Beiträge von Gymshark

    Du denkst, dass KI bzw. Übersetzungssystem nur die Ausgangssprache wörtlich 1:1 in die Zielsprache übertragen?

    Das meine ich nicht, aber es gibt Ausdrücke, die man eigentlich nur verstehen kann, wenn man sich mit der zugrundeliegenden Kultur bzw. der entsprechenden Sprache einigermaßen auskennt, weil es z.B. nicht für jedes französische oder englische Sprichwort ein genau passendes Gegenstück im Deutschen gibt. Das dürfte im Japanischen auch nicht anders sein.

    Dir würde es also genügen, Deutsch lesen zu können und alle anderen Sprachen soll dann eben das Übersetzungsprogramm ins Deutsche übersetzen? Japanisch spielt in meinem Alltag keine Rolle, aber täte es das, hätte ich persönlich ein Interesse daran, entsprechende Texte auch in der Ausgangssprache lesen zu können. Insbesondere, weil sich viele Redewendungen so gar nicht 1 zu 1 übersetzen lassen. Du so gar nicht?

    Ersteres ist aber auch nur ein sehr kurzfristiges Problem. Sobald sie in ihrem Draft einfach "auf dem Niveau eines XY.-Klässlers" ergänzen und noch zwei, drei Fehlerchen einbauen lassen, wird es dann schon schwieriger. Und: KI lernt. Wir sind aktuell vergleichsweise am Anfang von KI im Schulkontext; in 5 Jahren stehen wir da vor ganz anderen Situationen als jetzt

    Das hängt aber auch von der gesellschaftlichen Akzeptanz von KI ab. Momentan ist diese noch relativ hoch, es fließt einiges an Geld in KI-Forschung. Gleichermaßen hört man dieses Jahr wieder vermehrt Kritik und sogar Warnung vor den Gefahren durch KI für die Gesellschaft. Das ist insofern nichts Neues als dass das Thema bereits seit Jahrzehnten Gegenstand von Literatur, Film und Philosophie/Gesellschaftskritik ist. Was neu ist, ist vielmehr, dass die Kritik von eben jenen Leuten gibt, die durch ihre Produkte im Bereich IT zu viel Geld und hohem Bekanntheitsgrad kamen.

    Und natürlich, dass erste Länder Ansätze wagen, die Nutzung von IT überhaupt rechtlich einzuschränken, was es bis dato kaum gab. Daher bin ich nicht einmal gespannt darauf wie die Technik sich weiterverändert, sondern eher welche Position die Gesellschaft langfristig hierzu finden wird.

    Ansonsten bin ich auch der Meinung, dass man sich Fremdsprachenunterricht sparen könnte. Ich habe vor Kurzem in fehlerfreiem Tschechisch eine Anfrage per Mail geschrieben. ChatGPT macht's möglich. Die Antwort einfach wieder von ChatGPT nach Deutsch übersetzen lassen. Ging problemlos.

    Kannst du denn Tscheschisch? Kannst du ausschließen, dass in der Mail Quatsch stand? Ich finde wichtig, dass wir am Ende verstehen, was das Programm da gerade macht. Wenn der Taschenrechner sagt "582+359=941", bin ich im Zweifelsfall in der Lage, mithilfe meiner Rechenkenntnisse und -strategien aus der Schule die Aufgabe auch ohne technische Hilfsmittel nachzurechnen bzw. wenigstens zu überschlagen, ob das Ergebnis im Rahmen des Möglichen oder völlig abwegig ist. Wenn ich das nicht kann, bin ich der Annahme, dass die Maschine schon Recht hat, ausgeliefert, was mich als Menschen schon irgendwie abhängiger und damit unselbstständiger macht.

    Ja, schon blöd, wenn man meint, man habe da ein überzeugendes Exposé, und in Wirklichkeit steht da sinngemäß "Wer das liest, ist ein Idiot" oder "Kilroy war hier".

    Vor allem kann KI natürlich gehackt werden und wenn man dann gar nicht die Möglichkeit hat, zu überprüfen, ob da Quatsch oder tatsächlich Substanz da steht, weil man von der Materie selbst keine Ahnung hat, ist man natürlich schwach aufgestellt. Das trifft natürlich auf Sprachen wie auf MINT-Fächer zu. Wer kennt es nicht, wenn die Schüler mal wieder irgendetwas in den Taschenrechner eingegeben haben und das Ergebnis als Lösung der Aufgabe präsentieren, ohne überhaupt mal zu überlegen, ob das Ergebnis Sinn macht.

    Mündliche Leistungsbewertung muss sich schlichtweg an den gleichen Maßstäben wie schriftliche Leistungsbewertung richten. Wer in der Klassenarbeit nur physisch anwesend ist, aber nichts aufschreibt, bekommt ja auch keine Note 4, weil "war bemüht, freundlich und hat nicht gestört". Entsprechend muss auch mündlich Leistung erbracht werden und zwar nicht nur für eine gute Note, sondern bereits um zu bestehen. Das bedeutet je nach Fach die Verwendung der richtigen Fachbegriffe, das Verbalisieren von Lösungswegen, das Verbinden verschiedener Teilaspekte, das Aufzeigen von Grenzfällen/Problemen, die Formulierung von möglichen Lösungen, etc. Reines Melden, um die Aufgabenstellung vorzulesen, ist nett, stellt aber erst einmal keine Leistung zum Nachweis erworbener fachlicher Kompetenzen dar.

    Mündliche Noten müssen sich an Kompetenzen orientieren und dabei sollte das komplette Notenspektrum Anwendung finden, was nicht heißt, dass in jeder Klasse/in jedem Kurs von Note 1-6 bzw. 0-15 Punkte stets alles vertreten ist. Grundsätzlich sollte aber natürlich jeder Kollege zumindest die Bereitschaft zeigen, außergewöhnlich gute wie besonders schwache Leistungen entsprechend auch zu bewerten.

    Die Frage ist in meinen Augen etwas ungünstig gestellt. Ich würde mal behaupten, dass es in den Sprachen leichter ist, im Mittelfeld des Notenbereichs zu landen, dafür wiederum sehr schwierig, die ganz hohen Punktzahlen zu erreichen. Die 15 Punkte kommen häufiger in Mathematik als in Französisch vor. Dafür fallen im Umkehrschluss aber auch deutlich mehr Schüler wegen Mathematik als wegen Französisch durch.

    Es ging mir hier weniger um den langen Arbeitsweg, da hast du Recht mit dem selbstgewählten Schicksal, sondern eher, um den Punkt, ob man zur Berücksichtigung aller Eventualitäten bei der Nutzung des ÖNPV eine deutlich frühere Strecke nehmen sollte, was wiederum, sollten Bus und Bahn pünktlich kommen, bedeutet, dass man ggf. auch einmal eine Stunde (oder sogar noch mehr) früher vor Ort wäre.

    Ich habe Bolzbold eher so verstanden, dass er das Amt unabhängig vom Geld (also auch nicht für viel Geld) nicht ausüben wolle, sei es aufgrund der Inhalte oder der Arbeitsbedingungen, und nicht, dass ihm diese Besoldungsstufen für das Amt zu gering wären.

    Ich sehe es durchaus auch kritisch an, wenn man aufgrund der Unzuverlässigkeit des ÖPNV bei Regelbetrieb für alle Eventualitäten eine Stunde oder noch länger als Puffer einplanen muss. Das ist ja durchaus auch Lebenszeit, die dafür drauf geht - und das in Zeiten eines größeren Bewusstseins für Work-Life-Balance. Klar, man sollte die Strecken nicht so knapp kalkulieren, dass man gerade so mit dem Gong in die Klasse reinstolpert. Bis zu 20 Minuten Puffer finde ich legitim, es sei denn, man möchte freiwillig früher kommen, was hier ja auch teilweise praktiziert wird.

    Bei im Vorfeld bekannten Störungen (z.B. Straßensperrung, Streik etc.) kann man erwarten, dass das bei der Planung der Fahrtstrecke berücksichtigt wird. Bei Fällen von nachweislich höherer Gewalt, auch wenn es dadurch zu Verspätungen kommt, bin ich weniger streng und erwarte auch nicht, dass diese bei jeder einzelnen Fahrt berücksichtigt werden.

    Ich glaube, worüber wir uns an Schulen verstärkt unterhalten müssen, ist die Abgrenzung von sachlich berechtigter (!) Kritik am Verhalten einiger Mitglieder von Minderheiten und unreflektierten, populistischen und generalisierenden Phrasen wie sie eben die Braunen, aber eben auch Menschen, die nicht überzeugte Nazis oder Protestwählerinnen sind, von sich geben.

    Die Übergänge sind hier fließend - da gilt es ein Auge drauf zu haben.

    Ich denke, das kann man sogar unabhängig von der politischen Gesinnung verallgemeinern, denn "unreflektierte, populistische und generalisierende Phrasen" kommen in unterschiedlichem Ausmaß leider innerhalb des gesamten politischen Spektrums, inklusive der Mitte, vor.

    weshalb es sicher kein Zufall ist, dass du diesen Teil unterschlagen hast..

    Die einzige Zahl, die ich unterschlagen habe, ist die des Phänomenbereichs (darunter fallen scheinbar sowas wie gewaltbereite Coronaleugner u.ä.), und das auch nur, weil ich die offiziellen Zahlen ab 10.000 zitierte und der Phänomenbereich mit geschätzt 1.400 Anhängern vergleichsweise gering ist.

    Im Alpenpodcast sprechen sie diese Woche darüber und der Österreicher meinte, dass Deutschland nicht zu entspannt umgehen solle mit seiner ersten AfD-Hochburg. In Österreich verschwinde das Problem jedenfalls definitiv nicht einfach so von alleine. Im Gegenteil, man könne durchaus auch lokalpolitisch seine Marker setzen, Stück für Stück.

    Ich sehe es eher so, dass Deutschland sich sehr verspätet einem Trend anschließt, den es im restlichen Europa bereits länger gab, weswegen überhaupt überraschend ist, dass es in Deutschland so lange dauerte bis die AfD überhaupt erst ein Landratsmandat gewinnt. In Österreich war die FPÖ bereits in der Bundesregierung beteiligt, in der Schweiz ist die SVP seit 20 Jahren stärkste Kraft. Und da reden wir noch nicht über Schweden, Finnland, Großbritannien, Italien oder Belgien.

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