Wenn es tatsächlich so ist, dass die Plädoyers das Strafmaß erhöht haben, verliere ich den Glauben an die Justiz: schließlich werden die Angeklagten bestraft und nicht deren Anwälte. Das ist ja so, als wenn ich Schülern bei Beschwerden über eine Note statt einer besseren eine noch schlechtere gebe, weil mir die Aussagen der Eltern nicht gefallen. Auch die Kommentare der Richter lassen eher darauf schließen, dass hier die Richter ihre persönlichen Traumata mit Lehrern verarbeitet haben.
Bei allem Verständnis dafür, dass kein Freispruch erfolgte: ich hoffe für die Kolleginnen und für die Justiz, dass darin ein Verfahrensfehler zu sehen ist.
Meine Erachtens bringt es sowieso nichts, weitere Leben zu zerstören. Ein Urteil hätte sich für die Lehrerinnen eine Erlösung sein können, aber ein derart unausgewogenes Urteil ist das wohl eher nicht.