ihren Terminkalender, scannen Zettel, die ausgegeben werden und malen auch da drauf oder werfen sie an den Bildschirm, meist auch um mit Handgemaltem zu erfreuen (Organigramme, Prozesse ...)

    Handwerker in großen Betrieben haben heufig auch Tabletts. Darüber laufen Organisationshandbücher: Der Elektriker macht die Baustelle auf, repariert die Leitung, prüft ob alles i.O. ist, leistet eine elektronische Unterschrift, dann weiß ein anderer, dass er z.B. das Kraftwerk wieder hochfahren kann. Es werden darauf Pläne abgerufen, wo Leitungen liegen und sogar, wo welche Leute gerade unterwegs sind. Der Reparateur der häuslichen Waschmaschine kommt auch mit Tablett und Minidrucker und druckt gleich die Rechnung aus mit allem, was er gemacht hat.

    Ärzte bei der Visite haben Tabletts, Baustellenüberwachung läuft mit Tabletts, Logistik und Lagerhallen: alle haben Tabletts. Die Geschäftsführung muss jeden Tag bestätigen, dass sie den Risikobericht gelesen hat: App auf dem Tablett.

    Allerdings sind all diese Tabletts Zusatzgeräte (oft für wichtige Leute). Alle, auch die Blaumänner haben heutzutage irgendwo einen Büroarbeitsplatz, wo ein richtiger Rechner steht. Nur, dass jemand kein Akademiker ist, heißt nicht, dass er nicht bei der Arbeit etliche Bildschirme überwacht und zur Verfügung hat (Leitwarten). Büroangestellte haben meist eine Dockingstation für einen Laptop. Laptops werden natürlich auch in Meetings geschleppt, aber in der Regel nur in Arbeitsmeetings, wo ein Dokument (oder Programm o.ä.) besprochen und gemeinsam bearbeitet wird.

    Und manche Kommentare hier sind befremdlich: Außerhalb der Schule schreibt keiner mehr irgendetwas von Hand.

    Wir haben für unsere derzeit 2-zügige Schule (wächst noch) mit Klassenstufen 5-10 4x20 iPads in 4 Ladekoffern und 2x15 Laptops in 2 Ladeschränken.

    Das reicht derzeit für die gewünschten Verwendungen im Allgemeinen aus. Man bekommt immer einen Koffer, wenn man einen braucht, es sei denn, es sind die letzten Tage vor den Ferien. Dann sollte man sich etwas eher anmelden.

    Laptops werden im Matheunterricht für Geogebra, Excel (steht auch im Lehrplan) und Mathe-Lernapps genutzt. Auch im Physikunterricht kommten sie regelmäßig zum Einsatz. Sonst nur für besondere Themen, wie z.B. Bewerbung schreiben (ist irgendwann mal in Deutsch dran). iPads kommen in allen Fächern zum Einsatz: Kahoot, Pinwände, Mindmaps, Internetrecherchen, Präsentation erstellen, Filme und Podcasts erstellen ... Die Koffer werden viel genutzt, aber nicht so viel, dass es rechtfertigen würde, dass alle Eltern für ihre Kinder ein Tablet kaufen.

    Die Lehrer nutzen ihre Lehrer-iPads. Ich nutze meins auch. Ich habe darauf den Lehrerkalender iDoceo und somit alle Klassenlisten und ich kann auf meine Dokumente zugreifen und diese im Notfall auf die interaktive Tafel spiegeln und auch sonst alle Infos, die ich z.B. als Administrator plötzlich brauchen könnte. Ernsthaft arbeiten tue ich damit nicht. Im Moment schreibe ich auf dem PC.

    Sorry, ich habe überhaupt keine Aussagen über irgendwelche Personen getroffen. Und auch keine Unterscheidung zwischen Ausländern und Inländern. Diese Art Unterstellungen nerven einfach nur. Arbeit gibt es pro Einwohner. Das ist eine volkswirtschaftliche Tatsache.

    Dein inhaltlicher Fehler ist jedoch eklatant. Du gehst von einer 1:1-Relation in Verbrauch und Versorgung aus. Heute versorgt jedoch 1 Person dank Automation und Mechanisierung Tausende. That's your Denkfehler. Aber vermutlich magst du keine Äpfel oder keinen Spargel. Und keinen Benz.

    Der Denkfehler ist bei dir. Arbeitsplätze (oder besser Arbeit) gibt's pro Einwohner. Die Sorge ist nicht, dass jemand Arbeitsplätze wegnimmt, sondern dass er zur Arbeit, die anfällt, nicht angemessen beitragen kann. Gleicher Arbeitsoutput bei mehr Einwohnern führt zu Wohlstandsverlust für alle.

    Diese Aussage ist eindeutig falsch. Strom wird über europäische Strombörsen gehandelt. In der Regel werden deutsche Kraftwerke sogar heruntergefahren, weil Stromimport billiger als die Eigenproduktion ist. Es wird immer das gekauft, was gerade am günstigsten ist.

    "Vor allem die skandinavischen Länder Dänemark, Norwegen und Schweden beliefern Deutschland mit Strom. Dort sind Wasserkraft und Windenergie vorherrschend."

    Frankreich dagegen - mit hohem Atomstromaufkommen - musste Strom aus Deutschland importieren. Zum einen weil dort zahlreiche Atomkraftwerke wegen Wartungsarbeiten vom Netz mussten - abgeschaltet wurden sie in der Regel jedoch wegen der Klimakrise:
    Die Kraftwerke konnten nicht mehr gekühlt werden, ohne die bereits angewärmten Flüsse noch weiter zu erhitzen und dadurch massive ökologische Schäden zu verursachen.
    https://www.handelsblatt.com/politik/deutsc…n/29453388.html

    All das weiß ich, es taugt nicht für statistische Aussagen:

    Flexible Kraftwerke, die ihre Erlöse am Handelsmarkt erzielen, werden hochgefahren, wenn produzieren billiger ist als kaufen und runtergefahren, wenn kaufen billiger ist als produzieren, siehe Kraftwerkseinsatzoptimierung und Merit Order, dabei gehen nur variable Kosten ein. Sie fahren (im Rahmen ihrer Flexibilitäten) dann und nur dann, wenn sie einen positiven Deckungsbeitrag erzielen. Das hat erstmal nur mit dem Handelsmarkt an sich zu tun und gilt auch ohne internationalen Austausch.

    Diese Tatsache hat nichts mit der Aussage zu tun, dass wir im Mittel teurer importieren als exportieren und der Exportpreis kann trotzdem billiger sein als die Gestehungskosten von Windanlagen, denn die Windanlagen werden mit einem Garantiepreis pro MW vergütet, auch wenn der eingespeiste Strom einen Preis weit darunter oder gar negativ erzielt (siehe wenn du es genau wissen willst Direktvermarktung erneuerbarer Energien). Anlagen mit Vergütung nach dem erneuerbare Energiengesetz produzieren also zu jedem Zeitpunkt das maximal mögliche, egal was ihre Erzeugung in Deutschland oder Europa gerade wert ist.

    Wir importieren und exportieren nicht nur aus Skandinavien sondern auch zu gegebener Zeit aus Frankreich, wo Atomkraft vorherrscht. Ob wir netto importieren oder exportieren ist da erst mal zweitrangig. Der Austausch sieht tendenziell bei allen Ländern so aus, dass wir exportieren, wenn der Wind weht und wenig dafür bekommen und importieren, wenn er nicht weht und dafür viel zahlen. In statistischen Daten exportieren wir billig und importieren teuer, sagen die Daten der Entso-E-Transparenzplattform, auf der sich jeder registrieren kann, und die alle Einspeise- und Lastzeitreihen, internationale Austauschzeitreihen sowie die Dayaheadpreise in Europa enthält. Weiterhin ist die Korrelation zwischen Windeinspeisung und Preis negativ und wird immer negativer. Für Solareinspeisung gilt das erst recht. Den sinkenden Wert der Solar- und Windeinspeisung im Vergleich zum durchschnittlichen Marktpreis weist die Bundesnetzagentur monatlich als Marktwert aus.

    Wo der Strom herkommt, ist immer anders. Es hängt von Brennstoffpreisen und der relativen Wettbewerbsfähigkeit von Kraftwerken ab und natürlich auch davon, welche Erzeugung gerade zur Verfügung steht. Das kann bei Atomkraft schwanken aber auch Laufwasser steht in verschiedenen Jahren sehr unterschiedlich zur Verfügung. Was importiert und exportiert wird ist im Übrigen immer Graustrom. Alle Aussagen über Qualitäten sind nur Ideologie. Selbst wenn Qualitäten gehandelt werden, hat das nichts mit den tatsächlichen Lastflüssen zu tun.

    Skandinavien hat Pumpspeicher. Deutschen Strom einzuspeichern und zu anderem Zeitpunkt wieder zurückzuschicken, lohnt sich nur bei einer Preisdifferenz, die die Wirkungsgradverluste und die Transportkosten deckt. Eben für dieses Geschäftsmodell wurde eine Gleichstromleitung gebaut (die Transportgebühren kostet, denn sie muss amortisiert werden) und eine zweite ist im Bau.

    Dass die notorischen Kühlwasserprobleme der Franzosen notwendig aus der Klimaerwärmung folgen, würde ich im übrigen auch anzweifeln. Warum koppeln sie die Wärme nicht aus? In Deutschland ist Wärme fast 2/3 des Primärenergieverbrauchs. Würde Energie sparen und Wärme speichert sich viel effizienter als Strom.

    Das stimmt so nicht. Die Energieunternehmen waren verpflichtet, für die Folgekosten der Kernenergie Rücklagen zu bilden, deren ausreichende Höhe im Rahmen der Abschlussprüfung überprüft wird. Die Kosten für diese Rückstellungen sind natürlich eingepreist. Eine volle Risikoübernahme gibt es nicht, gibt es aber auch bei keiner Chemiefirma usw. Risikoübernahme geht im Wirtschaftsleben sowieso nur so und so weit - im Zweifel ist die Firma pleite. Außerdem: Was nützt schon Haftung (d.h. Geld), natürlich ist es eine demokratische Entscheidung, ob man diese Risiken nehmen will, und keine privatwirtschaftliche.

    Im aktuellen Marktdesign der regulierten Stromwirtschaft kommt keine Erzeugungsart mehr ohne staatliche Garantien aus. Es ist schlichtweg nicht mehr möglich, eine Investition über 20 Jahre zu amortisieren und auf der Einnahmenseite einen Strompreis zu haben, der jede Viertelstunde einen anderen Preis hat, immer mehr negative Preise zeigt und über diesen Zeitraum Schwankungen bis 300% haben kann.

    Alle Erneuerbaren arbeiten mit staatlichen Garantiepreisen für ihre Einspeisung. Dabei erhalten sie ihren Garantiepreis auch, wenn der Börsenpreis bereits negativ ist, es also besser wäre, wenn sie abschalten. Die einzige Ausnahme ist Wind auf See. Diese Erzeugung kommt zwar mit den Marktpreisen aus, ist aber ein wesentlicher Kostentreiber bei den Netzausbaukosten und somit der Steigerung der Netzentgelte, die Anschlusskosten wurden sogar als separater Bestandteil des Strompreises ausgewiesen. Überhaupt ist die Steigerung der Netzkosten durch den Ausbau der Erneuerbaren getrieben und diesen zuzurechnen.

    Weiterhin arbeitet die Stromversorgung immer noch nach dem Prinzip, dass die Erneuerbaren nach Können und Vermögen ihre Wind- und Solarprofile einspeisen und für die Deckung der Restlast die Flexibilität der konventionellen Erzeugung aufkommt. Hier Last, Wind und Solareinspeisung im Januar 2024. Zur Erinnerung: Damit das Netz stabil ist, müssen Last und Erzeugung auf die Sekunde genau übereinstimmen.

    [Blockierte Grafik: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/c/cb/Last_Wind_Solar_Jan2024.png/800px-Last_Wind_Solar_Jan2024.png?20240219213329]

    Wenn die Residuallast künftig tatsächlich mit Speichern gedeckt werden soll, entstehen dafür Kosten in Höhe von ursprüngliche Erzeugungskosten / Wirkungsgrad des Speichers + Amortisationskosten des Speichers. Da liegt man bei allen zur Verfügung stehenden Techniken deutlich teurer, als die Gestehungskosten flexibler konventioneller Kraftwerke. Auch der Tausch mit dem Ausland, der hier immer aufgeführt wird, ist nicht kostenlos. Wir importieren etwa doppelt so teuer wie wir exportieren und exportieren im Mittel oft billiger als die Gestehungskosten eines Windkraftwerks.

    Hallo allerseits,

    ich bin Mitte 50, habe 3 Kinder, bin Seiteneinsteigerin und seit wenigen Jahren Lehrerin.

    Bisher habe ich immer Teilzeit gearbeitet und dies wurde wegen meiner Kinder auch genehmigt. Nun haben aber alle drei Abitur und ich soll Vollzeit arbeiten.

    Ich möchte das nicht und habe auch nicht das Gefühl, dass das eine gute Idee ist. Ich habe noch nicht alle Klassen unterrichtet, brauche oft viel Zeit für die Vorbereitung und vor allem ist der Schulalltag an der Oberschule für mich sehr anstrengend. Ich brauche Zeit, um mich zu erholen. Das Soll von 26 Stunden kriege ich auf keinen Fall hin.

    Die Landesbehörde meint aber, es gibt Bedarf und ich muss. Ein Attest kann ich derzeit nicht vorbringen. Wie schreibt man eine gute Begründung. Hat jemand das schon einmal gemacht und dazu einen guten Rat?

    Das scheint mir auch ungerecht, aber völlig irrelevant angesichts der generellen Vermögensverteilung und deren sich immer weiter verschärfender Entwicklung:

    Wikipedia "Absolutes Vermögen deutscher Haushalte in 2018":

    Die von dir zitierte Grafik ist tendenziös und absichtlich irreführend (Da hilft auch ein Blick auf die bei Wikipedia zitierte Quelle). Bei einem Vermögen von 4500 Mrd für die oberen 10% kommt im Mittel auf jeden von Ihnen (den zu den oberen 10% gehörenden ca. 8,3 Mio Leuten) ca. 540 T €. Letztere Zahl kann man beurteilen, welches Gesamtvermögen für die oberen 10 % gemeinsam angemessen ist, ist dagegen schwer zu sagen.

    Auch ein Vergleich mit dem Gesamtvermögen der unteren 10 % ist ohne Aussage, weil zu erwarten ist, dass die untersten 10% kein Vermögen haben oder verschuldet sind - was wiederum nicht aussagt, dass es in diesem Quantil allen schlecht geht. Es können erfolgreiche Unternehmer darunter sein und fast alle Studenten zählen dazu.

    Seriöser ist diese Grafik:

    https://www.boeckler.de/de/grafik-deta…Id=3579&image=0

    Ein Vergleich mit letzterer Grafik zeigt außerdem, dass die erste von dir zitierte Grafik eine Null zu viel hat:

    In der Böckler-Grafik habe ich:

    • oberste 5% haben im Mittel 722 T€
    • nächsten 5% haben im Mittel ca. 470 T €

    ergibt ein Kollektivvermögen der obersten 10 % von (5%*722T + 5%*470T)*83 Mio (Einwohnerzahl Deutschland) = ca 5000 Mrd

    Den Studienplatz bekommt, wer Arschbacken klemmen kann.

    Den Studienplatz bekommen in der Schweiz bei einem Verhältnis 4:1 Bewerber zu Plätzen die 25% Besten im Medizinertest. Dein Typ, der bei dir nur ne 2 hatte, gehörte dazu. Einige, die bessere Noten hatten, offensichtlich nicht. Eine Prüfung, bei der 75% aussortiert werden, ist nach normalem Maßstab hart. Außerdem hat er das Medizinstudium durchgestanden und die sehr langwierige Arztausbildung auch. Insgesamt hat der Typ gezeigt, dass er erfolgreich und sehr überdurchschnittlich ist.

    Die Aussage- und Vorhersagekraft von Schulnoten ist begrenzt - wie jeder weiß, außer vielleicht, er ist Lehrer. Auch die Schule ist ein Resilienztest ohne gleichen, bei dem so mancher bored-out ist.

    Auch in der Schweiz kommt man mit der Matura keinen Studienplatz in Medizin. Es gibt etwa 4mal so viele Bewerber wie Plätze und wie in Deutschland braucht man einen Prozentrank im Medizinertest. Es ist auch sicherlich keine sinnvolle Steuerungsmaßnahme, Leuten kein Abitur zu geben, nur weil die Studienplätze in einigen Fächern beschränkt sind.

    Und ja, die Schweiz importiert eine Menge Akademiker und Deutschland eine Menge Ärzte. Das könnte damit zusammenhängen, das man den eigenen Bedarf nicht ausbildet.

    In der Schweiz ist es leichter, einen Studienplatz für Medizin zu bekommen, weil dort relativ betrachtet mehr Mediziner ausgebildet werden.

    In Deutschland gab es 1990 noch 12 000 Studienplätze für Humanmedizin. Jetzt gibt es nach aktuellen Quellen nur noch ca. 10.000 Studienplätze in Deutschland.

    https://aktuelle-sozialpolitik.de/2017/10/06/das…ngelverwaltung/

    In der Schweiz gibt es aktuell etwa 2000 Studienplätze für Medizin.

    https://medgurus.de/blog/ems/ems-punkte/

    Deutschland hat 9,5 mal so viele Einwohner, so dass es in der Schweiz fast doppelt so viele Studienplätze für Medizin pro Einwohner gibt wie in Deutschland.

    Gymshark Das untere Ende fällt natürlich ab: Hauptschüler können weder einem Erklärvideo folgen (wenn sie der Lehrer nicht hindurchführt) noch einer Screenshot-Anweisung. Sie können auch nicht im Ernst irgend etwas bei Google recherchieren. Weder wissen sie eine erfolgversprechende Frage noch haben sie die Lesegeschwindigkeit und das Leseverständnis, die Ergebnisse auszuwerten.

    Bei den besseren Schülern profitieren die, die es eigentlich gut verstanden haben, aber genau wissen, dass in ihrem Verständnis oder ihrer Kenntnis eine Lücke ist - und auch wo diese Lücke ungefähr ist.

    Trotzdem blieb früher diese Lücke und heute kann sie der ehrgeizige Schüler füllen. Das führt jedenfalls am oberen Ende dazu, dass sich Arbeit mehr lohnt und der alte Lateinlehrerspruch gültiger ist denn je: Charakter schlägt Intelligenz.

    Na die ursprüngliche Frage von Herr Bernd war ja, wo kommen plötzlich die ganzen 1,0-Abiturs in Bayern her, wo doch die Aufgaben auf dem Papier nicht ganz trivial aussehen. Und dazu würde ich sagen:

    Solche Notendurchschnitte sind nur mit diszipliniertem Training-to-the-Test möglich. Darin war Bayern in Deutschland schon immer führend. Bayern hatte schon immer die transparentesten und öffentlichsten Anforderungen im deutschsprachigem Raum und hat schon immer am systematischsten darauf vorbereitet. Und die Bayern sind auch am wenigsten für Reformen und Änderungen.

    Heute ist mit dem Internet ist alles noch viel transparenter: Lehrpläne kann man runterladen, Lernplattformen haben sie implementiert, Youtube erklärt es von vorne bis hinten, Wikipedia weiß es auch, wenn du's immer noch nicht verstanden hast, frag in einem Forum. Und es ist immer dasselbe, was man wissen muss. Somit ist eine schwere Aufgabe aus dem Jahr 2000 heute - auch wenn sie leicht abgewandelt wurde - für den ehrgeizigen Schüler Standard, den er schon x-mal gesehen hat. Mit dieser hohen Transparenz kann man sich auch in allen kleinen Fächern Überblick über alles was man wissen muss verschaffen und es auswendig lernen - wenn man es für der Mühe wert hält.

    Und da liegt auch ein Unterschied zu meiner Abitur-Zeit (1989):

    Ja, die Anforderungen in Physik, Mathe und Latein sind seither etwas gesunken, dafür sind sie in Englisch und Französisch deutlich gestiegen. Warum hatte bei uns keiner 1,0 (auch wenn es solche Noten in Mathe und Physik natürlich gab und natürlich auch jemand in Englisch oder Latein im Abitur 15 Punkte hatte)?

    Ein Grund ist auch, dass wir es nicht für der Mühe wert gehalten hätten. Keiner wäre auf die Idee gekommen, den Aufwand zu investieren, in jedem Nebenfach eine 1 zu erhalten. Niemand interessiert sich wirklich für alle diese Fächer. Für den Normalmenschen ist es eine Verschwendung von Lebenszeit, überall in jedem Fach eine 1 haben zu wollen. Ein Normalmensch geht lieber zum Sport, spielt im Orchester oder pflegt sonst ein Hobby, bei dem er mindestens eben so viel lernt. Wir brauchten das nicht, nicht um Medizin zu studieren, nicht für sonst irgend was.

    - Und da könnte auch eine Wahrheit für die Schweiz liegen.

    Quittengelee

    Simple Club habe ich öfters mal im Unterricht ausprobiert. Meine Schüler waren tatsächlich teilweise sauer darüber, dass dort lässig über Sachen hinweggeplaudert wird, die für sie nicht einfach sind.

    Das andere Phänomen: die Schüler denken, dass sie es verstanden haben, weil es einfach klang, sie können aber eine einfache Frage dazu nicht beantworten, habe ich auch öfter nach Videos im Unterricht beobachtet.

    Wenn ich im Unterricht ein Lehrer-Schmidt-Video zeige, finden die Schüler es genauso langweilig und hausbacken, wie es ja auch ist - trotzdem schauen sie es sich offenbar zu Hause geduldig an, wenn sie etwas nicht verstanden haben - jedenfalls einige von Ihnen und das sind nicht die schlechten Schüler.

    Quittengelee Meine Meinung zu den Auswirkungen ist wie schon oben gesagt, dass sich das Spektrum spreizt: Einige machen nichts als wozu sie der Lehrer zwingt, andere brauchen eigentlich keinen Lehrer mehr. Einige profitieren von den Internetressourcen wenig, es führt nur dazu, dass sie die Schule uncool finden. Einige - und zwar typischerweise die Besten - profitieren davon stark.

    Es gibt heute junge Menschen, die in sehr vielen Bereichen schon sehr, sehr viel wissen. Früher wäre das kaum möglich gewesen, weil Wissen nicht so einfach und schnell verfügbar war. Das ist meiner Meinung nach ein Teil der Erklärung für die vielen 1,0.

    Die ansteigenden Abiturschnitte erklären sich ja nicht aus den Naturwissenschaften Mathe und Physik. Leute, die den Mathematik oder Physik-LK-Abschluss mit 14 Punkten schreiben, gab es auch in den 90ern. Egal, ob das Abitur ein bisschen leichter oder schwerer ist, für einige Schüler ist das immer keine Herausforderung. Der Stoffumfang hält sich in Grenzen. Im Vergleich zu einem Mathe- oder Physik-Studium war der Anspruch immer äußerst moderat und irgendwo müssen ja die Mathematiker und Physiker herkommen.

    Das Phänomen ist ja, dass junge Leute in allen Fächern im Durchschnitt 14 Punkte haben, d.h. auch in Geschichte, Geographie, usw. allen Wissensfächern alles wissen. - und das ist meines Erachtens heute möglich, früher war es praktisch unmöglich.

    Wär schon merkwürdig, wenn die Millionen, die in Geogebra, Lernplattformen, Wikipedia, Youtube-Kanäle usw. investiert wurden und wenn all das Wissen, das so öffentlich gemacht wurde, den Informations- und Kenntnisstand der Bevölkerung gar nicht beeinflussen würde.

    Ein Lehrer-Schmidt-Video muss nicht besser sein, als das was der Lehrer erzählt hat, um zu helfen. Allein die Tatsache, dass der Schüler sich dasselbe noch einmal in Ruhe zu Hause ansehen kann, bei dem, wo er Schwierigkeiten hatte auf Pause und vielleicht auf Wiederholung drücken kann, kann den Erfolg ausmachen.

    Im besten Fall sind das alles nur zusätzliche Optionen, die nur verbessern - nie verschlechtern können. Der negative Effekt ist aber möglicherweise, dass der Schüler dadurch noch weniger bereit ist, im Unterricht zuzuhören, den Unterricht altmodisch und angestaubt findet, obwohl er nicht in der Lage ist, auf anderem Wege zu lernen, und noch weniger Geduld für die Eigenheiten seines Lehrers hat, der möglicherweise nicht so cool ist, wie die Typen vom simple club. Der lässige Duktus mancher Erklärvideos erzeugt bei Schülern (sofern sie sich nicht einfach darüber ärgern) gelegentlich die Illusion, die Sache wäre einfach und sie hätten das verstanden, obwohl das keineswegs der Fall ist - wie die nächste Übungsaufgabe zeigt.

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