Mein Beitrag war jetzt etwas losgelöst von dem verlinkten Artikel zu verstehen.
Beiträge von Gymshark
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Antimon hat ja schon mehrfach erwähnt, dass die Abiturientenquote in der Schweiz niedriger ist als in Deutschland. Würde man den Anspruch u.a. im Fach Mathematik ein Stück hochschrauben, würde sicherlich der Anteil an Abiturienten am Gesamtanteil sinken, aber man könnte eher sagen, dass diejenigen, die tatsächlich das Abitur bestehen, auch wirklich über Hochschulreife verfügen und das nicht nur auf Papier so steht.
Ich sehe die vielen Anwendungsaufgaben auch kritisch. Oft sind sie so kompliziert sprachlich formuliert, dass der mathematische Bezug in den Hintergrund gerät. Anwendungsbezug ist nicht unwichtig, gerade beim Umgang mit Größen sogar essentiell, aber es ist wichtig, dass zuerst die mathematische Theorie komplett verstanden wird und dann kann man über Anwendungsbezüge nachdenken. Der schönste Anwendungsbezug bringt aber am Ende nichts, wenn es am Dreisatz scheitert.
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Allgemeine Lebensweißheit: Wenn etwas zumindest theoretisch in der Lage ist, kaputt zu gehen, geht es auch tatsächlich mit der Zeit kaputt - vor allem, wenn Kinder und Jugendliche regelmäßig damit zu tun haben. Da spielt es glaube ich keine große Rolle, ob die Tafel jetzt analog oder interaktiv ist
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Kennst du denn viele Leute mit Dienstwägen und ähnlichem? In meinem Umfeld sind keine, entsprechend werden Arbeitsbedingungen und Besoldung im Lehramt noch einmal anders beurteilt.
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= Arbeitsbedingungen
Wieviele Leute kennst Du denn, die sich gegen das Lehramt entschieden haben und war das eine echte Option mit dem Lehramt? Oder nur das üblich: Ne, dazu hätte ich keine Lust, doofe Schüler, Blabla
Gute Frage eigentlich. Wahrscheinlich eher letzteres...
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Die jungen Leute, die sich in meinem Umfeld gegen Lehramt entscheiden, tun dies nicht aufgrund des Gehalts oder der Arbeitsbedingungen (wenn überhaupt, werden diese als Vorteile des Jobs empfunden), sondern wie zuvor schon beschrieben aufgrund eines größer werdenden Teils an verhaltensauffälligen Schülern, zusätzliche Herausforderungen durch Integration und Inklusion bei gleichzeitig geringerem Handlungsspielraum bei Unterrichtsstörungen.
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Hat man zwei oder gar drei (bei Zwillingen und/oder geringem Altersabstand durchaus möglich) Kindergartenkinder, kommt da schnell mal eine ordentliche Summe zusammen.
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Da wären wir aber wieder beim Föderalismusprinzip, was ja die Bereiche Erziehung und Bildung maßgeblich prägt.
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Bei uns ist der Kitabesuch (zumindest für Ü3-Kinder) gebührenfrei. Da "kostenlos/gebührenfrei" im staatlichen Kontext immer auch "von Steuermitteln bezahlt" bedeutet, weiß ich jedoch nicht, ob das die sozial gerechtere Variante ist.
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Hm. Also ich bin ehrlich nicht so sicher, ob es echt so viele Eltern gibt, die sowas sagen wie "Heinz, die Nachbarsfrau hat mir erzählt, dass sie kinderlos bleiben wird. Wir müssen also doch nochmal für ein drittes ran."
Ich weiß es auch nicht, es dürfte vermutlich die Minderheit sein. Elon Musk ist in vielerlei Hinsicht extrem und polarisiert häufig mit Verhalten und Aussagen. Interessant ist dennoch, dass er, Vater von 10 (!) Kindern, mal in einem Interview sagte, dass eine Motivation des Kindersegens auch der Ausgleich demographischer Entwicklungen sei. Als Milliardär ist scheinbar kaum etwas zu extrem. Ob er neben seiner Managementtätigkeit und seiner Medienpräsenz wirklich auch emotional präsent in der Erziehung seiner Kinder ist, da habe ich jedoch etwas meine Zweifel.
Im Grunde ist es ja kein Geheimnis, dass es zu wenig Kinder in Deutschland gibt - die Nachrichten sprechen ja regelmäßig vom Fachkräftemangel (Ob es den tatsächlich gibt, ist ein anderes Thema.), die wachsende Rentenproblematik , etc. Und ja, dann gibt es diverse Wege damit umzugehen. Der Eine versucht, im Rahmen seiner bescheidenden Möglichkeiten selbst etwas gegen das Problem zu machen. Ein Anderer hofft, dass sich "die Anderen" des Problems annehmen. Einem Dritten ist das Problem vielleicht gar nicht bewusst und ein Vierter weiß darum, ihm ist es aber völlig egal, im Sinne von "Nach mir die Sintflut!". Vielleicht gibt es so Leute wie in deinem scherzhaften Beispiel. Ich bin aber realistisch genug, einzuschätzen, dass das eher die Ausnahme als die Regel ist.
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Mir schwingt da zu sehr der Unterton "digital = gut, Papier = rückständig" mit. Innovation sollte nicht aus Prinzip abgelehnt werden, aber ich finde es völlig legitim, Innovation auch kritisch zu sehen und im Gegenzug auch das Positive an Etabliertem zu sehen. Jemand, der für sich feststellt, dass das Etablierte funktioniert, ist nicht per se ewig gestrig. German s Sichtweise erscheint mir da durchaus reflektiert.
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Wie gesagt, ich unterschätze KI nicht. Ich weiß, dass all das und viel mehr möglich ist. Es gibt erste Ansätze auf YouTube, Lieder so zu modifizieren, dass sie klingen als würde Künstler A ein Lied von Künstler B covern. Alles noch etwas laienhaft und natürlich eher zum Spaß, mir ist aber bewusst, dass man diese Stimmennachbildung durchaus auch zu politischen Propagandazwecken nutzen könnte.
Zurück zu den Kids: Ob das Realität ist, darum geht es mir nicht. Mir ist wichtig, dass die Jugendlichen eine eigene, inhaltlich fundierte Meinung zu etwas haben. Wenn ich sie frage und nur ein Schulterzucken kommt, bringt es mir nix, wenn sie mir dann einen Tag später die abgedruckte Musterlösung vorlegen, aber selbst keinen Plan von dem Geschriebenen haben. Ich vermute, das siehst du in Bezug auf die Inhalte deiner Fächer auch so.
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Das war wir beim ersten Mal, als ich von ChatGPT hörte, zwar noch nicht zu 100% bewusst, aber inzwischen ist mir das auch klar geworden. Auf gut Deutsch: Du gibst die Woyzeckfrage im Programm ein, ich auch, und wir erhalten zwei unterschiedliche Texte.
Das ist dennoch einfach, wenn nicht gar langweilig.
Wäre mein Fach Deutsch, möchte ich ja wissen, was Lisa, Yusuf oder Devin zu Woyzeck zu sagen haben - und nicht, was ChatGPT ihnen dazu ausspuckt.
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Sind zwar nicht meine Fächer, aber die Texte oben sind inhaltlich durchaus gut geschrieben, da kann man nichts dagegen sagen.
Es sind jetzt sehr typische Aufgabenstellungen, zu denen es bereits zuvor diverse Musterlösungen online wie offline gab. Dennoch ist es ohne Zweifel leichter für Schüler geworden. Es gab ähnliche Aufgabenstellungen auch schon vor 10, 20 oder 50 Jahren, aber die Hilfsmittel waren deutlich begrenzter.
Ich traue KI grundsätzlich sehr viel zu und bin daher nicht überrascht, dass das Chatprogramm diese Texte produzieren konnte.
Onlinerecherche ist einfacher und schwerer zugleich geworden, da es online viele nützliche Daten gibt, aber natürlich ist auch viel Mist und Fake News dabei.
Dennoch würde ich den meisten Jugendlichen zutrauen, sich solche Texte ohne großen Aufwand ergoogeln zu können. Wären das meine Fächer, würde ich aber wollen, dass sie selbst Ahnung von Woyzeck oder der deutschen Geschichte des 19. Jahrhunderts haben. Ich will dann nicht die Musterlösung hören, sondern bewusst ihre Sicht der Dinge mit all den inhaltlich-argumentativen Wacklern, die zum (jungen) Menschsein dazugehören.
Das macht für mich auch irgendwo Kompetenzorientierung aus.
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Aber ich habe die Fähigkeit erworben, auf dem Laufenden zu bleiben. Das ist es, was wir unseren Schülerinnen und Schülern auch mitgeben müssen, man darf es Kompetenz nennen. Aber das diese Erkenntnis ist natürlich nichts Neues.
Das ist sicherlich auch eine Typsache. Es gibt (und gab vermutlich schon immer) Leute, die bis ins hohe Alter wissbegierig bleiben und erpicht darauf sind, ihren kognitiven Horizont zu erweitern. Und dann gibt es die Art von Leuten, die sich sagen: "So, ich bin jetzt mit der Schule fertig, ich bin fertig mit Lernen." und diese Einstellung wiederum bis ins hohe Alter beibehalten. Lernen ist spannend, aber auch anstrengend sein und manch einer hat gar Angst vor Neuem und möchte sich lieber in dem vertrauten Rahmen aufenthalten, den er gut überblicken kann.
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Ich habe dich nach deiner persönlichen Meinung gefragt, aber wenn das der falsche Rahmen hierfür sein soll, verstehe ich das.
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Wenn du ChatGTP allerdings lediglich als "Hype" ansiehst, insbesondere auch, was die umwälzenden Effekte der KI, wovon dieses digitale Sprachmodell nur ein Beispiel ist, auf alle Lebensbereiche angeht, irrst du dich m. E. jedoch gewaltig.
Was unterscheidet denn ChatGTP deiner Meinung nach von bisherigen kurzzeitigen... naja, der Begriff Hypes scheint hier zu polarisieren, aber mir fällt an der Stelle kein besserer Begriff für das Phänomen, was ich umschreiben will, ein... ?
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Vielleicht wird ja die Liste an Beamtenfamilien mit mehr als zwei Kindern in deinem Umfeld die nächsten 2 Jahre länger
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An der Unterhaltung erkennt man, wie schwierig es eigentlich für den Staat ist, sich für eine Bevölkerungsgruppe (hier: Eltern von minderjährigen Kindern) einzusetzen, ohne dass diese die Hilfe als zu gering oder Dritte diese Hilfe als zu hoch empfinden.
Mir fiel beim Lesen des Threads ein, dass es zwei ziemlich bekannte Bilder zum Thema "Inklusion" gibt. Das bekannteste ist ja das mit den Tieren und der vermeintlich gerechten Prüfungsaufgabe, das nächstbekannte das mit der Mauer und den Kisten:
[Blockierte Grafik: https://www.ncfp.org/wp-content/uploads/2018/09/diversity-why-diversity-equity-and-inclusion-matter.png]
Im Grunde dreht sich schon der ganze Thread darum, wer wie viele Kisten bekommt. Bekommen alle genau eine? Erlaubt man manchen vielleicht doch zwei, weil sie kleiner sind? Oder ist es Bereicherung, wenn die Kleinen mehr Kisten bekommen, weil sie ja das Spiel besser sehen könnten?
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Genau, Akinator war der Name. Ist ChatGPT denn das erste Programm seiner Art oder gab es zuvor schon Vorläufer, die sich jedoch im Mainstream nicht etablieren konnten?
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