Beiträge von Antimon

    Bei uns werden seit dem 1. Januar Test nur noch auf ärztliche Anordnung bezahlt. Ich habe gerade gesucht, gestern wurden 311 Neuinfektionen gezählt. Solche Zahlen gab's zuletzt 2020 mal. Ich glaube, das Abwasser-Monitoring wird fortgeführt. Ansonsten sind wir hier ahnungslos. Aber der Lauterbach wird's schon wissen.

    Ich wusste doch, dass es irgendwo ein blaues Knie von mir gibt:

    blaues Knie.jpg

    Das ist am Klassentag 2020, also im ersten post-Shutdown-Schuljahr, passiert. Ich war mit meiner Klasse auf der Bobbahn und eigentlich hätte man wegen Corona die Bobs nur einzeln besetzen dürfen. Wir haben aber gefunden, wenn's einer von uns hat, haben es eh alle und die Bobs zu zweit besetzt, dann kann man nämlich doppelt so oft fahren. Irgendwie habe ich mit einer Schülerin zusammen wohl eine Kurve zu schnell genommen, in jedem Fall sind wir entgleist und ich habe mit dem Knie auf dem blanken Metall gebremst. Die Schülerin mit der Schulter, die sah auch nicht besser aus. Immerhin hatte aber keiner Corona. 8)

    Ich kann noch mehr Kühe posten. Und Berge. Habe ich eigentlich schon mal erzählt, dass ich in eine dieser Gletscherspalten, die man auf meinem Avatar sieht, reingefallen bin? Jetzt liegt irgendwo unter dem grossen Aletsch eine blaue Plastiktrinkflasche von der Migros und wartet darauf, dass der Klimawandel sie wieder freigibt. Ausserdem habe ich mir mächtig das Knie angeschlagen, das wurde echt beeindruckend blau.

    Ich glaube dass nur wenige hier überhaupt wirklich *wissen* wie es sich so an anderen Schulformen unterrichtet, dafür aber erstaunlich viel Meinung haben. Ich *weiss* dass ich keine Lust auf Berufsschule habe, ich *weiss* dass ich keine Lust auf Sekundarstufe I habe, habe ich beides ausprobiert, passt mir nicht. Sek I könnte ich wohl noch an einem Langzeitgymnasium, wenn es einfach nicht nur Klasse 7 - 9 wäre. Ansonsten unterrichte ich sowieso an zwei verschiedenen Schulformen. Die Strukturen sind völlig andere obwohl es die gleiche Schule ist. Wer bei uns selbst keine FMS-Klassen unterrichtet, hat effektiv überhaupt keine Ahnung, was da läuft.

    Ich habe Lehramt Grundschule studiert, ich möchte mit kleineren Kindern arbeiten und daher keine Realschüler oder Gymnasiasten unterrichten. Diskriminierend? Oder ist das in dieser Richtung okay?

    Oh, ich kann dir da gerne eine Anschuldigung draus stricken:

    Du denkst bestimmst wir hielten uns für was Besseres und weil du mit so Eingebildeten nichts zu tun haben willst, diskriminierst du uns.

    Jetzt kommt aber gleich einer daher und erklärt mir, dass es uns ja nicht zum Nachteil gereicht uns für was Besseres zu halten und deswegen nennt man das dann nicht Diskriminierung ... wetten? :P

    Ich kann mich ganz, ganz dunkel dran erinnern dass vor sicher 30 Jahren oder so eine Bekannte meiner Mutter mir mal eine ähnliche Diskussion aufdrücken wollte. Die ging plötzlich auf mich los, warum ich denn mit ihrer Tochter nichts mehr zu tun haben wolle, die ging nämlich an eine Hauptschule. Es war der auch schon nicht beizubringen, dass mich echt keiner dazu zwingen kann mit Menschen befreundet zu sein, mit denen ich absolut keine Gesprächsthemen finde. Es war einfach so und ja, kann sein, dass mit ein Grund war, dass wir an unterschiedliche Schulen gingen. Der Hauptgrund wird wohl gewesen sein, dass die ganz andere Interessen hatte als ich. So wie 90 % meines Jahrgangs am Gymnasium auch, mit denen ich genauso wenig befreundet war. DAS schien aber kein Problem zu sein, zumindest keins über da man sich hätte echauffieren können.

    Vielleicht muss es auch einfach passieren und dann hoffentlich möglichst viele den Antrag auf Entlassung aus dem Dienst (so heisst es doch, ne?) stellen, dass es in der Politik zum Umdenken kommt. Meine Sicht als Gewerkschaftlerin ist allerdings, dass sich viel zu viele von uns viel zu viel gefallen lassen. Sei es aus Bequemlichkeit, aus Uninformiertheit oder auch tatsächlich aus Mangel an Alternativen. Dass letzteres eine Rolle spielt zeigt sich daran, dass zuverlässig immer jene zuerst laut werden, die sich am meisten leisten können: Gymnasium, MINT-Fächer.

    Bedauerlicherweise ist ja aber der Mangel an qualifizierten Primarlehrpersonen bzw. Heilpädagog*innen (das sind bei uns die Föderschulis) eigentlich viel grösser, sonst wäre ja auch hier im Forum nicht die Diskussion um mögliche Abordnungen an diese Schulformen aufgekommen. Nur meint die Politik, das kann ja jeder, im Zweifel auch irgendein dahergelaufender Student mit zweiwöchigem Crashkurs (kein Witz ... das ist der Status Quo im Baselland). Und wie man hier im Forum auch sehr schön sieht, gibt es immer genügend KuK, die sich mit wehenden Fahnen parat machen um den neuesten Brand dann ganz befliessen wieder zu löschen. Im Zweifel geht es ja um das Gute, um den Dienst am Menschen. Da darf man nicht so sein. Es muss wohl wirklich - leider auf Kosten der Kinder - einmal komplett den Bach runter gehen, bevor die Verantwortlichen und auch alle Beteiligten merken, dass es so nicht weitergehen kann.

    Dann ist die Frage, wenn Kompromisse eingegangen werden müssen, wo der benötigte Aufwand zur Neuorientierung am geringsten ist. Ehrlich gesagt ist die Arbeit bei allen drei Aspekten sehr groß, da das Lehramt eben so hochspezialisiert ist. Mathematik folgt einer ganz anderen Didaktik als sagen wir mal Kunst. Zwischen Grundrechenarten und Analysis liegen fachlich auch noch einmal Welten. Und auch pädagogisch ist der Umgang mit Sechsjährigen ein ganz anderer als mit Achtzehnjährigen.

    Ich persönlich habe mit dem Plan der Facherweiterung Informatik schon auch noch andere Gedanken im Kopf. Sollten die hier auf die Idee kommen, uns kognitiv beeinträchtigte Jugendliche ans Gymnasium zu setzen, kündige ich. Einmal mehr bin ich froh nicht versklavt... äh... verbeamtet zu sein.

    Ich glaube aber nicht, dass das so kommt. Wenn die FSS Basel mit der Kleinklassen-Initiative erfolgreich durchkommt, und davon gehe ich aus, wird das Gegenteil der Fall sein.

    Ja, dann mag das sinnvoll sein. Meine Prüfungen dürfen beliebig schlecht rauskommen, das entscheide nur ich, ob die allenfalls wiederholt werden. Ich zeige es hin und wieder, wenn sich eine "Haufenbildung" manifestiert, sprich eine Gruppe ständig ungenügend ist und eine andere Gruppe irgendwo über 5 rauskommt. Dann sieht der Klassenschnitt unverdächtig aus, tatsächlich haben wir aber ein Problem.

    Im Zeugnis soll im Klassenschnitt irgendwas zwischen 4 und 5 stehen, ansonsten muss man sich kurz erklären. Wobei schon gar keiner mehr fragt, wenn da im Französisch eine 3.7 steht.

    Einen Klassenschnitt anzugeben ist auch dann Quatsch wenn man wie wir mit Zehntelnoten rechnet. Ich habe nur zufällig mal eine Gauss-Verteilung, sprich niemand hat überhaupt die Durschnittsnote auf dem Papier stehen. Manchmal zeige ich einfach die Verteilung, ist aber auch fragwürdig, was man damit erreichen will. Darüber hinaus... Die Noten unterschiedlich wertiger Arbeiten lassen sich unterschiedlich gewichten. Ist irgendwie klar, dass 10 min Vokabeltest nicht gleich viel zählt wie 90 min Aufsatz. Ich verstehe das Problem nicht.

    Ich hatte mal eine Schülerin, die in der 1. Prüfung im Schuljahr eine 2.6 und in der 5. Prüfung eine 5.8 hatte. Was ich auch schon hatte, mehrfach sogar, sind SuS, die mit einer komplett verschifften Prüfung mit 1.x am Ende eine 4 im Zeugnis hatten. Meistens passiert das in der 1. Klasse, also direkt nach dem Übertritt ans Gymnasium wenn die das höhere Niveau noch nicht gewöhnt sind. Oder es steckt eine Lebenskrise dahinter. So völlig aus dem Nichts habe ich das noch nie erlebt.

    Bei Mathe würde ich lieber ein Nebenfach nehmen, zwei Hauptfächer wären mir glaub ich im Schulaltag zu viel, vielleicht würde ich Mathe mit Politikwissenschaft oder Biologie kombinieren.

    Wenn die Arbeitsbelastung ein wichtiges Kriterium für dich ist, würde ich aber nicht zu Bio raten. Das ist ein Fach mit kleiner Stundendotation, viel Vorbereitungszeit da Experimentalunterricht und hoher Korrekturbelastung da viel Geschwafel bei Schülerantworten. Wieso nimmst du nicht einfach Mathe UND Informatik? Oder Mathe und Physik wenn du eine Naturwissenschaft dazu willst?


    Ich wäre bereit eins dieser Fächer auf Lehramt zu studieren, Ich muss leider zugeben, für die Einstellungschancen.

    Wenn du das "leider" findest, würde ich davon abraten. Ohne wirklich Bock drauf zu haben wirst du sowohl an Mathe als auch an Informatik kläglich scheitern. Dann liegen deine Einstellungschancen ganz sicher bei 0 ;)

    Ich habe mal eine Gegenfrage an dich: Hast du die betreffenden Förderschultypen denn schon einmal von innen gesehen? Kennst du ihre Methodik usw.?

    Meine Vermutung: Wer so offensiv und zu jeder Gelegenheit äussert keinen Wert auf Klassenfahrten zu legen, keine Beziehung zu Jugendlichen jenseits des Fachunterricht aufbauen zu wollen und darauf besteht, dass Mathe mit dem gespitzten Bleistift auf ein kariertes Blatt Papier gemacht wird, hat mit Inklusion wenn überhaupt nur am Rande zu tun. Aber Hauptsache die grosse Keule schwingen. Passt ja ganz gut zum Thema des Threads.

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