Ich habe mich übrigens gerade selbst in meinem Verdacht bestätigt, dass ich einfach nur altersmilde werde. Bin mal alle Notenbögen der vergangenen Jahre durchgegangen. Mein erster Maturjahrgang hatte einen Klassenschnitt von einer 4.0 in der 4. Klasse. Dieses Jahr entlasse ich einen Kurs mit einer 4.8 im Schnitt. Natürlich lernen die nix für die Abschlussprüfung, die bestehen ja eh alle bei den Vornoten ... ![]()
Beiträge von Antimon
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Entschuldige dass ich lache. Aber das trifft es doch: Es ist ein Ritual. Bei uns begleitet während der schriftlichen Abschlussprüfungen die Rektorin höchst persönlich alle Stunde die Damen in die Pinkelpause. Ich amüsiere mich immer über die Berge an Essen und Stabilo-Buntstiften, die auf den Tischen aufgetürmt sind. Die Stabilos sind natürlich vom Aussterben bedroht durch die Invasion der Laptops.
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Der aktuell weltweit größte Leak wurde wurde von einem 21jährigen Spinner verursacht, dem ich persönlich vorher nicht mein Auto anvertraut hätte.
Das ist natürlich absolut vergleichbar mit den Abiprüfungen in NRW. Es wird ja immer bizarrer.

Etwas, was 500 Personen kennen, ist nicht mehr geheim.
Noch mal: Was wird denn da so ach geheimes gefragt in diesen Abschlussprüfungen?! Das ist doch genau das Prinzip "Zentralabitur" dass seit 10 Jahre immer der gleiche Schmu gefragt und auf den natürlich entsprechend vorbereitet wird. In Bayern hat man sich zu meiner Zeit schon den Stark-Abitrainer gekauft und genau das kam dann eben auch dran. Natürlich wissen bei uns alle SuS mit Schwerpunktfach Chemie, dass sie in einer schriftlichen Abschlussprüfung eine Titrationskurve auswerten müssen. Das ist eine absolute Standardaufgabe, das kommt immer und an allen Schulen dran. Wir haben immer die letzten beiden Schwerpunktfach-Prüfungen zum Runterladen auf der Homepage, Liestal hat sogar ein Archiv mit allen Prüfungen der letzten 15 Jahre online. Wer's nicht lernt, kann's trotzdem nicht.
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Nur, wenn man 2 Jahre entweder die halbe Zeit nicht aufpasst oder nur fürs Kurzzeitgedächtnis lernt, im Unterricht nie mitgeschrieben hat etc...
Eben genau das. Es ist doch absurd so zu tun, als sei so eine Abschlussprüfung plötzlich ein Staatsakt. Die SuS haben bis dahin hunderte von Prüfungen in ihrer Schulkarriere geschrieben, die selbstverständlich alle von der unterrichtenden Lehrperson selbst erstellt wurden. Und kein Mensch geht davon aus, dass die ständig die Prüfungsfragen verrät und deswegen alle nur Bestnoten schreiben. Aber bei zentralen Abschlussprüfungen ist es ein riesen Skandal, wenn die Fragen zwei Tage vorher den Lehrpersonen schon bekannt sind. Ehrlich, die Empörung ist lächerlich.
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Sie können auch einfach nur mit dem Auge zwinkern, wenn es dran kommt.
Musst du wirklich mit den Augen zwinkern, damit die wissen was dran kommt? Oder fragst du vielleicht halt einfach das, was zuvor im Unterricht gelernt und geübt wurde?! Ich bin grad einigermassen schockiert, was hier geschrieben wird. Wie zur Hölle sehen denn eure Prüfungen aus? Natürlich frage ich da nicht plötzlich irgendwas, was die vier Jahre zuvor nicht gelernt wurde. Natürlich ist auch die Art der Fragestellung nicht plötzlich ganz anders, wozu soll das gut sein? Ich unterrichte das, was ich finde, was die Jugendlichen im Fach können sollten und es ist völlig selbstverständlich, dass an der Abschlussprüfung auch exakt das dran kommt. Es interessiert mich nicht, was die *nicht* können, ich will wissen, was in 4 Jahren hängen geblieben ist. Was sie also können.
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Ach du liebe Güte, jetzt geht die Heuchelei um das heilige Zentralabitur wieder los. Ich erstelle meine Prüfungen selbst und ich habe die, wenn ich schriftlich dran bin, im Januar schon fertig. Im Mai sind dann die Abschlussprüfungen. Klar ... Ich verrate meinen SuS alle Prüfungsaufgaben und lasse sie die einfach auswendig lernen. Deswegen schreiben die dann auch alle eine 6.
Und in Wahrheit hatte ich bei der letzten Schriftlichen einen Schnitt von einer 3.8 raus. Echt jetzt ... Meint ihr das ernst, dass Prüfungsaufgaben geleakt werden? Wie schäbig seid ihr eigentlich drauf?!
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und dann nervt das einfach nur.
Wieso startest du dann diesen Thread? Ist dir langweilig?
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wie viele 6en hast du bereits in Mathe gegeben
Bist du nicht diejenige, die alle Ritt lang die Notengebung so allgemein in Frage stellt? Dann weisst du natürlich auch, dass eine 1 oder eine 3 oder eine 6 heute nicht die gleiche Leistung beurteilt wie vor 10 oder 20 Jahren. Dass die Benotung von Schülerleistungen schon seit Jahren immer besser wird, ist kein Geheimnis. Ich kann dir gerne unsere statistischen Jahresberichte hier verlinken, aus denen geht ganz klar hervor, dass eine 5.5er Matura vor 20 Jahren noch eine Besonderheit war, da gab es mal *eine* Person mit dieser Note pro Jahrgang. Heute sind es mysteriöserweise 10 Personen mit diesem Schnitt. Meinst echt, die sind so viel schlauer geworden?
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Wir haben hier gerade grossen Spass an der Sache. Wie Digitalisierung definitiv NICHT funktioniert: Siehe Abi NRW

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Hm ja. Im Lehrplan Mathe Sek II steht einfach nur nicht explizit drin, dass man durch a^7 teilen können muss. Das ist es!
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Ich glaube, dass die Ursachenanalyse im verlinkten Artikel völlig am Problem vorbei geht. Wir haben als Sek-II-Lehrpersonen in der Schweiz alle nicht "auf Lehramt" studiert und trotzdem machen die allermeisten von uns einen sehr guten Job. Ich stimme Moebius und CDL zu, da scheitern Leute mit einer falschen Vorstellung vom Beruf. Die meisten Lehrpersonen an meiner Schule haben sich eben direkt nach dem Studium für genau *diesen* Beruf entschieden. Einige haben noch das Doktorat gemacht oder vielleicht für ein Jahr oder so irgendwo anders gearbeitet. Manche machen auch neben der Schule noch was anderes. Aber die grundsätzliche Entscheidung für den Beruf der Lehrperson fällt eben relativ schnell und sehr bewusst. Wir haben jemanden in der Fachschaft, der im Zuge einer grösseren Umstrukturierung im Betrieb aus der Industrie rausgeflogen ist. Der hat sich die ersten Jahre an der Schule sehr schwer getan. In der letzten Runde Bewerbungsgespräche hatten wir wohl einige ziemlich schräge Vögel dabei, die meinten bei uns eine ruhige Kugel schieben zu können nachdem sie bei Novartis & Co mangels Qualifikation abgeblitzt sind. Noch ist die Not nicht gross genug, als dass wir solche Typen überhaupt nehmen müssten.
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Noch mal die Frage: Was ist deiner Meinung nach das Problem? Und was sind deine konstruktiven Lösungsvorschläge? Ich habe in einer meiner besten Klassen gerade eigentlich ein Praktikumsprotokoll in Physik bewerten wollen. Mache ich aber nicht, weil ich sonst der Hälfte der Klasse eine Ungenügende eintragen müsste. Was ich stattdessen mache: Wir schauen die Auswertung am Freitag gemeinsam an und reflektieren die Fehler, die gemacht wurden. Ich bin mir fast sicher, dass es den meisten sogar egal wäre, würde ich die 3er einfach eintragen. Mir ist es aber nicht egal, ich will, dass die das verstehen. Vielleicht ist das das Problem? Mein Anspruch ist zu hoch?
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Der spricht immer so, ich glaube nicht, dass der schlaflose Nächte hat, weil seine Studenten nicht Bruchrechnen können. Und er stellt klar, dass er schlichtweg keine Lust auf Klugscheissdiskussionen hat. Es ist eine Feststellung von Tatsachen, dass seine Studenten das nicht können und ja, darüber darf man sich wundern. Ich wundere mich darüber auch und du offensichtlich ebenso, sonst hättest du den Thread nicht gestartet. Wer hat denn deiner Meinung nach Schuld am Problem? Oder gibt es gar keins und du wolltest nur Gymnasiallehrern erklären, dass sie zu viel jammern? Schau dir die Videos von Weitz an, recht viel besser kann man es als Hochschulprofessor nicht machen. Es ist haargenau so, wie er sagt: Man kommt nicht vom Fleck, wenn ein verdammtes a^7 nicht ohne Drama aus einem Bruch gekürzt werden kann. Das sind Banalitäten und keine intellektuellen Meisterleistungen. Das ist in etwa so, wenn du vor einem Fussballspiel jedes Mal wieder von neu überlegen musst, wie man sich die Schuhe bindet. Das musst du dir nicht jedes Mal wieder "herleiten", bind sie einfach zu.
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aber z.B. erklären zu können, warum man die Ziffern stellengerecht übereinanderschreiben muss und warum zwei Rechenwege funktionieren und aus welchem Grund man sich für Variante a oder b entscheidet
Wie vielen Schüler*innen bist du schon begegnet, die das können? Ich meine wirklich *erklären können* und nicht einfach nur anwenden und sagen können "man macht das so". Du regst dich ja gerne auf, wenn Lehrpersonen "fremder" Schularten in Bereich Primar- oder Förderschule schreiben. Hast du denn ausser deiner anekdotischen Erfahrung als Mutter eine echte Vorstellung davon, was Jugendliche am Gymnasium wirklich können? Ich habe im Moment exakt *einen* Schüler der von sich aus auf die Idee kommt, dass man Statik-Aufgaben in der Physik wohl mit trigonometrischen Funktionen rechnen kann. Gelernt hat er bei mir im Unterricht nur die zeichnerische Lösung, in Mathe kam aber grad das mit dem Sinus und dem Cosinus dran. Es ist exakt *einer*, dem auffällt, wofür man das wohl gebrauchen könnte.
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Wenn du den Weitz meinst ... Schau dir einfach seine Video an, dann erübrigt sich jegliche Kritik an ihm. Ich habe mir sein Buch gekauft, das ist phänomenal gut. Man muss es halt auch aufschlagen und drin lesen.
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Tja, und was er da zur Kompetenzorientierung sagt, trifft es: Das ist nicht der Stein der Weisen, es sei denn, man betrachtet einfache Rechenaufgaben nicht als "Kompetenz".
Ich glaube, es ist Teil des Problems, dass es haargenau so ist: Einfach mal rechnen gildet nicht als Kompetenz. Als "verstanden" zählt nur, was gefühlt und aus dem Ärmel geschüttelt, mindestens aber im Kontext der bereits erwähnten 149.15 Melonen des Herrn Huber ausgependelt wurde. Blöd nur, wenn dann ein a^7 und keine Melonen aus nem Bruch gekürzt werden sollen. Ich glaube, diese Aufgabe hat mich fast am meisten schockiert. Dass einem bei der letzten Aufgabe spontan nicht mehr einfällt, ob es jetzt der Sinus oder der Cosinus ist, kann ich mir vorstellen. Aber dann läge die Trefferwahrscheinlichkeit ja bei 50 % und nicht bei 6 %. Ich weiss wirklich und wahrhaftig auch noch 24 Jahre nach dem bestandenen Abitur, dass ich in der Schule (!) Sinus und Cosinus nach exakt dieser Definition gelernt habe. Gut, ich habe eine Naturwissenschaft studiert aber die Leute, die in dieser Vorlesung sitzen, haben sich für einen technischen Studiengang eingeschrieben. Ich begreife es wirklich nicht, wie sowas möglich ist.
Ich frage mich aber auch, ob das in den letzten 20 Jahren oder so tatsächlich so viel schlechter geworden ist oder ob wir in Wahrheit nicht schon ganz genauso doof waren. Mir fällt einfach auf, dass der Hang zur Selbstüberschätzung immer grösser wird. Ich wäre nicht auf die Idee gekommen, mich für Chemie einzuschreiben, wenn ich so dermassen keine Ahnung von Mathe gehabt hätte. Vielleicht traut man sich das heutzutage eher zu? Andererseits ist die Studienabbruchquote in den letzten 20 Jahren eher kleiner als grösser geworden. Irgendwie scheint die selbstbewusst vor sich hergetragene Unwissenheit ja zum Erfolg zu führen.
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Es ist doch egal, was diese Eltern dann so meinen. Sollen sie sich kümmern, gibt es kein Problem. Ich glaube wir machen uns hier nicht ganz so viele Gedanken über die x-te Eventualität.
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1988 war ich immerhin schon in der 3. Klasse!

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Wie ich letztens schon mal schrieb: Abwanderung von gut ausgebildeten Akademikern zu verhindern, wäre auch mal ein guter Plan.
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Wenn wir schon beim Vergleichen sind: Es gibt Länder, da sind Lehrpersonen auf Spenden angewiesen.
Einfach mal zur Erinnerung:
In Europa verdienen überhaupt nur in der Schweiz und in Luxemburg Lehrpersonen mehr als in Deutschland. Und die Lebenshaltungskosten in den Top 10 Ländern dürften nur in Österreich vergleichbar gering wie in Deutschland sein. Man beachte übrigens mal Estland, das sind die, die in der letzten PISA-Studie so überraschend auf dem 3. Platz gelandet sind.
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