In dem Artikel, den ich zu der 4-Tage-Woche fand, stand etwas von zwei schwangeren Kolleginnen mit Beschäftigungsverbot und einer dauerkranken Kollegin. Es ist nicht der Coronathread, aber vielleicht wäre das der Anlass, zu prüfen, ob ein generelles Beschäftigungsverbot aktuell noch benötigt wird, wenn sich daraus tatsächlich derart große Hürden für die Unterrichtsversorgung zumindest einzelner Schulen ergeben.
Beiträge von Gymshark
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Natürlich wünscht sich die Politik nicht explizit ein kaputtes Bildungssystem, aber dadurch, dass immer und immer wieder Entscheidungen getroffen werden, die das berufliche Handeln von Lehrern maßgeblich beeinträchtigen (Anzahl Lehrer und Schüler, Umsetzung neuer pädagogischer Konzepte, Finanzierung Schule, Handlungsrahmen Lehrer bei verhaltensauffälligen Schülern,...), ohne dass hierfür ein Ausgleich geschaffen wird, was wiederum langfristig zu immer mehr Rissen im Bildungssystem führt, denen sich die Politik nicht bewusst ist, weil "der Laden am Ende doch irgendwie läuft".
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Es ist leider von der Politik gewünscht, dass das System an die Wand gefahren wird. Am meisten leid tut es mir für die Kinder, die darunter die Leidtragenden sind, das Geschehen aber nicht mal durch das berühmte Kreuzchen alle 4-5 Jahre beeinflussen können.
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Ich verstehe den Wunsch nach Alltagsorientierung, aber dadurch, dass manche Prüfungsaufgaben in der Sek II derart textlastig sind, verlieren sie ihren eigentlichen Fokus, nämlich die Überprüfung des Beherrschens mathematikbezogener Kompetenzen und Leitideen, aus den Augen. Die Prüfungsaufgaben verlieren dadurch an Validität. Sie überprüfen nicht, was sie eigentlich überprüfen sollen.
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Wenn ich mir als Erwachsene jetzt vorstelle, einen Vormittag lang zB nur Franzözisch zu haben, klingt das nach einer intensiven Sache, bei der ich viel mitnehmen kann und nicht "dauernd" von Inhaltswechseln betroffen bin.
Ich war selbst bislang davon (von Uni/Seminar mal abgesehen) noch nicht von Dreifachstunden und mehr betroffen, auch bei Kollegen ist es seltenst der Fall, aber wenn es mich beträfe, gestalte ich den Unterricht in diesem Block möglichst abwechslungsreich, um zu vermeiden, dass die Aufmerksam von den Schülern (und sicher auch von mir ab einem bestimmten Punkt) flöten geht. Bedeutet z.B. in der Fremdsprache, dass wir 2 Stunden Grammatik oder Literaturarbeit machen und in der dritten Stunde Sprachpraxis. Für diejenigen, die sich sprachlich schwer tun, wäre es aber trotz der unterschiedlichen Teilbereiche definitiv ein hartes Programm, da mache ich mir nichts vor.
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Die Umfrage scheint offline gegangen zu sein.
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Ja selbstverständlich, was könnte besser? Dieses "Home"-Office kann man überall ausüben, weltweit. Besser geht es ja nicht.
Ich habe ehrlich gesagt noch nie darüber nachgedacht, ob es einen Ort gibt, an dem ich tatsächlich lieber arbeiten würde. Was mir bislang immer wichtig war, ist die Trennung von Privatem und Beruflichem und der Kontakt mit Kollegen.
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state_of_Trance : Wäre denn ein Job mit 100% Home Office für dich erstrebenswert? Es wäre ja zugegeben ein ganz anderes Arbeiten als die klassische face-to-face Arbeit vor Ort.
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Ich bin vorhin durch Zufall bei den Kurznachrichten um 8 hängen gelieben und es ging mal wieder um Fachkräftemangel und welche Maßnahmen ergriffen werden können, dem entgegen zu wirken. Die Bildungsministerin überlegt schon, Englisch zur zweiten Amtssprache zu machen, nur um potentielle Fachkräfte für Deutschland zu gewinnen. Wenn das Problem wirklich derart gravierend ist, finde ich es nicht nur legitim, sondern sogar wünschenswert, derart hohe Kinderzuschläge zu haben. Momentan scheint die Abwendung der negativen Folgen des demographischen Wandels in der Politik Priorität zu haben und unter diesen Voraussetzungen muss deine Frage, Gymshark, ob es gerecht ist, wenn ein A13er mit vielen Kindern genauso viel verdient wie ein A15er, neu bewertet werden.
Ich schrieb ja bereits, dass die Kinderzuschläge gerne auch auf Berufe außerhalb des Beamtentums ausgeweitet werden dürfen.
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Deshalb wird es nicht gerechter. Das Beamtentum gibt da dank der neuen Zuschläge völlig falsche Anreize. Die alten waren schon unmöglich genug.
Was empfindest du denn hier konkret als "falsche Anreize"?
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Könnten hier die "betrieblichen Gründe" das Problem sein? Außerdem weißt der Artikel daraufhin, dass in der freien Wirtschaft die Rückkehr zu Vollzeit deutlich schwieriger ist, während dies im Lehramt vergleichsweise einfach ist.
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Seeeeehr schwieriges Thema, das eigentlich immer, sobald es irgendwo aufkommt, heftig polarisiert! Man müsste es aber wirklich mal dringend offen thematisieren, um gesamtgesellschaftlich zu wissen, wie es dahingehend weitergeht. Natürlich werden heftige Gegenreaktionen folgen, aber das Thema totzuschweigen bringt ja nix, wenn es bereits jetzt viele systemrelevante Bereiche (Medizin, Bildung, Wohnraum, stellenweise auch Lebensmittelversorgung ~~~ Tafel) unmittelbar betrifft.
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Flupp: Die Schülerzahlen hängen ja maßgeblich von der demographischen Entwicklung ab, sprich Geburtenzahlen, Zu- und Abwanderung. Ich würde mal sagen, dass der derzeitige Lehrermangel vor allem durch die Zuwanderung verstärkt wurde. Da wäre es von Vorteil, wenn man antizipieren könnte, wie es dahingehend in den folgenden Jahren weiter geht, um langfristige Themen wie Wohnungsmarkt, medizinische Versorgung, Lebensmittelversorgung und Bildung besser vorzubereiten, da eine Aufnahme einer mehr oder weniger großen Gruppe Menschen nur dann möglich ist, wenn die entsprechenden Ressourcen vorhanden sind oder zumindest kurzfristig beschafft werden können.
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Und natürlich langfristig mehr Studenten, die ein gefragtes Lehramtsstudium (Der Bedarf hängt ja immer noch sehr von den gewählten Fächern/Schulform ab.) aufnehmen. Im Grunde müsste man mal schauen, was junge Leute bevorzugt als Ausbildungsberufe/Studiengänge wählen und prüfen, ob man hier die Kapazitäten beschränken kann, um im Gegenzug mehr Aufmerksamkeit hin zu Mangelbereichen zu lenken.
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Dass wir in BW jedes Jahr jede Menge ausgebildete Lehrkräfte an die Schweiz verlieren, die mit Geld wedelt, ist schon echt ein Eigentor.
Das ist der Nachteil des globalen Wettbewerbs. Deutschland wirbt ja im Gegenzug ja auch Fachkräfte aus anderen Ländern ab.
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Nehmen wir mal an, jemand hat wirklich einen sehr vermögenden Partner und sieht den Job weniger als eine Möglichkeit des Einkommenserwerbs, sondern eher als eine Möglichkeit, für ein paar Stunden aus dem Haus zu kommen und mal was Anderes zu sehen! Wäre das wirklich so ein Problem? Oftmals ist die Alternative zu Teilzeit nicht Vollzeit, sondern eher das gänzliche Ausscheiden aus dem Job - und damit wäre letztendlich auch kein Lehrermangel behoben.
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Grundsätzlich ist es immer problematisch, wenn Kinder aufgrund ihrer kulturellen Herkunft ausgegrenzt werden, zunächst erst einmal unabhängig ob es sich um einen deutschen, migrantischen oder innerdeutschen, aber regional abweichenden Hintergrund handelt. Die Aussage ist natürlich reißerisch formuliert, aber per se erst einmal nicht falsch.
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Für die bräuchte man auch Personal. Wo soll das herkommen?
Kurzfristig geht da nichts, außer man sagt, dass bereits eine sehr geringe Qualifikation (und sei es selbst Elternteil ein oder irgendeine Kurzzeitqualifikation) genüge, um diese Tätigkeit auszuüben. Langfristig muss natürlich deutlich mehr ausgebildet werden und das bedeutet wiederum, dass der Anteil an angehenden Erziehern in einem Jahrgang deutlich höher ausfallen muss. Letztendlich ist der Bedarf derzeit so hoch, dass der Anteil an Absolventen der mittleren Reife, die im Anschluss eine Ausbildung im medizinisch-pflegerischen oder pädagogischen Bereich beginnen, locker 50% betragen könnte. Wo liegt da der Durchschnitt momentan?
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Bedeutet, dass selbst die A14/15-Kollegen nicht ausschließen können, dass eine (Teil-)Abordnung an Grund- oder Förderschule erfolgen kann?
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Öffentlicher Dienst und Beamtenverhältnis sind nicht dasselbe. Die meisten Menschen im ÖD sind keine Beamten.
Man sollte hier noch einmal differenzieren, da hast du Recht. Ob das wiederum junge Menschen wissen, wenn sie vermehrt sagen, dass sie in den öffentlichen Dienst wollen, ist noch einmal eine andere Sache...
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