Niemand ist perfekt, auch Lehrkräfte werden in ihrem professionellen Handeln durch äußere Faktoren beeinflusst. Daher gibt es keine Garantie zu 100%-iger Objektivität.
Es ist auch klar, dass wenn man lange Zeit in einem sozioökonomisch sehr guten oder sehr schlechten Umfeld arbeitet, die vor Ort herrschenden Bedingungen als "normal" wahrnimmt und das Gefühl verliert, was tatsächlich aus der Makroebene aus betrachtet "normal" ist.
Daher finde ich es gut, dass du an deinem Beispiel gezeigt hast, dass du zwar skeptisch warst, ob die Leistungen deiner früheren Schüler wirklich alle 15 Punkte wert waren, dann aber nicht automatisch strengere Kriterien angewandt hast, weil "kann ja gar nicht sein", sondern eher zu dem Fazit gekommen hast, dass die gezeigten Leistungen in jeglicher Hinsicht die Kriterien der Bewertung "sehr gut" erfüllen und damit auch 15 Punkte wert waren.
Und dass du andererseits sagst, dass du trotz ungünstigerer Voraussetzungen deinen aktuellen Schülern teilweise schlechtere, aber den tatsächlich gezeigten Leistungen entsprechende Noten gibst. Auch diese Schüler haben am Ende ein Recht darauf, objektiv, reliabel und valide bewertet zu werden.