Beiträge von FrozenYoghurt

    Schon mal etwas von Klassenführung und Beziehungsarbeit jenseits von rein interventionellem Handeln gehört? Pädagogisches Handeln umfasst mehr als nur Verhaltensmodifikation durch verschiedene Varianten von Strafen (rauswerfen, durchregieren, wöchentliche Tests).

    Ziemlich arroganter Unterton deinerseits. Hast du zufällig schlecht geschlafen?

    Zur Sache: Klar, langfristig funktioniert Beziehungsarbeit nicht nur so. Aber lies dir bitte mal den ersten Post im Thread durch. Ist das für dich ernsthaft eine Ausgangslage, wo du vollkommen ohne Interventionsrepertoire auskommst? Und das als Berufsanfänger?

    Abgesehen davon wundere ich mich, dass du wöchentliche Tests bei "Strafen" einordnest. Das war früher Standard, in den Sprachen sowieso wegen der Vokabeltests. Und es ist eine gute Chance für die Ruhigen, die in solchen Chaosklassen oft untergehen, zeigen zu können, was man kann. Die Störer erfahren so eine Konsequenz ihres Verhaltens für ihre Note. Und natürlich, wird so stark gestört, dass andere Kinder (die übrigens ein Recht auf einen ordnungsgemäßen Unterricht haben!!) nicht lernen können, wird der Störer für den Moment entfernt.

    Also grundsätzlich: Störer entfernern (z.B. Rauswerfen in parallele Lerngruppe), klare Zielsetzung und damit verbundene Umstände (keine Tolerierung von Quertreiben), das Ganze am besten in Abstimmung mit SL / AL und dann erstmal durchregieren. Wöchentliche Tests und dann mal ne Weile beobachten.

    Mag alles sein. Für mich ist das kein entscheidender Punkt.
    Eher schon Absicherung im Krankheitsfall und Pension, aber wäre ich nochmal Berufsanfänger mit dem Wissen von heute, würde mir das nicht reichen, um mir das nochmal alles anzutun.

    Hast du mal das Gedankenspiel angestellt, „Was wäre, wenn du nochmal 16 oder 18 wärst“? Mit genug Freizeit im Rücken gehe ich das persönlich oft durch, aber ich komme jedes Mal an den Punkt, an dem ich denke, dass mein Weg bisher richtig war und sich am meisten mit dem deckt, was ich gerne tue und dem, wo meine fachlichen Interessen liegen.

    Das ist doch müßig. Wer mit den Konditionen und seinem Einsatz zufrieden ist, der hat solche Wahrnehmungen logischerweise nicht. Und natürlich kann man sich entlassen lassen (hab ich auch, leider ging die Schule dann hops und ich bin wieder zurück in den Landesdienst gefallen), es gibt aber nur sehr wenige Möglichkeiten, das nach einer gewissen Anzahl Dienstjahre ohne empfindliche Einbußen zu tun. Und ja, die Entscheidung gegen diese Einbußen ist natürlich letztlich auch freiwillig, aber eben auch ggf. begleitet von essentiellen Sachzwängen. Die Abstriche bei Gehalt und insbesondere Altersvorsorge muss man sich leisten können. Genau deswegen sollte man sich gut überlegen, ob man sich darauf einlässt - ich würde es, wie gesagt, nicht mehr.

    Ich hab neulich gedacht, eigentlich wäre es auch mal nett, ein paar Jahre an der Küste zu leben und zu arbeiten. Oder im Süden. Oder im Ausland. Alles nicht möglich, wenn man sich als Beamter an ein Bundesland bindet. Der Angestellte kündigt einfach (verlustfrei) und macht 😊

    Grundsätzlich stimme ich dir zu. Jedoch ist das als Angestellter auch nicht so ganz Ohne: Neuer Vertrag bedeutet neue Probezeit mit neuen UBs der SL. Eine arschige SL reicht aus, um dich dabei rauszuprüfen. Das Risiko wäre es mir persönlich nicht wert, seit meiner Verbeamtung auf Lebenszeit bin ich im Berufsalltag deutlich entspannter unterwegs.

    Würde auf gar keinen Fall das Privileg der PKV aufgeben, gerade weil Ärzteverfügbarkeit sehr wahrscheinlich in der Zukunft nicht besser sein wird. Klar, Papierkrieg, allerdings gilt für NRW, dass man alles unkompliziert per App einreichen kann. Nur die Antwort hat man dann auf Papier. Ergänzend dazu lohnt sich das Anlegen einer Excel-Tabelle, um alles nachzuvollziehen. Das ist mMn. machbar, allerdings habe ich - Gott sei Dank - noch wenig bis gar keine Arztbesuche.

    Für den Punkt mit den erhöhten Sätzen bietet sich ein Beihilfeergänzungstarif bei der PKV an, der genau für diese Lücke zuständig ist. Normalerweise wird einem der aber auch empfohlen.

    Sich freiwillig gesetzlich zu versichern lässt sich rein rational-finanziell nicht begründen. Dadurch, dass im Alter die Beihilfe auf 70% steigt und die PKV (normalerweise) Altersrückstellungen bildet, sollte es zu keiner plötzlichen Kostenexplosion in der Pension kommen.

    Ich habe es in vielen anderen Beiträgen schon geschrieben, aber als Angestellter würde ich den Job nicht machen.

    Die Frage, die sich mir stellt, ist: Wie repräsentativ ist eine Rückmeldung überhaupt zu diesem Thema? Mein Eindruck seit dem Eintritt ins Berufsleben ist der, dass die breite Masse der Bevölkerung überhaupt keine Muße hat, sich damit auseinanderzusetzen. Quasi ein Thema für die "oberen 10-20%".

    Kommaregeln haben wir in der Schule (01-13) nie bzw. höchst selten thematisiert. Kinder, die viel lasen, waren hier einfach grundsätzlich im Vorteil (so auch ich). Ich bin überzeugt davon, dass man durch bloßes Lesen entsprechender Texte sich die Kommasetzung "abschauen" kann, ohne in der Praxis zu überlegen, ob das jetzt ein Konsekutivsatz o.Ä. ist und eine Regel dafür gilt.

    Wir sind ja alle von Vorurteilen nicht unberührt, aber ich gebe zu, dass mir vernünftige Orthographie und Interpunktion (wenn es drauf ankommt natürlich) bei meinen Mitmenschen und Kollegen schon wichtig sind. Gerade in der dienstlichen Kommunikation tun sich in dem Bereich krasse Abgründe auf. Als Lehrer sollte man da schon fit sein, Stichwort sprachliches Vorbild, nicht nur verbal, sondern auch in der Schrift.

    Bei mir entsteht der negative Schock insb. in dem Moment, in dem ich feststelle, dass der Lehrer weniger verdient als der Geselle, Facharbeiter bzw. Techniker, den er ausbildet. Aber das ist vielleicht auch so ein Ding am Berufskolleg, dass man da sehr nah an der „freien Wirtschaft“ dran ist.

    Ist das wirklich so? Der einfache Geselle oder Techniker muss sich doch schon ordentlich strecken, um in den vergleichbaren Dunstkreis von A13 & Co. zu kommen, oder?

    HÜ bzw. schriftliche Übungen kommen mir hier deutlich zu schlecht weg. Ich habe da die eher introvertierten oder schüchternen Kinder im Blick, die in einem Unterricht, der vollständig ohne schriftliche Übungen / Leistungsüberprüfungen auskommt, tendenziell untergehen. In meinen Fächern ist es für einen gerechten und nachhaltigen Lernerfolg (vor allem in der SEK II) schon wichtig, Hausaufgaben aufzugeben (Übersetzungen üben, hist. Kontext anlesen) und in der Konsequenz finde ich es nur fair, dass die Schüler dann auch Gelegenheit bekommen, ihren Fleiß in Zählbares umsetzen zu können.

    Ich finde es schade, dass seitens der Politik Energie in so einen Quatsch gesteckt wird. Lasst den Lehrern bitte ihre zustehende pädagogische Freiheit.

    FrozenYoghurt : Empfindest du denn die aktuell geltenden Deputatsstunden für angemessen oder was ist deine Position hierzu?

    Nein, ich halte sie für zu hoch. Ich habe 25,5h und merke es ja an mir selbst, dass ich meinen Unterricht nicht so sorgfältig vorbereiten kann, wie es eigentlich sein sollte. Denn Klassenlehrertätigkeiten, Konferenzteilnahmen (wo auch eine Email reichen würde...), gehören ja auch dazu. Es sei denn, ich verzichte vollständig auf mein Privatleben. Gemessen an den individuellen Befindlichkeiten der heutigen Schüler sind die Deputate einfach zu hoch. Ich habe ehrlich gesagt keine Zeit für individuelle Förderung von Förderschülern usw., das war im Kaiserreich (wo ja auch die Deputate herkommen) anders geregelt - ob "schön" oder nicht, sei mal dahingestellt. Trotzdem müssten wir das Ganze ja auch mal auf die heutige Zeit anpassen.

    Puh, bin tatsächlich kein Freund dieser Arbeitszeiterfassung. Ich halte dieses Arbeiten nach Zeitstunden in unserem Beruf (abgesehen von den Deputatsstunden) für nicht angebracht. Zählt das Anschauen der arte-Doku am Abend dann auch, muss ich mich da wieder irgendwo für "einstempeln"?

    Nee, das freie Einteilen meiner Arbeit (bis auf die Kontaktstunden) war eigentlich ein Grund, weshalb ich den Beruf gewählt habe. Mir wird das mehr Stress als Nutzen bereiten...

    Zitat

    Und mir persönlich helfen drei Gedanken: 1. Es sind anderer Leute Blagen. 2. Das Fachabi ist der zweithöchste deutsche Schulabschluss - den muss nicht jeder erreichen. 3. Ich erkläre immer gerne und auch wiederholt das Gleiche. Aber wenn ich merke dir Schüler wollen nur Zeit schinden?! Ich kann den ganzen Stoff schon und meine Kohle kommt jeden Monat. Egal was ich dafür mache.

    Ganz genau das. Vor allem der letzte Punkt. Manchmal hilft ein kleiner Realitätscheck, ganz offen kommuniziert. Es ist ja auch wirklich so.

    Warum Lehrer, gute Frage. Für mich war klar, dass ich recht arbeitsmarktinkompatible Fächer mochte und mit denen irgendwas machen wollte. Ich habe schon früh Nachhilfe gegeben, weil ich gut in der Schule war und generell eine schöne Schulzeit, Kindheit und Jugend hatte. Anderen Kindern eine möglichst bildungsvermittelnde, schöne Schulzeit bereiten, war ein schöner, idealistischer Anreiz.

    Pragmatisch aus folgenden Gründen und dazu stehe ich: A13Z, PKV, Pension statt Rente und generell aus den immer mehr erodierenden Löchern GKV und Rente raus sein, lange Sommerferien plus Weihnachts-, Herbst- und Osterferien.

    Das ist nur Kritik an mir versucht schön zu verpacken, indem man es mir der Ursprungsfrage verknüpft, wie man Langweile lösen könnte. Das durchblickt man doch easy…

    Erschreckender ist wie sehr hier fast alle als Lehrer meine Lebensweise und Ansichten angreifen und nicht akzeptieren, obwohl ich nur Stellung nehme zu den Vorschlägen, wie ich das persönlich sehe.

    Hier ist überhaupt kein ehrliches Interesse, oder neugierigies Außereinandersetzen mit meinen ungewöhnlichen Ansichten. Die meisten Verhalten sich genauso wie die Leute in anderen Foren. Und das Lehrer, die ja angeblich so viel soziales mit Schülern zu tun haben. Wenn ich das Übertrage und skaliere auf den Beruf und dann sind alle wie die Leute sonst im Internet… gruselig.

    Mag ich zwar auch wirken, aber meine objektiv messbaren Erfolge geben mir ja Recht und es steht dem Beruf nicht im Weg wie ich lebe. Aber wenn ich mir vorstelle, wie viele hier von der Art und dem Umgang sind, dass sie intolerant und teils aggressiv auf mich reagieren, wow, was sagt das aus?

    Dass du mit deiner Art bei einigen Usern nicht so gut ankommst und damit offenbar selbst nicht klarkommst.

Werbung