Beiträge von Gymshark

    Der Sohn von (deutschen - ohne Migrationshintergrund) Bekannten meines Lebensgefährten heißt auch Sinan. Weil die Eltern den Namen so schön fanden. Und nu'?!

    Es gibt sehr wenige deutsche bzw. westeuropäische Menschen mit Namen aus dem türkisch-arabischen Sprachraum. Im Gegenzug haben fast alle hier wohnhaften Menschen mit türkisch-arabischem Migrationshintergrund einen Vornamen aus diesem Sprachraum. Bei Kindern mit einem deutschen und einem arabischen Elternteil überwiegen zwar meiner Erfahrung nach auch die Namen aus dem türkisch-arabischem Sprachraum, aber mit mehr Ausnahmen bzw. besteht gelegentlich der Wunsch auf Repräsentation beider kultureller Hintergründe in Form von Doppelnamen (z.B. erster Name arabisch-muslimisch, zweiter Name westlich-christlich --- Der Fußballspieler Sinan Kurt mit deutscher Mutter und türkischem Vater heißt mit Zweitnamen Georg.). Grundsätzlich ist bei den Eltern bei der Namenswahl des Nachwuchses viel Freiraum geboten - von ganz abstrusen Auswüchsen mal abgesehen.

    Ich bin da ganz bei dir, aber dann hätte es vermutlich gereicht, zu sagen, dass der Täter soundso heißt und ein arabischer Migrationshintergrund besteht, der tatrelevant sein könnte. Die deutsche Übersetzung des Namens hingegen ist jetzt eher weniger relevant, da, wie schon zuvor erwähnt, die Eltern für die Namensgebung zuständig sind und eher nicht davon ausgegangen werden kann, dass eine Verbindung zwischen Namensbedeutung und Tat besteht.

    Naja, man kann durchaus zur Diskussion anregen, inwieweit der Migrationshintergrund ein relevantes Kriterium im Rahmen der Tat darstellt oder auch nicht. Was die Namensbedeutung wiederum angeht, so muss man den jungen Herrn B. in Schutz nehmen, da er im Gegensatz zu seinen Eltern zum Zeitpunkt seiner Namensgebung sicher ganz andere Probleme hatte.

    Als IT-Lehrer am BK habe ich das Glück, überwiegend vernünftige Schüler zu haben. Unabhängig ob mit oder ohne Migrationshintergrund und habe die Gefahr bei mir noch nicht gesehen.

    Ich glaube, dass man auch nach außen hin vernünftigen Schülern nicht in den Kopf schauen kann. Es gibt leider immer wieder Individuen (In der Regel eher Männer, da hätten die Hauswirtschaftskollegen bei euch womöglich noch einmal ein geringes Risiko als ihr in der IT.), die nach außen hin vermeintlich normal wirken und innerlich doch Gewaltvorstellungen haben, die sie nur bis zu einem bestimmten Punkt im Zaum halten können. Ich gebe zu, dass insbesondere Menschen, die mit Menschen in schwierigen Lebenslagen zusammen arbeiten, ein stärkeres Risiko laufen, Opfer eines solchen Attentats zu werden, aber theoretisch könnte auch ein Abiturient durchdrehen, wenn er "nur" wegen dem/der "bösen" Herr/Frau Soundso nicht den gewünschten Studiengang studieren kann... oder der Workaholic, der 30 Jahre lang seinen Hintern für die Arbeit aufriss und trotzdem gekündigt/nicht befördert wird... oder der Mann, der von seinem Partner (m/w/d) verlassen hat und diesen Verlust nicht verkraftet.

    Unendlich traurig! Ich wünsche allen Angehörigen viel Kraft für die nächste Zeit und dass der Täter eine angemessene Strafe erhält.

    Wir als Menschen müssen lernen, mit Niederschlägen im Leben zurechtzukommen. Einem Großteil der Bevölkerung gelingt dies früher oder später. Ein kleiner Teil der Bevölkerung kompensiert Frust mit Gewalt gegen sich selbst, ein anderer Teil mit Gewalt gegen Andere. Als Lehrer treffen wir viele schöne Entscheidungen. Wir müssen aber auch Schülern die Arbeit mit der Note 5 zurückgeben, ihnen die Versetzung verwehren. Womöglich kriegen sie "wegen uns" (auch wenn es eigentlich an ihren Leistungen liegt) aufgrund schlechter Noten zuhause Ärger, müssen die Schulform wechseln, können nicht die Wunschausbildung beginnen. Das führt zu Frust und Wut. Je nach Schulform ist Konfliktbewältigung mal mehr, mal weniger Teil des Lehrplans.

    Fälle wie diesen hier lassen sich nicht gänzlich reduzieren. Wir müssen leider als Gesellschaft damit leben, dass ein ganz kleiner Teil unserer Mitmenschen dieses Gewaltpotential hat und irgendwann durchdreht. Dadurch, dass wir in der Schule mit so vielen Menschen zu tun haben, ist die Wahrscheinlichleit größer, dass eine etwaige Tat in der Schule passiert. Theoretisch könnte fast jeder private und öffentliche Raum potentieller Tatort werden - und vermutlich war es in der Vergangenheit bereits so.

    Vorab: Ich habe die Regelung so nicht gemacht. Wenn ich aber der irgendwie dieser Regelung eine Sinnhaftigkeit entnommen sollte, dann vermutlich, dass finanzielle Gründe häufig über die Anzahl der Kinder einer Familie entscheiden und wenn dieses Hindernis entfällt, fühlt sich möglicherweise eine Familie mit zwei Kindern eher bereit, noch ein drittes zu bekommen.

    Sehr spannende Einblicke, auch durch die verlinkten Schülerbeispiele. Es ist halt eine ganz andere Welt als Mathematikunterricht am Gymnasium, auch weil man natürlich viel näher an den vorhandenen Fähigkeiten der Schüler orientiert arbeitet und nicht pauschal nach 4 Wochen sagt "So, die binomischen Formeln sind abgehakt, jetzt machen wir Strahlensätze.".

    Naja, Geometrie in der Förderschule geistige Entwicklung und Gymnasium 5. Klasse sind noch einmal zwei paar Schuhe ^^. Ist hier jemand, der schon einmal im Bereich geistige Entwicklung unterrichtet hat? Ich könnte jetzt aus irgendwelchen Bildungsstandards Zitate herauskopieren, aber vlt. kann da jemand aus tatsächlicher Erfahrung heraus berichten. Ich schätze mal, dass es bei Geometrie vor allem darum geht, Flächen und Körper im Alltag zu entdecken und unterscheiden, benennen, zeichnen und legen/bauen zu können.

    Sicher wäre ein Gymnasialkollege irgendwie in der Lage, statt sagen wir mal linearen Gleichungssystemen und Satz des Pythagoras, Grundrechenarten und Elementargeometrie zu unterrichten! Die Betonung liegt auf "irgendwie", denn, wenn man womöglich jahrelang ein ganz anderes Anforderungsniveau gewohnt ist, ist es extrem schwer, den Unterrichtsstoff so aufzubereiten, dass Schüler mit großen kognitiven Defiziten ihn verstehen können. Bei Schülern mit Förderbedarf geistige Entwicklung muss man ja wirklich viel Energie in ganzheitliches Lernen investieren, dass überhaupt ein Lernerfolg zu verzeichnen ist. Es würde am Anfang viel über "trial and error" hinauslaufen und das wäre nicht gerade im Sinne der Kids, die auch an der Förderschule geistige Entwicklung das Recht auf guten Unterricht haben.

    Was mich allerdings jetzt schockiert hat, ist die Höhe dieser Prämie, die anhand des Wohnortes bestimmt wird. Als ob (evtl ungewollt) Kinderlose nicht auch deutlich mehr Miete zahlen, wenn sie in teuren Gegenden arbeiten und wohnen müssen.

    Hierbei spielt u.U. auch die Wohnungsgröße eine Rolle. Lehrer mit Familie benötigen tendenziell eher Drei- oder Vierzimmerwohnungen, die entsprechend teurer sind als Ein- oder Zweizimmerwohnungen. Natürlich können aber auch Kinderlose (bzw. Lehrer, deren Kinder schon auszogen) mehr Zimmer haben, z.B. als Freizeitzimmer, o.ä.

    Spannend! Dann scheinen die ganzen Boy Day-Aktionen und andere Projekte ja doch etwas zu bringen. Es muss ja auch kein 50:50-Verhältnis sein, aber wenn manch ein Mann durch diese Informationsquellen für sich feststellt, dass er ganz gut mit Kindern kann und diese beruflich in jungen Jahren begleiten möchte, hat sich der Aufwand doch schon gelohnt.

    Ich habe schon mitbekommen, dass der Erzieherberuf durchaus interessant ist für Männer Ü30, die sich noch einmal beruflich neu orientieren, nachdem sie merkten, dass ihnen ihr erster Beruf (insbesondere wenn dieser eher nichts mit Pädagogik/Soziales zu tun hatte) doch nicht so liegt wie zunächst erhofft. Ist es nur ein subjektives Gefühl oder entscheiden sich ganz allgemein in den letzten paar Jahren wieder mehr Männer für den Erzieherberuf?

    Ist das in diesem Fall wirklich politisch korrekt, wenn klar ist, dass das alles andere als "wertschätzend" gemeint ist?

    Das hängt davon ab, was man unter "political correctness" versteht - Form, Inhalt und/oder dahinter stehende Intention. Ich habe schon Kritiken des Konzepts gelesen, die hervorheben, dass A geschrieben werde, um negatives Feedback zu vermeiden, aber tatsächlich B gemeint sei.

    Im Grunde lässt sich die Intention nur dann kennen, wenn man eine Person oder dessen Beiträge in ausreichendem Maße kennt, um beurteilen zu können, ob sowas wie "verhaltenskreativ" wertverschätzend oder neutral oder ablehnend gemeint ist.

Werbung