Beiträge von Quittengelee

    Ja, das ist bei uns leider so (wobei hier die Halbtageskitas sogar schon um 12 schließen). Sidefact: Soziale Kriterien gehen hier vor Arbeit (Kinder aus sozial benachtteiligten Familien bekommen einen Ganztagesplatz/kita)

    Da einige mein Kommentar dazu wieder verwirrt zurücklässt eine Frage an dich, Alterra : zu wie viel % sitzen in eurem Gemeinderat junge Frauen, die Familie und Beruf vereinbaren müssen und sich daher für mehr Kinderbetreuung einsetzen können (wenn sie für Politik überhaupt Zeit haben) und zu wie viel % sind es konservative Männer, denen es egal ist, ob für Kinderbetreuung Geld ausgegeben wird, weil sich ihre Frauen kümmern?

    Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, ob es mehr Väter gibt, die nach einer Trennung um Umgang mit ihren Kindern kämpfen, oder mehr Mütter, die darum kämpfen, dass der Vater sich trotz Desinteresse doch einbringt.

    Ich weiß daher nicht, dass du recht hast. Oder dass du nicht recht hast. Ein Beleg wäre daher hier kein Fehler.

    Das ist logisch, da die Gerichte nach Kontinuität entscheiden und sich Mütter statistisch gesehen am meisten kümmern, bleiben die Kinder also auch meist dort.

    Es gibt sicher Väter, die mehr Umgangsrecht wünschen, weil das Residenzmodell häufiger gewählt wird als ein Wechselmodell halb/halb oder gar dass Väter sich komplett kümmern und Mütter ab und zu mal die Kinder abholen, um in den Zoo zu gehen.

    Dass im Erwachsenenalter mehr Kontaktabbrüche zu Vätern da sind als zu Müttern kann man ebenfalls nachlesen.

    https://uni-koeln.de/universitaet/a…-sich-vom-vater

    https://www.fruehehilfen.de/service/aktuel…rennterziehend/

    https://www.vamv-nrw.de/de/alleinerzie…C3%BCberwiegend.

    Womit wir wieder bei der anekdotischen Evidenz wären. Würde ich jetzt auf der gleichen Schiene antworten, müßte ich jetzt die Väter ins Feld führen, die inzw. einen sechsstelligen Betrag bei Anwälten gelassen haben, um das Sorgerecht auch wirklich durchzusetzen, weil sie sich von den Aussagen der Mutter: "Der Leon will heute nicht zu dir", nicht abspeisen lassen.

    Du kannst ja mal nach Statistiken suchen. Hast du eine Idee, wie viele Väter weniger oder überhaupt nichts mehr mit ihnen Kindern zu tun haben wollen und wie viele Mütter sich komplett aus dem Staub machen?

    Ist zuvor etwas vorgefallen wie Gewalt oder Fremdgehen? Wenn nicht, dann trägt sie die Schuld.

    ernsthaft?


    Im realen Leben kümmern sich Frauen mehrheitlich um die Kinder und ich kenne durchaus auch Frauen, die sich um die Kinder kümmern UND ihren Ex finanziell unterstützen, während er sich weder in der Lage fühlt, mal nach seinem Kind zu fragen, geschweige denn, sich um Zahnarzttermine zu kümmern, oder gar auf die Idee zu kommen, sich am Kauf von Möbeln und Schulranzen zu beteiligen.

    Ich weiß, dass es auch Väter gibt, die ums Sorgerecht streiten, das kann man in diesem Kontext aber getrost als whataboutism vernachlässigen, weil es statistisch gesehen wenige Fälle betrifft und mit der beschriebenen Hauptproblematik "unfähige Väter" nichts zu tun hat. Mütter trennen sich oft genug, weil der Vater keine Verantwortung übernimmt.

    In meiner eigenen Schulzeit war es im ländlicheren Raum nicht unüblich und hatte damit zu tun, dass Hauptschulen viel kleinere Systeme waren. Bei uns gab es für ein Gebiet mit 35 000 Einwohnern ein Gymnasium (4-zügig) 2 Realschulen (ca. 3 zügig) und 3 Hauptschulen (meist 2 zügig). In kleinen Schulen hast du oft einen größeren Abstand zum bereits kleineren Klassenteiler. Und diese Zustände halte ich rückblickend für absolut positiv, weil gerade SuS mit Schwierigkeiten an kleineren Systemen viel besser aufgehoben sind, wo jede Lehrkraft jeden Schüler kennt und auch jeden potentiellen Ausbildungsbetrieb im Ort. Dass man Schüler, die an solchen Schulen gut aufgehoben waren, jetzt in 7-zügige Gesamtschulen steckt und den Eltern erzählt, dass sie dort gut aufgehoben wären, weil da alle gemeinsam lernen würden, halte ich für den größten Beschiss gegenüber den Betroffenen der Schulpolitik der letzten 30 Jahre (wobei man für Förderschulen und Inklusion in weiten Teilen den gleichen Text schreiben könnte).

    Und ja, das sage ich auch, weil ich solche SuS an meiner Schulform und unter den dort herrschenden Bedingungen nicht unterrichten möchte und es inzwischen manchmal muss (was für die Schüler noch viel schlimmer ist, als für mich). Trotzdem kann ich gleichzeitig anerkennen, dass viele Lehrkräfte dort gute Arbeit geleistet haben und bin auch gerne bereit ihnen Ressourcen zu gönnen, die ich in dem Umfang am Gymnasium nie kriegen werde und auch nicht brauche.

    Naja, die Lehrkräfte waren vielleicht anerkannt, aber unsere Hauptschule war "verschrien". Wir hatten Angst, nachmittags über die Brücke zu gehen, wo "die Hauptschüler" abhingen, weil man immer angepöbelt wurde. Hauptschulen waren immer die gesellschaftliche Resterampe, ich habe dazu in einer Reader's Digest aus den 80er Jahren gelesen, dass die Idee der praktischen Bildung gescheitert sei.

    Hallo und willkommen, ich hoffe, dass eine Geschichtslehrkraft dir deine Fragen beantworten kann. Mir ist nur Folgendes aufgefallen:


    ...
    Reicht es als Transferleistung, wenn die Schüler*innen aus den Forderungen der Stände auf die Stabilität bzw. Krise der Monarchie schließen?

    Weißt du genau, wie sie das machen sollen? Hast du mal Antworten der SuS probehalber formuliert, die sie geben könnten anhand dessen, was ihnen an Material vorliegt?

    Konkret: Ich bin die Elftklässlerin. Was soll ich machen? Formuliere deinen Arbeitsauftrag aus. Gib die Anweisungen in die Gruppen. Stell dich (gedanklich) ins Klassenzimmer und sage mal probehalber an: Ihr 3 sollt das und das herausfinden. In eurer Gruppe muss klar werden, was der und der erreichen wollte. Stellt euch vor, ihr seid die und die. Was wollten sie? Woran kann man das ablesen? Warum wollten sie das? Wie hättet ihr eure Forderungen durchgedrückt? Warum bringt das eine Monarchie zum wackeln? Was macht die Monarchie denn aus, was gefährdet sie? Was würde ein König tun, um euch Knüppel zwischen die Beine zu werfen oder so...

    Also du merkst, ich habe kein Geschichte studiert. Nur schon viel vor Klassen gestanden, von denen ich was wollen musste 8o

    Ja, das ist bei uns leider so (wobei hier die Halbtageskitas sogar schon um 12 schließen). Sidefact: Soziale Kriterien gehen hier vor Arbeit (Kinder aus sozial benachtteiligten Familien bekommen einen Ganztagesplatz/kita)

    Ist das bekloppt. Sowas kann sich nur ein Stadtrat ausdenken, der aus 90% Männern über 50, mehrheitlich CDU-wählend besteht.

    Indem ich dem Schüler die sehr gute Note kommuniziert habe und nun klein beigeben musste: „Mh, ja, die Stufenleitung war misstrauisch und der Kollege XY hat auch nochmal drauf geschaut und die denken, dass es da unerlaubte Hilfsmittel gab. Tut mir leid, aber die Stufenleitung hat eine Feststellungsprüfung angesetzt. Muss ich nächste Woche leider mit dir machen.“

    Wie sieht das denn gegenüber den Schülern aus? Meiner Meinung nach doch so, dass ich dämlich/gutmütig etc bin und von der Stufenleitung und anderen Kollegen, die bei den Schülern als kritisch/kleinlich gelten, gejagt werde. Kurz: lieb, aber inkompetent.

    Es ist doch deine Entscheidung, wie du es dem Schüler sagst. Wenn du es so formulierst wie oben machst du dich selbst zum Deppen beim Versuch, dich mit dem Schüler gegen deine bösen Lehrer Kollegen zu verbünden. Du solltest also gerade nicht sagen, dass es keinen Zweifel an seiner 1 gibt und die anderen Lehrer halt bloß die Genialität des Schülers nicht anerkennen, sondern dass bei erneuter Durchsicht erhebliche Zweifel an der Stimmigkeit aufgekommen sind.

    Insbesondere wenn die Kollegen Recht haben und der Schüler dich verarschen wollte, erhältst du doch nur so Respekt wieder.


    Und stimmt, wie ist denn der Ablauf?:

    Das heißt doch, die Klausur war noch nicht zurückgegeben. Wie kann es dann zu der Situation kommen, dass die Note dem Schüler schon kommuniziert war?

    Ich habe nicht gesagt, dass der Beruf nicht anstrengend ist, aber was gibt es denn Flexibleres als in den Ferien zu korrigieren? Das ist dann doch das vielbewunderte Homeoffice.

    Aber frag mal deinen Mann, wie viel er schafft, wenn die Kinder krank zu Hause sind.

    Dass bestimmte Termine wie Konferenzen eingehalten werden müssen, stimmt natürlich. Aber auch das ist in den meisten Berufen normal, würde ich sagen, man hat Schichten oder wenn es blöd läuft, gar einen Pager und Rufbereitschaft. Und auch in anderen Berufen kommt man k.o. nach Hause, das sind m.E. keine Argumente für speziell für Schulen geltende Unvereinbarkeit von Beruf und Familie.

    Familienfreundlich finde ich vor allem, dass einem durch Teilzeit nichts verbaut wird: Karriere kann man in den meisten Berufen mit TZ ja leider knicken.

    Und als Selbständige*r ist man angewiesen auf jeden Auftrag, jede Stunde, die man arbeitet, da bezahlt einem niemand "Kindkranktage".

    KMK:

    Ethik:

    "...Übergeordnete Ziele des Ethikunterrichts sind die Vermittlung einer ethischen Orientierungskompetenz in einer sich technologisch und sozial rasch verändernden Welt sowie die Befähigung der Schülerinnen und Schüler zu begründeter Urteilsbildung und zu verantwortlichem Handeln..."

    Religion:

    "Nach Art. 7 Abs. 3 Satz 1 GG ist der Religionsunterricht an den öffentlichen Schulen mit Ausnahme der bekenntnisfreien Schulen ordentliches Lehrfach. Er wird in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften erteilt. Diese haben daher Mitwirkungsrechte bei der Gestaltung der Lehrpläne, der Auswahl der Lehrbücher und der Bestellung der Religionslehrer."

    Das ist der wesentliche Unterschied.

    Das hingegen...

    ...
    Ethik kann die verschiedenen Religionen und verschiedensten philosophischen Strömungen als Aufruf zu moralischem Handeln sowie zur Freiheit des Christenmenschen oder zu dessen Unterwerfung unter einen allwissenden, unfehlbaren Vertreter Gottes auf Erden thematisieren.

    ...ist persönliche Auslegungssache von Glauben und hat mit Ethikunterricht nichts zu tun. Man muss vor allem kein "Christenmensch" sein, um erfolgreich am Ethikunterricht teilzunehmen.

    Die Diskussion scheint am Ende zu sein. Was ist mein Fazit? Das Fallbeispiel und der mir mögliche Vergleich mit anderen Jobs in öffentlichen Dienst führt zu einem eindeutigen Ergebnis. Wem bei der Jobauswahl die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein wichtiger Wert ist, dem sei geraten von unserem Job nach Möglichkeit die Finger zu lassen.

    War mir eigentlich auch vorher schon klar, aber die Diskussion hat es mir nochmal verdeutlicht.

    Es gibt wohl kaum einen Job, der besser mit Kindern vereinbar ist als der der Lehrkraft.

    Als Alleinerziehende ist man halt gearscht, insbesondere in einer Ausbildungssituation. Und alleinerziehend sind meistens Frauen, weshalb sie auch in diesem Jahrtausend auch in Mitteleuropa noch benachteiligt sind, aber das ist bekannt.

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