Beiträge von Gymshark

    Ich habe bei einigen Kommentaren ein "Danke" hinterlassen, auch bei denen, die schrieben, dass sie sich mit aktiven Kampfhandlungen schwer tun, aber im Kriegsfall im Zivilschutz helfen würden.

    Ich habe auch geschrieben, dass es gar nicht darum geht, dass der Einzelne viel mache; wer z.B. aus gesundheitlichen Gründen nicht viel machen kann, macht das, was im Rahmen seiner Möglichkeiten drin ist.

    Von daher kann ich deine Frage so pauschal gar nicht beantworten. Flucht wäre für mich höchstwahrscheinlich keine Alternative - da haben gerade Schmidts und Antimons Ausführungen mich schon überzeugt.

    Kannst du diese Aussage mal näher erläutern?

    Der Anteil an Abiturienten und innerhalb dieser Gruppe der Anteil an 1,0er-Abschnitten ist in den letzten Jahren stark geschnitten, gleichzeitig schneidet Deutschland zunehmend schlechter in internationalen Vergleichsstudien ab, was nahelegt, dass tendenziell zu viele Schüler ans Gymnasium übertreten, die hierzu fachlich nicht die nötigen Kompetenzen aufweisen, und dort wiederum Noten vergeben werden, die zu gut für die tatsächlich erbrachten Leistungen sind.

    Wer eine 6 in diesen Fächern hat, musste schon sehr viel Mist bauen, um sich diese Note zu erarbeiten, sind wir mal ehrlich. In der Theorie sind immer irgendwelche abstrusen Szenarien möglich, aber selbst wenn jemand keinen Bock auf eines dieser Fächer hat, kann man sich zusammenreißen und schauen, dass man auf eine 4 kommt. Kathie hat schon Recht: Manch ein potentieller Arbeitgeber wird sich seinen Teil denken, wenn er Note 5 oder 6 in einem Nebenfach, und sei es Religion oder Sport, sieht. "Wenn er/sie bei einem unliebsamen Fach direkt total blockt, macht er/sie das vielleicht auch, wenn er/sie eine Tätigkeit bei uns im Betrieb verrichten muss, die vielleicht nicht super spannend ist, aber eben zur Stelle auch dazugehört?".

    Du könntest natürlich auch mit Kind und Frau flüchten.

    Das ist halt eine grundsätzliche Glaubensfrage. Man kann diese Entscheidung im Extremfall (und solche Entscheidungen fallen nie leicht, gerade wenn sie spontan getroffen werden müssen und es um Leben und Tod geht) aus der Individualperspektive sicherlich nachvollziehen, muss sich aber bewusst sein, dass man selbst dann nicht dazu beiträgt, dass das ausschlaggebene Ereignis behoben wird, und jedes helfende Paar Hände (und sei es noch so klein oder schwach) weniger dazu führt, dass die Last auf den Schultern der Anderen relativ schwerer wiegt.

    Aber wie gerade schon geschrieben: vielleicht ist das die Sicht eines Schulleiters eines Schule, wo sich die Kinder nicht einfach vom Religionsunterricht abmelden können.

    Wenn bei euch Schüler aus nichtchristlichen Elternhäusern am Religionsunterricht teilnehmen, können besagte Schüler das ja auch einfach als "Hey, ich lerne etwas Neues kennen, womit ich vorher noch keine Berührungspunkte hatte." sehen. Gerade als Schulleiter solltest du sicher bestätigen können, dass es bei der Leistungsbeurteilung nicht um den Grad der Frömmigkeit geht, sondern um Wissen über die Bibel, die Kirche und wichtige Figuren und Symbole des Christentums.

    Keiner fällt wegen Religion durch. Wenn der Schüler dann noch in 5 weiteren Fächern auf 5 steht, wird die Nichtversetzung gerne an Religion oder einem der künstlerischen Fächer festgemacht, aber die Wahrheit ist, dass auch die 5 in Physik oder Deutsch nicht unausweichlich war und verhindert hätte werden können.

    Das liegt am Gesetz in Deutschland und nicht am einzelnen Personen. Scholz kann sich nicht hinstellen und verkünden, wir lassen niemanden mehr rein.

    Gesetze lassen sich durchaus modifizieren bei entsprechender gesamtgellschaftlicher Resonanz. RosaLaune wies in der Vergangenheit bereits darauf hin, dass dies bis hoch zum Grundgesetz grundsätzlich möglich ist.

    Eim grundsätzlicher Anspruch auf Asyl ist grundgesetzlich verankert, aber dieser ist an Bedingungen geknüpft und wie streng diese gesetzliche Grundlage in der Praxis ausgelegt wird, hängt wiederum vom grundsätzlichen politischen Kurs der regierenden Parteien ab.

    Ein sehr restriktiver Migrationskurs ist grundsätzlich auch mit unseren Gesetzen möglich, wenn gesellschaftlich der Bedarf hierzu besteht.

    Fairerweise muss man auch dazu sagen, dass Deutschland die letzten 10 Jahre politisch sehr asyl-freundlich eingestellt war. Ich würde sogar sagen eines der asyl-freundlichsten Länder in Europa. Ich habe aber auch zuvor gesagt, dass Migrationspolitik sehr von den jeweils dominierten gesellschaftlichen Strömungen abhängt. Merkel und Scholz waren sehr asylfreundlich eingestellt. Nehmen wir an, Deutschland bekäme eine Regierung, die hier einen deutlich restriktiveren Kurs fahren würde. Glaubst du, dass Deutschland weiterhin derart beliebtes Zielland wäre?

    Die Ukraine ist ja kein Nachbarland Deutschlands - was lässt dich darauf schließen, dass etwaige Flüchtlinge nach Deutschland kommen möchten? Wäre das dann eine Art Racheaktion im Sinne von "Ihr habt dafür gesorgt, dass Russland uns das Land wegnimmt, also holen wir uns euer Land.", oder wie?

    Nehmen wir wirklich mal an, es käme so, wie von dir angedeutet: Eine selbsternannte pro-Frieden-Regierung wäre an der Macht, es würde so kommen, dass die Ukraine komplett besetzt würde, Ukrainer unter diesen Voraussetzungen nicht leben wollen würden, aber gleichzeitig im Inland nicht dagegen ankämpfen würden. Nehmen wir an, diese Menschen würden geschlossen entscheiden, nach Deutschland zu kommen (Noch einmal, wieso sollte das passieren? Nach der Logik könnte manch ein Zwergenstaat in Europa jederzeit regelrecht überrannt werden.) und die Regierung sagt "nein". Würden die Betroffenen wirklich alles niedertrampeln, um ein Land zu stürmen, welches sie nicht haben möchte? Würden sie nicht dasselbe Szenario durchspielen, was sie erst zu Kriegsopfern und später Flüchtlingen machte? Die Theorie geht vorne wie hinten nicht auf.

    Du, wir Beide müssen das am Ende zum Glück nicht entscheiden. Dennoch müssen wir da auch so ehrlich sein, dass Migrationspolitik (und dazu gehört nun einmal auch die Aufnahme von Asylsuchenden) immer auch von politischen Tendenzen abhängt, die sich je nach Stimmung innerhalb der Gesellschaft ändern können. Da ist die Bandbreite von einem sehr liberalen bishin zu einem sehr restriktiven Kurs möglich.

    Moebius: Sollte sich der Kurs von Wagenknecht, Kretschmer und co. durchsetzen, glaube ich gerade nicht, dass Deutschland eine große Anzahl an Flüchtlingen aufnehmen würde. Was lässt dich denn darauf schließen?

    Ich finde auch Flucht legitim.

    Flucht ist aus der individuellen Perspektive heraus nachvollziehbar, aber sie führt in den allermeisten Fällen nicht dazu, dass die auslösenden Ursachen behoben werden. Das geht bis auf wenige Ausnahmen nur vor Ort.

    Antimon : Legitimer Einwand - ich korrigiere es oben!

    Jeder, der körperlich in der Lage ist, im Kriegsfall zu helfen, sollte dies im Rahmen seiner Möglichkeiten tun. Zivildienst sowie -schutz ist genauso legitim wie der Dienst an der Waffe.

    aber warum sollte der Staat demjenigen 1000 Euro mehr (Beispielbetrag) geben, der sich "freiwillig und gemeinsam" mit seinem Partner für das ALleinverdienermodell entscheidet, als demjenigen, dessen Partner arbeiten gehen möchte?

    Mir ging es um das Lebensmodell, nicht das Finanzmodell.

    Familien mit Kindern sollten finanziell unterstützt werden, von mir aus sogar noch mehr als vorher. Keiner verdient sich am Kinderkriegen allein eine goldene Nase.

    Es sollte möglich sein, eine Familie mit einem Gehalt ernähren zu können, aber das Paar sollte gemeinsam entscheiden, in welcher Form sie die Arbeitsteilung gestalten wollen. Kindererziehung ist auch Arbeit und sollte ähnlich wie die Pflege eines Angehörigen bezahlt werden.

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