Es gibt sehr viele Gründe, warum sich Lehrer dafür entscheiden, in Teilzeit zu gehen: Sei es aus familiären Gründen, einer Behinderung wie bei CDL oder auch einfach, weil man es sich finanziell erlauben kann, weniger zu arbeiten. Wenn jemand sagen wir mal 10 Stunden arbeitet und die Familie finanziell gut dasteht, wird derjenige im Zweifelsfall eher die Stunden auf 0 reduzieren als auf 25 hochgehen. Ob einem da soviel geholfen wäre...
Es gibt zwei Gründe, bei denen man Teilzeit kritisch sehen sollte:
1. aus Gewohnheit: Viele Frauen Ü50 arbeiten, auch wenn die Kinder schon erwachsen sind, teilweise schon selbst Kinder haben (Hier muss man vielleicht Ausnahmen machen, wenn die zuvor genannten Frauen als Großeltern aktiv mit in die Erziehung der Enkel eingebunden sind.), aus Gewohnheit weiterhin in Teilzeit, können sich womöglich gar nicht vorstellen, wieder in Vollzeit zurückzukehren. "Schaffe ich das überhaupt noch? Möchte ich das überhaupt noch?). Hier würde ich weniger mit Zwang reagieren, sondern mit Aufklärungsangeboten und Anfragen an die betroffenen Frauen, sodass sie sich, wenn das der Fall sein sollte, bewusst für Teilzeit entscheiden, und nicht "weil ich es die letzten 30 Jahre auch so gemacht habe".
2. weil man das Gefühl hat, den Job sonst gesundheitlich nicht schaffen zu können (z.B. drohendes Burnout, regelmäßig Überstunden, etc.): Hier muss das Land dringend Voraussetzungen schaffen, dass jeder (!), der möchte, auch Vollzeit arbeiten kann, ohne dass es langfristig zu psychischen oder physischen Auffälligkeiten kommt. Das bedeutet, dass Deputat und andere Arbeitsbedingungen (z.B. Schülerzahl, Umgang mit Integration und Inklusion, außerunterrichtliche Verwaltung) so angepasst werden, dass jemand mit einer durchschnittlichen Arbeitszeit von 41h die Woche die Aufgaben gut bewältigen kann.