Beiträge von mjisw

    Nebenbei bemerkt: Ich finde die Ausdrucksweise einiger Philosophen (vor allem deutscher Sprache) unangebracht verschwurbelt oder sagen wir unnötig kompliziert bis unverständlich. (...) Wenn man eine relevante philosophische Aussage machen möchte, sollte man sich klar ausdrücken können.

    Dann gibt es wahrscheinlich kaum einen bedeutenden deutschen Philosophen der Vergangenheit, der sich so ausdrückt, wie du es dir wünscht, oder?

    Was Schlimmeres als Hegel und Adorno habe ich in der Beziehung noch nie gelesen. :D Aber ich glaube, zumindest die französischen Kollegen sind da zumindest ganz nah dran. Es mag dem Wandel der Sprache, Selbstprofilierung oder auch Schutz vor Kritik geschuldet sein, dass viele dieser Zeitgenossen oft vermeintlich so um den heißen Brei herum geredet haben.


    Interessanterweise möchte wohl niemand irgendwelche komplizierten Dinge unserer Sprache abschaffen, um die sprachliche Integration Zugezogener zu erleichtern - aber es Gendern deshalb unterbinden?

    Es ist schon ein Unterschied, ob man etwas vorhandenes Kompliziertes abschafft oder man etwas neues hinzufügt. Somit finde ich daran eigentlich gerade mal gar nichts interessant.

    Auch wenn man formal bestimmte Regeln der Sprache abschaffen oder aufweichen würde, würde die Kraft ihrer sozialen Distinktion weiterwirken. Fatalerweise würden dann Personen, welche die Sprache lernen, glauben, es sei allgemein normal und akzeptiert, so zu sprechen, was eher ein Intergrationshemmnis als eine Erleichterung wäre.

    Das ist doch voll harmlos.

    Ich finde einige Sätze berühmter deutscher Philosophen viel schwieriger zu lesen, da sie so verschwurbelt sind.

    Das sind doch zwei völlig unterschiedliche Paar Schuhe.

    Der Philosoph drückt sich im besten Fall kompliziert aus (klar gibt es auch viele Schwaller), weil er einen sehr komplexen Sachverhalt eben nicht weniger komplex sprachlich schildern kann, ohne einen relevanten Teil des Inhalts einzubüßen.

    Bei der Gendersprache hingegen wird ein Inhalt festgelegter Komplexität generell - in unterschiedlichem Maße - sprachlich verkompliziert, ganz ohne inhaltliche Notwendigkeit.

    Gendern trägt also eigentlich nie dazu bei, eine höhere inhaltliche Komplexität sprachlich fassen zu können (bzw. ist von deren Grad unabhängig). Außer man würde die explizite Einbeziehung aller Geschlechter mit dem generischen Maskulinum als unmöglich ansehen und so hierin einen inhaltlichen Zugewinn sehen. Dann kann man sich aber die Frage stellen, in welchem Verhältnis dieser subjektive (die meisten lehnen es ab) Zugewinn im Verhältnis zur sprachlichen Verkomplizierung steht, die alle betrifft und auch die Integration von Zugezogenen verkompliziert.

    Außerdem ist verschwurbelt hier m.E. auch das falsche Wort.

    Ich finde diesen Begriff auch generell schlimm, da damit meist versucht wird, Menschen pauschal zu diskreditieren und von vornherein von Diskursen auszuschließen - Stichwort "Cancel Culture". (Ich weiß, so war das hier nicht gemeint.)

    Also bauliche Einrichtung/Errichtung von Einzelumkleiden (Gruppen- und Einzelumkleiden zugleich werden wohl schwer möglich sein) für einen Fall, der vielleicht alle 3-4 Jahre mal eintritt für einen temporären Zeitraum, während es Bälleräume und Toiletten aus Ausweichräume gibt. Das klingt absolut sinnvoll...nicht.

    Wasser in Schläuchen wird den Häusern langfristig auch nicht helfen, dass sie mal brennen und dass sie eben nicht aus schwer entflammbarem Material sind.

    Das ist eher Symptombekämpfung.

    Und wenn man ein Kind in Schaumstoff packt, tun die Schläge anderer auch nicht mehr so weh.

    Wollen wir jetzt hier wirklich so weitermachen? Ich schrieb doch, dass ich mir unschlüssig bin. Fakt ist aber, dass die generelle Vermeidung von potentiell unangenehmen Situationen einem langfristig persönlich auch nicht viel bringt. Deshalb ist es ein schwieriges Thema. Schwierig ist es auch deshalb, weil zwischen einem dummen Spruch hin und wieder und Mobbing schon noch ein großer Unterschied besteht.

    Wie gesagt, hier ist es mMn eher wichtig, dass das Kind gelernt hat, sich jemandem anvertrauen zu können, als es einfach zu isolieren.


    Auch ohne Mobbing halte ich eine Einzelumkleide langfristig nicht für die optimale Lösung. Wenn ein Kind so starke Probleme mit sich selbst hat, sollte daran gearbeitet werden (falls nötig, mit Hilfe eines Psychologen) - denn es kann m.E. langfristig nicht gesund sein, den eigenen Körper so negativ wahrzunehmen.

    chilipaprika

    Wenn sich Kinder dazu entscheiden, andere zu mobben, wird sich das idR nicht nur auf die Umkleide beschränken. Da geht es generell um den Aufbau von Vertrauensbeziehungen, damit so etwas weitgehend unterbunden werden kann.

    Die Lehrkraft kann nicht nur in der Umkleide, sondern auch in der Pause meist nicht hinschauen. Es wird immer Räume geben, wo Lehrkräfte nur begrenzt etwas mitkriegen (heute leider auch vermehrt Social Media).

    Eine Einzelumkleide wird dem Kind langfristig auch nicht helfen, mehr Selbstbewusstsein aufzubauen und sich gegen Mobbing zur Wehr setzen zu können. Das ist eher Symptombekämpfung.

    Aber klar, Toiletten und Bälleräume können genutzt werden, wenn das Kind große Probleme mit den anderen in der Umkleide hat. Das ist absolut vernünftig. Trotzdem weiß ich nicht, ob man wegen einzelnen Mobbingfällen generell das Konzept der Gruppenumkleide infrage stellen muss, wenn es zur Not eben die genannten Ausweichmöglichkeiten gibt. Da bin ich mir unschlüssig.

    Aber ja: selber schuld, wer sich unwohl fühlt (da sind wir wieder beim Ursprungsthema…)

    Ich lasse mich doch nicht in meinem Leben (aüßerst minimal) einschränken, nur weil ein paar Mimosen nicht klar kommen. [Kotzsarkasmus aus]

    Wenn es die räumlichen Gegebenheiten nicht zulassen, was soll man machen???

    Soll man diesen SuS einfach freie Wahl lassen, ob sie am Sportunterricht teilnehmen? Darf demnächst auch jeder frei entscheiden, ob er am Mathematik-Unterricht teilnehmen möchte?

    Hat Sport deiner Meinung nach keine Berechtigung im Fächer-Kanon, so dass es unerheblich ist, ob man daran teilnimmt?

    Es wird schließlich niemand gezwungen, zu duschen oder sich umzuziehen (entsprechende Schuhe vorausgesetzt).

    Es wäre außerdem natürlich auch möglich, das T-Shirt einfach auf der Toilette zu wechseln.


    Humblebee

    In den Schwimmhallen gibt es entsprechende Einzelumkleiden.


    Es wäre ja viel zu komplex, vorsorglich ein paar Einzelkabinen zu haben, in die JEDE*R gehen kann. Da lassen wir lieber diejenigen, die eh schon soviel Stress haben, einfach in deren doofen verschwitzten KLeidungsstücken.

    Das wäre bei Neubauten möglich (und das fände ich auch vernünftig, wie ich bereits gesagt hatte) - bei Bestandsbauten aber meistens nicht. Bei alten Hallen gibt es meist wirklich nur zwei Umkleidekabinen. Und bei neueren Hallen gibt es zwar mehrere, aber diese ließen es für sich platzmäßig trotzdem nicht zu, dort solche Einzelkabinen wie im Schwimmbad einzubauen (außer man würde Wände einreißen, sofern diese nicht tragend sind).


    Ich habe ja keine Ahnung, wie euer Sportunterricht aussah. Aber schon seit den frühen Neunzigern kenne ich es so, dass sich nach dem Schulsport eigentlich niemand wirklich umzieht oder duscht. Man verausgabt sich im Sportunterricht auch normalerweise nicht so, dass man schweißgebadet ist - das wäre auch kontraproduktiv für die Konzentration der SuS in den weiteren Schulstunden (wobei Sport auch oft ganz nach hinten gelegt wird).

    Und wenn die Halle es nicht zulässt, geht es eben nicht. Wer dann meint, sich umziehen zu wollen (wobei man auch nach dem Umziehen ohne Dusche idR weiterhin stinkt, wenn man dies schon zuvor getan hat), der hat eben Pech gehabt. Es ist nun mal so. Man kann nicht wegen der Befindlichkeit einer Person einen Anbau an die Sporthalle vornehmen lassen. Bei Neubauten kann man so etwas natürlich berücksichtigen, sofern die Kosten im Rahmen bleiben.

    Diese Stärkung des Gruppengefühls ist ein Argument, was wohl noch nie von jemandem gebracht wurde, der nicht ohnehin Teil der Gruppe war...

    Hallo,

    zunächst einmal tut es mir sehr leid, dass das für dich so schlimm war.

    Ich weiß nicht, wann deine Schulzeit war. Es ist aber schon sehr lange üblich, dass man sich in der Umkleidekabine nicht ganz nackig macht und es duscht auch fast nie jemand. Eine weitere Möglichkeit, wenn man sich gar nicht in irgendeiner Form ausziehen will, wäre es, mit einem Trainingsanzug bzw. einer Trainingshose in die Schule zu gehen (auch das ist heute nichts Besonderes mehr - auch wenn man keinen Sportunterricht an diesem Tag hat).

    Bezüglich der Gruppen-Thematik: Dadurch, dass man sich von den anderen absondert, wird man halt auch nicht unbedingt eher ein Teil der Gruppe bzw. Klassen-Gemeinschaft. Über deinen konkreten Fall kann ich natürlich keine Aussage treffen und das steht mir auch nicht zu. Danke, dass du deine Erfahrungen mit uns geteilt hast.

    Im übrigen zweifelst du an meiner pädagogischen Kompetenz, wenn du glaubst, dass ich das nicht unterscheiden könne.

    Das war ganz sicher nicht meine Absicht.


    mjisw : Ein Kind mit Jungssozialisation und äußeren Jungsgeschlechtsteilen darf nicht in die Mädchenumkleide, sollte er sich bei den Jungs auch falsch fühlen, suchen wir eine Lösung.

    Ich hätte mir hier nur gewünscht, du hättest klar gesagt, dass ein Kind mit "Jungssozialisation" und äußeren "Jungsgeschlechtsteilen", das sich als Mädchen fühlt (denn die ersten beiden Punkte schließen dies nicht aus), nicht in die Mädchenumkleide darf.

    Das wäre mal ein klares Statement und kein ständiges Umschiffen.



    Im Schwimmbad gibt es beides: Gruppen- und Einzelumkleide. Warum nicht in Sporthallen. Je nach Tag und Laune kann das jede*r machen, wie er/sie will.

    Da wäre ich durchaus dabei. Wobei es m.W. schon lange üblich ist, dass man sich vor und nach dem Sportunterricht nicht ganz auszieht bzw. Duschen geht. Dementsprechend müffelt es dann auch oft im Klassenzimmer danach. :D

    Da ist das Schwimmbad schon ein Sonderfall.

    Ach wie schön es wäre, wenn diese Unsitte der Gruppenumkleide eh abgeschafft würde.

    Was wäre die Alternative? Jede Person bekommt eine eigene Umkleide? Ja, ganz bestimmt...

    Des Weiteren: Was soll daran eine Unsitte sein?

    Ich sehe darin einen sinnvollen Teil der Sozialisation in Form der Stärkung des Gruppengefühls und der Auseinandersetzung mit der Körperlichkeit anderer. Es trägt mMn eher zu Unsicherheit mit dem eigenen Körper und Verklemmtheit bei, wenn man solche Begegnungsräume meidet.


    entscheidend für mich als Lehrkraft ist doch, er fühlt sich bei den Jungs nicht wohl.

    Das passt super zum heutigen Zeitgeist, wo jeder meint, eine Extrawurst bekommen zu müssen (bis die Helikoptereltern ihn wieder abholen).

    Jeder Mensch muss sich im Leben vielen Situationen stellen, in denen er sich (zunächst) nicht wohl fühlt; das ist doch ein ganz normaler Teil des Aufwachsens.

    Es gibt sicherlich begründete Fälle, wo man u.U. wirklich eine Sonderlösung finden muss (z.B. bei Transsexualität). Aber wenn sich z.B. ein Junge unwohl fühlt, weil er Einzelkind, sehr introvertiert und schüchtern ist, dann würde ich das Gespräch suchen und versuchen, ihn davon zu überzeugen, dass es gar nichts Schlimmes ist, sich mit den anderen Jungs in der Umkleide umzuziehen.

    Eine Schülerin möchte weder die Umkleide für weibliche noch für männliche Schülerinnen benutzen, weil sie keinem der beiden Geschlachter angehört. Wo zieht sie sich dann um?

    In einem anderen Raum. Da hat laleona doch völlig recht. Da spielt es auch keine große Rolle, was die Begründung für diesen Wunsch ist. Wenn die Person sich bei den anderen unwohl fühlt, versucht man einen separaten Raum für sie zu finden oder lässt sie sich später umziehen (ich persönlich würde vorher jedoch erst das Gespräch suchen, wenn mir der Grund nicht ganz nachvollziehbar erscheint).

    Das war aber nicht das, was ich eigentlich von ihr wissen wollte (siehe Beitrag über diesem).

    mjisw :

    Auf deine Frage: Wenn ein Junge ein Problem damit hat, in die Jungsumkleide zu gehen, würde ich versuchen zu ergründen, warum das so ist.

    Im Zweifelsfalle würde ich ihm eine eigene Umkleide anbieten (zB Lehrerumkleide, bevor ich reingehe).

    Im Übrigen kommt das bei uns an der Schule öfter vor, dass Kinder Probleme mit dem Umziehen vor anderen Kindern haben. Dann suche ich eine Lösung.

    Ähm, sorry, vielleicht habe ich mich etwas unklar ausgedrückt. Ich war in der Annahme, es sei klar, aber ich hätte es explizit schreiben sollen. Mein Fehler.

    Worauf ich hinaus wollte, ist folgender Fall:


    Ein 14-jähriger Schüler, der sich selbst als Mädchen ansieht, möchte im Rahmen des Sportunterrichts in die Mädchenumkleide.

    Was würdest du machen?:

    - Der Schüler muss ein psychologisches Gutachten vorlegen und darf dann zu den biologischen Mädchen im die Umkleide, wenn diese das gestatten.

    - Der Schüler muss ein psychologisches Gutachten vorlegen und darf dann zu den biologischen Mädchen im die Umkleide, wenn diese und deren Eltern das gestatten.

    - Der Schüler muss ein psychologisches Gutachten vorlegen und darf dann zu den biologischen Mädchen im die Umkleide, auch wenn diese das nicht wollen.

    - Der Schüler darf auch ohne Gutachten zu den biologischen Mädchen im die Umkleide, wenn diese das gestatten.

    - Der Schüler darf auch ohne Gutachten zu den biologischen Mädchen im die Umkleide, wenn diese und deren Eltern das gestatten.

    - Der Schüler darf auch ohne Gutachten zu den biologischen Mädchen im die Umkleide, obwohl diese das nicht wollen.

    - Der Schüler darf generell nicht in die Mädchenumkleide.

    - Etwas anderes. Wenn ja, was?

    laleona


    Ich spreche generell niemanden als Junge oder Mädchen an. Ich verstehe die Frage nicht ganz.

    Du meinst also, dass ich dann SuS und noch etwas sagen müsste? Würde ich nicht machen. Ich spreche auch keine Schüler mit "Digga" an, auch wenn sich das vielleicht möchten.


    Mal eine Gegenfrage. Wie würdest du Folgendes handhaben:

    Ein 14-jähriger Schüler möchte im Rahmen des Sportunterrichts in die Mädchenumkleide.

    Was würdest du machen?:

    - Der Schüler muss ein psychologisches Gutachten vorlegen und darf dann zu den biologischen Mädchen im die Umkleide, wenn diese das gestatten.

    - Der Schüler muss ein psychologisches Gutachten vorlegen und darf dann zu den biologischen Mädchen im die Umkleide, auch wenn diese das nicht wollen.

    - Der Schüler darf auch ohne Gutachten zu den biologischen Mädchen im die Umkleide, wenn diese das gestatten.

    - Der Schüler darf auch ohne Gutachten zu den biologischen Mädchen im die Umkleide, obwohl diese das nicht wollen.

    - Der Schüler darf generell nicht in die Mädchenumkleide.


    So, und jetzt bin ich gespannt. ;)

    Naja, zuerst einmal gibt es in vielen Fragen nicht die eine große Entscheidung.

    Darüber zu diskutieren, ist doch sinnvoll und das wird doch auch (schon seit Jahren) gemacht.

    Die deutliche Mehrheit lehnt das Gendern nach wie vor ab. Auch das könnte man langsam mal als Entscheidung sehen und akzeptieren. Tut man aber nicht.

    Die Debatte wird weitergehen. Auch das ist demokratisch legitim.

    Was für eine Entscheidung stellst du dir vor? Bei einer Volksabstimmung hätte das Gendern ziemlich schlechte Chancen. Du wünscht dir also eine Entscheidung über den Kopf der Menschen hinweg? Des Weiteren wäre selbst der Staat, würde er sich in Form der Mehrheit im Parlament zum Gendern bekennen, nur befugt, dieses in öffentlichen bzw. staatlichen Einrichtungen durchzusetzen. Wenn ich mir dann vorstelle, dass jemand eine Abmahnung wegen Nicht-Genderns bekommt, da läuft mir ein faschistoider Schauer den Rücken runter.


    Ich wollte wissen, was du tust, wenn Minderheiten sprachlich verteten sein möchten.

    Dann können sie sich gerne politisch dafür engagieren. Ich persönlich muss da gar nichts tun.


    Allgemein möchte ich hier nochmals festhalten, dass es biologisch gesehen laut dem Stand der Wissenschaft (den ernstzunehmenden Experten) nur zwei Geschlechter gibt. Personen, die sich weder dem einen noch dem anderen eindeutig zuordnen lassen, bilden höchstens eine Mischform aus den beiden Geschlechtern - ein drittes Geschlecht mit eigenen Geschlechtsmerkmalen (die nicht nur eine Kombination oder Abwandlung der beiden anderen Geschlechter sind) existiert biologisch nicht. In diesem Fall sollten sich die Betroffenen einfach als Mann und Frau zugleich sehen, was biologisch wahrscheinlich auch das Zutreffendste wäre, oder eben als das eine oder andere - das ist jedem freigestellt.

    Geschlechtsvorstellungen, die darüber hinausgehen, haben in meinen Augen keine seriöse wissenschaftliche Grundlage, die eine Klassifizierung als gesellschaftliche Minderheit (mit den dazugehörigen Ansprüchen) rechtfertigen würde, da sich die Geschlechter-Identität in diesem Fall nur im Kopf der Personen abspielt.

    Des Weiteren würde es mich als Person, die wirklich biologisch weder dem einen noch dem anderen Geschlecht zugeordnet werden kann, extrem anpissen, wenn Leute, die biologisch eindeutig zuordenbar sind, meinen, sie hätten das gleiche "Problem" wie ich.

    Es ist deshalb auch nicht verwunderlich, dass es auch innerhalb der LGBT-Communtiy Gruppen gibt, die eben nicht mit Q+ in einen Hut geworfen werden möchten.

    Ok, das ist also deine persönliche Position.

    Was sagst du zu Gruppen, die das anders handhaben möchten?

    Es gibt doch auch in anderen (Identitäts-) politischen Feldern Gruppen, die Meinungen vertreten, die von meiner abweichen. Demokratie basiert doch auf Zulässigkeit von unterschiedlichen Meinungen.

    Was soll hier in diesem Fall der Unterschied sein dazu, wie ich das sonst auch handhabe?

    Es scheint dann doch sehr unterschiedliche Auffassungen von Minderheitenschutz zu geben.

    Das scheint mir auch so. Ich verstehe unter Schutz nämlich, dass man die gleichen Rechte (im juristischen Sinne) hat und nicht in seiner Lebensführung eingeschränkt wird.

    Darunter fällt für mich nicht, explizit in der Sprache inkludiert zu werden. Ich komme auch damit klar, dass der Bundeskanzler mich in seiner Neujahresansprache nicht persönlich anspricht. Es steht jedem frei, sich entweder als Frau oder Mann angesprochen zu fühlen. Für alles darüber hinaus fehlt mir das Verständnis, da - wie ich schon sagte - alleine die Tatsache, dass man sich weder Frau noch Mann (oder beidem) zuordnen möchte, für mich auf das Vorhandensein sehr stereotyper Geschlechterbilder im eigenen Kopf schließen lässt.


    Und sich dann noch besonders tolerant zu geben, weil man die sprachliche Beachtung von Frauen gerade noch OK fände, das seien ja etwas die Hälfte der Weltbevölkerung, treibt mir das Halbverdaute in die Mundhöhle.

    So tolerant, wie Teile der Genderbewegung mit Andersdenkenden umgehen? Ja, da wird mir auch regelmäßig übel.

    Wenn z.B. ein Vortrag an der HU Berlin wegen massivem Widerstandes bestimmter Gruppen aus fadenscheinigen Gründen abgesagt wird.

    Oder wenn Terre des Femmes Transfeindlichkeit vorgeworfen wird, woraufhin die Arbeit der Organisation medial heftig sabotiert wird, was letztendlich auf Kosten vieler Frauen in Notsituationen geht.


    Des Weiteren kann man sich auch darüber streiten, inwiefern Frauen (und generell alle) im generischen Maskulinum berücksichtigt werden oder nicht. Auch das ist nicht in Stein gemeißelt bzw. nicht alle Frauen vertreten da die gleiche Position.

    Für Sek 1 ist doch der Bedarf generell recht hoch. Klar wären die Einstellungschancen mit Kunst deutlich besser, aber schlecht sind sie doch so auch nicht. Deswegen hätte ich an deiner Stelle wirklich keine Zukunftsängste.

    Für Kunst müsstest du eine Eignungsprüfung machen (diese ist aber für Sek 1 natürlich leichter als für Sek 1+2).

    DaZ wäre sicher auch nicht verkehrt.

    Achja? Kann man das irgendwo nachlesen?

    Ja, kann man.

    Das könntest du einfach mal versuchen. Sollte nicht so schwer sein, einige Definitionen dazu zu finden.

    Aber sollte in oder an dir mal irgendwas wuchern ("was da nicht hingehört"), hör einfach nicht auf deinen Arzt; der richtet sich nach so absurden Kategorien und versucht Diagnosen zu stellen - dabei weißt du doch ganz genau:

    In der Biologie ist gar nichts vorgesehen. Naturwissenschaften beschreiben. Sie verlangen nichts.

    Ich weiß auch nicht, warum du dich hier auf Biologie als Fachwissenschaft beziehst. Dass da nichts vorgesehen ist, ist klar, und das trifft auch auf jede andere Wissenschaft zu. Der Wert des Aussage geht also gegen Null.

    Darüber hinaus sind in der biologischen Konstitution des Menschen natürlich einige Dinge vorgesehen. Das einfachste Beispiel dafür ist der Tod, welcher einen umso wahrscheinlicher frühzeitig ereilen kann, wenn man nicht auf seinen Arzt und eine seltsamen Kategorien hört.

    Inwiefern sind derartige medizinische „Kategorien“ für Fragen gendergerechter Sprache relevant.

    Sie sind deshalb relevant, weil eine bloße biologische Abweichung bzw. Abnormalität gerade die Regel bestätigt. Könnte man nachweisen, dass es ein drittes biologisches Geschlecht gibt, wäre das eine völlig andere Ausgangslage, als wenn sich jemand selbst einfach als etwas anderes sieht.

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