Beiträge von Ichbindannmalweg

    Ich finde die Frage der TE merkwürdig formuliert. Ich schwanke als Reaktion zwischen: „verwendet aus Unkenntnis nur nicht die richtigen Begriffe und will keine persönlichen Daten preisgeben“ und „unverschämte Forderung“. Nur die Frage, ob man trotz Teilzeit mit 62 (oder was auch immer das Minimum im Bundesland ist) mit Abzügen gehen darf, finde ich berechtigt, allerdings sollte man für eine Antwort darauf als studierter Mensch kein Forum brauchen.

    Was mich wundern würde bezüglich Altersgeld wäre, wenn man als Altersgeld die Mindestpension bekäme, wenn man vor Erreichen der Altersgrenze kündigt. Bei 10 Dienstjahren dürfte man davon ja noch ein gutes Stück entfernt sein, grob geschätzt.

    Dann dürfte der Wechsel in ein Angestelltenverhältnis zwecks Eintritts in die GKV nicht lukrativ sein.

    Wenn es der TE aus gesundheitlichen Gründen eventuell nicht möglich sein wird bis 62 oder 63 durchzuhalten, dann wären die Fragen definitiv andere (was passiert bei Dienstunfähigkeit). Es tut mir leid wenn ich de TE Unrecht tun sollte, aber das hört sich an wie: kann ich aufhören zu arbeiten und bekomme trotzdem Geld. Und da frage ich mich, ob die TE sich wirklich Lehrer ist….

    Das ist super ärgerlich und tut mir wirklich leid für euch. Deshalb danke für die Warnung. Das gleiche gilt auch für die Beihilfe, wobei da die meisten misstrauischer sind.

    Ich glaube dass es viele Lehrer gibt, die davon ausgehen, dass Ämter sehr genau arbeiten. Dann kommt noch hinzu, dass viele das Gehalt als sehr gut empfinden und deshalb gar nichts von Bezügetabellen und Stufen wissen (wollen). Und dann ist man oft so im Stress, dass alles nicht dringliche erstmal gestapelt wird.

    Bei 4 Fächern sollte man aber bedenken: die Wahrscheinlichkeit, dass man jemals etwas ein zweites oder gar drittes Mal unterrichtet, sinkt gewaltig. Das sammeln von Unterrichtserfahrungen und Routinen wird dadurch erschwert. Und du sitzt auch in vier Fachkonferenzen.

    Arbeitszeiterfassung einführen und der Streit hat ein Ende. Der Dienstherr stiehlt sich bislang aus der Verantwortung für eine gerechte Verteilung von Arbeit. Dann zerfleischen sich die Kollegen gegenseitig. Wird so schnell leider nicht passieren, da bestimmt mehr Kollegen zu viel als zu wenig arbeiten. Wäre das anders, wäre die Arbeitszeiterfassung längst da …

    Aber erlebt hast du es auch. Das ist verrückt genug 😅.

    Naja, ich habe die 6 Stunden für eine Klausur schon als bewusst gewählte Übertreibung gelesen. Fünfen können tatsächlich sehr lange dauern, wobei ich 2-3 Stunden schon zuviel finde. Wenn man aber einen Klientel hat, die gerne mit Anwalt daher kommt und wo es zum Beispiel um die Zulassung zum Abi geht, dann gibt es zwei Möglichkeiten: viel Zeit investieren um nachzuweisen dass das Geschwafel Blödsinn ist, oder mit Risiko schnell abarbeiten. Generell sehe ich aber oft folgendes: je weniger Korrekturen die Leute haben, umso aufwendiger wird gearbeitet. Das verdirbt leider auch die Preise für die Kollegen, die keine Zeit für so ein Trallafitti wie Probeklausuren und extra korrigierte Hausaufgaben haben.

    Selbst wenn man schnell ist, sagen wir mal im Schnitt 15 Stunden pro Satz inklusive Noten Einträgen und Erwartungshorizonte mit Lernempfehlungen schreiben, dann hat man mit 6 Korrekturen schon 600 Stunden und damit ein Drittel der gesamten Arbeitszeit. Ich beziehe mich auf die Fächer Deutsch und Englisch.

    Und dann erzählt mir der Kunstlehrer, dass er so viel Arbeit hat, weil er kein Buch hat. Und der Sportlehrer sagt mir, dass sein Job genauso anstrengend ist, weil so laut.

    Ich habe Kolleginnen, die korrigieren 6-8 Stunden an einer Klausur herum. Ich meine nicht ein Satz Klausuren, nein eine einzelne Klausur. Die dann mit 5 bewertet wird.

    Das ist krank.

    Sowas habe ich bisher nur bei Kollegen erlebt, die maximal zwei Korrekturgruppen haben. Mit 6-7 Korrekturgruppen ist das schlicht und einfach nicht möglich, weil der Tag keine 64 Stunden hat. 6-7 Korrekturgruppen am Gymnasium bedeuten gut 40 Stapel im Jahr….

    Ich kenne mehrere Kollegen, die ihre Gesundheit durch den Wechsel vom Gymnasium zum BK gerettet haben. Ein ganz wichtiger Faktor dabei: kaum Kontakt mehr zu Eltern. Auch: weniger und kürzere Korrekturen. Weniger diskussionsfreudige Kollegen.

    Es geht hier aber nicht um mich, sondern um die Tarifverhandlungen. Dazu gehört auch das Thema Arbeitszeit und Möglichkeit zu Teilzeit.

    Für mich stellt sich die Frage, ob der Dienstherr in der aktuellen Situation noch ausreichenden Gesundheitsschutz sichergestellt.

    Die beiden Wörter „Probleme (Familie o.ä.)“ hatte ich ja in meinen Beitrag erwähnt. Allerdings dachte ich dabei weniger an den täglichen Wahnsinn als an existenziellere Probleme wie schwere Krankheit, Pflege,

    schwierige Beziehungssituationen.

    Wenn ich die Antworten auf meinen Betrag lese, dann könnte man meinen, dass die voraussetzungslose Teilzeit ganz abgeschafft werden könnte, weil ja selbst Lehrer größtenteils der Meinung sind, dass die Gesundheit bei voller Stelle nicht mehr gefährdet ist als bei jedem anderen Job.

    Schön, dass es euch allen so gut geht.

    plattyplus:

    Deine Frage war, ob man den Dienstherren auf Ausfall von Leistungen durch die nicht ermöglichte Teilzeit verklagen kann. Bei Kita Gebühren könnte ich den Gedanken verstehen, aber in den Fall darf man ja Teilzeit machen.


    Bei den anderen Fällen verhindert der Dienstherr aber die Notwendigkeit von Leistungen. Da kann man also keinen Ausfall einklagen.

    Ernst gemeint Frage: gibt es noch Fälle wie die Kitagebühren?

    Mal so ne Frage: Gibt es außer dem Lehrerberuf noch andere Berufe, bei denen man wie selbstverständlich davon ausgeht, dass nur der eine volle Stelle nur schafft, der gesundheitlich topfit und sehr belastbar ist und keine anderen Probleme (Familie o.ä.) hat?

    Teilzeit aus familiären Gründen muss auch in NRW genehmigt werden. Gibt es noch andere Gebühren, wo ein zu hoher Verdienst negativ ist?

    Wohngeld ist ja irgendwie anders, da wird fehlender Verdienst ausgeglichen. Wenn der Arbeitgeber den fehlenden Verdienst durch Einschränkung der Teilzeit verhindert, kann man ihn wohl kaum auf Ersatz verklagen.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich Teilzeit wegen Kitagebüren lohnt. Die steigen in recht engen Stufen. Da spart man nur, wenn man die wenigen Stunden mit Großeltern ohne Kita abdecken kann/ möchte.

    Allerdings glaube ich, dass Teilzeit nötig sein kann, weil die von der Kita abgedeckte Zeit sonst nicht reicht. Mit 45 Stunden von 7:30 bis 16:30 deckt man ja bei weitem nicht alles ab. Da muss dann schon der Partner oder die Großeltern flexibel sein.

    Anrechnung vom Studium nicht vergessen, wenn auch nur anteilig möglich.

    Eventuell kannst du eine Auskunft beim LBV über deine aktuellen Versorgungsansprüche stellen, in NRW besteht darauf ein Rechtsanspruch ab dem 55. Lebensjahr.

    Dein netto kannst du dir dann grob mit Hilfe der Rechner auf der Seite Info öffentlicher Dienst ausrechnen. Minus PKV.

    Ich wünschte die Empfänger des überhöhten Familienzuschlages in NRW müssten alles zurückzahlen, was über den bisherigen Zuschlag ging.

    Was hast du dann davon? Ich würde eher alles anderen wünschen, dass sie diese Zuschläge auch bekommen, auch die Angestellten…. Und zwar abhängig vom Dienstort, nicht Wohnort. Eine Staffelung nach benötigter Wohnfläche (Anzahl der Kinder) fände ich jedoch noch fair.

    Dann hast da wahrscheinlich keine Mint - Fächer auf Diplom studiert. Mein Lehrerleben ist heute ein Traum, gegen ein Uni Elektro-Technik Studium.

    Damals gab's fast nur Work und ganz wenig Life, um in 10 Semestern mit Topnoten zu bestehen.

    Ich habe durch meine Vereinstätigkeit einige Bürgergeldempfänger als Bekannte. Alle verdienen ausnahmslos nebenbei und werden vom Arbeitsamt nur minimal belästigt.

    Nein, keine Mintfächer, und ich würde immer zugeben, dass ich Deutsch und Englisch für leichter halte, auch wenn ich meine mangelhaften Mathe Kenntnisse außer Acht lasse 🙈 Aber dafür habe ich drei Fächer statt zwei in der Regelstudienzeit und neben dem Referendariat abgeschlossen.


    Wenn der im letzten Absatz gemeinte Arbeitseinsatz BAT ist, dann zeigt das immerhin, dass diese Leute in der Lage sind, zu arbeiten. Und dass sich Arbeit nicht lohnt . Leider gibt es auch genug Leute, die diese Schwarzarbeit unterstützen, und zwar deutlich über die Annahme freundschaftlicher Hilfe hinaus. Es ist nahezu unmöglich, eine Putzfrau zu finden, die sich anmelden lässt… (wir haben keine…)

    Ich frage mich ernsthaft, ob diejenigen, die sich hier mit dem Bürgergeldempfänger vergleichen, tatsächlich Bekannte, Freunde oder Verwandte haben, die so leben, oder ob sie nur aufgrund der Zahlen und der immer wieder aufflammenden politischen Diskussion auf eine Welle aufspringen, aber keine reale Vorstellung von so etwas haben.

    Wer die Situation kennt, kann sich nicht ernsthaft mit Sozialhilfeempfängern vergleichen...


    Ich kenne wenige Studenten, die im Studium und Referendariat mehr Geld hatten als ein Bürgergeldempfänger. Im Gegenteil, die meisten werden weit weniger gehabt haben. Mehr als ein WG Zimmer war definitiv nicht drin, und im Gegensatz zum Bürgergeld muss man das Bafög anteilig zurückzahlen. Die ersten zwei Jahre nach dem Referendariat hatte ich also immer noch wenig mehr als Bürgergeld… Ich persönlich würde von mir behaupten, dass ich 10 Jahre lang mitb weniger als Bürgergeld (damals Hartz 4) auskommen musste und neben dem Fulltimejob Uni noch gearbeitet habe. Und dennoch kann wirklich ich nicht sagen, dass ich darunter gelitten hätte. Meine Work Life Balance war im Studium definitiv besser als in Berufsleben, auch ohne Geld.

    Zugeben muss ich jedoch, dass ich in meinem Freundes und Bekanntenkreis keine Menschen im Bürgergeldbezug befinden. Das ist weder Zufall noch Absicht.

    Hinzuzufügen sei noch, dass wir auch noch 7-10 Jahre unterhalb des Bürgergeldes gelebt haben, um diese Ausbildung zu finanzieren. Also ich zumindest weiß, was es heißt sich das Essen in der Mensa nicht täglich leisten zu können, vom Kaffee ganz zu schweigen…

    Meine Erfahrung: es gibt genug Kollegen, die statt um 7:00 Uhr ca 10-15 Minuten später anrufen. Das führt dazu, dass die Vertretungsbereitschaft zu spät angerufen wird. Die muss dann immer zur ersten Stunde vor Ort sein, obwohl sie bei pünktlichem Abmelden auch zuhause auf den Anruf des Sekretariats hätte warten können… Der Vertretungsplanmacher ist um sieben noch gar nicht im Haus, die Vertretung der ersten Stufe ist ja schon gesetzt. Wann man sich für spätere Stunden abmeldet, wäre bei uns weniger wichtig, da sind ja die Kollegen vor Ort.

    Da es häufig passiert, dass Kollegen sich leicht verspätet abmelden, gehe ich eher nicht von Notfällen aus. Eher so: nicht auf die Uhr geschaut, es ist ihnen nicht wichtig, Kaffee musste zuerst getrunken werden usw. Vielleicht suchen manche auch noch Aufgaben raus, denn nach denen werden sie ja beim Abmelden immer gefragt 🙄 Abmelden können wir uns wann immer wir wollen per Mail, allerdings sind schon Mails in System der Schule hängen geblieben, weshalb freundlich um persönliche Abmeldung gebeten wurde.

    Wäre also schon ein großer Schritt, wenn leicht vermeidbare, geringe Unpünktlichkeit unterlassen würde. Die Sonderfälle fallen doch gar nicht ins Gewicht und stören auch keinen.

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