Beiträge von Gymshark

    Einen solchen Unmut könnt ihr natürlich bekunden. Ich möchte aber auch zu bedenken geben, dass das Ergebnis davon eventuell anders ausfallen kann als gewollt. Daher mal aus Orga-Perspektive: Wenn ich eh schon 2 nur schwach besetzte Sprachen habe, die in beiden Sprachen solche Stunts (jahrgangsübergreifende + kombinierte Kurse) notwendig werden lassen und sich dann noch eine der Fachgruppen darüber aufregt, dann ist der Weg nicht mehr weit, eine dieser Sprachen in Zukunft nicht mehr anwählbar zu machen, um die andere Sprache hinreichend zu stärken. Mit Blick auf die bundesweite Entwicklung fällt dann i.d.R. eher Latein hinten runter.

    Ich würde mal in die Analyse gehen und mir die Schülerzahlen genauer anschauen. In der Sek I muss jeder Schüler eine 2. Fremdsprache belegen - wie viele Schüler sind das noch in der Sek II, sobald Fächer abgewählt werden dürfen? Wenn der Anteil an Abwählern auffällig groß ist, was könnten Gründe dafür sein? Sind die Leistungen im Vergleich zu den Leistungen in den Naturwissenschaften wirklich (deutlich) schlechter oder gibt es andere Gründe, warum Schüler trotz guter Leistungen eine 2. Fremdsprache abwählen?

    Wenn ein Anteil an Abwählern zwar gar nicht so groß ist, aber am Ende dennoch nur kleine Kurse zusammenkommen, ist die gesamte Jahrgangsgröße zu gering für ein umfassendes Kursangebot. Dann müsste man sich überlegen, ob man als Leistungskurse / eA-Kurse nur die größten Fächer anbietet und kleinere Fächer höchstens als Grundkurse / gA-Kurse (könnte aber vor allem bei Eltern mit akademischem Hintergrund eher als Negativwerbung wirken) oder man überlegt, ob es nicht sogar Sinn macht, mit einer anderen Schule in der Nähe zusammenzugehen, um so eine höhere Schüleranzahl pro Jahrgang zu erreichen (z.B. beide Schulstandorte bieten eine Sek I an, aber wer in die Sek II übergehen möchte, würde dies nur an einem der beiden Schulstandorte tun).

    Bei uns sagen viele Eltern Anfang Klasse 5, mein Kind soll seine Chance am Gymnasium kriegen. Auf die Realschule kann es später immer noch wechseln, wenn es nicht klappt.

    Bei diesem Argument könnte man doch auch andersherum ansetzen, oder? Zuerst Realschule und wenn die Leistungen auffällig gut sind, kann es später mmer noch ans Gymnasium wechseln.

    In der Arbeit mit Menschen, seien es Jugendliche, Kollegen oder Eltern, muss man sich immer bewusst sein, dass verschiedene Perspektiven aufeinandertreffen.

    Im Idealfall reagiert der Gegenüber mit Verständnis, aber oft benötigt es mehrere Anläufe und Geduld. Wichtig dabei ist Transparenz.

    Du erklärst immer und immer wieder deine Position - ruhig, sachlich aber selbstbewusst - und mit der Zeit wird deutlich, dass das einfach die allgemeinen Spielregeln sind, die für alle gleichermaßen gelten.

    Deine Aufgabe ist nicht dafür zu sorgen, dass jeder Schüler (m/w/d) Note 1 oder 2 schreibt. Du machst Lernangebote nach staatlichen Vorgaben, die jedem Schüler die theoretische Möglichkeit geben, in einer Prüfungssitiation die volle Punktzahl erreichen zu können. Was die Schüler jedoch aus diesem Lernangebot machen, ob sie es nutzen oder nicht, liegt ganz alleine an den Schülern selbst. Du bewertest nicht Jonas oder Selma; du bewertest ihre erbrachten Leistungen in Prüfungssituationen, die sich an staatlichen Vorgaben orientieren.

    Wenn Schüler erwarten, dass du bei jedem neuen Thema frühere Grundlagen wiederholst, machen sie das wahrscheinlich, weil sie das jahrelang von deinen Vorgängern kannten. Du hast zwei Möglichkeiten: Entweder sagst du "Mein Unterricht, meine Regeln. Was andere Kollegen in ihrem Unterricht machen, ist ihre Sache.". Das wäre zwar sehr pragmatisch, aber ehrlicherweise haben Schüler spätestens nach 6 Schuljahren die Erfahrung gemacht, dass unterschiedliche Lehrer auch unterschiedlich Unterricht halten und können auseinanderhalten, was bei dem einen Lehrer geht und bei dem anderen nicht. Damit können sie auch irgendwie umgehen.

    Du könntest aber auch deine Position erklären, indem du z.B. ausführst, in welchem Rahmen eine Wiederholung im Unterricht möglich ist und ab welchem Punkt du bei vorhandenen Wissenslücken auf das Selbststudium verweisen musst.

    Heutzutage geht es vielen Menschen um ein intuitives Gefühl von Ungerechtigkeit. "Der da mag mich nicht, also behandelt er mich ungerecht!". Das Gefühl brodelt in ganz vielen Menschen - nicht nur bei Jugendlichen, denen man noch eine gewusse Unreife verzeit, es betrifft sogar gestandene Persönlichkeiten mit genug Lebenserfahrung, um vermeintlich über solchen Situationen zu stehen. Ist heutzutage schwerer geworden, aber das beste Mittel ist eine Mischung aus Transparenz, Beharrlichkeit und Sachlichkeit.

    Ich hätte gedacht, dass die Moderation diesen Thread schließt. Umso mehr bin ich erfreut, dass dass sie den Usern die Möglichkeit gibt, sich zu Antimon und zur Moderation im Forum allgemein zu äußern. Das finde ich echt stark!

    Was die Trennung zwischen Moderations- und Usernachrichten angeht: Ich finde, dass kleiner grüner Frosch das z.B. sehr gut handhabt, indem er Moderationsnachrichten mit "Modmodus" beginnt. Es kann sein, dass andere Moderatoren (m/w/d) das ebenfalls so machen. So kann man als Leser recht gut überblicken, wann eine persönliche Meinung widergegeben wird und wann eine "offizielle" Moderatorenintervention erfolgt.

    Mir fällt zudem positiv auf, dass die Moderation bestrebt ist, zum mildesten Mittel zu greifen und in hitzigen Diskussionen oft einfach nur alle Beteiligten daran erinnert, mal die Gemüter etwas runterzufahren oder einen Thread mal für einen Tag zu schließen, sodass alle Beteiligten mal eine Nacht drüber schlafen können.

    Ja, habe ich. Ich persönlich musste keine Nachweise erbringen. naddel81 hingegen schon (siehe letzte Seite) und es gab auch ähnliche Fälle schon in meinem Bekanntenkreis. Dass die Behörden aber bei Extremfällen nachfragen müssen, ob sich da nicht jemand mit der Anzahl der Nullen vertan hat, ist auch klar.

    Ich hoffe, dass sich die künftige Regierung mal zur Aufgabe macht, das Steuerrecht zu vereinfachen, Stichwort Bürokratieabbau. Aktuell läuft vieles über Nachweise (siehe das Beispiel mit dem Fahrtenbuch), was für viele ein Mehraufwand ist, den viele Bürger scheuen und dann am Ende auf viel Geld verzichten. Weniger Bürokratie heißt am Ende mehr Missbrauch möglich, aber einen Kompromiss muss es wohl geben - viel Bürokratie und viel Bürgernähe schließt sich am Ende aus.

    Wir müssten gesellschaftlich wieder davon weg, dass Absolventen des mittleren Lehrgangs (z.B. Realschule) nur aus dem Grund heraus in die gymnasiale Oberstufe wechseln, weil sie halt schon im System "Schule" drin sind und sonst nicht wissen, was sie machen sollen.

    Wie du schon schreibst, diejenigen, die sich mit den Inhalten der Oberstufe identifizieren oder einen konkreten beruflichen Plan haben, das ist eine ganz andere Geschichte.

    Ansonsten gibt es ja genug berufliche Möglichkeiten nach einem erfolgreichen mittleren Schulabschluss, sodass es nicht auf Zwang das Gymnasium sein muss. Im schlechtesten Fall hängen noch eher Schüler jahrelang im System "Schule" fest, obwohl sie diese Zeit hätten sinnvoller nutzen können.

    Und doch, Selektion ist unsere Aufgabe als Lehrkräfte. Das wird besonders im berufsbildenden Bereich deutlich. Lehrkräfte entscheiden hier bisweilen, wer später verletzte Menschen versorgen, Trinkwasser kontrollieren, mit Starkstrom hantieren darf. Hier geht es darum, unsere Sicherheit und unser Leben vor Menschen zu schützen, die bestimmte Kompetenzen nicht aufweisen. Diese dürfen nicht bescheinigt bekommen, dass sie für die Ausübung bestimmter Tätigkeiten qualifiziert sind.

    Ehrlicherweise ist der potentielle Schaden einer Fehldiagnostik im Primar- oder Sekundärbereich geringer, aber dennoch eine berechtigte, unterschwellige Frage: Habe ich meinen Job erst dann (gut) erfüllt, wenn jeder Schüler (m/w/d) des 12er Mathe-Grundkurses lineare Gleichungssysteme lösen kann? Die Antwort leitet sich aus einer Folgefrage ab, nämlich, wem schulde ich überhaupt meine Arbeitsleistung? Ist es das Land oder der Schüler? In einem privat(wirtschaftlich)en Setting bezahlt mich ein Schüler, dass ich ihm eine Fremdsprache oder ein Musikinstrument beibringe. Zwar muss auch hier der Schüler kooperieren, da ich niemandem, der sich mit Händen und Füßen wehrt, realistisch etwas beibringen kann, aber die Bringschuld liegt schon irgendwo bei mir, da, wenn der Schüler das Gefühl hat, dass er bei mir nichts lernt, die Unterrichtsstunden abbricht und zum Konkurrenzanbieter wechselt.

    Im öffentlichen Dienst bin ich wiederum nicht dem Schüler, sondern dem Land gegenüber in der Bringschuld. Das Land bezahlt mich dafür, dass ich die Inhalte und Methodiken, die das Land für wichtig erachtet, vermittle und im Anschluss überprüfe, ob die Schüler die Kompetenzen tatsächlich erworben haben. Wie vermittle ich wiederum? Ich vermittle die Inhalte so, dass ich Mindestkompetenzen (Note 4 / 5 Punkte) auf Basis des letzten Schuljahres als bekannt voraussetze und dann die vorgeschriebenen Inhalte und Methodiken so aufbereite, dass entsprechend den Anforderungen der jeweiligen Schul- oder Kursform jeder Schüler in die Lage versetzt wird, bei einer Leistungsüberprüfung Note 1 oder 15 Punkte zu erreichen. Bedeutet: Ich muss mir dann etwas vorwerfen, wenn ich Inhalte und Methodiken, die das Curriculum bzw. der Lehrplan vorsieht, nicht vermittle oder wenn mein Unterricht so konzipiert ist, dass es praktisch gar nicht möglich ist, in der Prüfungssituation die volle Punktzahl zu erreichen.

    Man kann es so ausdrücken: Ich mache allen Schülern ein Lernangebot, sodass alle staatlichen Anforderungen erfüllt sind. Nutzen Schüler dieses Angebot, attestiere ich ihnen das (gerne). Nutzen sie es wiederum nicht, muss ich das auch attestieren. Und klar, damit entscheide ich letztendlich auch darüber, wer welchen Schulabschluss erhält oder eben nicht.


    Oder vielleicht wieder zurück an die Uni und entspannt jedes Semester eine Vorlesung anhören.

    Da kommt es denke ich sehr auf das Vorlesungsformat an. Die Art von Vorlesung, bei der der Dozent 12 Wochen lang durch seine 60-Seiten-Foliensätze hetzt, um jedes noch so kleine Detail irgendwie anzusprechen, und am Ende steht eine umfangreiche Klausur an - da sehe ich weniger den Spaß oder die Entspannung. Das sind halt Vorlesungen, die man besucht, weil man den Schein auf dem Weg zum Erwerb eines berufsqualifizierenden Abschlusses braucht.

    Ein reines Hobbystudium müsste vermutlich von Grund auf deutlich anders strukturiert (und vor allem deutlich weniger kompetitiv) sein. Dann wäre das Ganze eher vergleichbar mit z.B. einem Buchclub.

    Die Beispiele erinnern mich an dieses Video, in dem ein Herr porträtiert wird, der mit 100 Jahren immer noch (stundenweise?) als Steuerberater arbeitet.

    Der Mann ist beindruckend - mit 100 Jahren noch absolut fit, geistig wie körperlich. Würde ich ihn auf der Straße treffen, ich hätte ihn auf maximal 80 geschätzt.

    Gesundheit und ein langes Leben - das ist leider nicht jedem Mitmenschen vergönnt. Diejenigen, die von Geburt an gute Voraussetzungen mitbringen und durch einen gesunden und aktiven Lebensstil noch das Maximale herausholen, zeigen jedoch, wozu der menschliche Körper fähig ist.

    Keiner muss bis ins hohe Alter arbeiten, in manchen Jobs ist das auch kaum bis gar nicht möglich, aber dennoch finde ich es wichtig, dass man so lange wie möglich Dinge macht, die man gerne macht - was auch immer diese Dinge im Einzelfall auch sein mögen.

    Mir fällt positiv auf, dass du im Verlauf des Gesprächs hier weiterhin freundlich, geduldig und reflektiert erscheinst. Aus der Erfahrung heraus passiert es bei längeren Verläufen gerne mal, dass bei manch einem User das Temperament durchgeht. Bei dir, Browneyes, ist das jedoch nicht der Fall, trotz zum Teil provokant formulierter Beiträge einzelner User.

    Von dem, was du bisher geschrieben hast, was deine Stärken und deine Erwartungen an deinen zukünftigen Job sind, kann ich mir eine Tätigkeit im Bereich Gemeindepädagoge oder Pfarrreferent tatsächlich sehr gut vorstellen.

    Stadtführer würde ich nicht Vollzeit machen, sondern höchstens nebenberuflich mit ein paar Führungen pro Monat. Das ist nicht gut bezahlt und meine persönliche Einschätzung ist, dass es bei einer hohen Anzahl an Führungen einem irgendwann aus den Ohren hängt, immer und immer wieder dieselbe Sehenswürdigkeiten vorzustellen. Man muss sich ja als Stadtführer sehr gut in einer Stadt auskennen, wodurch sich das Einzugsgebiet auf eine Stadt bis zumindest wenige Städte beschränkt.

    Ich glaube, der Gesprächsverlauf hat sich hier in eine Sackgasse entwickelt. Es wird sich an einzelnen Stichworten abgearbeitet und dabei nur die Hälfte des tatsächlich Geschriebenen gelesen.

    Browneyes ist sich nach Erfahrungen in Studium und Praktika relativ sicher, dass der Lehrerberuf nichts für sie ist, sucht jetzt nach einer Alternative, die zu den eigenen Fähigkeiten und Erwartungen an die zukünftige Erwerbstätigkeit passt.

    Vielleicht könnten wir hier ansetzen, statt uns in unnötigen Exkursen zu verlieren.

    Ich finde Kochen und Einkaufen angenehme Freizeitbeschäftigungen, keine notwendigen Übel. Ist aber natürlich immer Ansichtssache.

    Was den Garten angeht: Ich vermute, du möchtest gerne einen schönen Garten haben, aber ihn nicht selber pflegen müssen, oder? Ansonsten gäbe es ja auch Wohnmöglichkeiten mit keinem oder nur einem kleinen Garten.

    Praktikanten sind für Betriebe wie für Stätten des öffentlichen Dienstes fast immer mit Mehraufwand verbunden, da die Praktikanten noch wenig eigenständig arbeiten können, angeleitet und geführt werden müssen. Dennoch ist es natürlich wichtig, sich um Praktikanten angemessen zu kümmern, um sicherzustellen, dass die nächste Generation an Berufskollegen nachrückt.

    Was das Thema Dankbarkeit angeht: Ja, eine gewisse Dankbarkeit sollte von beiden Seiten (Praktikant und anleitende Fachkraft, hier Lehrkraft) entgegengebracht werden, vorausgesetzt der jeweils Andere zeigt sich engagiert, höflich und freundlich.

    Ich habe eine Bekannte, die zuerst auch kurze Zeit Jura studierte, danach Lehramt, aber am Ende damit unzufrieden war. Ich meine, sie studierte danach etwas im Bereich Wirtschaft und so wie ich das bislang von ihr mitbekam, fühlt sie sich in ihrem aktuellen Job wohl und "angekommen".

    Manche finden mit 16 oder 18 direkt ihren Traumjob, manche brauchen etwas länger. Sieh es nicht als Scheitern, sondern als Erfahrung!

    Es gibt soooo viele Jobs da draußen. Es ist nicht einfach, den Job zu finden, der zu einem passt.

    Caro07 : Ich habe mir PIKAS angeschaut. Sie definieren das Quadrat auch über Seitenlängen und Winkel. Mit den Unterrichtsvorschlägen dort gehe ich auch d'accord - sortieren, legen, falten, handlungsorientierter Unterricht.

    Ich habe aber leider auch Seiten im Internet gefunden, die sich an Kinder richten, auf denen das Quadrat als Viereck mit vier gleichlangen Seiten definiert wird. Das ist mathematisch so nicht richtig und didaktische Reduktion darf nicht zu fachlicher Inkorrektheit führen.

    Plattenspieler : Ich kann aus Sek-Perspektive durchaus sagen: "Ihr kennt schon das-und-das aus der Grundschule. Heute schauen wir uns das noch einmal genauer/aus einer anderen Perspektive an.". Schwieriger ist es, wenn ich durch die Blume zugeben müsste, dass den Schülern etwas falsch beigebracht wurde. Es wird auch keinen führenden Didaktiker geben, der postuliert, dass es OK ist, Kindern etwas falsch beizubringen, um es dann im Nachhinein zu korrigieren. Vom Phänomen- und handlungsorientierten zum Systematischen, ja, auch gerne vom Regel- zum Ausnahmefall. Die Raute ist aber nun einmal nicht die Ausnahme vom Quadrat, sondern das Quadrat die Ausnahme zur Raute.

Werbung