Beiträge von RosaLaune

    Der Unterschied zwischen der DDR, in der es nur zwei wählbare Parteien gab und der BRD, in der nur zwei Parteien überhaupt je verboten wurden, ist dir aber schon klar, oder? Die beiden Verbote waren übrigens in den 50er Jahren, die NPD wurde nie verboten.

    Interessant: "Das NPD-Verbotsverfahren, das 2001 gemeinschaftlich von Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung (Kabinett Schröder I) eingeleitet wurde, wurde vom Bundesverfassungsgericht am 18. März 2003 aus Verfahrensgründen eingestellt, weil V-Leute des Verfassungsschutzes auch in der Führungsebene der Partei tätig waren. Die Frage, ob die NPD damals eine verfassungswidrige Partei war, wurde nicht geprüft." Später wurde das Verfahren nochmal aufgerollt und aufgrund der Bedeutungslosigkeit der Partei wieder eingestellt, wenn ich es richtig zusammen fasse.

    Es ist also mitnichten so, dass die Mitte ständig missliebige Parteien rechts und links von ihr verbieten lassen will und dass der Verfassungsschutz übermäßig linksalternativ wäre, wird auch keiner behaupten wollen.

    Das NPD-Verbotsverfahren wurde 2017 nicht eingestellt. Das BVerfG urteilte, dass die NPD verfassungsfeindlich ist und auch aggressiv-kämpferisch vorgehe, aber führte für ein erfolgreiches Verbotsverfahren ein neues Kriterium ein, nämlich dass eine Partei auch bedeutend genug sein muss, um ernsthaft die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu gefährden.

    Bei der AfD fehlt es aber schon am ersten Kriterium, dem aggressiv-kämpferischen Vorgehen. Bisher beschränkt sich das Vorgehen der AfD auf die üblichen Kanäle zur parteipolitischen Betätigung. Ein AfD-Verbotsverfahren würde die AfD wahrscheinlich auch nur weiter stärken und wäre ein weiterer Fehler im Umgang mit dieser Partei.

    Die DDR hatte bis zum Mauerfall übrigens mehr Parteien als nur die SED, es gab aber nur eine wählbare Liste (die Nationale Front bestehen aus den sozialistischen Blockparteien SED, CDU, Liberaldemokraten, etc.)

    Mein Ausgangspunkt war ja "Was würde der Bürger wollen?". Da zeigt das FDP-Beispiel, dass im Parlament zwar für kurze Zeit Einigkeit bestand, aber dass die Bürger da draußen eigentlich ein ganz anderes Ergebnis wollten.

    Regierungsmitglieder müssen miteinander auskommen, um zu mehrheitsfähigen Beschlüssen zu kommen, daher kann eine Zwangsheirat (z.B. das zuvor genannte Beispiel mit blau/rot) einiges an Konfliktpotential birgen, aber wenn theoretisch jede Partei mit mehr als 5% den Regierungschef stellen kann, wird dem Wähler mitgeteilt, dass er mit seiner Stimme letztlich gar keinen Einfluss auf die Regierungsbildung hat, weil "die da oben" das "eh unter sich" ausmachen. Wollen wir das wirklich?

    Du kannst davon ausgehen, dass in dem Beispiel sowohl die Wähler der Linken als auch die Wähler der Grünen eher für links-grün wären als für blau-links oder blau-grün. So war das ja auch bei den anderen von mir aufgezählten Beispielen, wo nicht die größte Partei den Regierungschef stellte.

    Der Fall Kemmerich ist natürlich besonders, eben weil es keine tragfähige Mehrheit gab. Demokratisch aber war es trotzdem.

    Dann kannst du aber nicht argumentieren, dass die Bürger einen FDP-Ministerpräsidenten gewollt hätten. Das geben die Zahlen beim besten Willen nicht her.

    Klar, aber wir haben eben in Bund und Ländern parlamentarische Regierungssysteme, bei denen ausdrücklich nicht die Bürger den Regierungschef wählen. Das kann man natürlich ändern, das Grundgesetz ist ja nicht aus Stein. Aber unsere Demokratie funktioniert derzeit eben anders.

    Dann fandest du es auch demokratisch als die FDP mit 5% den thüringischen Ministerpräsidenten stellen konnte?

    Da Thomas Kemmerich von einer absoluten (!) Mehrheit des thüringischen Landtages gewählt wurde, ja. Ich weiß gar nicht, wie man das anders sehen kann. Dass es politisch dumm von ihm, seiner Partei und Fraktion und der CDU-Fraktion war, steht auf einem anderen Blatt. Ich würde auch jederzeit sagen, dass Kemmerichs Annahme der Wahl dem Land und der Gesellschaft geschadet hat, aber demokratisch war es jedenfalls.

    Genauso demokratisch war es auch, als Winfried Kretschmann 2011 zum Ministerpräsidenten gewählt wurde, obwohl die Grünen nur 24,2 % hatten, die CDU aber 39,0 %. Und auch in Bremen war es demokratisch, als Bovenschulte von der SPD, die 24,9 % erhielt, zum Präsidenten des Senats gewählt wurde, auch wenn die CDU 26,7 % bekam (hier war das Problem eher, dass der SPD-Spitzenkandidat und Amtsinhaber Sieling plötzlich nicht mehr Senatspräsident werden wollte). Als Bodo Ramelow 2014 zum Ministerpräsidenten gewählt wurde, hatte die Linke übrigens auch nur den zweiten Platz belegt, die CDU war fast 5 %p weiter vorn.

    Zu deinem Beispiel: Die AFD hätte gewonnen, wenn auch denkbar knapp. Die inhaltliche Schnittstelle mit den Linken wäre klein, aber noch eher vorhanden als mit den Grünen, daher würde es vermutlich auf blau/rot hinauslaufen. Dein Einwand hier ist berechtigt,ich kann ihn auch nachvollziehen, aber da ist eher das Problem, dass die Linke und die Grünen sich gegenseitig Konkurrenz boten und dadurch verhinderten, dass eine der beiden Partei mehr Stimmen erhielt, was dazu führte, dass die dritte Partei die relative Mehrheit holte.

    Nein. Es ist in Deutschland bis zur Kanzlerschaft Merkels, in den Ländern auch darüber hinaus, üblich gewesen, dass das stärkste Lager die Regierung stellt und innerhalb des stärksten Lagers die stärkste Partei den Ministerpräsidenten. Natürlich kann man davon abweichen und die Partei Die Linke ist in vielen Ländern und im Bund auch nicht wirklich Teil des rotgrünen Lagers (sonst hätten wir 2013 auch einen Kanzler Steinbrück haben können). Dass aber bei 34 % AfD, 33 % Linke und 33 % Grüne die AfD die Regierung stellt ist natürlich ausgeschlossen und wäre auch nicht besonders demokratisch.

    Das mag deine Meinung sein. Meine ist es nicht.

    Sorry, aber du kannst hier nicht erst sagen, ich solle meinen Beamtenpflichten nachkommen und die Verfassung schützen und dich jetzt auf deine eigene Meinung berufen und einer Partei, die eben auch unter dem Parteienprivileg Schutz des Grundgesetzes genießt, irgendetwas unterstellen. Gäbe es gute Erfolgschancen für ein Parteienverbot, dann wäre dieses sicherlich beantragt worden. Die fehlen aber, wie auch die meisten Verfassungsrechtler bestätigen würden.

    Unsere Verfassung. Das, was auch Du als Beamtin verteidigen sollst.

    Unsere Verfassung sieht nicht vor, dass Parteien, die "unser politisches System bedrohen" zu verbieten. Das ist eine Vereinfachung von Art. 21 GG. Unser politisches System darf durchaus geändert werden und Parteien dürfen dies auch fordern (wie es ja beispielsweise die Linke tut). Ob die AfD gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung agiert ist gar nicht klar, darüber kann nur das Bundesverfassungsgericht entscheiden und das hat in der Vergangenheit sehr strenge Maßstäbe angesetzt. Insbesondere ein aggressiv-kämpferisches Verhalten kann man bei der AfD nicht ohne Weiteres beobachten.

    Im Übrigen bin ich keine Beamtin.

    Interessant. Bei uns in BW ist das berufliche Schulwesen eher mit mehr Korrekturen verbunden (viel Sek 2). Aber abgesehen davon bin ich auch froh darüber, nur mit älteren SuS zu arbeiten. Vertretungen habe ich gar keine, gibt es bei uns nicht. Die Korrekturen sind zwar anstrengend, aber innerhalb der bezahlten Arbeitszeit machbar bzw. ich war bisher immer drunter und musste noch nie Überstunden machen.

    Ja, das glaube ich auch sofort. Ich bin allerdings nur in der Berufsvorbereitung eingesetzt, da sind Deutscharbeiten schon etwas anderes als am (beruflichen) Gymnasium.

    Ich kenne mehrere Kollegen, die ihre Gesundheit durch den Wechsel vom Gymnasium zum BK gerettet haben. Ein ganz wichtiger Faktor dabei: kaum Kontakt mehr zu Eltern. Auch: weniger und kürzere Korrekturen. Weniger diskussionsfreudige Kollegen.

    Ich würde mich nicht dazu zählen, dafür fehlt mir auch die Berufserfahrung. Ich habe vor dem Referendariat an einem Gymnasium Vertretungsunterricht gegeben, dann mein Referendariat am Gymnasium gemacht, aber nie Vollzeit an der Schulform unterrichtet. Und jetzt bin ich mit halbem Deputat an einem Berufskolleg. Da fehlt mir einfach der langjährige Vergleich. Aber mir scheint es schon so, dass sowohl meine Vorbereitungszeit leicht geringer ausfällt und viel vom Grundrauschen wegfällt, das einen so durch den Arbeitsalltag begleitet. Elterngespräch hier, Fachkonferenz dort, Ausflug in irgendein Römerdorf, ... Und was wirklich einen Unterschied macht: ich kann 25 Deutscharbeiten an einem Abend korrigieren.

    Dieses Jahr wird die AfD mit den Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg erstmals eine realistische Chance auf Regierungsbeteiligungen haben, ja vielleicht gar den Ministerpräsidenten stellen. Heute wurde eine neue Civey-Umfrage für die Wahl in Sachsen veröffentlicht. Demnach käme die AfD auf 37 %, die CDU folgt mit 33 %. Linke (8 %) und Grüne (7 %) kommen zwar noch in den Landtag, SPD und FDP wären aber draußen. Nun ist Civey sicher von allen Instituten (sofern man sie so nennen möchte) eher abgeschlagen was Genauigkeit und Seriosität angeht und der Wahlkampf hat auch noch nicht begonnen, aber bei den Zahlen wäre kaum noch eine Regierung gegen die AfD möglich.

    https://www.zeit.de/politik/deutsc…afd-cdu-umfrage

    Das Institut YouGov hat derweil danach gefragt, für wie wahrscheinlich man eine absolute Mehrheit der AfD bei den ostdeutschen Landtagswahlen hält. Mehr als 50 % halten es für wahrscheinlich und 42 % glauben, dass die Brandmauer nach rechts nicht hält.

    https://www.welt.de/politik/deutsc…aesidenten.html

    Was willst du jetzt damit sagen? Dass Gemobbte selbst Schuld sind? Was für eine bedenkliche Einstellung als Lehrkraft. Vermittelst du das deinen Schülern auch so? Ich hoffe nicht.

    Ich verliere regelmäßig die Fassung und den Anstand wenn ich mitkriege, wie Opfern eine Mitschuld an ihrem Leid gegeben wird. Ich denke gerade im pädagogischen Bereich ist diese Einstellung von »Es gehören immer zwei dazu« eine echte Plage. Aber das hat hier niemand gesagt. Und ja, wenn ich einen Schüler hätte, der gemobbt wird, dann würde ich natürlich auch etwas dafür tun, dass das künftig nicht mehr stattfindet. Das betrifft zum einen den Mobber, der in so einer Konstellation der einzige ist, der sich falsch verhält. Aber auf den kann ich nur in begrenztem Maße und im Raum Schule einwirken. Mobbing hört da aber nicht auf. Mobbingopfer sind meistens (auch hier gibt es Ausnahmen) Menschen, die sich aus gewissen Gründen für Mobber als Ziel anbieten. Und da kann man ansetzen. Selbstbewusstsein tut da eine Menge. Ansonsten bleibt man leider mit großer Wahrscheinlichkeit lebenslang Mobbingopfer.

    Also, als Deutschlehrer (allerdings nicht NRW!): Es gibt wenig, was bei einer Korrektur mehr nervt, als inhaltsleeres Geschwafel ohne analytischen Mehrwert. Das spiegelt sich notgedrungen auch in der Bewertung wider.

    Wobei Aussagen natürlich argumentativ begründet sein müssen. Analyse- und Interpretationsbehauptungen alleine sind halt weder prägnant noch scharf, sondern erstmal nur Behauptungen.

    Meine liebste Anmerkung: Inhalt?

    Für befristet eingestellte Personen gilt:

    Besondere Hinweise

    Befristet eingestellte Personen dürfen keine Mehrarbeit übernehmen, da immer eine Änderung des bestehenden Arbeitsvertrages erfolgen muss.“

    aus https://www.bra.nrw.de/bildung-schule…ei-lehrkraeften

    Nun ist es aber eben dazu gekommen. Hat sich dadurch mein bestehender Arbeitsvertrag konkludent geändert? Oder hab ich einfach Pech gehabt? Gehe ich das nächste Mal einfach nicht in die Stunden, die ich für Vertretung eingeplant bin

    Hallo liebe Forumsgemeinde,

    ich bin mittlerweile an einer anderen Schule, komme dort bestens klar, aber nun ist mir eine Frage gekommen. Ich habe in den letzten Wochen eine kranke Kollegin in meiner Springstunde vertreten. Jede Woche einmal, insgesamt 4 Wochen lang. Ich habe dem Vertretungsplaner beim ersten Mal noch gesagt, dass ich meiner Ansicht nach aufgrund meiner Beschäftigungssituation keine Vertretung halten dürfte, er hat das aber mit "Dienstpflicht" abgewatscht und mich eingetragen. Ich habe die Stunden dann gehalten. Meine Frage ist nun: kann ich die auch ausgezahlt kriegen, obwohl ich sie erst gar nicht habe halten dürfen?

    Noch mal zu meiner Beschäftigungssituation. Ich bin bis zum Ende der Sommerferien befristet mit Sachgrund für 16 Unterrichtsstunden eingestellt. Meines Wissens nach darf man in einer befristeten Anstellung keine Mehrarbeit leisten (ich weiß aber nicht genau, was alles darunter fällt). Meines Wissens nach ist es aber auch so, dass bei einer Teilzeitbeschäftigung bereits die erste Stunde mehr bezahlt wird.

    wie gesagt bei Jungs aus dem Fitnesstudio hätte ich das ja verstanden, aber bei Mädels finde ich das dass dann doch ein etwas harte Maßnahme mit Handschellen

    Ich weiß nicht wie die Schülerinnen bei dir aussehen, aber wenn ich es mir aussuchen müsste, dann hätte ich lieber eine Auseinandersetzung mit den muskelbepackten Jungs als mit den fingerkrallenbewaffneten Mädels. Lieber blaue Flecken als ausgestochene Augen.

    Das sehe ich auch so, aber das meine ich nicht, sondern dass man darauf Rücksicht nimmt, dass irgendwelche Kinder irgendwas nicht sehen dürfen und deswegen das gar nicht erst gemacht wird.

    Auch Mohammed-Karikaturen kann man (sofern es sich anbietet) auch im Unterricht besprechen und man sollte da keine Rücksicht auf vermeintliche religiöse Gefühle nehmen

    Da ich gerne lebe, würde ich auf Mohamed-Karikaturen doch lieber verzichten.

    Wenn die islamischen Kinder schulfrei zum Zuckerfest bekommen, kann ich dann als Protestant auf dem Reformationstag am 31. Oktober bestehen?

    Ich dachte alle Religionen sollen gleich behandelt werden.

    Klar geht das. Kannst du sogar als Arbeitnehmer machen (dann aber unbezahlt).

    Nachtrag: und für NRW ist dies sogar gesetzlich für Beamte und Arbeitnehmer des öffentlichen Dienstes jüdischen Glaubens im Feiertagsgesetz geregelt. Ich denke, wenn da jemand anderen Glaubens klagt, dann würde er da aber auch gute Chancen haben.

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