Beiträge von Miss Othmar

    Bewirb dich doch in der nächsten Einstellungsrunde einfach mal als Quereinsteiger. Ableitbare Fächer hast du ja. Ein abgeschlossenes Studium auch. Eigentlich sollte dem nichts im Weg stehen und du kannst dem (teilweise sehr menschenverachtenden) Ref entgehen.

    Ein Seiteneinstieg mit 1. Staatsexamen geht zumindest in NRW nicht, was geht, ist eine befristete Stelle als Vertretungslehrerin.

    Bei vorbereiteten Englischstunden mit Bildern, Audio, Video usw. nutze ich am liebsten Power Point. Ich bereite eine Präsentation mit eingebundenem Material und genug Freiraum zum Schreiben vor und lade sie auf das iPad.

    Wenn ich nur eine Schreibfläche wie eine Tafel brauche, liebe ich die Notizen-App des iPads. Genug verschiedene Stifte, alles radierbar, falls sinnvoll auch speicherbar und wieder abrufbar, über Screenshots zu teilen und an andere zu verschicken.

    Ich habe einen Stehtisch, der ist echt genial, obwohl ich mich auch gerne im Klassenzimmer bewege.

    Das hat gar nichts mit Gymnasium zu tun, ich arbeite an einer Gesamtschule. Mein letzter Einsatz war in Hauswirtschaft, da müssen wir aus rechtlichen Gründen die Klasse teilen, weil man nicht mit 27 SuS in der Lehrküche kochen darf. Also haben die beiden Gruppen im Wochenwechsel Theorie im Klassenzimmer oder Praxis in der Küche. Ohne meine Vertretung für eine Kollegin, die erkrankt war, wären die beiden Gruppen zusammengelegt worden und Praxis wäre schlicht ausgefallen. Das meine ich mit verdecktem Unterrichtsausfall und Mogelpackung. Weil ich die Theorie vertreten habe - was mit dem Material der anwesenden Kollegin super möglich war - konnte sie die Praxisgruppe unterrichten.

    Da wären wir wieder bei der alten Problematik kognitive (bzw. emotional/sozial) vs. körperliche Behinderung. Das ist denke ich der Punkt, den state_of_Trance , Antimon und Schmidt mehrfach aufzeigten.

    Ich denke nicht, dass die UN-Konvention verlangt, dass Menschen nur deshalb einen Bildungsgang absolvieren können sollen, weil sie eine Beeinträchtigung/Behinderung haben, falls sie das ohne diese Behinderung auch nicht könnten. Aber es ist für Menschen mit Körper-/Sinnesbeeinträchtigungen sowie emotional-sozialen Beeinträchtigungen oder psychischen Erkrankungen oder sonstigen chronischen Erkrankungen immer noch sehr schwer, einen Ausbildungsplatz zu bekommen oder ein Studium zu absolvieren, wir sind da als Bildungssystem nicht sehr inklusiv. Aber die Werkstufe eine Schule für GE z B. könnte durchaus an einem Berufskolleg angesiedelt sein, das ja SuS mit sehr unterschiedlichen Leistungsvoraussetzungen in den verschiedensten Bildungsgängen unterrichtet.

    Ich halte es übrigens für sehr kurz gedacht, wenn immer davon gesprochen wird, SuS mit Körperbehinderung, Sehbehinderung, Blindheit, Schwerhörigkeit und Gehörlosigkeit "problemlos" inklusiv zu unterrichten. Wenn das so problemlos wäre, hätten sie nämlich keinen speziellen Unterstützungsbedarf. Ohne spezielles Material, Hilfsmittel, didaktische und methodische Modifikationen ist es vielen dieser SuS nicht möglich, ihr (kognitives) Potenzial auch auszuschöpfen. WIr haben außerdem mehrfach SuS an unsere Schule aufgenommen, die aufgrund ihrer Behinderung an Gymnasien massiv gemobbt worden sind.

    Ich vertrete aber lieber 3 Stunden im Monat, als das Klassen zusammengelegt werden müssen oder eine Doppelbesetzung aufgelöst wird und ich dann ggf. meinen Unterricht in die Tonne tun kann, weil die Planung unter den geänderten Unterrichtsvoraussetzungen nicht mehr umsetzbar ist. IAußerdem finde ich, dass das eine Mogelpackung ist, weil es sich um verdeckten Unterrichtsausfall handelt.

    In NRW gehören bis zu 3 Stunden ad-hoc Vertretung im Monat zur Unterrichtsverpflichtung. Erst ab der 4. Stunde werden diese bezahlt, dann aber alle. Anders ist das bei angeordneter Mehrarbeit, also einer länger dauernden Unterrichtsverpflichtung über das Deputat hinaus. Dann werden auch zusätzlich zu dieser Mehrarbeit unter drei ad-hoc-Vertretungen im Monat bezahlt.

    Wir haben auch ein Bereitschaftsstundenkonzept, d.h. in einer festgelegten Stunde im Stundenplan können wir bei Bedarf zur Vertretung herangezogen werden und die anderen Freistunden sind auch verlässlich frei und verplanbar.

    Falls aufgrund von z.B. Klassenfahrten in mehreren Stufen oder hohem Krankenstand ein anderer Einsatz erforderlich ist, wird man vom Vertretungsteam darüber möglichst früh informiert.

    Ich lebe sehr gut mit diesem System.

    Meinst du, der 2. Bildungsweg/Abendgymnasium war vllt auch politisch „damals“ in den SPD geführten Bundesländern ein gewünschter Bildungsweg, um die „Arbeiter“ aus ihrem Bildungsloch zu holen?

    Während heute der Fokus eher in Richtung „Inklusion von Kindern - Integration“ etc. gestellt wird?

    Ich glaube eher, dass die Abendgymnasien deshalb so wichtig waren, weil zur Zeit ihrer Gründung lediglich ca. 10 % eines Jahrgangs eine Hochschulreife erworben haben. Das ist heute anders, die (Voll-)Abiturquote liegt irgendwo bei 40 % und außerdem gibt es im Berufsbildenden System so viele Möglichkeiten, Abitur zu machen, dass es vermutlich einfach nicht mehr genug Potenzielle SuS für ein Abendgymnasium/WBK in jeder Großstadt gibt. Abi online füllt die Lücke für Menschen, die z.B. aufgrund von Kinderbetreuung nicht tagsüber zur Schule gehen können.

    Bei uns sieht "Inklusion" so aus, daß die Schüler diverse Vergünstigungen bekommen, die normalen Schülern nicht gewährt werden. Am Ende bekommen aber alle den gleichen Abschluß. Das ist eine absolute Übervorteilung der normalen Schüler.

    Bsp.: Wir haben Bildungsgänge, die ein zweimonatiges Industriepraktikum als Zulassungsvoraussetzung zur Abschlußprüfung haben. Schüler, die kein Praktikum gefunden bzw. dies vorzeitig abgebrochen haben, haben wir schon die Zulassung zur Abschlußprüfung verweigert bzw. gar nicht erst in die nächste Klasse versetzt. Inkludierte hingegen mußten nicht einmal versuchen einen Praktikumsplatz zu bekommen. Ihnen wäre ein Bewerbungsverfahren nicht zuzumuten. Am Ende haben sie aber das gleiche Zeugnis der Fachhochschulreife in Händen gehalten.

    Verstehe ich das richtig, dass die SuS mit Förderbedarf die Fachabi-Prüfungen bestanden haben? Welcher Förderbedarf war das denn?

    Als Fachlehrer:innen gern in Musik, Kunst, Sport, Englisch mit einer PE; aber nicht als Klassenlehrer:in mit den Fächern Deutsch und Mathematik. Das ist in NRW mit gutem Grund ausgeschlossen. Ich weiß allerdings von befreundeten Grundschullehrkräften, dass der Einsatz als KL durchaus üblich ist, ich finde das aber total desaströs, Deutsch und Mathematik in der Grundschule ohne irgendeine Ausbildung in diesen Fächern zu unterrichten.

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