https://www.derstandard.de/story/30000001…icht-zum-helfer
Dieses Verfahren kann sehr hilfreich sein. Meine Klassenlehrerin hat es vor 40 Jahren erfolgreich angewendet. Auch ich wurde gemobbt und danach war Ruhe. Zum Gegenteil, ich erhielt einen sehr schönen Schal mit lieben Worten geschenkt (von vorher neutralen Klassenkameradinnen).
In einer unserer SchiLF wurde es so erklärt, dass man versucht, neutrale Personen als Helfer zu erreichen. Diese wollen oft nur Ruhe. Beim Tadeln/Strafen der Mobber stellen sie sich oft auf Seite der Mobber und geben die Schuld dem Opfer. "Der ist Schuld, dass erstere Ärger kriegen. So schlimm war es gar nicht." Und plötzlich gibt es nicht nur ein paar Mobber, sondern die ganze Klasse hält gegen das Opfer zusammen.
Daran sieht man gut, dass man unwissend die Sache deutlich verschlimmern kann. Uns wurde deutlich gesagt, wir sollen bei "richtigem Mobbing" immer Hilfe bei Profis suchen. Gut gemeint ist nicht gut gemacht. Einige Kolleginnen und Kollegen wurden über mehrere Jahre geschult.
Vielleicht ist ein Teil des Problems unser Beratungsteam. Ich bin über verschiedene Mobbingkonzepte gut informiert, aber kein "Profi", soll heißen, ich bin immer froh, wenn ich komplexe Fälle an die ausgebildeten Kolleginnen weitergeben kann. Ich habe aber eben nicht den Eindruck, dass das gut klappt bei uns... mein Eindruck ist, dass den Mobbenden sehr viel Raum eingeräumt wird für pädagogische Gespräche, die zu nichts führen. Das ist irgendwie am Ziel vorbei.
Ich war mal an einer Schule mit einen hochprofessionell ausgebildeten FARSTA-Team. Das ist natürlich was für die ganz schweren Fälle und das Team muss wirklich topp ausgebildet sein, aber das hat mich beeindruckt. (Wie gesagt, unter der Prämisse der Professionalität- es gab mal einen Fall, ich erinnere mich nicht mehr genau, der schlug medial hohe Wellen, weil da übers Ziel hinaus geschossen wurde).