Noch nie darüber gedacht, aber du hast schon irgendwie Recht, Zauberwald , dass Hausaufgaben eine "ungerechte" Komponente mit sich bringen.
Dennoch kann ich dich beruhigen, dass völlige Gerechtigkeit unrealistisch ist und wir uns das auch nicht zur Aufgabe machen können bzw. müssen. Das wäre überhaupt nur möglich, wenn Eltern gänzlich vom Erziehungsauftrag entbunden werden und das kann keiner von uns wollen, auch weil der Erziehungsauftrag der Eltern gesetzlich verankert ist.
Kinder erfahren bereits früh, dass nicht jedes Kind gleich aufwächst, was wiederum bedeutet, dass Kinder, die in sozial bebachteiligten Elternhäusern aufwachsen, für sich Kompensationsstrategien finden müssen, wie sie trotz widriger Umstände ihre Ziele erreichen können.
Unser Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit wird vermutlich von den Meisten gar nicht mal als solcher wahrgenommen, da so selbstverständlich, aber im globalen Vergleich wissen wir, dass es das auch im Jahr 2023 nicht ist.
1. Wir differenzieren im deutschen Bildungssystem primär nach kognitiver Leistungsfähigkeit, aber wir schließen keinen Schüler von einem Unterrichtsthema aus, nur weil wir meinen, dass er aufgrund seiner kulturellen, sozioökonomischen oder geschlechtlichen Zugehörigkeit entsprechend unserer vorurteilsbehafteten Vorstellung dieses Wissen nicht bräuchte, oder weil die Eltern nicht möchten, dass ihr Kind etwas hierüber lernt (Man denke da an Sexualkunde oder Evolutionslehre.).
2. Weiterhin hängt die Bewertung einzig von Leistungsfähigkeit und -bereitschaft der Schüler ab und nicht davon, ob deren Nase uns gefällt oder wessen Eltern sich beim letzten Spendenlauf besonders großzügig zeigten.
Solange es uns gelingt, diese zwei Grundprinzipien auch tatsächlich umzusetzen, ist unser Auftrag erfüllt und wir spielen den Ball zu den Schülern, die bereits ab der 1. Klasse in die Lage versetzt werden, zu entscheiden, ob sie die Angebote nutzen wollen oder nicht. Das gilt auch für Hausaufgaben.