Beiträge von Gymshark

    Mal ein ganz spontaner Vorschlag: Wie wäre es, einfach mal die Förderschullehrkraft zu fragen: "Was möchtest du? Wie soll die Zusammenarbeit aussehen?". Es stimmt nämlich schon, was du da schreibst: Der Förderschulkollege hat studiert, ein Referendariat absolviert, bekommt A13. Ihn überspitzt ausgedrückt auf FSJ-ler-Status zu reduzieren, wäre mehr als nur eine Ressourcenverschwendung, sondern auch eine Geringschätzung der Fertigkeiten des Kollegen.

    Es ist sehr spannend, die Entwicklung dieses Threads und damit die Positionen der Regel- und Förderschulkollegen zu verfolgen. Eigentlich müsste man ihn mal Eltern und Bildungspolitikern zeigen, um sie daraufhin zu fragen, ob diese derzeit praktizierte Form von Inklusion wirklich im Sinne der Kinder und der für sie zuständigen Lehrkräfte ist.

    Deutest du gerade an, dass ein hoher Migrationsanteil mit niedrigerem Bildungsniveau korreliert? Das wäre ja ein deutliches Gegenargument zu der sehr migrationsfreundlichen Einstellung, die die Bundesregierung lange Zeit vertrat. Alleine dieses Jahr forderte Arbeitsminister Heil mehrfach die Vereinfachung des Zuwandererrechts, um mehr Einwanderer für Deutschland zu gewinnen.

    So war es schon vor 30 Jahren und so wird es wohl immer sein in Bayern. Psychoterror. Meine Erinnerungen sind nicht die besten und ich war keine schlechte Schülerin. Auswendig lernen und Spicken, damit bin ich in den Fächern, die mir am Allerwertesten vorbei gingen, gut über die Runden gekommen.

    Mag sein, dass das bayrische System effizienter funktioniert. Meine Vorstellung von guter Schule aus meiner heutigen Perspektive trifft es nicht.

    Es ist sehr schwer, ein System mit möglichst vielen Vor- und möglichst wenigen Nachteilen zu wählen. Auch außerhalb der Schule, in der privaten Erziehung der Kinder gibt es keine eindeutige Lösung. Eine zu lockere Erziehung und du hast Kinder, die dir buchstäblich über Tische und Bänke gehen. Bei einer sehr strengen Erziehung hast du zwar Kinder, die auf die Menschheit losgelassen werden können, aber das im schlechtesten Fall zum Preis einer verletzten Kinderseele.

    Gerade das bayerische Schulsystem ist so erfolgreich, weil es auf Leistung basiert, die wiederum das Ergebnis von Druck und Stress ist. Dass das nicht unbedingt kinderfreundlich ist, ist klar. Die Situation von Zauberwald s Schülern erscheint mir da aber nicht unbedingt erstrebenswerter, wenn ich ehrlich bin.

    Durch meine Erfahrung würde ich sagen, dass man auch gar nicht allen gerecht werden kann. Fokussiert man sich auf die Schwachen, kommen die Starken zu kurz, fokussiert man sich auf die Starken, kommen die Schwachen zu kurz. Versucht man allen irgendwie gerecht zu werden, wird man keinem wirklich gerecht. Es ist also immer eine Überlegung, was man gesellschaftlich möchte und wo man im Zweifelsfall eher bereit ist, Abstriche zu machen.

    fossi74 : Haha, ich weiß :( !

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    Ich habe gerade dieses Video mit einem Kurzinterview zwischen dem Moderator der Welt und der Bundesbildungsministerin Frau Stark-Watzinger gefunden. Schwerpunkte waren Digitalisierung, Föderalismus und Bürokratie. Auf die Frage des Moderators, warum digitale Endgeräte aufgrund von fehlendem Lehrer-Knowhow in Berlin nicht genutzt werden (Klingt dies nur für mich nach einem Seitenhieb gegen Lehrer, nach dem Motto "Würden die Lehrer die Geräte benutzen können, könnten unsere Schüler tatsächlich Deutsch und Mathematik."?), meinte sie, dass entsprechende Fort- und Weiterbildungen angeboten. Auch auf den Input des Förderalismus meint sie, dass Bund und Länder zukünftig stärker zusammenarbeiten wollen. Sie sehe eine Chance im Bürokratieabbau und befürwortet wissenschaftlich geführtes Monitoring im Bildungsbereich, um die Auswirkungen von Veränderungen (durch was?) messen zu können.

    Als mögliche Gründe wurden bis jetzt vor allem stärkere Selektion und detailliertere Lehrpläne genannt. Es wäre sicher spannend, in einem Bundesland mit unterdurchschnittlichem Bildungsniveau mal für eine längere Zeit diese Aspekte ebenfalls umzusetzen, um zu schauen, ob sich die Ergebnisse in Vergleichsstudien bessern. Das setzt aber natürlich voraus, dass die Bildungsminister selbstkritisch die bisherigen Ergebnisse und dabei auch ihre eigenen pädagogischen Ideale reflektieren.

    Verständlich. Wie sähe es denn aus, wenn jemand zwar nur wenige Stunden arbeitet, aber effizient, ohne das beschriebene Drumherum und vor allem ohne irgendwelche Erwartungen auf Kollegen zu projizieren?

    Ich würde zustimmen, dass da sehr die eigene Biographie mit reinspielt. Für mich selbst könnte ich mir beim richtigen Partner alle Konstellationen vorstellen, von Vollzeit bis ganz zuhause.

    Guter Punkt! Im anglophonen Raum gibt es teaching assistants. Ich könnte mir einen Einsatz analog zu medizinischen Fachangestellten in Arztpraxen zur Unterstützung von Lehrern insbesondere bei administrativen Aufgaben vorstellen. Kleinere Klassen oder eine Reduzierung des Pflichtdeputats wären sicher auch sinnvolle Maßnahmen, aber könnten erst realisiert werden, wenn im Rahmen von Vergrößerung der Aufnahmekapazitäten für Lehramtsstudiengänge und den Vorbereitungsdienst auch tatsächlich mehr Lehrer zur Verfügung stehen.

    Das erste Zitat von state_of_Trance finde ich auch problematisch. Beim zweiten Zitat sehe ich keine Abwertung, sondern eher eine Bekannte, die materialistisch veranlagt ist und scheinbar am Einkommen entscheidet, ob sich jemand als Partner eignet oder nicht. An dieser Einstellung kann man sicher viel kritisieren, aber in dem Fall wertet sich die Bekannte selbst ab, nicht state_of_Trance.

    Wo wir gerade bei dem Thema sind: Auch in der Politik und der Unterhaltungsbranche sind bis auf wenige Ausnahmen entsprechende Geschlechtertendenzen festzustellen. Steht die Frau in der Öffentlichkeit, ist häufig der Mann ebenfalls eine Person der Öffentlichkeit oder arbeitet in einer gehobenen Managementposition in der freien Wirtschaft. Ich bin gerade einmal die Frauen der deutschen Regierung mit aktuellem Partnerschaftsstatus durchgegangen und unter ihren Partnern sind Lobbyist, Immobilieninvestor, Geschäftsführer und politischer Berater. Dass da jetzt kein Kassierer bei Aldi dabei ist, ist nicht schlimm, aber bestätigt die von Schmidt aufgezeigte Tendenz.

    Ihr habt alle so ein bisschen Recht. Natürlich darf man einen Partner heiraten, der deutlich mehr oder deutlich weniger verdient als man selbst. Ähnlich sieht es bei der Frage, ob einer der Beiden in Teilzeit geht, und, wenn ja, wer, aus.

    Gleichzeitig haben viele Menschen doch ein sehr konservatives Bild von Arbeit und Familie, orientieren sich selbst an diesem Bild und sind erst einmal irritiert, wenn Andere davon (deutlich) abweichen.

    Für viele Paare ist es OK, wenn die Frau in Teilzeit geht, um sich um Haushalt und Kinder zu kümmern. Es sollte halt nur keine Pflicht, sondern eine freiwillige Entscheidung des Paares sein.

    Um noch einmal auf das Beispiel mit dem Kassierer und der Lehrerin zurückzukommen: Ich kann da nur für mein Umfeld sprechen, aber da kommt es selten vor, dass bei einem Paar beide Partner wirklich aus ganz unterschiedlichen Lebenswelten kommen. Oft ist da der Bildungshintergrund ähnlich, wobei mir tatsächlich wenige Paare einfallen, bei denen die Frau mehr verdient als der Mann. Der Kassierer und die Lehrerin haben auf den ersten Blick wenige Schnittstellen in ihrem Leben, aber klar, Möglichkeiten der Begegnung gäbe es durchaus (z B. Nachbarschaft, die Lehrerin kauft im Supermarkt des Kassierers ein, das Kind des alleinerziehenden Kassierers geht in die Klasse der Lehrerin, etc.) und daraus könnte eine Partnerschaft entstehen.

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