Beiträge von JoyfulJay

    Du rätst also zu einem Verhalten entgegen der bestehenden Rechtslage? Arbeitnehmer sind dort, wo keine Isolationspflicht vom Land angeordnet ist, bei Symptomfreiheit verpflichtet, zur Arbeit zu gehen, unabhängig von Testergebnissen.

    Ich wüsste nicht, wieso das für Beamte nicht gelten sollte. Ausnahmen bestehen meines Wissens nach nur im Gesundheitsbereich. Ob das von dir vorgeschlagene Handeln wohl ein Dienstvergehen darstellen würde?

    Wenn du den Satz davor mitzitiert hättest, hättest du dir den verzerrenden Post sparen können. In vollständig:


    Sobald Symptome (wie Husten) vorhanden sind und der Test positiv ausfällt, stellt man eine Gefahr für die Mitmenschen dar. Da geht man nicht in ein Gebäude, in dem man täglich mit mehreren hundert Menschen Kontakt hat und setzt diese (oder deren Familienmitglieder) der Gefahr aus, schwer zu erkranken - oder Verursacher einer Massenerkrankung zu werden.

    Hör dich doch mal bei dir an der Uni um, was die üblichen Preise vor Ort sind; also was andere Studierende für Nachhilfe nehmen - gerade im Lehramtsstudium ist das ja kein unüblicher Nebenjob. Über die Studierendenvertretung mal anfragen; soziale Netzwerke, wo auch immer du Kommiliton*innen erreichst - erkundige dich bei denen, die aktuell als Studis im Nachhilfebereich tätig sind, das sind realistischere Preise als wir dir hier beitragen können.

    Aus eigener Erfahrung: Nachhilfe ist nett, um nebenher etwas dazuzuverdienen, wird aber als "Hauptjob" im Studium sehr schwierig, weil Aufwand-Ertrag in der Regel in "privaten" Settings nicht im Verhältnis stehen und Nachhilfeinstitute häufig auch nicht besonders gut bezahlen. Gibt es bei euch in NRW die Möglichkeit, als Studi in die Schulen zu kommen? Ganztagsbetreuung, Förderunterricht, evtl. Corona-Programme, etc.? Das ist in der Regel deutlich lukrativer.

    Viele Grüße, JoyfulJay

    Oh, sorry, ich weiß nicht, wo ich die 17 herausgelesen hatte, tut mir leid!

    Klingt doch als ob du super gehandelt hättest, schriftlich würde dir nur. Unter Umständen noch mehr Rechtssicherheit geben.

    Als jemand, der viel Erfahrung mit MS im engsten Umfeld hat: psychogene/ dissoziative Anfälle sind definitiv nicht MS-bedingt. Allerdings treten im weiteren Kontext von MS häufig reaktive oder komorbide psychische (Belastungs-) Symptome auf, durchaus auch bis zur posttraumatischen Belastungsstörung und auch dissoziative Anfälle sind da möglich.

    Du hast aber auf jeden Fall die richtige Entscheidung in dieser Situation getroffen, vielen Dank dir dafür!

    Ich hatte heute eine Schülerin mit einem sog. dissoziativen Anfall im Rahmen einer MS-Erkrankung. Die Schülerin hatte letztes Schuljahr schon gesagt, dass sie MS hat und dass es sein kann, dass sie so einen Anfall auch im Unterricht hat und dass sie sich dann hinlegen muss, bis der Anfall vorbei ist.

    Also ganz kurz um das Aufzudröseln: dissoziative Anfälle haben primär nichts mit einer MS-Erkrankung zu tun und sind NICHT durch neurologische Schäden verursacht (also direkt MS-assoziiert), sondern psychogen und resultieren häufig aus Traumata. Wenn die dissoziativen Anfälle im Kontext der MS-Erkrankung erwähnt werden, kann es durchaus sein, dass eine Traumatisierung im Kontext der MS-Diagnose/ Krankenhausumfeld/ medizinisches Personal aufgetreten ist und verknüpft wird. Das könnte unter Umständen den Behandlungsprozess erschweren und retraumatisierend wirken. Da bei epileptischen Anfällen vom Rettungsdienst in aller Regel Midazolam, also ein Mittel, welches auch stark angstlösend und beruhigend wirkt. Darüber hinaus werden bei epileptischen Anfällen ab einer bestimmten Dauer auch weitere Maßnahmen ergriffen (wie Intubation etc.), welche bei dissoziativen Anfällen nicht nötig sind, aber immer auch unangenehme Nebenwirkungen mit sich bringen.

    Nun ist das für Laien in der Regel schwierig zu unterscheiden, vor allem, wenn kein Vorwissen über die dissoziativen Anfälle vorliegt. Da bei der betroffenen Schülerin allerdings Epilepsie ausgeschlossen ist und sie aufgrund der MS-Erkrankung sowieso bei einem Neurologen in Behandlung sein wird: besteht für euch eventuell die Möglichkeit, zusätzlich zu einem Gespräch mit der Schülerin euch (fach)ärztliche Handlungsanweisungen in Schriftform geben zu lassen, damit ihr sicher sein könnt, ihr optimal zu helfen?


    Edit: Gerade erst gesehen: die Schülerin war ja in der beschriebenen Situation bei Bewusstsein. In der Regel sind chronisch erkrankte Personen in diesem Alter durchaus selbst in der Lage einschätzen zu können, wann ein RTW benötigt wird und wann nicht. Kosten entstehen natürlich trotzdem nicht, falls ein RTW gerufen wird. Vielleicht könnten es auch helfen, mit der Mutter Rücksprache zu halten und sich über das Krankheitsbild zu informieren, da dissoziative Anfälle (abgesehen von potenziellen Verletzungen durch Fallen, was die Schülerin durch hinlegen ja selbst unterbunden hat) nicht vital bedrohlich sind, sondern lediglich erschreckend aussehen.

    Hatte ich gestern auch gesehen, bin gespannt, ob sie damit jemanden hinterm Ofen vorlocken. Auch bemerkenswert der Hinweis, dass 20% der GS- und SekI-Lehramtsstudierenden das Studium abbrechen, u.a. deshalb, weil sie sich mit der Organisation des Studiums überfordert fühlen. Ich dachte eigentlich, dass bei Bachelor/Master alles vorgegeben ist, bis hin zum Stundenplan. Womit kann man da jemanden überfordern?

    Es sind nur Bausteine vorgegeben, zwischen Veranstaltungen muss dann gewählt werden und der Stundenplan erstellt werden. Das ist an sich alles entspannt, aber das Hauptproblem aus Studierendensicht (meiner ehemaligen PH, bin noch nicht lange weg) ist, dass man in der Regel nur zu einem Bruchteil der Veranstaltungen zugelassen wird (weil quasi alles teilnehmerbegrenzt ist), die man besuchen muss und kann (weil sich die Fächer und Bereiche dann gern noch überschneiden bzgl. der Vorlesung) und beispielsweise hier eine Verzögerung von +2 Semestern zur Regelstudienzeit in Fremdsprachen Standard ist, weil man nicht in die Veranstaltungen kommt, die man braucht, selbst wenn man alle Optionen wählt, die es gibt. Und wer sein Studium überwiegend selbst finanziert und dann bspw. durch die Verzögerung kein BAföG mehr bekommt, bricht dann durchaus mal ab. Ist weniger ein "die Studis sind zu dumm sich zu organisieren" als Ressourcenmangel insbesondere an den PHen in BaWü (räumlich, personell, damit Veranstaltungen) führt zu ziemlich schwierigen Verhältnissen.

    Das faszinierende ist, dass das Schreiben selbst für KI-generierte Bewerbungsschreiben unfassbar schlecht ist :D

    Ich habe vor wenigen Wochen mit meinen Jugendlichen (15 - 17 J.) in unserer Einheit zum Thema Bewerbungen ChatGPT thematisiert. Wir haben thematisiert, was eingegeben werden muss um ein möglichst sinnvolles Grundgerüst zu erzeugen, was man unbedingt immer anpassen muss, welche Daten man lieber nicht in ChatGPT einpflegt sondern hinterher händisch ergänzt, welche Formulierungen typisch "denglisch" sind und angepasst werden müssen, etc. - weil sie sowieso ChatGPT benutzen, aber jetzt hoffentlich etwas kompetenter und mit recht brauchbaren Ergebnissen. Die meisten haben in zwei Doppelstunden wesentlich bessere Ergebnisse hinbekommen und der größte Teil wäre tauglich für eine Ausbildungsbewerbung gewesen,

    Tut mir erst mal leid, dass bei euch die Versorgungslage mit Schulpsychs so schlecht ist! Krass....


    Was ich aber meinte bzgl. Kinderärzt*innen und Schulpsycholog*innen: die Diagnosestellung als solche reicht ja um davon pädagogische Handlungsmaßnahmen ableiten zu können, ohne, dass man 2 Schuljahre lang das Kind warten lässt, das habe ich nicht so gemeint gehabt.


    Was ich meinte war (und gar nicht auf den Fall bezogen, sondern als mögliche Situationen):


    Bsp. 1: Auffälligkeiten bei einem Kind --> Kinderarzt*in findet physische Ursache --> Ursache kann behoben werden oder man weiß, was bei diesem Krankheitsbild beachtet werden muss und ob bspw. eher Pacing oder Motivieren angesagt ist.


    Bsp. 2: Auffälligkeiten bei einem Kind --> Kinderarzt*in findet keine physische Ursache --> Schulpsycholog*in stellt fundierte Diagnose --> es kann die Diagnose im (sonder)pädagogischen Kontext besser berücksichtigt werden; neben einem Nachteilsausgleich können bspw. geeignete Unterstützungsmaßnahmen pädagogisch abgeleitet werden, beispielsweise bei Dissoziationen eher Fokusübungen auf die Präsenz in der Situation/ bei depressiver Ursache eher motivierend-unterstützend/ bei Stress eher Entspannung und Wahrnehmungsübungen/ bei extremen häuslichen Problemen Kinderschutzverfahren. Das ist alles dann auch Unterstützung, die von Lehrkräften erfolgen kann und auch muss, aber die eben nicht versehentlich das zugrundeliegende Problem verschlimmert, weil subjektiv falsch interpretiert wurde, sondern sich auf eine (Verdachts)Diagnose einer Fachperson gestützt werden kann, die sich mit Diagnosestellungen auskennt.


    Natürlich wäre die Optimalsituation, dass insbesondere bei psychischen Erkrankungen sofortige Unterstützung stattfindet, was in der Regel leider nicht der Fall ist. Aber allein die Ersteinschätzung einer Fachperson kann die Chancen zur Verbesserung und Unterstützung statt gut gemeinter, versehentlicher Verschlechterung deutlich erhöhen.

    Tatsächlich finde ich einen Nachteilsausgleich, der in meinem BL schnell erteilt werden kann, eine gute mögliche und früh greifende Maßnahme, die ggf. die Zeit überbrückt, erste Abhilfe schafft, Raum für Förderung bietet und die auch an bestimmte Bedingungen geknüpft ist (bei uns keine prof. Diagnosen), dazu von der Schule selbst umgesetzt werden kann.


    Das eine schließt dann das andere nicht aus, aber als Lehrkraft und auch als Nachhilfekraft kann man nur appellieren, ggf. auf ein multiprofessionelles Team hoffen, das man als Lehrkraft in seinem Umfeld aber kennt, und muss sonst selbst sehen, welche Möglichkeiten weit früher greifen, als irgendwann ggf. mögliche ärztliche Hilfe und nachfolgende Therapie - nach weiterer Wartezeit.

    Hier stimme ich dir auch absolut zu, dass solche Maßnahmen natürlich getrogffen werden sollen - aber die Nachhilfelehrerin hier findet ja Nachteilsausgleich nicht ausreichend, hält Fachkräfte für nicht kompetent genug und will selbst die Situation klären. Und dafür ist sie weder qualifiziert noch tut sie damit dem Kind einen Gefallen. Natürlich ist es wichtig, dass das Kind Strategien lernt, wie es mit den Symptomen umgehen soll - als Hauptsymptome werden hier im ersten Thread starke Müdigkeit, Abwesenheit und Konzentrationsschwierigkeiten geschildert. Wenn das auf einer psychischen Ursache basiert, sind Strategien auch angezeigt, aber wenn bspw. u.U. Blutwerte, andere physische Erkrankungen, etc. ursächlich sind, kann der Kinderarzt - ganz ohne Facharzt - das innerhalb von wenigen Wochen behandeln, ohne dass überhaupt ein Facharzt nötig ist. Wenn es um Traumata gehen sollte, können Therapieversuche seitens einer Nachhilfelehrerin die Situation verschlimmern und das Kind retraumatisieren, weil keine professionelle therapeutische Ausbildung vorhanden ist. Darum geht es, dass Expert*innen bei so starken Sorgen (wie im Verlaufe des Threads geschildert) unbedingt hinzuzuziehen sind.

    Ah, also doch, dann braucht man aber auch Herangehensweisen und Ideen, wie man dem Kind helfen kann, ohne auf eine Diagnose zu warten.

    Das mag deine Erfahrung sein, meine ist seit Jahren eine andere.

    Dagegen hab ich doch gar nichts gesagt, das ist selbstverständlich. Aber eine Nachhilfelehrerin ist - wenn überhaupt - in der Verantwortung, Fachkräfte hinzuzuziehen und entsprechende Stellen zu kontaktieren und nicht in der Position, auf professionelle Hilfe zu verzichten und selbst eine Held*innen-Rolle anzustreben, weil man es besser weiß, als eine Fachperson, die das Kind "nur einmal im Jahr sieht" - das ist das Problem hier, nicht, dass man zur Überbrückung natürlich unterstützt.

    Wie lange dauert denn bei euch ein Termin beim Kinderarzt oder beim schulpsychologischen Dienst? Sind bei euch im Bundesland die Krankenkassen nicht verpflichtet, einen Facharzttermin innerhalb von 4 Wochen zu organisieren (mit Dringlichkeitscode vom Hausarzt)?

    Natürlich unterstützt man in der Zeit das Kind und nimmt entsprechend Rücksicht und versucht zu unterstützen soweit es geht, insbesondere im sonderpädagogischen Kontext geht multiprofessionelle Unterstützung auch wesentlich schneller, weil Strukturen da sind. Ich kann mir auch vorstellen, dass das unter Umständen in anderen Kontexten länger dauert.


    Im vorliegenden Fall finde ich aber maximal schwierig, dass eine Nachhilfelehrerin(!) folgende Aussagen trifft, die eben nicht nach überbrückender Hilfe in diesem Zeitraum, sondern nach Abwertung von medizinischer / psychologischer Unterstützung klingen:


    Alles auf die Ärzte abzuwälzen oder auf Diagnosen zu hoffen bringt in den meisten Fällen leider sehr wenig und ein Nachteilsausgleich ist zwar sinnvoll für die Noten, wird ihr aber im späteren Leben nach der Schule icht viel nützen.


    Aber alle Menschen brauchen manchmal advanced organizer um zu erkennen, was ihnen fehlt. Und die Themen anzusprechen, die Zauberwald erwähnt könnten solche Hinweisreize sein


    Nachtrag: Außerdem dauert es hier kein Jahr bis zur (Verdachts)Diagnose - der normale Kinderarzt vergibt wesentlich schneller Termine und kann zumindest im Hinblick auf physische Grunderkrankungen schon einiges machen; das Kind, um das es hier geht, ist bereits in Ergotherapie, also scheint schon eine gewisse Geschichte physisch oder psychisch bekannt zu sein und auch der schulpsychologische Dienst ist besser geschult für eine Erstabklärung als eine Nachhilfelehrerin und da gibt es bei uns in der Region, auch für Regelschule, recht kurzfristig Termine.

    Kurz: auf jeden Fall nimmt man Rücksicht auf das Kind und versucht im Rahmen der eigenen Möglichkeiten, das Kind zu unterstützen. Der wichtigste Schritt für eine Klärung in einem solch dramatisch geschilderten Fall (nicht ansprechbar für eine gewisse Zeit) ist aber, dringend qualifizierte Unterstützung anzustreben.

    Und welche Rolle genau nimmst du in der GS ein? Lehrerinnen können natürlich die Probleme verstärken oder verbessern, je nachdem, wie sehr sie sich mit den Kindern auseinandersetzen. Erfahrungsgemäß können Privatlehrer und nahestehende Personen zwar keine Diagnose stellen, die Betroffenen aber besser einschätzen als Ärzte, die einmal im Jahr ene Untersuchung durchführen...

    GS-Lehrer*innen sind häufig Klassenlehrer*innen und verbringen viel Zeit mit Ihrer Klasse, insofern sind sie mindestens auf demselben Level an Einblicken und Beobachtungen wie du. Das war aber nicht der Hauptpunkt der Aussage, sondern der Hauptpunkt lag auf "subjektive Theorien", also Überzeugungen über Ursachen für Verhalten. Du bist genauso wenig qualifiziert, Diagnosen zu stellen und Behandlungsansätze abzuleiten wie Grundschullehrer*innen. Deine Einschätzung der Schülerin kann Teil einer Anamnese sein, aber ist niemals Diagnose und hilft nicht bezogen auf das Kernproblem, sofern dies pathologisch (physisch oder psychisch) ist.

    Insofern bleiben eigentlich für die Situation zwei Ansätze übrig:

    1. Die Schülerin hat kein pathologisches Problem, sondern die Darstellung im Beitrag wirkt etwas dramatischer als es in der Realität ist bzw. sie hat die "normalen" Konzentrationsschwierigkeiten bei Hitze und nachmittags nach einem langen Tag. Dann kannst du pädagogisch anknüpfen.

    2. Die Schülerin hat ein pathologisches Problem - dann ist deine Zuständigkeit erschöpft und sie gehört für Diagnostik(!) in die Hände von Fachleuten, da die richtigen Förderansätze je nach Diagnose extrem voneinander abweichen können. Wenn du da ohne Diagnose rumexperimentierst, machst du genau das, was du Grundschullehrkräften vorwirfst - du agierst komplett im Dunkeln und hast eine durchaus hohe Quote, die Situation zu verschlimmern. Dein Argument mit "ein Mal im Jahr eine Untersuchung durchführen" und deshalb angeblich nicht einschätzen können, hinkt maximal. Diagnoseverfahren sind standardisiert und evidenzbasiert - für ein gebrochenes Bein musst du genauso wenig wissen, wie die Person normalerweise so geht, wie du wochenlang beobachten musst um ggfs. physische oder psychische Erkrankungen zu diagnostizieren. Dafür gibt es dann entsprechende Anamneseverfahren, wo du unter Umständen auch befragt werden würdest. Darauf basierend können dann Maßnahmen abgeleitet werden. Was du aber gerade vor hast/ tust, ist vergleichbar mit: "Oh, sie kann nicht mehr laufen, bestimmt ist es nur verstaucht." und damit den Zugang zu einer ggfs. bei einem Beinbruch angezeigte OP zu verwehren.

    Kurz: wenn du dir wirklich ernsthaft Sorgen machst und mit den üblichen (sonder)pädagogischen Ansätzen weiterkommst, wie du hier geschildert hast, gehören Expert*innen einbezogen - Stichwort multiprofessionelle Zusammenarbeit, was ja insbesondere falls es Richtung ESENT gehen sollte, sowieso ein Kernelement ist. Bitte tu dem Kind den Gefallen und erkenne rechtzeitig, wo deine Grenzen bzgl. Qualifikation liegen und wo du fundiert helfen kannst (NACH einer Diagnose).

    Das hängt aber auch von der gesellschaftlichen Akzeptanz von KI ab. Momentan ist diese noch relativ hoch, es fließt einiges an Geld in KI-Forschung. Gleichermaßen hört man dieses Jahr wieder vermehrt Kritik und sogar Warnung vor den Gefahren durch KI für die Gesellschaft. Das ist insofern nichts Neues als dass das Thema bereits seit Jahrzehnten Gegenstand von Literatur, Film und Philosophie/Gesellschaftskritik ist. Was neu ist, ist vielmehr, dass die Kritik von eben jenen Leuten gibt, die durch ihre Produkte im Bereich IT zu viel Geld und hohem Bekanntheitsgrad kamen.

    Und natürlich, dass erste Länder Ansätze wagen, die Nutzung von IT überhaupt rechtlich einzuschränken, was es bis dato kaum gab. Daher bin ich nicht einmal gespannt darauf wie die Technik sich weiterverändert, sondern eher welche Position die Gesellschaft langfristig hierzu finden wird.

    Du klingst ungefähr so wie diejenigen, die Anfang der 2000er behauptet haben, dass sich das Internet niemals durchsetzen würde - nur, dass im Hinblick auf KI schon wesentlich klarer ist, dass es definitiv passieren wird. Aber ich schließe mich da den anderen an; du scheinst dich noch nicht wirklich mit der Materie auseinandergesetzt haben.


    Wenn Schüler nur zu faul sind, um Texte zu schreiben, geschenkt. Aber wenn sich der Fünferkandidat von jetzt auf gleich deutlich verbessert, dann kann ich es mir auch denken, wie der Text zustandekam. Hatte schon Hausaufgaben, die ganz offensichtlich mit Google Translator verfasst wurden. Nur schade, dass ich diese nicht benoten kann ;)

    Auch dazu: auch das ist in wenigen Jahren kein Problem mehr - füge dem Draft "eine ausreichende Leistung" hinzu und dein 5er-Kandidat schreibt einen Text auf schlechtem 3er- oder gutem 4er-Niveau.

    Ich bin sehr weit weg davon Fremdsprachenunterricht abschaffen zu wollen, aber natürlich wird KI (in vielen Bereichen) massiven Einfluss auf die Schule haben und sowohl Unterricht als auch Leistungsfeststellung verändern

    Es geht ja nicht nur um KI oder Mensch, sondern KI oder Schüler. Und da sagt dir ein Fremdsprachenlehrer sofort, wer welchen Text verfasst hat. Leider glauben viele Schüler, dass von der KI gestochen scharfe und mit ausgefallenem Wortschatz formulierten Texte als ihre eigenen durchgehen. Dass Google Übersetzer auch nicht das Gelbe vom Ei produziert erleben Schüler dann auch mal.

    Ersteres ist aber auch nur ein sehr kurzfristiges Problem. Sobald sie in ihrem Draft einfach "auf dem Niveau eines XY.-Klässlers" ergänzen und noch zwei, drei Fehlerchen einbauen lassen, wird es dann schon schwieriger. Und: KI lernt. Wir sind aktuell vergleichsweise am Anfang von KI im Schulkontext; in 5 Jahren stehen wir da vor ganz anderen Situationen als jetzt

    Rechtsextremismus und AfD kann man nicht auf eine Stufe stellen. Sicherlich gibt es dort rechtsextreme Personen, aber den Gefallen würde ich einem Mitglied nicht tun. Wenn man das überhaupt zur Sprache bringt, dann muss man sich dem schon angemessen annehmen.

    Doch:


    Berlin – Die Jugendorganisation der AfD wird vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistische Bestrebung beobachtet. Das teilte das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) am Mittwoch (26. April) mit.


    Die Junge Alternative ist nicht die AfD und im Gegensatz zu anderen parteilichen Jugendorganisationen sind jugendliche Parteimitglieder nicht autonatisch Mitglieder der JA. Allerdings ist die Schnittmenge je nach Erhebungszeitraum zwischen 70 und 90% Jugendlicher und junger Erwachsener, die sowohl in der AfD als auch in der Jungen Alternative aktiv sind. Diese sind also gleichzeitig in der AfD und einer gesichert rechtsextremistischen Bestrebung aktiv.

    Das ist insbesondere bei Schüler*innen wichtig, die häufig den Zugang zur Politik über Jugendverbände finden und von diesen adressiert werden.

    Die AfD und ihre Jugendorganisation zu bagatellisieren, hilft hier nicht weiter.

    Viele Privatschulen haben leider das Pech, dass viele Lehramtsstudent*innen direkt nach dem Referendariat an einer staatlichen Einrichtung bleiben und die freien Schule gar nicht so richtig in Betracht ziehen können, da der klassiche Weg ein anderer ist.

    ... oder weil sie sich im Rahmen ihres Studiums wissenschaftlich mit Steiner, der Anthroposophie und Waldorfschulen auseinandergesetzt haben und deshalb wissen, auf was sie sich dort einlassen würden und daher - wenn Interesse an Alternativen da ist - sich eher in Richtung wirklicher Reformschulen orientieren.

    Es stimmt, ernsthafte Alternativen gibt es nicht außer die Flucht nach vorn. Also am besten schon direkt in den kommenden Wochen Bescheid geben auch wenn die 12 Wochen noch nicht verstrichen sind? Die kritische Zeit ist quasi mit Schulstart vorbei, aber das am ersten Schultag zu sagen sorgt sicherlich für noch mehr Unmut, oder?

    Persönlich würde ich die 12 Wochen auf jeden Fall abwarten. Die Schulleitung muss sowieso einen neuen Plan ab Dezember machen, bis dahin arbeitest du ja voraussichtlich auch (wenn Impfschutz etc. fehlen würde, wüsstest du das ja vmtl. bereits durch dein erstes Kind?) und nach den Sommerferien startest du ja noch normal. Eine Bekannte von mir hat kürzlich ihr Kind in der 11. Schwangerschaftswoche verloren und hatte bereits die Schulleitung informiert, das Kollegium dann auch (wollte ihren Ausfall aufgrund von Schwangerschaft erklären bzw. natürlich können sie sich bei der Verteilung der neuen Pläne denken, worum es geht) und musste danach der Schulleitung erklären, dass sie das Kind verloren hat und danach wusste das natürlich dadurch, dass sie nach Krankschreibung wieder da war, auch das gesamte Kollegium. Das ist eine Situation, die ich persönlich an einer neuen Schule eher vermeiden wollen würde, vielleicht als Impuls auch mal darüber nachzudenken, wie es dir in einer solchen Situation gehen würde (und ich wünsche dir natürlich von Herzen, dass es nicht passiert!!!)

    Ergebnis: nach einigen Minuten fingen die gegenseitigen Beschimpfungen in der Fremdsprache wieder an. Folge: Geschrei und Geweine.

    Dann kippelte einer so mit dem Stuhl, dass er mit einem Rums umfiel. Dann wurden trotz allerlei Beispielen etc. auf dem Arbeitsblatt von mehreren S irgendwelche Bildchen gemalt... die Mädchen machten sich die Haare.. andere schauten aus dem Fenster. Dann fiel die Wasserflasche runter, alles unter Wasser.


    Ich meine, ein gewisses Maß an Mitarbeit darf ich doch schon von den SuS verlangen... sie zeigen mir jedenfalls zum Großteil, dass sie auf das Sprachenlernen keine Lust haben.

    Eigentlich zeigen sie dir erst mal nur, dass es es irgendwelche Konflikte gab; einer wohl beim Bewegen etwas übertrieben hat und deshalb umgefallen ist; sie auf Blätter gezeichnet haben (was u.a. auch bei der Konzentration helfen kann, je nach Schüler*in), und sie sich eben die Haare gemacht (ist ein weites Feld, haben sie nen Zopf neu gemacht oder mit Spiegel, Kamm und Spangen minutenlang frisiert?) und aus dem Fenster geschaut haben (wie lange? wie restliches Verhalten?). Keine Lust auf Sprachenlernen ist erst mal nur deine Interpretation und - selbst wenn - wenn du sie bisher nur beschäftigt hast, gib ihnen doch auch die Chance zur Umgewöhnung?


    Ich glaube, es ist doch menschlich, dass irgendwann, wenn die eigene Anstrengung etwas zu erklären, zu visualisieren etc. so konterkariert wird, ein Lehrer sich denkt: sollen die S doch machen, was sie wollen, die lernen eh nichts mehr, mir doch egal... oder nicht? Die Geduld des Lehrers ist auch beschränkt.

    Irgendwann ja, nach der ersten Stunde: eher nein. Und selbst wenn emotional dieses Gefühl eintritt: es ist immer noch der Job, für den man bezahlt wird. Also aufraffen, weitermachen; die Schüler*innen haben das Recht auf Unterricht.



    Und es scheint eben noch eine Komponente zu geben: es gibt Kollegen, die haben irgendwie ein "Händchen" für die Arbeit mit Kindern und scheinen so etwas auszustrahlen. Andere - zu denen ich mich auch zählen würde - sind da deutlich distanzierter und theoretischer. Ist so.

    In jedem Job gibt es Bereiche, die leichter und die schwerer fallen. Wenn das einer der Bereiche ist, die dir schwerer fallen, ist das trotzdem kein Grund, die Arbeit einzustellen. Du bist Lehrkraft in dieser Gruppe, du bist zumindest für dieses Schuljahr (was ja nun auch nicht mehr endlos lang ist) dafür zustöndig, dass Unterricht stattfindet - zieh das durch; wirst sicherlich mehr für die Praxis bei einem nächsten Mal mitnehmen können.

    Höchstwahrscheinlich liegt auch eine ADHS Problematik vor.

    Die Mutter selbst hat wohl eine diagnostizierte Autismus-Spektrum-Störung (nach eigener Aussage), wobei sie mE im Gespräch keine Auffälligkeiten in diese Richtung zeigte. Über ärztliche Befunde weiß ich nichts, ...

    Ohne zunächst auf die Situation einzugehen: ADHS ist als Erkrankung definiert, deren Diagnose - zu Recht - von (Fach)Ärzt*innen gestellt wird. Wenn dir keine Informationen über ärztliche Befunde vorliegen, hast du nur Beobachtungen, aber keine höchste Wahrscheinlichkeit für ADHS - zumal, wenn du noch nicht mal in der Klasse des Jungen unterrichtest, sondern alles "nur am Rande mitbekomm[st].

    Der Mutter abzusprechen, dass sie auf dem Autismus-Spektrum ist, bzw. dies anzudeuten, weil dir ihr Verhalten im Gespräch nicht "auffällig genug" war (sonst gäbe es keinen Grund, das hier zu erwähnen) ist übrigens ziemlich grenzüberschreitend und respektlos. Weil du explizit danach fragst, wie man mit solchen Eltern umgeht: sie ernst zu nehmen und mit einer offenen Haltung auf sie zuzugehen, ist imho einer der wichtigsten Faktoren für gelingende Gespräche. Das wirkt zumindest bezogen auf diesen Aspekt für mich erst mal so, dass dies eventuell nicht der Fall sein könnte oder zumindest nicht bei den Gesprächspartner*innen ankommt.

    Ergänzend: in diesem Fall bist du meiner Einschätzung nach auch die falsche Person, da du den Jungen ja nicht mal unterrichtest. Wenn das ein Kind und Eltern der eigenen Klasse betrifft, hat man ja nochmal wesentlich mehr Beziehung, auf die man bauen kann, und wahrscheinlich auch deutlich mehr Vorinformationen zur Verfügung als du in dem hier beschriebenen Fall hast, dadurch ergeben sich dann auch mehr Möglichkeiten zur Gesprächsgestaltung.

    Wenn es nicht weit von Österreich weg ist (Salzburg?), könntest du deine Studienleistungen hier anerkennen lassen und den Bachelor fertig machen.

    Wäre ggf eine Option, wenn du wegen der Exmatrikulation nicht weiter machen dürftest.

    Ist nur so ein Gedanke 🤔

    Exakt dasselbe wollte ich dir für BaWü vorschlagen, falls du nur in Bayern den Staatsexamensstudiengang nicht mehr fertig studieren kannst und in der Nähe zu BaWü bist. Sekundarstufe I ist ein Bachelor-Master-Studium, wenn du dir zudem die bisherigen Leistungen anrechnen lassen kannst, solltest du da zügig durchkommen. Dann bleibt dir Master und Ref offen, falls du dich irgendwann umentscheiden solltest.

    Ich unterstützte einen ukrainischen Schüler (13 J.) beim Deutschlernen. Er hatte ergänzend zur Schule jeden Nachmittag noch 3 Stunden Onlineunterricht seiner ukrainischen Schule, der überwiegend über Discord stattfand und zu 80% aus asynchronen Aufgabenstellungen bestand, die bis zu einem bestimmten Zeitpunkt eingereicht und anschließend von den Lehrkräften korrigiert wurden. In Mathe/ Englisch seiner deutschen Schule war er nur sehr wenig motiviert, was aber vmtl. eher an seiner Hochbegabung lag (er wurde in der Ukraine mit 12 Jahren in Klasse 11 in Mathe und Englisch beschult). Was er aber neben dem Fachlichen auch des öfteren artikuliert hat, war, wie gut ihm seine vertrauten Klassenkamerad*innen, seine Lehrkräfte und seine Muttersprache tun, um in dieser extrem schwierigen Situation sowohl das Heimatgefühl als auch die Kontakte und Sicherheit in all der Veränderung bewahren zu können. Das ist, glaube ich, neben aller Fachlichkeit auch etwas sehr wichtiges, was man nicht vernachlässigen oder den Kindern und Jugendlichen absprechen sollte.

    Für meinen Schüler war das Pensum auch sehr hoch - im wurde bspw. in freien Lernzeiten, Hausaufgabenbetreuung, Wochenplanarbeit ermöglicht, an den ukrainischen Aufgaben weiterzuarbeiten. Gegebenenfalls wäre das vielleicht auch eine Möglichkeit für die Jüngeren, sofern es keine offizielle Möglichkeit gibt anders darauf einzugehen? Quasi "Ukrainische Aufgaben" als Bestandteil ihres Wochenplans (sofern ihr damit arbeitet)?

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