Beiträge von Gymshark

    Milk&Sugar : OK, da hast du ein paar gute Punkte genannt. Differenzieren lässt sich auf verschiedene Arten und Weisen. Der Ansatz der Inklusion und der inneren Differenzierung, wie er die letzten 10 Jahre versucht wurde, stellte sich als nicht zielführend, auch unter ökonomischen Aspekten, heraus. Inwieweit Differenzierung hilft, aus der Makroebene heraus betrachtet das Bildungsniveau zu erhöhen, ohne dass die Kosten hierfür völlig ausufern, da bin ich mir ehrlicherweise unsicher. Zu Betreuung in Kitas kann ich zu wenig sagen, da ich hierzu zu weit weg bin ausgehend von meinen Zielgruppen. Beim Punkt "Schülerverwaltung" könnte die Etablierung des Ausbildungsberufs "Teaching assistant" helfen, sodass sich akademisch gebildete Lehrkräfte viel stärker als jetzt auf ihre eigentlichen Kernkompetenzen konzentrieren können.

    kodi :

    OK, dann drücke ich es anders aus, ich gebe zu, dass ich da zuvor schwammig in der Formulierung geblieben bin: Es sollte so viel Personal Einsatz finden wie es die Vorgaben zum Personalschlüssel derzeit vorsehen (Ich weiß, dass das an einigen Standorten, vor allem im sozioökonomisch schwachen Einzugsgebieten, derzeit nicht der Fall ist.), aber die Vorgaben müssen nicht darüber hinausgehend erweitert werden.

    Bedingt durch die von dir aufgezeigten (sic!) "Problemfälle" hat deine Schulform in deinem Bundesland einen vergleichsweise schwierigen Stand, wenn es darum geht, Abiturienten (m/w/d) schmackhaft zu machen, ein Lehramtsstudium in diesem Bereich zu absolvieren. Das fachlich niedrigere Anspruchsniveau des zu vermittelnden Stoffes schreckt weniger ab als die Konfrontation mit Gewalt und Unterrichtsstörungen, daher muss in erster Linie hieran angesetzt werden. Vorher erscheinen die Rufe nach zusätzlichem Personal, selbst wenn es dieses gäbe, als nicht zielführend, da potentielles Personal (nachvollziehbarerweise) die Konfrontation mit Gewalt und Unterrichtsstörungen im beruflichen Kontext meiden möchte.

    Ich denke, die regelmäßigen Rufe nach mehr Personal im Bildungsbereich sind nicht zielführend. Es müssten die Kapazitäten anderer Ausbildungs- und Studiengänge reduziert werden, um so wiederum zusätzliche Ressourcen schaffen zu können, und dafür fehlt der politische Wille.

    Ich bin der Meinung, dass das vorhandene Personal reicht, aber effektiver arbeiten muss. Dadurch, dass wir bereits so viele Ressourcen in den Umgang mit Unterrichtsstörungen investieren, zeigt ja, dass der Ansatz schlichtweg nicht zielführend ist. Die Vermittlung von Unterrichtsstoff hat oberste Priorität und Unterrichtsstörungen gefährden dieses Vorhaben. Unterrichtsstörungen werden oft zu lang toleriert und da muss in den Klassenzimmern eine andere Mentalität her, nämlich "Handlung --- Konsequenz". Die Konsequenz muss als unangenehmer als die Teilnahme am Unterricht empfunden werden, dann ist auch der Anreiz, einen auf Clown und Entertainer zu machen, weg.

    Vielleicht sollten Schüler (m/w/d) auch die Suche nach dem Nutzer konkreter Inhalte beschränken, sich einfach mal hierauf einlassen und darauf vertrauen, dass (erwachsene) Fachkräfte sich schon etwas bei der Auswahl der Inhalte gedacht haben.

    Maylin85 : Wir wollen natürlich, dass möglichst Wenige in diesen Prozentsatz fallen, daher fände ich es wichtig, dass dieser Gruppe regelmäßig Perspektiven aufgezeigt werden, aus ihrer Situation herauszukommen, aber klar, wer all das aktiv verweigert, muss Konsequenzen erfahren - alles Andere ist schlichtweg unfair allen Mitmenschen, denen das Wohl unserer Gesellschaft am Herzen liegt, gegenüber.

    Unter "minimal" verstehe ich Lebensmittelgutscheine und Sachleistungen, statt Bargeld aufs Konto. Bürgergeld ist sicherlich nicht toll, aber auch das beinhaltet noch 50€ für Freizeitaktivitäten. Wer sich als junger Mensch aktiv so verhält, dass er weder für einen Betrieb noch für eine Schule störungsfrei tragbar ist, sollte den Anspruch auf diesen Luxus meines Erachtens verlieren können.

    So wie ich dich verstehe, wäre im Rahmen deines Vorschlags die Gesellschaft durchaus bereit, Chancen/Perspektiven (auch bei Kindern und Jugendlichen aus suboptimalen schwierigen Verhältnissen) aufzuzeigen und so dem Individuum ermöglicht, mehr als das absolute Minimum (Brot-Wasser-Seife) zu bekommen, vorausgesetzt, es ist bereit, die Regeln des Systems zu befolgen. Wer wiederum auf Teufel komm raus mit dem Kopf durch die Wand will, würde eben nur das Existenzminimum bekommen, weil er/sie sich allem Anderen gegenüber aktiv (und bewusst) verweigerte.

    Schule ist natürlich keine Werkzeugbox, die den Kindern und Jugendlichen an die Hand gereicht wird, um damit ihr Leben zu bestreiten. Der Teil ist von Der Germanist etwas unglücklich gewählt. Rein lebenspraktisch ist die Erstellung der Steuererklärung wichtiger als die Gedichtanalyse - das wissen wir alle.

    Schule verfolgt andere Ziel, nämlich die Vermittlung von Allgemeinbildung und Kulturtechniken als Vorbereitung des lebenslangen Lernens. Hierfür sollten wiederum geeignete Prüfungs- und Bewertungsformate gewählt werden.

    Aber für alle Berufsgruppen gilt natürlich, man muss sich auf den Ruhestand rechtzeitig vorbereiten. Sonst kann es schnell passieren, dass man ehemaligen Arbeitgebern, Kolleginnen/Kollegen, Kindern, Enkeln... schnell auf den Geist geht.8)

    Es kann auch Sinn machen, die Stunden nach und nach zu reduzieren, um sich alternative Beschäftigungsmöglichkeiten mit der Zeit aufzubauen und daran zu gewöhnen, den Tag anders zu strukturieren, statt aus allen Wolken zu fallen, wenn im Extremfall von jahrzehntelanger Vollzeitbeschäftigung von jetzt auf gleich auf 0 reduziert wird.

    Ich sage mal so: Jüngere Leute, unabhängig von der Generationenzugehörigkeit, haben noch mehr Lebensarbeitszeit vor sich und können es sich noch eher leisten, im Zweifelsfall umzusatteln, als wenn sie bereits 20 Jahre im Berufsleben sind und/oder private Verpflichtungen haben.

    Mit Mitte 40 sich noch einmal neu zu orientieren ist eine andere Herausforderung als mit Mitte 20.

    Und dennoch berichteten zuletzt viele junge Leute (insbesondere mit akademischem Hintergrund), dass sie sich mit dem Eintritt ins Berufsleben schwer tun, da die Arbeitgeber (m/w/d) hohe Erwartungen haben, die sie als Berufseinsteiger (noch) nicht erfüllen können. Und weil sie feststellen, dass der medial stark präsente Fachkräftemangel nicht branchenübergreifend, sondern auf einzelne Branchen (die "im Volksmund" mit vermeintlich schlechten Arbeitsbedingungen verbunden werden) beschränkt ist. Da der Lehrberuf innerhalb des öffentlichen Dienstes stattfindet, lassen sich die Erkenntnisse von Absolventen (m/w/d) mit Ziel einer Beschäftigung innerhalb der Privatwirtschaft nur bedingt hierauf anwenden.

    Grundsätzlich genießt der Lehrberuf bei jungen Menschen immer noch hohe Beliebtheit, aber es gibt zwei Punkte, die auch viele ältere Lehrkräfte am Beruf stören, die aber im Zweifel eher Mangels Alternativen ausharren:

    1. Schüler (m/w/d), die den Unterricht stören und

    2. Eltern (m/w/d), die meinen, es besser zu wissen als die ausgebildete Lehrkraft.

    Diese Punkte lassen sich erst dann entkräften, wenn konsequent (unter Unterstützung der Schulleitung und mit Rückendeckung des Kollegiums) gegen Unterrichtsstörungen vorgegangen wird, und wenn die Rechtsprechung wieder zulässt, dass pädagogische Entscheidungen innerhalb der Bildungsbiographie junger Menschen von pädagogischem Fachpersonal (nicht von den Eltern) entschieden und nur von den Eltern ausgeführt werden.

    Warum reden wir ständig von "brauchen"? Wenn ich eins öde finde, dann diese Frage. Kein Mensch weiß so genau, was er in Zukunft braucht oder nicht braucht. Man tötet Kreativität und Neugier, wenn man alles durch die brauche-ich-das-brauchen-die-das-Brille sieht.

    Hier stimme ich dir zu. Ich finde inzwischen sogar richtig unangenehm, wenn Schule verzweckmäßigt wird. Ich kann das noch am ehesten im Zusammenhang mit berufsbildenden Schulen verstehen, aber allgemeinbildende Schulen sollen Kulturtechniken und Allgemeinbildung für alle vermitteln und damit die Basis für lebenslanges Lernen bilden.

    Sagen wir mal so: Es ist schön, sich tolle Dinge kaufen zu können. Das will ich auch keinem per se wegnehmen - wobei es auch hier irgendwann moralische Grenzen gibt. Wenn man zur Mittelschicht gehört (und damit meine ich nicht die Merz-Mittelschicht, sondern die Art von Mittelschicht, die sich mit Mitte 30 ein durchschnittliches Einfamilienhaus im Vorort leisten kann und es mit 60 abbezahlt hat), kann man zwar auch spenden (und es machen auch viele), aber das geht nur innerhalb eines bestimmten Rahmens, weil sonst andere Verpflichtungen nicht beglichen werden können.

    Wenn man sagen wir mal 5€ für Tierschutz spendet, sind diese 5€ natürlich besser als nichts. Ich frage mich nur immer, wenn ich die bekannten Spendeaufrufe sehe, ob sie sich an die richtige Zielgruppe wenden oder ob die Organisationen nicht mehr davon hätten, wenn die Superreichen eine fünf- oder sechsstellige Summe zahlen würden, statt Lieschen Müller 5€ hier und Peter Meier 10€ da.

    Wenn ich mir die Musikcurricula anschaue, komme ich zu dem Ergebnis, dass es schon ein schönes Fach ist, in dem man echt viele tolle Sachen machen kann.

    Es ist schade, dass gefühlt fast jeder Mensch von sich sagt, dass er/sie (den Konsumgegenstand) Musik mag, aber das Unterrichtsfach dennoch so ein schlechtes Image hat. Wir sind jeden Tag von Musik umgeben und es macht schon Sinn, wenn mündige Bürger (m/w/d) diese nicht nur konsumieren, sondern auch den Sachgegenstand hinter dem Konsumgut verstehen und einordnen können.

    Ich gehe bei höheren Steuern für Superreiche zwar mit, aber gleichzeitig frage ich mich, warum diese Superreichen den Staat bitten, dazu gezwungen zu werden, Teile ihres Vermögens abzugeben, statt dass sie aus eigener Motivation heraus (freiwillig) zur Erkenntnis kommen, dass kein Mensch so viel Geld braucht und es mehr Sinn macht, das Geld für wohltätige Zwecke auszugeben, statt es einfach zu horden.

    Wäre die Idee so abwegig?

    Zudem fällt mir noch ein, dass ich bei einer selbstmotivierten Spende den Spendenzweck selbst bestimmen kann. Das wäre mit Steuern schwieriger.

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