Beiträge von Antimon

    Du machst es Dir jetzt sehr einfach Antimon. Die Sache mit dem bowlen ist für sich alleine kein Mobbing, richtig. Das war aber doch nur das Sahnehäubchen. Die diskreditieren den Äusserungen sind es, die mich auf die Palme bringen. Einmalig kein Mobbing, nur Führungsversagen. Bei beständiger Wiederholung jedoch eindeutig Handlungen, die nach Leymann typische Mobbinghandlungen sind🤷

    Was du nicht alles weisst über Personen, die du gar nicht kennst. Führungsversagen, soso. Das stellst du so per Ferndiagnose fest. Meine Ferndiagnose ist, wenn ich mir andere Beiträge der TE anschaue, dass hier jemand massloss übertreibt. Wissen kann ich das aber natürlich nicht, ich kenne die Person ja auch nicht.

    Mich alarmieren da ganz andere Aussagen. Aber lassen wir das. Mobbing ist in jedem Fall ein starker Begriff. Man wird nicht gemobbt nur weil man nicht mit bowlen kann. Ich habe selbst schon mal das Schulhaus gewechselt weil ich mit den Leuten inkompatibel war. Gemobbt hat mich da aber niemand.

    Ja, es ist bedauerlich, dass du nicht bowlen und nicht wandern kannst. Nein, die anderen müssen deswegen nicht verzichten. Was deine "Kritik" an Projekten und Abläufen betrifft, man müsste halt wissen, wie du die äusserst. Ich kenne in meinem Kollegium durchaus ein paar wenige destruktive Dauernörgler, auf die man irgendwann einfach nur noch gereizt reagiert. Ich will dir nichts unterstellen aber ohne die andere Seite der Medaille zu kennen beziehe ich da sicher keine Position. Kann so rum sein, kann auch anders rum sein. Mobbing ist einfach was anderes. Ich kann anhand deiner Schilderungen nicht erkennen, dass dir jemand schaden will.

    Ja, das ist tragisch. Dann muss man Pizza bestellen und den ganzen Film mit ihnen gucken. Ich habe eine meiner Klassen für den immer gleichen Fehler in einer Prüfung schon mit Gerhard Polt gepiesakt. Nikolausi... Nein, nein, das ist ein Osterhasi, mit den Öhrli! Nikolausi...

    Anekdote: Ich habe letztens in Physik in geistiger Umnachtung allen ernstes 45 : 0.9 in den Taschenrechner eingegeben. Ein Schüler in der 1. Reihe grinste ganz dreckig. Er war anständig genug mich nicht laut auszulachen, das hätte ich ihm aber nicht verübelt ;)

    Ich kann mich erinnern, dass ich meinen Taschenrechner in der 9. Klasse bekommen habe und dass wir im Unterricht angeschaut haben, wie man ihn bedient. Ich besitze und benutze heute übrigens immer noch exakt den gleichen Taschenrechner und habe nicht ein einziges Mal die Batterie gewechselt (der hatte damals schon Solarzellen) 8)

    Es kommt hin und wieder vor, dass mich Jugendliche fragen, wofür ich beim Zahlen schreiben eigentlich den Punkt setze, das ist bei mir der Dezimaltrenner. Sie haben es meistens anders gelernt, die meisten setzen ein Komma. Manche benutzen zum Abtrennen von Tausendern, etc. einen Punkt, manche ein Apostroph. Ich mache das nicht. Ich erkläre ihnen, was ich mache und dann ist gut. Miteinander reden hilft in der Regel.

    Hmm ja, dazu gehören offensichtlich Lehrpersonen, die den jungen Leuten nicht beigebracht haben, wie man den Taschenrechner bedient. Schon mal dran gedacht, das ganze so rum zu betrachten? Die meisten meiner Schülerinnen und Schüler im Schwerpunktfach Chemie können am Ende der 4 Jahre Gymnasium das was ich mir so vorstelle, was man in diesem Fach eben können sollte. Ein paar Renitente bleiben halt "dumm", in der Regel sind das diejenigen, die eigentlich den falschen Schwerpunkt gewählt haben. Sie sind also nicht "dumm", es interessiert sie nur nicht. Vielleicht interessieren sich also auch einfach deine Schüler nicht für deine Zahlen.

    Ich habe gerade sehr grosse Freude an einer Klasse, die ich in beiden Fächern unterrichte. Die habe ich nach nur 1 1/2 Jahren schon so weit, dass ihnen im Praktikum "komische" Zahlen auffallen. Wir haben Schmelzwärme von Eis vs. Mischungstemperatur bestimmt. Sie können alle den kompletten Wärmeumsatz "von Hand" rechnen (wie erwähnt, wir haben keinen GTR mit solve-Befehl mehr), sie erkennen alle die Fehlerquellen im Experiment und sie wundern sich über den Unterschied in der Temperaturdifferenz wenn man eine bestimmte Menge Eis vs. der gleichen Menge kaltes Wasser zu wärmeren Wasser gibt. Sie werden mir nächste Woche in der schriftlichen Prüfung alle erklären können, warum Eiswürfel toller sind zum Beulen kühlen als kaltes Wasser. Sie können Zahlen mit Phänomenen verknüpfen, wenn man es ihnen eben beibringt und ... wenn es sie interessiert. Ist eine Klasse mit Schwerpunktfach Chemie.

    Ich habe letztes Jahr exakt das gleiche im Praktikum gemacht mit einer anderen Klasse. Das war ein riesen Drama, keiner konnte irgendwas. Nicht weil sie vor lauter Taschenrechner und KI verblödet sind, sondern weil's ein anderes Profil war. Es hat sie nicht interessiert. Simple as that.

    Ich halte es schon für problematisch, wenn Schüler heute keine Vorstellung von Größenordnungen mehr haben und diese nicht mehr abschätzen können.

    Wir benutzen gar keinen GTR mehr, seit unsere SuS Laptops haben. Wir rechnen wirklich wieder "von Hand". Meine SuS rechnen dann eben "von Hand" aus, dass in 1 Liter Wasser 700 kg Kochsalz gelöst werden können. Das hat nichts mit "verlorenen" Fähigkeiten zu tun, es interessiert sie einfach nicht.

    Die Frage ist doch, ob man es bedauernswert findet, dass heutzutage jeder mit Navi und Landkarte auf dem Handy unterwegs ist. Ich sprach darüber kürzlich mit einem Bergführer. Der bedauert das nicht. Ich auch nicht. Dieses bedeutungsschwangere "aber WENN dann mal die Technik ausfällt!" der Skeptiker ist im Grunde irrelevant. Die Technik wird ja auch immer besser, sie fällt nicht aus oder zumindest nicht über einen relevanten Zeitraum. Bergwandern und Autofahren ist über die letzten Jahre dank Technik und IT belegbar immer sicherer geworden. Es machen sich auch Leute ins Hemd über Einparkhilfen & Co. Ich sass letztens in einem Bus, der an den Seiten Kameras montiert hat um den toten Winkel zu verkleinern. An einer Haltestelle schmeisst sich ein Kind auf die Strasse, das wäre ohne diese Technik mindestens schwer verletzt.

    Dafür, dass etwa 80 % der Bevölkerung mindestens gelegentlich Alkohol konsumiert, ist die Diskussion doch insgesamt recht verkniffen. Man scheint sich für Abstinenz genauso rechtfertigen zu müssen wie für einen irgendwie regelmässig Konsum. Einer meiner Brüder hat unter Alkoholeinfluss zwei Frauen ins Krankenhaus geprügelt. Das letzte, was ich von ihm gehört habe, ist Krebs in der Speiseröhre und Leberzhirrose, keine Ahnung, ob er überhaupt noch lebt. Interessiert mich auch nicht. In meiner Verwandtschaft sind bereits mehrere Personen am Alkoholismus gestorben. Ich muss jetzt trotzdem nicht die Moralkeule schwingen, nicht jeder der trinkt und/oder andere Rauschdrogen konsumiert, wird zum Arschloch.

    Ich trinke Alkohol und ich konsumiere Cannabis. Letzteres würde ich häufiger und vermutlich gar keinen Alkohol mehr trinken, wenn man Gras einfach im Laden kaufen könnte. Ich habe mein Leben ansonsten ganz gut im Griff. Ich trinke niemals tagsüber, auch keinen Wein zum Mittagessen, das finde ich völlig schräg. Wenn andere das tun, sollen sie doch.

    Ich bin einfach einigermassen radikal, was z. B. Alkohol und Strassenverkehr betrifft, ich kann nicht nachvollziehen, warum man überhaupt noch unter Alkoholeinfluss Auto fahren darf. Zudem bin ich absolut dafür das Schutzalter für egal welche Rauschdrogen auf 18 zu erhöhen und dafür den Konsum von egal was komplett zu entkriminalisieren. Menschen werden immer irgendwelche Rauschdrogen konsumieren, der Staat wäre gut beraten sich um Sinnvolleres zu kümmern als Leuten auf die Finger zu klopfen, die sich Gras, Koks oder sonswas einpfeifen. Portugal macht's ja vor, klappt ganz gut soweit. Es besteht Hoffnung, dass wenigstens in Europa der Rest auch noch schlauer wird.

    Trotzdem habe ich den Eindruck, dass es in sich selbst für progressiv-liberal haltenden Kreisen die Tendenz gibt, Canabis für harmloser zu erklären, als es ist.

    Ich habe eher den Eindruck dass in konservativen Kreisen vor allem der Alkohol harmloser dargestellt wird, als er ist. Dass Cannabis harmloser *ist* als Alkohol, ist belegt.


    Canabis halte ich im Kontext mit Jugendlichen für das wesentlich größere Problem. Ich habe in fast jeder 10. oder 11. Klasse Schüler (ja, praktisch ausschließlich Jungs), die ganz klar abhängig sind und denen man das auch in Form einer Persönlichkeitsänderung anmerkt.

    Das weitaus grösste Problem, das wir an unserer Schule im Kontext "Sucht" beobachten, ist Spielsucht und hiervon sind fast ausschliesslich Männer betroffen. Wir hatten erst vor 2 Jahren eine schulinterne Weiterbildung zum Thema "Sucht" bei dem uns auch die geladenen Experten vom Unispital und von der Jugendpolizei unterschrieben haben, dass wir ganz sicher kein Problem mit irgendeiner Art von Substanzsucht im Schulhaus haben. Vereinzelt gibt es mal Jugendliche, die zu viel feiern und morgens nicht aus dem Bett rauskommen. Ob die nun zu viel gesoffen oder gekifft haben, ist da fürs Problem eher irrelevant.

    Es ist immer wieder erstaunlich, wie anekdotisch und emotional auch ansonsten rationale Menschen bei diesem Thema argumentieren. Wir hatten an besagter SCHIWE einen Kinder- und Jugendpsychiater im Haus, der einen sehr detaillierten und seriösen Vortrag darüber hielt, wie gefährlich Rauschmittel im Einzelnen nun wirklich sind, was die Statistiken dazu hergeben, wie bei uns in der Region die Lage aussieht, etc. pp. In der Kaffeepause stellt sich ein Kollege mit einem Gipfeli neben mich und sagt ganz bedeutungsschwanger "Also das mit dem Kiffen ist ja schon schlimm, gell." Äh nein. Das hat er nicht gesagt, der Experte vom Unispital.

    Ich weiß schon, warum ich hier nix schreibe.

    Eben. Schreiben könnte ich dazu auch viel. Wozu? Fühlen sich dann andere hier besser oder macht es die Sache glaubwürdiger? Beim Alkoholismus ist längstens bekannt dass es eine stark ausgeprägte genetisch bedingte Veranlagung dafür gibt. Manche Sippschaften sind geradezu verseucht, dazu gehört auch meine Verwandtschaft. Ich bin einfach froh, dass ich zu dem Teil gehöre, der einigermassen normal funktioniert.

    Ausprobiert habe ich einiges an bewusstseinsverändernden Substanzen. Ich weiss, dass ich ein sogenannter "high responder" bin, das sind diejenigen, die nach 2 Bier schon unter dem Tisch liegen. Es ist bekannt, dass dies auch mit einer erhöhten Suchtgefahr einhergeht, man hat ja aber trotzdem noch sowas wie einen freien Willen zur bewussten Entscheidung. Mir ist einfach mein Hirn zu schade, ich bin ganz zufrieden damit, dass das bis anhin doch ganz gute Dienste leistet.

    Menschen, die viel und häufig trinken, wissen meist selbst, dass das schlecht ist. Sie wollen es nur nicht zugeben, können damit wegen Sucht / mangelndem Selbstbewusstsein nicht aufhören und äußern sich daher bei solchen Diskussionen seltener.

    Die Reaktionen des Umfelds sind auch entsprechend. Anstatt Hilfe anzubieten wird gelästert und getratscht. Sucht ist eine Krankheit, das ist in unserer Gesellschaft immer noch nicht vollends angekommen.

    Ich hebe bei dem Thema im Unterricht ein einziges Mal den moralischen Finger und sage allen meinen Jugendlichen, es gehört sich absolut null und gar nicht sich darüber lustig zu machen, wenn jemand Alkohol ablehnt. Man versucht auch niemanden zu überreden und ... man steigt nicht zu einer Person ins Auto ein, die getrunken hat. Das gleiche gilt natürlich auch für alle anderen bewusstseinsverändernden Substanzen nur gibt's die Diskussion ja wirklich nur beim Alkohol. Ich habe mich selber schon drüber geärgert dass mich Leute penetrant fragen, warum ich denn heute zum Apéro keinen Wein nehme. Du trinkst doch sonst ... ja, aber heute nicht und es geht dich nichts an. Punkt.

    Das Zeugs ist für die Hirnentwicklung von Jugendlichen eine große Gefahr.

    Diese Aussage ist in dieser Pauschalität schlichtweg falsch. Du hängst dich an Studienergebnissen auf, die deiner Meinung nach ungleiches Konsumverhalten betrachten. Deine Behauptung ist aber überhaupt nicht differenziert. Dass gelegentliches Kiffen absolut kein Problem ist, ist zigfach belegt. Dass Alkohol im Gegensatz zu THC und anderen Cannabinoiden keinerlei positive Wirkung auf den Organismus hat, ist ebenfalls zigfach belegt. Die gefühlte Bedrohung kommt allein daher, dass der Konsum von Alkohol in unseren Breitengraden gesellschaftlich akzeptierter ist, als der Konsum von Cannabis. Was historisch gesehen übrigens ein ziemlich neuzeitliches Phänomen ist. Cannabis wurde zu allen Zeiten konsumiert und auch als Heilmittel verwendet. Als Rauschdroge kriminalisiert wurde es erst Anfang des 20. Jahrhunderts.

    Ganz grundsätzlich muss man sich auch mal fragen, inwiefern man es legitim findet, Menschen in ihrem Verhalten zu begrenzen, um sie vor sich selbst zu schützen. Mit der Argumentation müsste man auch so manche Sportart verbieten. Oder Coca Cola und überfettete, überzuckerte Lebensmittel.

    Natürlich hat der Staat ein legitimes Interesse daran seine Bürger davon abzuhalten, sich kaputt zu saufen oder blöd zu kiffen. Der Staat hätte gerne produktive Bürger, die fleissig Steuern zahlen. Mit genau dieser Argumentation sind bestimmte Sportarten übrigens tatsächlich verboten bzw. mindestens nicht oder nur eingeschränkt unfallversichert. Base Jumpen darfst du z. B. in Deutschland nicht. In der Schweiz darfst du, bist aber nicht versichert.

    Und auch hier ist die Rede von long-term alcohol use, also beantwortet das immer noch nicht meine ursprüngliche Frage, inwieweit sich der Einfluss von Alkoholkonsum auf die Entwicklung des jugendliche Hirns viel schlimmer auswirkt.

    Ich zitiere mal diesen Satz ganz explizit: The study found that alcohol use was significantly associated with a decrease in gray matter size and white matter integrity, particularly for adults who may have decades of exposure.

    particularly = besonders. Also besonders für Erwachsene mit jahrzehntelangem Konsum.

    Du hast den Artikel offensichtlich nicht vollständig gelesen, das ist ja der gleiche, den ich dir oben verlinkt habe. Offiziell findest du den hinter einer Bezahlschranke, inoffiziell könntest du ihn natürlich lesen. Per Selbstdeklaration waren die in die Studie eingeschlossenen Jugendlichen moderate Gelegenheitstrinker (Alkoholkonsum an 2 - 3 Tagen während der letzten 30 Tage) und im Gegensatz zu den Kiffern fand man bei ALLEN auffällige Veränderungen in den Hirnstrukturen im Vergleich zu den Nichttrinkern.

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