Beiträge von Ichbindannmalweg

    Meine Erfahrung: es gibt sehr, sehr engagierte Leute im Personalrat und die, die sich da einen schlanken Fuß machen und die Entlastungsstunden gerne mitnehmen. Letztere haben mit deinem Fall erheblich weniger Arbeit, wenn du die Füße stillhältst… Es gibt durchaus auch Leute, die noch Karriere machen wollen und sich deshalb lieber bedeckt halten. Anders kann ich mir das Ergebnis des Gesprächs nicht erklären. Ich hoffe du hast die Kraft, dich wenigstens für die Anerkennung des Dienstunfalls einzusetzen. Das hätte für mich Priorität. Deshalb finde ich die Idee mit dem Rechtsanwalt super. Eventuell bei der Gewerkschaft/ Verband anfragen, ich weiß nicht ob du Mitglied bist. Der Philologenverband hat einen eigenen Anwalt, bei dem man in der Regel auch zügig einen Gesprächstermin bekommt.

    Ohne Worte… wer profitiert davon? Die Lehrer und die Schüler bestimmt nicht. Der nächste Schritt wäre dann, die Gymnasien zu verpflichten einen Sekundarschulzweig einzurichten… ups, das gibt’s ja schon.

    Ist es wohl billiger, kleine Hauptschulen zu schließen? Vermutlich. Wo doch die schwächsten Schüler eigentlich die beste Förderung bräuchten. Am billigsten wäre doch, das Abitur gleich allen als Anhang zur Geburtsurkunde.

    Wenn das klappen soll, braucht es Geld und Personal. Beides nicht im Überfluss vorhanden.

    Eben weil es nicht ihr Verarbeitungsbereich ist, sie aber dafür angesehen wird, hätte ich geholfen. Ich gehe davon aus, dass andere Lösungen erfolglos gesucht wurden.


    Es würde so machen Kollegen ganz gut tun, mal zu sehen wie viel Arbeit verdreckte Klassenräume machen. Dann würden sie vielleicht zuverlässiger dafür sorgen, dass am Ende des Tages die Stühle hochgestellt und die Räume von den Schülern gekehrt werden… Das ist zumindest bei uns eine Pflicht, die regelmäßig nicht erbracht wird.

    Warum sollte das speziell für das weibliche Geschlecht relevant sein, nicht aber für Männer?

    Das gilt natürlich auch für Männer, allerdings wählen Männer selten diesen Beruf. Für Frauen ist die Vereinbarkeit mit Familie bislang ein sehr essenzieller Faktor bei der Berufswahl, die Mädels denken da oft etwas vorausschauender als die Jungs…. Warum will denn kaum noch ein Mann Lehrer werden? Weil für die Herren der Schöpfung die Vereinbarkeit mit Familie kein wichtiges Kriterium bei der Berufswahl ist. Frau darf das ja ausbaden… ( meine persönliche These). Als damals ( vor gut 20 Jahren)

    der Hauptseminarleiter am ersten Tag fragte, warum wir den Beruf ergriffen haben, sagten ausnahmslos alle Frauen, Männer gab es keine, dass sie Lehrer geworden sind, weil das gut mit Familie geht. Und zwar an erster Stelle. Das hat mich damals sehr überrascht, weil ich selbst da gar nicht dran gedacht habe.

    Grundsätzlich ja, aber das bedeutet nicht, dass man an einer Ganztagsschule Anspruch auf reine Vormittagsarbeitszeiten hat, wenn man die Kita nur Vormittags bucht.

    Die TE hat keinen Ganztagsplatz bekommen. Wie so viele. Wenn man dann keine ständig verfügbaren Großeltern hat, kann man als Lehrer schlicht nicht arbeiten. Das ist ein Unding! Und nein, der Versuch private Betreuung hinzuzukaufen dürfte in den meisten Fällen auch fehlschlagen, selbst wenn man die Kosten in Kauf nimmt. Das macht den Beruf für Frauen immer unattraktiver und vergrößert den Lehrermangel… da müssten sich die Dienstherren mal was einfallen lassen (was nicht auf Kosten der kinderlosen Lehrer geht).

    Mir fällt ehrlich gesagt keine Rechtsgrundlage ein, nachdem man einfach so sagen kann: ich kann nicht kommen, weil ich keine Kinderbetreuung habe. Die Kinder sind ja nicht krank, also keine Möglichkeit der Kinder Krankschreibung. Selbst bist du auch nicht krank, es sei denn, es geht dir mit der Schwangerschaft tatsächlich so schlecht, dass du den langen Schultag nicht schaffst. Was ich aus eigener Erfahrung mit den Schwangerschaften durchaus für möglich halte. Mit ging es gar nicht gut und ich hätte auch keine 13 Stunden mit perfektem Stundenplan geschafft.

    Dass man wegen fehlender Kinderbetreuung nicht arbeiten kann, ist so nicht vorgesehen. Dafür gibt es ja die Elternzeit (auch wenn man diese aus Nettigkeit beendet hat). Das ist halt das Problem, wenn Frauen zu ihrem Job in der Familie auch noch einen weiteren machen sollen…

    (Wo bleiben die Stimmen, die nach dem Vater fragen und ob der nicht auch übernehmen kann oder einen „richtigen“ Job hat :teufel: )

    Ich teile den Optimismus, dass man da auf jeden Fall krank geschrieben wird, nicht. Im Zweifelsfall auch noch den Hausarzt ansprechen. Es gibt auch Ärzte, die Lehrer für faule Säcke halten und es gut einen geschickten Schachzug halten, erst die Stunden zu erhöhen und dann zu kassieren, während man zuhause sitzt. Also auf jeden Fall die Wortwahl gut überlegen. Die fehlende Kinderbetreuung würde ich da nicht so raushängen lassen, denn Betreuung nur bis Mittags macht den Job als Lehrer in fast jedem Fall unmöglich. Leider.

    Ist das wirklich so? Der Wechsel vom Landes- in den Kirchendienst ist ja auch ohne Neuverbeamtung möglich.

    Meine Kenntnisse beziehen sich auf NRW.

    Was den Wechsel in den Kirchendienst angeht: Dort ist man den Beamten gleichgestellt, aber eben kein Landesbeamter.

    Es gibt auch Unterschiede bei den einzelnen Trägern. Ein schwieriges Thema! Kenne einen Kollegen, dem aus gesundheitlichen die Dienstunfähigkeit drohte, der wurde aber von einem anderen Träger statusgleich übernommen (und ist erfolgreich wieder im Job). Der Weg in den Landesdienst als Beamter war ausgeschlossen.

    Bei dem aktuellen Lehrermangel ist es aber eventuell zunehmend Verhandlungssache… mir ist aber kein Fall bekannt, der den Wechsel ohne Amtsarzt vollzogen hat. Mit neuer Prüfung hingegen schon.

    Aus dem Sammelsack für Kleingeld habe ich geschlossen, dass es mehrheitlich zu spät kommt, aber dann doch irgendwann. Auch am Gymnasium bin ich schon auf Kopiergeld sitzen geblieben, weil Schüler plötzlich weg waren oder ich einfach keine Nerven mehr hatte dahinter her zu laufen.

    So lange es nette Lehrer gibt, die ihr Gehalt für die Arbeitsmaterialien der Schüler opfern, ändert sich ja nichts. Gelder aus offiziellen Quellen wie Teilhabepaket zu gewinnen dürfte dann wohl auch an den Eltern scheitern, die entweder nicht die Fähigkeit oder das Interesse haben die notwendigen Formulare auszufüllen.

    Wäre es vielleicht möglich, dass Klassensätze über Spenden angeschafft werden? Gibt es lokal Stiftungen (z.B. Windkraft) oder so? Dann müssen die Schüler die Aufgaben halt abschreiben.

    Typische Bemerkung aus den Gymnasiumshallen an die Niederungen der Grundschule ;)

    Ich bin echt neugierig: warum sollte es nicht genau so gut oder schlecht gehen das Geld vor dem Kauf einzusammeln wie danach? Ich habe es so verstanden, dass das Problem das Vorstrecken des Geldes ist, das Geld aber irgendwann kommt.

    Wenn das eigentliche Problem ist, dass immer eine Bruchteil nicht gezahlt wird, dann lernen die Kinder halt weniger individuell und schreiben von der Tafel ab. Interessiert diese Eltern vermutlich nicht. Wenn es nicht Schulleitung nicht interessiert, dann interessiere ich mich in erster Linie dafür, dass mein Geld nicht die Unzulänglichkeiten des Bildungssystems drauf geht und damit der Mangel noch kaschiert wird.

    Deshalb wollte ich ja vorab schriftlich was haben und ein Gespräch mit der Schulleitung (was ihm mitgeteilt worden war) und hatte morgens auf dem Bahnsteig auch direkt gesagt, dass er nicht mitfahren darf. Das hatte er so von mir nicht akzeptiert und fing dann Diskussionen, etc. an. Und in dem Zusammenhang kam auch die Entschuldigung - die eben, nicht authentisch war. Gerade nachdem er anfangs meinte, er würde sich von mir sowieso nichts sagen lassen. Nur von der Schulleitung.

    Ob eine Entschuldigung authentisch oder nur besonders gut geschauspielert ist, kann man schlecht herausfinden. Dass die Entschuldigung zu spät kommt, kann man denke ich nicht anführen, da ja kein Zeitpunkt genannt wurde.

    Für mich liegt die Rechtfertigung dafür, den Schüler nicht mitzunehmen, eher in seiner Aussage, dass er sich vom Lehrer nicht sagen lässt. Ein Schüler, der die Befolgung von Anweisungen verweigert, ist auf einem Ausflug für mich nicht tragbar.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die gängigen Lehrwerke, vor allem Englischbücher von Cornelsen, sich sehr lange gut über Kleinanzeigen verkaufen ließen. An manchen Schulen wird halt nicht alle vier Jahre die Ausgabe gewechselt. Ist natürlich etwas Arbeit, die Sachen loszuwerden. Was da keine Liebhaber findet: Tonne. Aber manchmal habe ich mich wirklich gewundert was ich noch zu Geld machen konnte.

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